Tag 23: Fraser Island

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht wachen wir recht früh auf und befürchten schon, dass auch der heutige Ausflug wieder ins Wasser fällt. Am Himmel hängen auch noch ein paar dunkle Wolken, was uns ein wenig Sorgen bereitet. Aber es gibt durchaus auch blaue Flecken, also steigt unsere Zuversicht. Kurz vor 7:45 verlassen wir den Campingplatz und unser Abholdienst steht auch schon am Straßenrand. Da wir nicht so begeistert von einem 40-Mann-Bus waren und der heutige Ausflug ja auch der krönende Abschluss der Reise werden soll sieht das Ganze so aus:

Stop, HUMMER-Time!

Yeah ;-)

Da Fraser Island komplett aus Sand besteht und auch die Straßen nicht geteert wurden ist so ein Gefährt auf alle Fälle angebracht. Ohne 4-Rad-Antrieb kommt man da nicht weit…

Auf der Fahrt zur Fähre fragen wir unseren Guide David nach den Wetteraussichten für heute. Er meint, dass es vielleicht mal ganz kurz regnen kann, sich die dunklen Wolken aber wohl bald verziehen werden. Das hört sich doch gut an. Nachdem wir noch einen dritten Fahrgast aufgesammelt haben sind wir auch schon auf der Fähre. Die 30 minütige Überfahrt beginnt und der Kapitän erzählt uns auch noch was über die Wetteraussichten. Auch er meint, dass es leicht regnen könnte. Kurz danach aber die knallharte Ernüchterung: es fängt nicht nur leicht zu regnen an, vielmehr geht ein kräftiger Wolkenbruch auf uns hernieder. Na super!

Wir erfahren, dass es die letzten 3 – 4 Monate auf der Insel überhaupt nicht geregnet hat. Was für ein Glück wir doch haben diesen Regen miterleben zu dürfen… :-(

Aber es lässt sich nicht ändern, also wird der Regenwald auf Fraser Island seinem Namen voll und ganz gerecht! Zumindest ist die Fahrt über die sehr holprige Sandpiste im HUMMER ein Spaß.

Am ersten Stopp – der Central Station – gibt es ein kurzes überdachtes Picknick und der Platzregen geht zum Glück in einen leichten Nieselregen über, so dass wir ohne total durchnässt zu werden einen kleinen Rundgang durchs Unterholz machen können. David entpuppt sich als ein wirklich sehr sehr guter Guide: er erzählt uns viele Geschichten über die Vergangenheit der Insel und weiß auch zu jedem Pflänzchen am Wegesrand etwas zu sagen.

Danach geht es weiter an die Ostseite der Insel, auf den hiesigen „Highway“: der 75-Mile-Beach, der sich über die gesamte Länge der Insel hinzieht. Mit bis zu 80 Sachen brausen wir über den Sand Richtung Norden! Nach ca. 30 Kilometern kommen wir zum am Strand liegenden Wrack der Maheno, ein altes Passagierschiff, dass 1935 auf der Fahrt zum Abwracken hier gestrandet ist und seitdem vor sich hinrostet.

Weitere 5 km nördlich ist die „Felsformation“ Pinnacles zu bewundern. Anführungszeichen weils zwar wie Fels aussieht, aber eigentlich nur sehr stark komprimierter Sand ist, den man mit bloßer Hand wieder zerbröseln kann.

Solche „Felsen“ gibt es hier immer wieder mal in den verschiedensten Farben. Auf der Rückfahrt halten wir noch bei Eli Creek, einem glasklaren Wasserlauf, der aus dem Inland kommt und eine große Rolle für die Aborigines gespielt hat. Dann machen wir erstmal Mittag und suchen uns ein schattiges Plätzchen, um unsere Sandwiches zu verdrücken. Schattig ist deswegen angebracht, weil der Regen inzwischen aufgehört hat und sich sogar wieder die Sonne am Himmel zeigt.

Das trifft sich gut, denn unser nächstes Ziel ist der Lake McKenzie. Dieser herrliche Süßwassersee im „Landesinneren“ lädt mit seinen tollen Stränden und dem kristallklaren Wasser zum Relaxen und Baden ein, was wir dann auch eine gute Stunde lang machen.

Danach ist leider auch schon die Rückfahrt angesagt.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Trip zwar großteils nicht von gutem Wetter gesegnet war, aber trotzdem Spaß gemacht hat. Vor allem die Entscheidung für den HUMMER war goldrichtig. Die Fahrt über die doch recht abenteuerlichen „Straßen“ hat einen Mordsspaß gemacht, der Guide war sehr gut und es war in unserer kleinen Gruppe auf jeden Fall persönlicher als in einem 40-Mann-Trupp. Wir haben zwar die selbe Tour gemacht wie der Bus, hatten aber durch den Geschwindigkeitsvorteil des HUMMER überall mehr Zeit.