26.02. Windhoek – Johannesburg

Heute können wir zur Abwechslung mal bis 7:30 Uhr schlafen, bis der böse Wecker klingelt. Heute erwartet uns aber auch erstmals in diesem Urlaub ein fertig angerichtetes Frühstücksbuffet – juppiee! Einzig die Gäste am Nebentisch – auch Deutsche, aber wohl Saupreissen – sind etwas nervig, weil sie einer ziemlichen Lautstärke verbalen Dünnpfiff von sich geben, aber sonst ist alles prima. Zumindest sind wir richtig gestärkt und können uns ans Zusammenpacken unserer Habseligkeiten machen.

Der Rucksack ist doch deutlich schwerer als beim Hinflug. Woran mag das wohl liegen? Glücklicherweise bringen wir aber doch alle alles unter. Wir räumen unsere Zimmer um 10 Uhr und dann wollen wir erstmal in der Stadt die Rückgabestelle für unser Fahrzeug finden und in Erfahrung bringen, ob es dort einen Shuttleservice zum ca. 40 Kilometer entfernten Flughafen gibt. Zum Glück können wir wieder all unsere Habseligkeiten inklusive Fahrzeugschlüssel in der Unterkunft lassen.

Mit unserer Windhoek-Map tigern wir los und sind schnell in der angegebenen Straße angekommen, aber kein Britz/Maui oder Kea-Rental in Sichtweite. Einzig das Hilton-Hotel sticht uns ins Auge, wo wir kurzerhand einfach mal nach der Vermietung fragen. Leider sind die Blicke, die wir darauf erhaschen genauso fragend wie unsere eigenen. Na super – und was jetzt? Wir gehen einfach mal ein paar Schritte die Straße entlang, sieht nicht danach aus. Wir sehen einen Britz-Camper, der wohl genauso planlos umher irrt – na wenigstens sind wir nicht die Einzigen, die die Station nicht finden! Wir haben zumindest insofern Glück, als dass wir eine Touristeninformation finden, wo wir nachfragen können. Die Dame dort weiß es zwar auch nicht, ist aber äußerst hilfsbereit und ruft einfach mal dort an, um für uns zu ermitteln wo wir denn hinmüssen. Wie sich dabei herausstellt, befindet sich die Vermietung gar nicht in der Stadt, sondern am Flughafen. Aha – gut zu wissen! Dann haben uns die Typen in Kapstadt wohl eine falsche Map gegeben. Bravo! Dann dürfen wir uns jetzt wohl beeilen, wenn wir um 13 Uhr das Fahrzeug zurück geben sollen, zum Flughafen fahren müssen und die Station auch noch finden sollen. Flo will noch Trockenfleisch kaufen, wir sind wohl tatsächllich ein bisschen im Stress.

Gegen 12 Uhr kommen wir schließlich los in Richtung Flughafen. Die 40 Kilometer schaffen wir auch relativ zügig, so dass wir gegen halb 1 dort sind und Wunder oh Wunder, wir finden die Station unverzüglich. Dort erleben wir dann erstmal unser blaues Wunder, da wir natürlich nicht mehr vollgetankt haben, nachdem uns in Kapstadt gesagt wurde, dass wir das Auto leer zurück geben sollen. Wir haben uns in diesem Moment noch gedacht, das ist ja blöd, voll bekommen und voll zurück geben wäre uns lieber, aber jetzt haben wir Stress, da das Auto leer ist und wir es voll bekommen haben. Dies haben wir damals erst erfahren, als wir an der Tankstelle volltanken wollten und lediglich 100 Rand reingepasst haben. Aber wenn man uns sagt „leer zurückgeben“, dann geben wir die Karre – verdammt nochmal – leer zurück. Das heißt telefonieren mit der Abholstelle in Kapstadt.

Der Gangster bestreitet natürlich jemals gesagt zu haben, dass wir das Fahrzeug leer zurück geben sollen. Wenn es voll war, dann muss es voll zurück gegeben werden!! So ein Arsch! Dafür will er uns jetzt eine Strafe von 2 Rand pro Liter aufbrummen, die wir natürlich nicht einsehen. Unser Angebot, selbst nochmal zur Tankstelle zu fahren und den Tank voll zu machen scheitert an der am Flughafen nicht vorhandenen Tankstelle und dem für die Fahrt nach Windhoek zu leer gefahrenen Tank! Na wunderbar!

