Tag 19: Lake Louise – Yoho Nationalpark

Oh man, was war denn das heute Nacht? Erstens hat es mich gefroren wie nochmal was und ausserdem sind die ganze Nacht direkt neben uns Züge vorbeigefahren, die den Eindruck erweckt haben, direkt durchs Wohnmobil zu brausen. Die Bahngleise waren auch nur wenige Meter von unserem Camper entfernt! So ein Mist – aber die Sonne scheint, wenigstens etwas!

Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Moraine Lake, der ca. 14 km vom Örtchen Lake Louise entfernt ist. Am Parkplatz zeigt sich sehr schnell, dass wir in einer touristischeren Gegend gelandet sind, denn überall wurlt es an Schaulustigen. Insbesondere die typischen Busladungen an Japanern sind wieder am Start. Die sind doch wirklich überall!!!

Wir besichtigen den See zunächst vom Ufer aus und stellen fest, dass man eine kleine Wanderung auf einen Geröllberg machen kann, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf den herrlichen Bergsee hat, abgesehen von den Menschenmassen ist der See wirklich sehr schön! Die Sicht aus der Vogelperspektive ist schon echt atemberaubend, genau so, wie man sich die kanadischen Rockies vorstellt. Ein türkisblauer See mit einigen Kajaks umgeben von schneebedeckten Bergen und Waldstücken. Herrlich!

Nach dem relativ kurzen Walk auf den Berg entscheiden wir uns, eine richtige Wanderung zu machen und statten uns entsprechend aus, Wanderschuhe, Rucksack, Powerbar, Getränk, etc. Voll bepackt geht es in Richtung Consolation Lake, für die Wanderung sind ca. 2 Stunden veranschlagt, die wir auch tatsächlich brauchen. Es geht durch ein Waldstück ein bisschen bergauf, dann durch Matsch und Schneereste, ehe wir am anderen See ankommen.

Dort wuseln lauter kleine Murmeltiere rum. Voll süss!

Und das Allerbeste: es ist menschenleer. Lediglich ein vereinzelter Japaner hat sich hierher verirrt! Es geht über einige Felsen, bis zum Ufer, aber was sich uns dort bietet ist Wahnsinn! Die Landschaft hier ist einfach unglaublich schön. Die Wanderung hierher war absolut lohnend, ein Traum!!

Wir verfolgen mit unseren Kameras ein wenig die Murmeltiere, die hier miteinander raufen und spielen, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machen – immerhin haben wir noch ein volles Programm vor uns!

Wir stärken uns noch mit unseren leckeren Cliff-Powerbars, als uns eine deutsche Kanadierin ueber den Weg läuft und uns ein bisschen ueber das Leben in Kanada berichtet. Sehr interessant!

Anschliessend geht es an den Lake Louise See. Hier stellen wir zu unserem Entsetzen fest, was der Lonely Planet mit einem „Touristenmagneten“ gemeint hat. Alleine der Parkplatz gleicht der Theresienwiese und die Menschenmenge, die sich hier um den Bergsee versammelt hat, könnte wahrscheinlich die Allianz Arena füllen! Okay, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber man kann sich ungefähr vorstellen, wie es hier aussieht!

Dementsprechend zügig ergreifen wir die Flucht, da hilft selbst der an sich wunderschöne See nichts!


Es geht wieder zurück in das Lake Louise Village. Wir steuern zunächst das Info-Center an, um uns über eine Fahrt mit der Gondel zu infomieren.

Da auch das Wetter paßt beschliessen wir, uns auf den Gipfel des Mount Whitehorn befördern zu lassen. Nach einem kurzen Einweisungsfilm geht es via Sessellift etwa 15 Minuten bergauf. Das Panorama ist einzigartig! Man hat einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge und den Lake Louise See, der sich mit seiner einmaligen Farbe wunderschön in Szene setzt.

Leider geht die Fahrt nicht bis zum Gipfel, sondern lediglich zur Mittelstation! Hier gibt es eine Ausstellung ueber die Grizzlybären in der Gegend und einen knapp 30 mins. dauernden Film ueber diese faszinierenden Bewohner Kanadas, den wir uns interessiert anschauen, ehe wir mit dem Sessellift wieder ins Tal fahren.

Unten angekommen, greifen wir noch eine ca. 60 km lange Fahrstrecke in den Yoho Nationalpark an. Mittlerweile merke ich doch ein ziemliches Hungergefühl und bin dementsprechend lästig, als wir noch Halt machen bei den Spiral Tunnels, die vielleicht in architektonischer Hinsicht faszinierend sein moegen, aber aus meiner Sicht eher langweilig sind. Auch dem Stop bei den Takakkaw Falls, die immerhin mit ihren 380 m die 2. Höchsten Wasserfälle in Kanada sind, kann ich aufgrund meiner vorgenannten Beeinträchtigung nicht mehr ganz so viel Begeisterung entgegen bringen.

Was bin ich froh, als wir dann endlich einen Campingplatz gefunden haben und ich mich vor einem Teller Pesto-Nudeln wieder finde! ☺