16.02. Sossuvlei – Solitaire

Yippie, was gibt es schöneres als um 4:30 aufzustehen? Vor allem nach ein paar Gläschen Wein und Bier am Vorabend? Ich quäle mich also leicht verkatert aus dem Zelt und mache mich auch gleich ans Abbauen. Wieso das Ganze? Wir wollen zum Sonnenaufgang auf der Düne 45 sein. Um 5:30 wird dann das Gate in den Nationalpark geöffnet und wir düsen zusammen mit einigen anderen Touris los. Nach 45 Kilometern sind wir an der Düne angekommen und machen uns an den Aufstieg. Der Sand ist zum Glück noch angenehm kühl, so können wir barfuß los.  Wir marschieren den Kamm der Düne hinauf. Es ist steiler und somit anstrengender als gedacht. Carina ist not amused. So ganz ohne Frühstück und v.a. Kaffee  loszuziehen ist gar nicht ihrs. Aber sie quält sich die Düne trotzdem hoch.

Endlich oben angekommen lassen wir uns im Sand nieder und warten auf die Sonne. Leider ist es heute sehr bewölkt, so dass sie bevor sie komplett aufgegangen ist auch schon wieder hinter der Wolkenbank verschwindet. Schade schade. Aber es ist trotzdem schön hier oben. Ohne Sonne wird es zumindest nicht so heiß hier. Nachdem wir wieder beim Auto sind wird erstmal das Frühstück nachgeholt.

Frisch gestärkt geht es dann weiter zur Salzpfanne Sossusvlei. Die letzten Kilometer dorthin sind nur noch mit 4×4 befahrbar und wir merken auch schnell warum: die sandige Strecke ist sehr wellig und holprig und wir werden gut durchgeschüttelt. Am Parkplatz angekommen erbarmen sich Flo und Marion der anwesenden Vögel, basteln aus einer alten Flasche eine kleine Tränke und stellen die mit Wasser gefüllt neben das Auto. Das spricht sich innerhalb von Sekunden bei gefühlt allen Spatzen hier herum und es wurlt geradezu um die Tränke. Ich glaube so viele Spatzen auf einem Fleck hab ich noch nie gesehen.

Danach pilgern wir auf die nächste Düne und geniessen den Ausblick von oben. Als wir uns satt gesehen haben gehts es wieder nach unten. Aber diesmal nicht den herkömmlichen Weg, sondern direkt die Düne runter. Das Runterfetzen macht schon großen Spass. Wenn der Aufstieg nicht so beschwerlich wäre würden wir das glatt nochmal machen. So schauen wir uns erstmal in der ausgetrockneten Salzpfanne um (in der Regenzeit ist das wohl ein großer Tümpel hier) und erspähen zwei Oryxe die auf uns zukommen. Als sie uns sehen gehen sie aber stiften und verstecken sich hinter einem Hügelchen mit Baum. Da sie uns jetzt aber genausowenig sehen können wie wir sie beschließe ich mich ein wenig anzuschleichen, um die Viechers mal aus der Nähe zu sehen. Schon bin ich am Hügel und kraxel den hoch. Als ich den Kopf nach oben strecke sieht mich ein Oryx und ergreift sogleich die Flucht. Hm, hat sich nicht wirklich gelohnt.

Also zurück zum Auto. Auf dem Weg dahin sind auf einmal die beiden Oryxe von vorhin da und marschieren neben uns her. Sie scheinen plötzlich nicht mehr so viel Angst vor uns zu haben. Ich bin mir nicht sicher ob das so gut ist: immerhin heißen sie auch Spießböcke und ihre namengebenden Hörner können bis zu einem Meter lang werden. Aber sie halten den Abstand und biegen nach einiger Zeit doch noch ab. Am Auto wiederholen wir nochmal das Spatzen-Spektakel.

Dann machen wir uns wieder auf den Rückweg. Kurz bevor es aus dem Nationalpark rausgeht biegen wir nochmal zu einer Düne ab. Wir überlegen ob wir da auch noch rauf sollen, aber nachdem wir aus dem Auto ausgestiegen sind verwerfen wir den Plan recht schnell. Inzwischen ist die Sonne doch noch rausgekommen und es ist brüllend heiß. Richtiges Wetter zum Am-Pool-faulenzen aber nicht zum “Bergsteigen”. Der Sand ist inzwischen auch so aufgeheizt, dass man ohne Schuhe keinen Schritt mehr machen kann. Also verlassen wir den Nationalpark und steuern erstmal die nächste Tanke an. Hier hängt ein Thermometer an der Wand: Aussentemperatur 49°!

Da erscheint es uns doch sehr sinnvoll den nächsten Campingplatz mit Pool anzusteuern und ein wenig zu Plantschen. Gesagt, getan.