Nach längerem Hin und Her können wir uns insoweit mit der Vermietung einigen, dass wir die Kosten für einen vollen Tank mit den tagesaktuellen Benzinpreisen bezahlen, wobei sie dafür den Preis in Kapstadt ansetzen, der ohnehin höher ist als der Literpreis in Namibia. Also haben uns die Gangster schon wieder geprellt, aber egal – wir wollen jetzt nur noch unsere Ruhe und endlich von hier wegkommen. Gott sei Dank bringen uns die Gangster wenigstens zum Terminal, wo momentan hinsichtlich des South African Airways-Fluges noch gar nichts los ist. Wir trinken erstmal einen Kaffee und warten. Glücklicherweise dauert es doch nicht so lange bis wir endlich unser Gepäck aufgeben können und einchecken dürfen. 1 ½ Stunden bis zur Boarding-Time und der Flughafen in Windhoek hat absolut gar nichts zu bieten. Der ist kaum größer als bei uns vielleicht der Nürnberg-Flughafen oder so. Und die haben hier eine eigene Fluglinie. Ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Naja, wir warten wieder. Als es dann doch endlich ans Boarding geht setzt ein monsunartiger Regen und jede Menge Blitze am Himmel ein.

Zu unserer großen Freude müssen wir auch noch zu Fuß zum Flugzeug gehen, bzw. laufen. Klingt vernünftig! Wir warten eine Weile bis es ein bisschen besser aussieht und dann rennen wir los. Es blitzt und schüttet trotzdem brutal und wir werden doch ganz schön auf dieses kurze Stückchen. Mit ca. 20 Minuten Verspätung starten wir schließlich in Richtung Johannesburg. Wir sind alle reichlich überrascht, dass wir auf diesem gerade mal 2-stündigen Flug tatsächlich ein vollwertiges Abendessen serviert bekommen. Nach schlecht, dann können wir uns das Essengehen in Johannesburg sparen. Ansonsten verläuft der Flug sehr unspektakulär. Hank und ich haben einen sehr netten Sitznachbar, der heute auch mit der Maschine mit der Flo und Marion fliegen nach München fliegt. Wir unterhalten uns ein bisschen mit ihm und ehe wir uns versehen sind wir auch schon in Johannesburg.

Gegen 19:30 Uhr heißt es Abschied von Flo und Marion zu nehmen, wobei mir Flo die letzten 10 Rand in die Hand drückt und mir nahe legt, dass ich dieses Geld weise in einen Kaffee investieren soll. Das muss man mir natürlich nicht zweimal sagen. Ein kurzes und schmerzloses „Servus und guten Flug“ und Hank und ich sind auf uns allein gestellt. Wir gehen zur Immigration, holen uns die üblichen Stempel ab und bekommen unser Gepäck an der Ausgabe, bevor wir uns auf die Suche nach unserem Shuttlebus zum Hotel machen. Es trabt wieder irgendein Einheimischer neben uns her, in der Hoffnung, dass wir ihm fürs lotsen ein paar Rand zustecken, aber wir haben ihn weder um Hilfe gefragt, noch haben wir seine Hilfe benötigt.

Der Shuttlebus kommt auch gleich, so dass wir wenig später im Flughafenhotel Peermont ankommen, unsere Zimmer beziehen, in Ruhe und duschen und wenig später ziemlich müde ins Bett fallen.

25.02. Windhoek

Zur inzwischen gewohnten Uhrzeit um 7 Uhr klingelt der Wecker. Wir machen uns nach dem Duschen mal wieder ans Frühstücken, packen unsere Zelte zusammen und schauen zur Krokodilfütterung. Leider tut sich da im Moment gar nix. Wir beobachten ein bisschen die Straußen und die zusätzlich vorhandenen Springböcke und die Giraffe, die allesamt eingezäunt sind, ehe wir uns auf den Weg machen.

