27.03.: Tulum

Heute wollen wir die ganz in der Nähe gelegenen Cenoten erforschen und noch ein wenig an den Strand. Unser Hostel hätte zwar ein Hostel zum Strand, aber wir sind lieber unabhängig von dessen Fahrzeiten und leihen uns Räder aus. Im Reiseführer steht, dass alles problemlos per Rad erreichbar ist. Soviel zur Theorie. In der Praxis sieht das Ganze etwas anders aus: die geliehenen Räder sind etwas schwerfällig und haben natürlich auch keine Gangschaltung. Aber hilft nix, jetzt sind sie schon ausgeliehen. Also auf zu den Cenoten. Es gibt die Gran Cenote, die ca. 3 km von der Stadtgrenze weg sein soll und auf dem Weg dorthin noch zwei kleinere. Radweg gibt es leider keinen, also sind wir auf der Landstrasse unterwegs und der Verkehr rauscht an uns vorbei. Zum Glück haben wir einen Seitenstreifen der breit genug für uns ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir bei der ersten Cenote an. Die Anlage sieht sehr verlassen aus. Wir parken die Räder und folgen dem Hinweisschild zur Cenote. Am Weg steht dann ein kleiner Plastiktisch hinter dem ein Mexikaner sitzt. Er kassiert 100 Peso für den Besuch der Cenote. So richtig offiziell sieht das Ganze aber nicht aus. Keine Ahnung ob der Kerl wirklich dazu da ist Eintritt zu kassieren oder sich nur gerade dachte “Hey, Touris, super, die finanzieren mir dann gleich mal mein Bier heute Abend”.

Die Cenote selbst ist eher klein. Man kann durch ein rundes Loch im Boden von ca. 5 Meter Durchmesser die 3 Meter nach unten springen. Oder über eine Leiter runterklettern, aber das wäre ja langweilig. Wir machen mehrere Sprünge und schwimmen ein wenig. Bis auf uns sind nur noch 3 Arbeiter hier, die das Gelände beackern. Dann kommen auch noch einige Taucher und bringen ihre Flaschen die Leiter runter. Man muss hier wohl noch in irgendwelche Höhlen tauchen können. Das wär glaub ich nix für mich. Da spring ich lieber noch ein paar mal ins Wasser. Carina wird aber inzwischen so von irgendwelchen Stechmücken maltretiert, dass wir beschließen aufzubrechen. Der Typ der vorhin das Geld kassiert hat ist inzwischen verschwunden. Vielleicht ist meine Bier-Theorie gar nicht mal so falsch…

Da das Radeln doch eher anstrengend ist, wir nicht glauben, dass die anderen Cenoten so viel Neues zu bieten haben und wir auch nicht noch zweimal Biergeld äh Eintritt zahlen möchten, zieht es uns gleich Richtung Strand. Wir müssen zurück nach Tulum und von dort ca. 4 km zum Strand. Hier gibt es jetzt wenigstens einen Radlweg. Aber die Kilometer ziehen sich ewig dahin. Es ist schon etwas anstrengend. Carina ist nur noch am Fluchen. Und heiß ist es inzwischen auch wieder. Inzwischen bereuen wir unsere Entscheidung pro Räder und contra Bus echt. Als wir endlich am Strand ankommen bestellen wir uns im hiesigen Lokal erst mal ein Erfrischungsgetränk. Das tut gut und ist dringend nötig!

Dann geht es endlich an den Strand. Tja, leider sieht der hier doch etwas anders aus, als der ganz am Anfang unserer Reise. Zwar immer noch schön, aber nicht so Postkarten-traumhaft. Und der Postkarten-Strand liegt ca. 7 km entfernt. Definitv zu weit, um mit diesen Rädern bei diesen Temperaturen hin zu fahren. Also suchen wir uns hier ein gemütliches Plätzchen. Das Restaurant oder auch das nächste Hotel haben am Strand kleine schattige Holzverschläge errichtet. Wir suchen uns eines mit Hängematten aus und legen uns rein. Wird schon jemand was sagen, wenn wir das nicht dürfen. Macht aber niemand.

Nach einiger Zeit macht sich dann Hunger bemerkbar und wir kehren in das Restaurant zurück. Es stellt sich heraus, dass die Auswahl an Gerichten aber sehr beschränkt und außerdem unverschämt teuer ist. Da schwingen wir uns dann doch lieber auf unsere Drahtesel und kehren in die Stadt zurück. Hier finden wir auch promt ein Fischrestaurant in dem wir eine riesige Portion zu einem kleinen Preis bekommen. Zum Fischfilet gibts allerlei Beilagen. Da wir nicht so recht wissen was wir mit den Tortillas anfangen sollen experimentiere ich ein wenig und baue mir einen Pommes-Wrap. Interessante Kombi, aber hat nicht das Zeug zur ganz großen Karriere.

