13.03.: Pisté – Mérida

Nachdem wir uns mal wieder ein American Breakfast gegönnt haben, machen wir uns auf zur örtlichen Cenote Ik Kil. Nach einer kurzen Taxifahrt sind wir auch schon da. Juhu, wir sind die einzigen Touris vor Ort. Also steigen wir die Treppen zu dem “Wasserloch” hinab. Nach einigen Metern öffnet sich vor uns ein kleiner Ausguck: wir sehen zur Wasseroberfläche, die rund 10 m unter uns liegt, hinab. Dieser Cenote ist keine Höhle wie viele andere, sondern oben offen. Von den Kanten hängen die Wurzeln der Pflanzen bis hinab zum Wasser. Sieht schon ziemlich cool aus. Weiter geht es nach unten. Hier ist ausser 4 mexikanischen “Bademeistern” niemand. Man kann in der Cenote auch schwimmen. Was ich auch gleich mal tue. Es ist etwas strange, dass man beim Schwimmen immer mal wieder einen der zahlreichen Fische anstupst… Aber es ist schön erfrischend. Es gibt auch eine kleine Treppe nach oben. Von dort hat man einen besseren Überblick und man darf von hier aus auch ins Wasser springen. Carina ist schon wieder am Knipsen. Ich überlege, ob ich einen Spring wagen soll, aber ganz geheuer ist mir das nicht. Das Wasser ist tiefblau und man sieht nicht wirklich ob sich irgendwetwas unter der Oberfläche verbirgt. Zum Glück kann einer der Mexikaner englisch, er erklärt mir, dass das Wasser sage und schreibe 50 m tief ist. Keine Felsen unter der Wasseroberfläche. Letztes Jahr ware hier sogar ein Red-Bull-Cliff-Diving-Contest. Da haben sie an der Oberfläche noch einen 10 m hohen Turm gebaut und sind dann um die 20 m runtergesprungen. Naja, mir reichen die ca. 5 Meter von der Treppe. Carina macht ein paar lustige Fotos von meinen Sprüngen. Sie selber hüpft dann sogar auch noch rein. Aber nur vom 1-er ;-)

Nach dem Badespass wollen wir zurück zum Hostel. Wir müssen feststellen, dass es nicht nur Vorteile hat, eine Attraktion für sich allein zu haben: auf dem Parkplatz ist weit und breit kein Auto oder gar Taxi zu sehen. Na super, und nun? Zurück nach Pisté sind es doch gute 4 km. Naja, vom Rumstehen kommen wir sicher nicht weiter, also marschieren wir los. Quasi auf dem Highway. Nicht wirklich toll, aber nen Fussweg gibts hier natürlich nicht. Wenn Gegenverkehr kommt versuchen wir uns immer etwas von der Strasse zu entfernen, leider ist oft direkt neben der Strasse ein Graben mit allerlei Gestrüpp. Alle Taxis die vorbei düsen sind leider belegt. Oje, das wird ein langer Marsch. Auf einmal bremst vor uns aber ein blaues Auto ab. Nicht möglich, ein leeres Taxi! Freude! Der Fahrer fordert uns auf schnell reinzuspringen, weil von hinten schon wieder Verkehr ranrauscht. Schnell eingestiegen, auf dem Highway gewendet und ab nach Pisté. Wir sind überglücklich!

Direkt neben dem Hostel ist die Bushaltestelle. Nach einer halben Stunde Wartezeit geht es weiter nach Mérida. Bisher waren wir immer in den 1. Klasse Bussen unterwegs, diesmal nur 2. Klasse. Der Unterschied wird uns recht schnell bewusst: Der Bus hält wirklich in jedem kleinen Kaff und sammelt überall Leute auf. So zieht sich die Farht etwas hin. Irgendwann kommen wir dann doch an. Von der Bushaltestelle aus marschieren wir mal wieder vollbepackt los. Taxi ist keines in Sicht und Carina meint “schaut ja eh nicht so weit aus”. Wir sind dann doch etwas unterwegs und kommen völlig verschwitzt in unserer neuen Unterkunft an. Da sich inzwischen auch schon der Hunger regt brechen wir gleich wieder auf. Carina hat unterwegs ein Restaurant gesehen das ihr gefallen hat. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass das wohl ein sehr beliebter Schuppen ist, die Leute stehen bis auf die Strasse Schlage. Wir werden auf die Warteliste gesetzt. In ca. 10 min sollen wir drankommen. Nach 10 min hat sich unsere Situation noch nicht wesentlich verbessert. Wir überlegen schon aufzugeben. Aber nein, wenn hier so viele Einheimische stehen muss das Essen gut sein. Ausserdem stehen drin grad welche auf, bestimmt sind wir bald dran. Nach weiteren 10 min ist es dann so weit, wir dürfen rein. Erst sind wir etwas überfordert, da wir nur eine spanische Karte bekommen, aber es gibt dann auch noch eine englische. Wir legen uns schnell auf das “grosszügige Fischfilet” mit Muscheln, Shrimps und Tintenfisch, gebacken im Bananenblatt fest. Klingt interessant. Ist es dann auch. Aber auch sehr gut. Das Warten hat sich wirklich gelohnt!

Frisch gestärkt geht es weiter in die City. Mérida wird in unseren beiden Reiseführer als sehr schöne Stadt angepriesen. Wir sind nicht so überwältigt. Ganz nett ists hier ja, aber unbedingt her muss man nicht. Naja, wir schlendern etwas über das “Plaza Grande”, betrachten die hiesige Kathedrale und schiessen das ein oder andere Foto.

Es geht schön langsam auf den Abend zu, und immer mehr Touris bevölkern den Platz. Mit den Touris kommen auch die ganzen Souvenirhändler aus ihren Löchern gekrochen. Ist ja schön und gut, dass die einem was verkaufen wollen, aber dass man gleich minutenlang zugequatscht wird, wenn man mal kurz stehen bleibt nervt dann doch. Wir wandern dann wieder zurück zum Hostel, um den morgigen Tag mal zu planen.

Etwas später ziehen wir nochmal los, ein Einheimischer hat uns heute Nachmittag von einem Salsa-Festival auf einem der zahlreichen Plätze berichtet. Klingt interessant. Vor Ort bietet sich uns der folgende Anblick: es ist eine Bühne aufgebaut auf der eine Band – oder eher Kapelle – spielt, davor tanzen viele v.a. etwas ältere Menschen und darum herum gibt es dann noch Stuhlreihen die auch voll besetzt sind. Ich kann zwar nicht genau sagen wie wir uns das Ganze vorgestellt haben, aber irgendwie anders. Wir betrachten das Treiben einige Minuten, beschließen dann aber wieder zur Haupt-Plaza zurückzukehren und dort noch etwas zu trinken. Was wir dann auch in einem kleinen Straßencafe tun.