Tag 21: Kamloops – Chilliwack

Wir haben uns zwar gedacht, dass wir wenigstens ein einziges Mal während des gesamten Urlaubs ausschlafen könnten und haben dementsprechend den Wecker erst auf 9 Uhr gestellt, sind aber dennoch beide bereits um 7:30 Uhr wieder hellwach. Dafür haben wir den Tag eher gemütlich mit einem längeren Frühstück und einer Internetsession begonnen. Sowohl unser Reisebüro als auch mein Dad haben uns mitgeteilt, dass wir nicht auf dem Schaden sitzen bleiben und in Deutschland unser Geld wieder zurück bekommen. Super, wenigstens eine gute Nachricht gleich am Morgen!

Jetzt stellt sich nur die Frage: Was machen wir heute, außer Autofahren? Mangels besserer Alternativen beschließen wir, dem anliegenden BC Wildlife Park einen Besuch abzustatten. Uns ist zwar von vorn herein bewusst, dass es nicht das Gleiche ist, die lokale Fauna in einem Tierpark zu sehen, aber weil wir sonst nichts machen können, schlendern wir zwischen den Gehegen durch und beobachten die eingesperrten Cougars, Büffel, Kojoten, Wölfe, Wapitis, Elche, Ziegen und auch Bären von draußen.

Wir haben schon echt Mitleid mit den armen Tierchen, die sich hier nicht so frei bewegen können, wie sie es gerne machen würden. Als wir allerdings im Vogelgehege ankommen und dort lesen, dass die eingesperrten Seeadler allesamt verletzt sind und in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig sind, finden wir die ganze Einrichtung gar nicht mehr so schlecht.


Ob die Bären auch bewegungseingeschränkt sind glauben wir allerdings nicht, zumindet sieht es nicht danach aus. Es gibt Black Bears und einen Grizzly-Bär. Letztere sind schon gigantisch groß und haben furchteinflößende Krallen.

Gegen 12 Uhr machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Chilliwack, wo wir heute Nacht bleiben wollen. Bis dahin sind es allerdings noch etwa 350 km. Zunächst kommen wir sehr gut voran und nähern uns mit großen Schritten unserem Ziel. In dem Örtchen Hope, ca. 70 km vor Chilliwack machen wir dann Halt für unser Mittagspäuschen, denn ab dort ist der Highway 1 gesperrt und man muss auf den Highway 7 ausweichen. Wie wir erfahren, hat es auf dem Haupthighway einen Erdrutsch gegeben und es geht gar nichts. Unglücklicherweise ist der Ausweichhighway so überfüllt und durch einen Unfall behindert, dass die Fahrt eine einzige Warterei ist. 15 Minuten warten – 3 km fahren – 15 Minuten warten – 3 km warten, usw. Gelegenheit für den Fahrer ein Buch zu lesen! :-)

Insgesamt brauchen wir für die letzten 70 km satte 4 Stunden, bis wir schließlich endlich erschöpft am Campingplatz ankommen. Wir müssen noch unsere Habseligkeiten zusammen packen, wobei wir überhaupt keine Lust mehr haben, irgendwas zu machen…