Tag 13: Whistler – Pingrove Campsite

Oh mein Gott, habe ich gut geschlafen in diesem bequemen Wohnmobilbett! Ich kann es gar nicht fassen, als um 7 Uhr der Wecker klingelt und ich mich zum Aufstehen motivieren muss! Ein leckeres Camper-Frühstück gezaubert und schon kann ein neuer Tag beginnen!

Wir verlassen den Campingplatz und fahren in den Süden von Whistler, wo wir einen 6 Kilometer langen Roundtrip am Cheakumus River, genannt Riverside Trail, machen möchten. Nach der langen West-Coast-Trail-Wanderung begnügen wir uns jetzt mit kürzeren Etappen!


Der Weg führt, wie der Name schon sagt am Fluss entlang und ist im Vergleich zu dem was wir auf Vancouver Island gewandert sind, eine Babytour. Laut Wanderkarte ist für diese Strecke eine Zeit von 4 Stunden kalkuliert, wir brauchen nicht mal die Haelfte! :-)
Diese Wanderung ist zwar ganz nett, aber wie sich herausstellt, kein “Must have done”.

Gegen 12 Uhr brechen wir dann auf in Richtung Jasper. Bis dahin haben wir aber noch rund 700 km Strecke zurueckzulegen. Nachdem bislang Hank das Steuer übernommen hat, hüpfe ich jetzt hinters Lenkrad und stelle an diesem gigantischen Pickup-Truck erstmal alles auf “Zwerg” ein. Leider ist die Sitzposition nach wie vor nicht optimal fuer meine kurzen Beinchen, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken und starte den Motor! Hui, das ist mal ein Fahrzeug. Beim Anfahren zwar eher wie eine Schlaftablette, aber wenn man den Kickdown einsetzt, dann gibt er schon Gas. Es macht auf jeden Fall Spass mit diesem Koloss die engen kurvenreichen Bergstrassen abzucruisen. Ich bin in meinem Element!! ;-)


Plötzlich ruft Hank “Ein Bär!” und ich sehe dieses putzige Tierchen am Strassenrand an den Gleisen sitzen. Leider ist es nicht möglich hier einen Fotostopp einzulegen, so dass wir einfach dran vorbeifahren müssen. Hoffentlich sehen wir noch mehr von diesen kanadischen Bewohnern.

Wir nehmen an Viewpoints wieder mal mit was geht, bis wir schliesslich zum ersten Mal tanken müssen. Wie sich herausstellt ist dieses Gefährt eine ziemliche Spritschleuder, aber glücklicherweise sind die Spritpreise hier humaner als bei uns.

Wir fahren noch eine Weile weiter, bis wir an eine Art Campingplatz an einem sehr schönen See ankommen und wir spontan entscheiden, dort unsere Mittagspause einzulegen.

Während ich uns im Campervan leckere Schinkennudeln (der All-time-Klassiker auf Reisen) zaubere, erkundet Hank die Gegend und verfolgt eifrig ein kleines Chipmunk. Das ist eine seiner Lieblingsbeschäftigungen, kleine Tierchen mit der Kamera zu jagen.

Nach diesem längeren Stop geht die Fahrt weiter durch eine absolut verlassene Gegend “in the middle of nowhere”, wir halten zwar dennoch für Fotostopps, aber ausser viel “Nichts” gibts hier nix zu sehen! :-)


Wir passieren den “grossen” Ort Kamloops, um von dort aus nochmal 40 km auf dem Highway 5 in Richtung Norden zu fahren, an den Pinegrove Campsite. Dort werden wir von einer deutschen Kanadierin empfangen und an einen leeren Platz verwiesen. Da es bereits Abend ist, lassen wir den Tag gemütlich am Campingplatz ausklingen.

Tag 12: Vancouver – Whistler

Heute heißt es Abschied nehmen von Marion und Trixi. Marion muss hier wieder in die Arbeit, Trixi bleibt in Vancouver bei ihr. Und für uns geht es “on the road again”.
Um kurz nach zehn werden wir vom Camper-Verleih aufgesammelt und zu deren Office kutschiert. Dort wartet auch schon unser Van auf uns. Wow, was fuer ein riesiges Gefährt! Ein Pickup mit Wohngelegenheit hinten drauf. Eine Rückbank haben wir auch noch. Es hätten locker 6 oder 7 Leute vorn im Auto Platz. Hinten drin ist auch genug Platz fuer uns beide. Wesentlich mehr als in unserem “Pack-Man” in Australien.

Nach einige Formalitäten geht es an die Einweisung vom Van, der übrigens noch fast nagelneu ist. Unser Erklärbaer ist schon etwas älter und er sagt die meisten Dinge zwei oder drei mal. Wir sind schon ganz hibbelig, wollen endlich los! Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es dann so weit, wir werden auf den Strassenverkehr losgelassen. Das Automatik-fahren ist zwar anfangs etwas ungewohnt aber man gewöhnt sich schnell dran. Also ab auf den Highway.

Natürlich ist uns der Weg gleich mal von einer Baustelle verwehrt. Wie daheim in Landshut *g* Bei der Gelegenheit kommen wir vom richtigen Weg ab und drehen somit ne kleine Runde durch Vancouver. Das kostet uns mal eben ne Stunde. Dann sind wir wieder auf dem richtigen Highway Richtung Whistler, unserem heutigen Ziel.

Es geht an der Küste lang. Leider ist es mal wieder etwas wolkig, sodass der Ausblick nicht so grandios ist. Unser erster Stop ist dann bei den Brandywine Walls. Nach einem 5-minütigen Marsch stehen wir auch schon auf einer kleinen Aussichtsplattform auf die 66 Meter hohen Fälle. Nicht schlecht. Nach einer kurzen Fotosession geht es dann weiter.


Als ich auf dem Highway dahinbrause sehe ich plötzlich etwas grosses braunes am Strassenrand. Tatsächlich, ein Bär! Leider bin ich mit Tempo 90 auch schon wieder dran vorbei und ein Blick in den Rückspiegel sagt mir, dass ich jetzt nicht einfach so bremsen und stehen bleiben kann ohne nen Crash zu riskieren. Mist. Aber es soll ja hier überall Bären geben, da werden wir schon noch einen aus der Nähe sehen.

In Whistler angekommen geht es erstmal zum Info-Center. Wir lassen uns ein paar Karten der Gegend geben und den Weg zum nächsten Campingplatz beschreiben. Dort angekommen stellen wir fest, dass Whistler ein ziemlich teures Pflaster ist. Fast 50 Dollar zahlen wir für einen Stellplatz am hintersten Eck. Nur damit wir da über Nacht stehen können. Frechheit. Aber hilft ja nix, einfach an der nächsten Strasse stehenbleiben ist in Whistler verboten. Ist dann auch ein ganz schöner Platz. Wir überlegen nach dem Abendessen noch einen kurzen Walk zu machen, entscheiden uns dann aber doch lieber fürs Faulenzen und Schreiben im Camper.