Bis Windhoek sind es noch etwa 65 Kilometer. Vorher wollen wir noch Halt in Okahandja machen, wo es einen großen handcrafted market gibt. Zunächst bin ich etwas skeptisch, da wir bereits am Auto wieder angebettelt werden, aber der Markt erweist sich doch als ganz angenehm. Da war der Greenmarket in Kapstadt schon viel unangenehmer. Das spiegelt sich auch eindeutig in unseren Einkäufen wider, denn diesmal schlagen wir schon ganz ordentlich zu. Nach längerem Feilschen und Handeln erwirtschaften wir am Ende Souvenirs von umgerechnet 65 Euro. Vor allem einer der Händler besticht mit seinem Verkaufstalent. Ihm und seiner Familie gehören hier auch so ziemlich alle Stände, aber er ist eigentlich ganz freundlich, so dass wir ihm doch ein paar Sachen abkaufen.

Am Ende sind wir so voll bepackt, dass wir gar nicht mehr so recht wissen, wohin mit den ganzen Sachen. Irgendwie müssen wir ja in den Rucksäcken Platz finden. Jetzt reichts uns aber, zurück zu unserem Auto, wo wir zwei Bettlern unsere restlichen Lebensmittelvorräte geben und dann geht’s auch schon weiter Richtung Windhoek. Unterwegs stellen wir fest, dass es mit dem Tank knapp werden könnte, so dass wir notgedrungen nochmal umkehren müssen und für ca. 15 Euro Diesel nachtanken müssen. War mal wieder eine optimale Planung! Naja egal, zumindest jetzt sollten wir die rund 60 Kilometer bis Windhoek schaffen. Der Tacho funktioniert auch wieder, also verläuft alles nach Plan. Um ca. 13 Uhr kommen wir dann in der namibischen Hauptstadt an und es gilt als erstes eine Bleibe für heute Nacht zu finden.

Der zuerst anvisierte Campinplatz genügt unseren Ansprüchen nicht, so dass wir am Ende im Taboti Guesthouse landen. Das ist zwar im Vergleich zu unserem bisherigen Campingplätzen verhältnismäßig teuer, dafür haben wir aber ein richtiges Bett, einen Pool und vor allem eine sichere Gegend. Die Leiterin des Guesthouses ist eine Deutsche und sie warnt uns, dass Windhoek wohl doch ein  eher gefährliches Pflaster ist. Wenn möglich sollen wir es vermeiden irgendwelche Wertsachen mit in die Stadt zu nehmen. Gut zu wissen.

Aber fürs Erste sind wir wohl doch alle vier eher faul. Ich komm aus dem Bett nur mit Mühe wieder hoch, aber auch die anderen scheinen erstmal keine rechte Lust auf Stadt zu haben. Wir entscheiden, dass bis 16 Uhr erstmal jeder für sich machen kann, was er will und dann schauen wir weiter. Hank und ich marschieren zielstrebig zum Pool, wo es obendrein noch W-Lan und Kaffee gibt. Ja, hier bleibe ich!

Es dauert nicht lange, dann gesellen sich auch Flo und Marion zu uns. Wir verweilen  einige Zeit am Pool bis schließlich Flo gegen 17 Uhr die Initiative ergreift und wir alle in Richtung Windhoek City aufbrechen.

Vorbildlich haben wir uns natürlich an die Vorgaben der Guesthouse-Inhaberin gehalten und alle Wertsachen in unserem Zimmer gelassen. Wir irren ein wenig planlos in dieser eher unattraktiven Stadt umher, die für Touristen wirklich nicht besonders viel zu bieten hat. Es gibt einen Park, den wir aber relativ schnell gesehen haben, eine Kirche, die geschlossen ist und eine alte Fest, für deren Besichtigung wir zu spät dran sind. Nein, diese Stadt ist definitiv keinen Besuch wert.

Dann doch lieber ab zum Abendessen. Wir haben uns aus dem Lonely Planet einen nahe gelegenen Italiener ausgesucht, der auch Chicken mit Reis serviert, war mir gerade im Moment ganz recht ist.  Nach dem Essen gehen wir ohne große Umwege zurück in unsere Unterkunft, machen uns auf der Terasse noch den ein oder anderen Cider auf, ehe wir alle geschafft ins Bett gehen.