Tag 2: Vancouver – Nanaimo

Wir verbringen unsere erste Nacht in Kanada auf unseren für den Trail gekauften Isomatten im Schlafsack in Marions Wohnzimmer. Die Katze von Marions Mitbewohnerin weckt uns zwar zwei drei mal auf, aber eigentlich schlafen wir ganz gut. Nur leider zu kurz. Gegen 5 in der Früh sind wir hellwach. Naja, hilft ja nix, dann wird eben weiter gepackt.

Als dann auch der Rest von Vancouver schön langsam erwacht machen wir uns auf den Weg zu MEC, einem großen Outdoor-Laden, da noch ein paar Kleinigkeiten in unserer Ausrüstung fehlen. Unterwegs dorthin kaufen wir noch ein paar Lebensmittel: Nudeln, Haferflocken, Müsliriegel.

Im MEC gibt’s ein schönes neues Leatherman für mich. Spontan packe ich auch noch ein giftgrünes Longsleeve-Outdoor-Shirt in unseren Einkaufskorb. Und das aufblasbare Kissen für 14 Dollar lassen wir uns alle nicht entgehen. Wiegt ja nix und passt locker noch in den Rucksack. Als wir endlich alles beisammen haben geht’s wieder zurück in Marions Wohnung und die Rucksäcke werden endgültig gepackt. Bei vielen Kleinigkeiten sagen wir uns wieder „Wiegt ja nix, nehmen wir mit.“ Am Ende kommen wir aber doch alle auf gut 20 kg.

Um 13:30 verlassen wir das Gebäude und machen uns auf Richtung Bushaltestelle. Unterwegs treffen wir auf Massen von Eishockey-Fans, die sich hier auf der Georgia Street zum Public Screening (ja, so heißt das hier) versammeln. Heute Abend ist Spiel 5 im Stanley Cup Finale. Ich wär ja sau gern hier und würd das miterleben, aber dafür haben wir leider keine Zeit. Ich hoffe zumindest heute Abend auf Vancouver Island das Spiel sehen zu können. An der Bushaltstelle reihen sich die Kanadier schön brav zu einer Wartelinie auf. Etwas verwundert stellen wir uns hinten an. Ist aber auf jeden Fall besser als das ständige Gedrängel bei uns daheim.



Nach einer wegen der Rucksäcke etwas beengten, einstündigen Busfahrt lösen wir am Hafen das Ticket für unsere Überfahrt. Die dauert auch wieder eineinhalb Stunden. Das Wetter lässt leider zu wünschen übrig: es ist wolkenverhangen und sieht nach Regen aus. Mir kommen Zweifel ob es wirklich so eine gute Idee war dieses Abenteuer anzugehen. Sieben Tage im unwegsamen Gelände der kanadischen Wildnis, abgeschnitten von jeglicher Zivilisation. Werden wir das wirklich schaffen? Ja, doch, das packen wir!


In Nanaimo angekommen geht es wieder mit dem Bus weiter in unsere schon gebuchte Unterkunft, the Painted Turtle. Schnell das Gepäck abgestellt und dann auf in die nächste Kneipe, das Spiel sehen! Leider bekommen wir nur noch einen Platz in einem kleineren Pub wo nicht so viele Leute sind. Und das erste Drittel ist auch schon rum. Aber es steht noch 0-0, also nix verpasst. In einer Werbepause habe ich dann auch kurz Zeit die Speisekarte durchzusehen und gönne mir als letzte richtige Mahlzeit ein gutes Steak. Schmeckt sehr gut! Und Vancouver gewinnt das Spiel 1-0. Perfekt. Jetzt führen sie in der Serie und gewinnen hoffentlich den Stanley Cup (=die Meisterschaft in Nordamerika). Dann kann ich mir vielleicht den riesigen Pokal nächste Woche in Vancouver anschaun. Des wär der Hammer!.
Aber jetzt ab ins Bett, morgen geht’s los.