Es wäre zwar noch Zeit wieder zum Strand zu radeln, aber irgendwie sind wir dazu jetzt zu faul. Also erkunden wir die gestern noch nicht aufgesuchten Souvenirshops. Ich bin ja auch immer noch auf der Suche nach einem Mayakalender. Dummerweise ist der in der Art wie ich ihn in Chichen Itza gesehen habe hier nirgends zu finden :-( Naja, es findet sich dann aber doch noch ein akzeptabler Ersatz und nach einigem Feilschen ist auch der Preis annehmbar. Wäre das auch erledigt. Dazu kommen dann noch eine Tischdecke mit Maya-Symbolen und ein geschnitzter schlafender Mexikaner in den Rucksack.

26.03.: Caye Caulker – Tulum

Heute ist es soweit, wir müssen die wunderschöne Insel verlassen. Oder sollen wir doch noch einen weiteren Tag bleiben?? Hmm, gute Frage. Nein, heute verlassen wir die Insel wirklich. Leider geht das Speed-Boat bereits um 7 Uhr, so dass unser Wecker bereits um 5:45 Uhr klingelt. Heute bin ich wirklich wie gerädert, das Aufstehen fühlt sich heute zum ersten Mal an, wie wenn der Wecker für die Arbeit klingeln würde!! Fürs Frühstück müssen wir heute ein bisschen improvisieren, da wir zwar Kellogs, ein paar Schlücke Milch, sowie Toast und Marmelade haben, aber kein Geschirr, schneiden wir kurzerhand mit dem Leatherman (dann war der wenigstens auch nicht umsonst dabei) eine Wasserflasche auseinander und haben damit eine Schüssel. Einen Löffel haben wir gestern im Restaurant günstig ‘organisiert’ und so können wir frühstücken. Ja, ein Backpacker muss immer flexibel sein! :-)

Schnell noch das ganze Gepäck im Rucksack verstaut, gehts zum Boot. Natürlich nicht, ohne noch irgendwelche versteckten Extra-Kosten zu bezahlen. Wir haben unser Rückfahrticket bereits in Belize City gekauft und jetzt müssen wir nochmal 10 Belize-Dollar pro Person zahlen, angeblich irgendeine Docking-Gebühr, ich habe keine Ahnung was genau wir eigentlich bezahlen. Pünktlich um 7 gehts los. Morgan ist auch wieder dabei, ich glaube er verfolgt uns! :-) Wir fahren erstmal ca. 30 Minuten bis San Pedro, wo wir aus Belize ausreisen. Das kostet wieder 7,50 Belize-Dollar pro Person, tja, die Touristen kann man ja ausnehmen!!

Jetzt geht es mit dem Boot weiter ans mexikanische Festland. Die Überfahrt dauert gut 1 1/2 Stunden und dann müssen wir Chetumal wieder einreisen, nachdem während der kompletten Überfahrt staatenlos waren. Aus dem Boot ausgestiegen, müssen alle Passagiere in einer Reihe stehen und ihre Handgepäckstücke vor sich legen, damit der Drogenhund schnüffeln kann. Ein Mann mit Pump-Gun ist ebenfalls dabei. Heidanei, da fühlt man sich gleich wie ein Schwerstkrimineller, dabei haben wir doch gerade mal einen einfachen billigen Löffel geklaut!! ;-))

Während wir wieder das Einreiseformular ausfüllen und unsere Pässe stempeln lassen, werden die grossen Rucksäcke vom Drogensuchhund gecheckt. Juhu, wir dürfen einreisen und können gleich mittels Collectivo zur Bushaltestelle fahren. Wir haben kurzfristig entschieden, dass wir nochmal nach Tulum fahren, da gibt es noch Cenoten und der Strand war besonders schön. Der Bus fährt um 11 Uhr, so dass wir noch ca. 40 Minuten haben, um Cash zu organisieren und eine Kleinigkeit zu essen. In einem kleinen Strassenlokal gibt es Quesadillas, das sind eigentlich nur mit Käse gefüllte Weizentortillas, aber die schmecken Hammer!!

Die Fahrt mit dem Bus dauert gute 3 Stunden und wir sind ziemlich kaputt, so dass wir tatsächlich ein bisschen schlafen können. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir dann endlich unser Ziel. Das aus dem Lonely Planet ausgewählte Backpacker-Hostel hat auch ein Zimmer für uns, so dass wir uns auf den Weg zum Mittagessen machen koennen. Mittlerweile sind wir schon echt endshungrig! Es gibt mal wieder Fajitas de Pollo. Sehr lecker!!

