Tag 11: Lakes Entrance

Gestern Abend ist mir auf dem Weg zum Zähne putzen nochmal ein Wombat über den Weg gelaufen. Ich habe es dann ein bisschen verfolgt und es dabei beobachtet wie es beim Nachbarn ins Zelt einbrechen wollte. Zu dessen Glück hat es aber seine Pläne schnell wieder geändert und doch weiter Grünzeug gefressen. Scheinbar ist es nicht ungewöhnlich, dass Wombats die Nahrungsmittelvorräte der Camper plündern wie ich kurz darauf auf einem Warnhinweis auf der Campingtoilette lese.

Am heutigen Morgen verlassen wir diesen tollen Nationalpark dann wieder. Ich denke, wenn man mehr Zeit – und auch die entsprechende Ausrüstung – mitbringen würde, könnte man auf den Wanderwegen hier noch sehr viel mehr erleben und sehen. Die meisten Strecken sind auf Wanderungen mit einer Übernachtung ausgelegt und gehen in Winkel, die mit dem Auto unerreichbar sind. Aber die Fotos im Informationsbüro sind schon toll. Naja, nächstes Mal vielleicht…

Außerdem haben sie im Büro auch Fotos vom letzten Buschfeuer, das auch auf dem gestrigen Wanderweg gewütet hatte. Faszinierend ist wie schnell sich die Natur erholt: im Februar hats gebrannt, jetzt grünt es an den meisten Stellen schon wieder prächtig. Klar, es liegen viele verkohlte Baumstämme rum, aber das stört ja nicht. Bei vielen Bäumen sind auch die Stämme unten schwarz verkohlt, aber die Baumkronen sehen trotzdem ganz gesund aus.

Kurz nach 14 Uhr kommen wir in Bairnsdale an, wo es laut Lonely Planet ein Aborigine-Museum gibt. Da wir uns so eines auch schon öfters anschauen wollten, legen wir mal einen Stopp ein. Das Museum entpuppt sich als ziemlich klein: in einem Raum hängen vielen alte Zeichnungen und auch Fotos der hiesigen Kultur mit Beschreibungen der Lebensweise vor und nach dem Eintreffen der „zivilisierten“ Weißen. Ist wie überall gelaufen auf der Welt: die Weißen kommen an, metzeln alles nieder was sie antreffen, stecken die Überlebenden in Reservate und sind nach Jahrzehnten der Ausbeutung und Unterdrückung so großzügig den Ureinwohnern auch Rechte zuzugestehen…

Nachdem wir (als einzige Besucher) schon fast mit allen Tafeln durch sind kommt der Betreiber (ein echter Aborigine) herein und fängt an eine Geschichte zu einem der Bilder – auf dem sein Vater zu sehen ist – zu erzählen. Leider redet er sehr schnell und undeutlich, so dass es uns sehr schwer fällt ihm zu folgen. Aber da er einen sehr sympathischen Eindruck macht hören wir ihm gerne zu. Plötzlich schiebt er eine der Wände hier zur Seite und bedeutet uns mitzukommen. Wir betreten so etwas wie eine Abstellkammer, in der neben allerlei Gerümpel und Tourikram auch einige echte Schätze lagern. So zaubert er aus einer Kiste traditionelle Fellumhänge mit allerlei Stickereien und erklärt uns, dass diese Originale bei der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in Australien (wann auch immer die waren) getragen wurden und jeweils so 15.000 – 20.000 AUS Dollar wert sind (10.000 – 13.000 Euro). Klingt schon etwas fantastisch, aber warum sollte uns der alte Mann etwas vorlügen. Er spielt dann auch noch kurz auf dem Didgeridoo für uns und lädt uns zum Kaffee ein, aber wir müssen leider wieder weiter.

In Lakes Entrance geht es dann erstmal noch an den Strand. Zum Glück sieht Carina das Schlangen-Warnschild nicht (hehe). Ich würd ja schon mal gerne im Meer baden, aber wie fast überall ist die Brandung auch hier sehr stark und es wird vor starken Strömungen gewarnt. Da der hiesige Mitch Buchannon auch nicht auf seinem Posten ist gehe ich dann nur ein paar Schritte ins Wasser. Dass es hier leicht gefährlich werden kann merkt man schnell: ich stehe nur bis zu den Knien im Wasser, aber die Wellen reichen mir teilweise bis zur Schulter und werfen mich fast um. Und das nur ca. 5 m im Meer. Aber Spaß machts trotzdem ;-)

Nach dem Badespaß gönnen wir uns noch ein gutes Essen bei „Ferryman’s Seafood Cafe“, das aus Muscheln und verschiedenen Fischfilets besteht und auch sehr gut schmeckt.