Tag 9: Phillip Island

Nach 2 Tagen Großstadt gehts wieder ab in die Wildnis. Aber erstmal müssen wir quer durch Melbourne. Da der Aussie eher in die Breite als in die Höhe baut – und auch genug Platz dafür hat – dauert das trotz Stadtautobahn fast 2 Stunden.

Auf Phillip Island checken wir erstmal am Campingplatz ein: Routine. Ohne viel Zeit zu verlieren machen wir uns auf den Weg zur 1.Attraktion der Insel: das Koala Conservation Centre. Dieses besteht aus einem kleinen Park mit einigen wenigen Wegen. Damit auch ja jeder die Koalas sieht sind bei den entsprechenden Bäumen Hinweisschilder aufgestellt. Und da sich so ein Koala nicht besonders viel bewegt (er schläft satte 20 Stunden täglich) sind die Chancen auch recht hoch, dass die den ganzen Tag über richtig platziert sind. Als Besonderheit gibt es noch 2 erhöhte Holzstege durch die Bäume, damit man mal näher rankommt an die Viechers. Eine schöne Anlage, aber mit dem Koala-Campingplatz von vor ein paar Tagen kann das Ganze nicht mithalten.

Dass Phillip Island schon eine eher touristische Angelegenheit ist merken wir an der Busladung lärmender Kinder die vor uns den Park betritt und an der Busladung Asiaten, die bei unserem Verlassen angeliefert wird.

Nach einer kurzen Kaffeepause gehts weiter zu den Nobbies, einer Felsformation an der Südwestspitze der Insel wo man laut Reiseführer Seehunde beobachten kann.

Leider tummeln sich diese wohl lieber auf den weiter abgelegenen Felsen, als sich vor den Touris zur Schau zu stellen. Während wir trotzdem bei starken Windböen mal die Wege hier abwandern holt uns auch wieder der Asiatenbus ein…

Nach dieser Enttäuschung stärken wir uns erstmal mit einer Pizza für den Höhepunkt des Tages: die weltberühmte Pinguinparade. Hier kommen allabendlich dutzende, nein, hunderte Zwergpinguine aus dem Meer und watscheln zu ihren Nestern. Vorausgesagte Ankunftszeit der Pinguine ist 20:20 Uhr. Die Tore zu den Tribünen am Strand werden eine Stunde vorher geöffnet und um einen guten Platz zu ergattern stellen wir uns auch gleich schön brav an. Es gelingt uns dann auch tatsächlich als erste am Strand zu sein (verfolgt von schon erwähnten Asiaten). Zum Glück haben wir uns gut eingemummt, denn in der Stunde Wartezeit wird es schon verdammt frisch. Doch endlich ist es so weit: die ersten Tierchen tauchen aus den Fluten auf! Sie zieren sich aber noch ein wenig und hüpfen nochmal zurück ins Wasser, aber nach wenigen Minuten reicht es ihnen dann doch und sie watscheln über den Strand in die bewachsenen Dünen. Immer wieder kommen kleine Trupps an und flitzen über den Strand. Sieht echt sehr sehr witzig und putzig aus. Leider herrscht hier striktes Fotografier-Verbot und da ich nicht gestiefelt werden will (wer das nicht versteht schaut zu wenig Simpsons!) halte ich mich auch dran. Nach etlichen Pinguin Grüppchen wird es uns dann doch zu kalt und wir machen uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Von den erhöhten Holzwegen aus hat man dann auch noch hervorragende Sicht auf die überall herumsitzenden Pinguine. Sehr sehr geil! Es herrscht ein riesiges Tohuwabohu um uns herum: Pinguine watscheln, kämpfen, balzen, schreien, und was nicht noch alles. Wir können uns kaum satt sehen von den Kleinen. Zurück am Parkplatz checken wir noch kurz ob unterm Van ein Pinguin sitzt und dann geht’s zurück zum Campingplatz. Als wir gerade in die Hauptstraße einbiegen wollen sehen wir am Straßenrand auch ein paar Pinguine sitzen und so kann ich doch noch ein paar Fotos machen. Die sind zwar eher unscharf und nicht ganz so gut, aber besser als nix.

Fazit: die Pinguinparade ist ein Muss, das Koala Conservation Centre auch OK (v.a. wenn man noch nicht das Glück hatte Koalas in freier Wildbahn zu treffen), aber von den Nobbies sollte man sich nicht zu viel erwarten.