Den restlichen Tag klappern wir die einzelnen Giftshops auf der Suche nach ein paar schönen Souvenirs ab. Besonders erfolgreich sind wir zwar nicht, weil die Preise sehr teuer sind, naja, vielleicht geht ja doch noch was. Als die Sonne untergeht kehren wir in ein nettes Cafe mit schönen Hinterhof ein und ich bekomme den wahrscheinlich besten Cappuccino der ganzen Reise und das für gerade mal 1 Euro. Ich bin begeistert. :-)
Wir suchen uns dann noch ein Internet-Cafe und dort verweilen wir auch nochmal 1 1/2 Stunden, ehe wir uns auf den Weg zurück ins Hostel machen…

09.03.: Cancun – Tulum

Obwohl wir um halb 2 fix und fertig ins Bett gefallen sind, sind wir um 6 schon wieder hellwach und können nicht mehr schlafen. Also sind wir am Frühstücksbuffet mit die ersten. Typisch mexikanisch gibt es auch Nachos. Leider sind sie etwas pampig und schmecken mir gar nicht. Also doch Toast.

Nach einem ausgiebigen Frühstück erkunden wir erstmal die nähere Umgebung. Es ist zwar noch sehr früh, aber schon angenehm warm. So lässt sich’s aushalten. Da uns die Stadt nicht so gut gefällt, beschließen wir in den nächsten Bus zu springen und nach Tulum weiterzufahren. Also zurück zum Hotel, schnell alles gepackt und los zur Bushaltestelle. Voll gepackt marschieren wir den knappen Kilometer, aber das sind wir ja schon gewöhnt.

Nach knapp 2 h im klimatisierten Bus (Carina friert gewaltig) sind wir auch schon da. Da es schon wieder Mittag ist kehren wir auch gleich in das erste Restaurant ein, um die mexikanische Küche zu testen. Wir bestellen uns Fajitas, sind aber etwas enttäuscht, dass sie doch eher langweilig schmecken. Naja, wir werden sicher noch das ein oder andere Mal welche Essen, es kann ja fast nur besser werden.

Frisch gestärkt machen wir uns an die Hotel-Suche. Erstmal müssen wir die knapp 500 m zur hiesigen Maya-Ruine zurücklegen. Von dort geht es weiter Richtung Süden zur Hotel-Meile. Vollgepackt wie wir sind ernten wir den ein oder anderen amüsierten Blick der Busladungstouris. Naja, im Moment ists wohl echt ziemlich verrückt so rumzulaufen, da die Sonne ganz schön runterbrennt. Bei der ersten Gelegenheit wechseln wir von der Strasse an den Strand. Der erste Anblick ist überwaeligend: türkisblaues Meer, weißer Strand und überall Palmen! Herrlich! Da sind die Anstrengungen vom Weg hierher gleich vergessen.

Kurz vor uns liegt auch schon die erste “Hotelanlage”: ein paar einfache Hütten mit Strohdächern. Darin ein Bett mit Moskitonetz, ein Stuhl, ein Tisch, ein Ventilator und eine lampenlose Glühbirne (Strom gibts aber gerade nicht, nur Mittags und Abends). Einfach aber gut!

Nachdem wir das Gepäck verstaut haben geht es zurück zur Ruine. Die Lage am Meer macht sie zu einem Unikat unter den vielen Anlagen. Carina hat inzwischen ihre dicke Kamera ausgepackt und knipst Pflanzen, Leguane (erstaunlicherweise hat sie keine Angst vor denen) und Steinhaufen. Die Ruine ist wirklich toll anzuschauen und es gibt viel zu entdecken. Leider darf man in die Tempel nicht rein oder raufklettern. Die Leguane dürfen das schon und liegen auch überall faul in der Sonne.

Im Hintergrund ist das Rauschen des Meeres zu hören. An einer Stelle geht es sogar zum Strand runter. Hier kann man auch baden. Leider habe ich meine Badehose nicht dabei. Aber bis zu den Knien geht es dann doch in das kühle Nass. Wir suchen uns immer wieder schattige Plätzchen, da es inzwischen echt heiss ist und die Sonne gut runterbrennt.

Nachdem wir gute 2 Stunden in der Anlage verbracht haben, schlendern wir wieder zurück zu unserer kleinen Strandhütte. Da wir doch ziemlich geschafft sind besteht der Rest des Abends aus einem kleinen Imbiss und faulenzen. Um ca. 7 geht die Sonne unter und es wird ziemlich schnell stockdunkel. Wir schaun nochmal kurz zum Mond-beschienenen Strand und fallen dann um 8 todmüde in unser Bettchen.