23.02. Etosha

Ohje, um 6:15 Uhr klingelt der Wecker. Ich kann das gar nicht so recht glauben, ich will noch gar nicht aufstehen. Aber es hilft wohl nicht, denn wir haben gestern Abend beschlossen, dass wir zum Sonnenaufgang am Wasserloch ausharren werden. Na gut, dann gehen wir eben vor. Leider ist kein einziges Tier am Wasserloch, nur eine Menge weiterer Schaulustiger. Die haben wir aber nicht bestellt!

Auch der Sonnenaufgang lässt aufgrund des dicht bewölkten Himmels vergebens auf sich warten. Wir verweilen etwa eine halbe Stunde am Wasserloch und es tut sich gar nix. Ich ergreife schließlich die Initiative und mach mich auf den Rückweg zum Camper, dort kann ich ja schon mal Kaffee kochen und das Frühstück zubereiten. Kurz darauf kommt auch die restliche Mannschaft und versammelt sich am Frühstückstisch. Frisch gestärkt bauen wir die Zelte ab und sind um 9 Uhr startklar, um den Etosha-Park weiter zu erkunden.

Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist der Etosha-Lookout, von wo aus man einen Blick auf die Etosha-Pfanne hat. Das ist eine rießige Salzpfanne. Am Lookout angekommen, stellen wir fest, dass diese Pfanne wohl doch nicht spektakulär ist. Außer viel nichts sieht man hier nicht viel.

Aber wir waren da, das ist die Hauptsache. Nach ein paar eher wenig spektakulären Bildern setzen wir unsere Fahrt weiter fort und steuern auf direktem Weg nochmal zum Goas Wasserloch. Außer einer großen Menge an Springböcken gibt es allerdings nicht zu sehen. Da wir aber schon mal hier sind warten wir einfach mal was passiert. Als die Springböcke allerdings auf einmal wie verrückt in eine Richtung zu blöken beginnen haben auch sie unsere volle Aufmerksamkeit. Neugierig versuchen wir herauszufinden, was diese rehartigen Wesen so aus der Bahn wirft. Und in der Tat: wir können eine umherschleichende Wildkatze erkennen, ob sich dabei allerdings um einen Geparden, einen Leoparden oder gar einen Löwin handelt, könnenn wir aus der Ferne nicht mit Gewissheit sagen.

Wir fahren einfach mal in die Richtung, in der wir die Großkatze entdeckt haben. Unglücklicherweise ist sie jedoch schneller als wir und nicht mehr auffindbar. Schade, schade Schokolade! Nach dem Goas-Wasserloch klappern wir noch vergebens 3 weitere ab, aber jeweils ist „keiner da!“ Erst am Kalkheuwel-Wasserloch entdecken wir erneut eine Horde blökender Impalas. Also scheint hier wohl auch irgendwo eine Raubkatze herumzuschwirren. Dieses Warnsystem scheint wohl für die Opfertiere zu funktionieren, denn immerhin konnten sie vorhin die Großkatze wieder vertreiben und auch an diesem Wasserloch tut sich kein Angriff. Hank klettert schon fast auf unser Auto um zu sehen, was es hier denn gibt und tatsächlich: er erblickt einen Löwen. Dieser liegt allerdings relativ weit entfernt unter einem Baum und scheint von der gesamten Situation hier eher gelangweilt zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen,dass dieser faule Genosse wirklich in den nächsten Minuten oder auch Stunden zum Angriff ansetzt. Aus diesem Grund fahren wir auch weiter zu unserem Camp Namutoni.

Kurz bevor wir dort allerdings ankommen, werden wir von anderen Touristen nochmal aufgehalten, da sich am Straßenrand ebenfalls ein Löwe befindet. Es dauert nicht lange und wir haben ihn gefunden. Schade nur, dass dieser Löwe etwas blöd platziert rumlungert, denn man kann ihn gar nicht richtig fotografieren. Wir versuchen es vergebens von allen Seiten, aber er genießt den Schutz der Bäume. Enttäuscht geht es weiter zum Camp, wo wir erstmal eine Pool- und Kaffeepause einlegen. Plötzlich entdecke ich eine Gruppe kleiner gestreifter Mungos. Die sind ja süß. Hank flitzt gleich mit der Kamera hinterher und macht eine ganze Fotoserie. So, das muss reichen, immerhin haben wir es auf die größeren Tiere abgesehen. Alle Mann nochmal aufs Klo und dann reiten wir wieder los. Wir haben wohl diesmal exakt den richtigen Moment erwischt um nochmal loszufahren, denn der Löwe, der vorhin so versteckt zwischen den Bäumen gesessen hat, ist inzwischen aufgestanden und steht  nun in seiner ganzen Pracht unmittelbar vor uns. Wow, wirklich ein eindrucksvolles Tier. Wir können hier fast noch bessere Bilder machen als gestern. Das hat sich ja definitiv schon gelohnt nochmal loszudüsen. Auch wenn es inzwischen leicht zu regenen anfängt, aber das soll uns nicht aufhalten.

Wir wollen nochmal an das Kalkheuwel-Wasserloch und schauen, was der faule Löwe von vorhin so treibt. Wie wir feststellen, nicht besonders viel. Er thront inzwischen ein bisschen näher am Wasserloch, hat alle Impalas vertrieben und genießt sein ungestörtes Dasein. Wie ein echter König sitzt er auf einem Fels und hat alles im Blick. Da sich hier wohl nicht mehr viel tut, fahren wir weiter zum nächsten Wasserloch, das Chudob. Hier fängt es nun doch stärker an zu regnen. Wir erblicken noch ein recht scheues Nashorn, aber sonst gibt es hier nichts zu sehen. Wir beschließen daher für heute abzubrechen und ins Camp zurückzukehren. Der Regen macht allerdings keinerlei Anstalten heute noch aufzuhören, so dass wir uns dazu entschließen, heute zum Essen zu gehen.

Wir latschen durch den Matsch und durch die Pfützen ins campingplatzeigene Restaurant und bestellen jeweils einen Calamarisalat und bis auf Marion alle ein Rinderfilet mit Reis, medium style. Bis auf Flo bekommen wir es auch alle medium, nur seins ist eher noch English style, ja das ist schon ein bisschen eklig. Mir hingegen schmeckts sehr gut. Nach dieser Stärkung geht’s noch schnell unter die Dusche und dann ist eh schon Zapfenstreich, da wir aufgrund des Regens ohnehin nicht draußen sitzen können.

22.02. Etosha

7 Uhr, der Wecker klingelt. Schnell frühstücken und schon kanns wieder losgehen. Um 9 Uhr sind wir ‘on the road’. Hank scheckt noch schnell an der Rezeption des Campingplatzes ob irgendwelche besonderen Tiere gesichtet wurden und falls ja, wo. Ein Ranger erklärt ihm, dass eine Gruppe Löwen unweit entfernt gesichtet wurde. Na dann, los.

Die Fahrt dorthin dauert etwa 15 Minuten und tatsächlich, es sitzen 5 Löwinnen unter einem Baum und relaxen. Leider sind diese anmutigen Tiere aber bestimmt 100 Meter entfernt, so dass man nicht so wirklich tolle Fotos machen kann. Auch von den anderen Seiten kommt man nicht näher heran, aber immerhin wir haben echte Löwen in freier Wildbahn gesehen. Zufrieden fahren wir weiter durch den Nationalpark.

Wir entdecken eine Gruppe Adler und auch Geier, die sich über irgendein Aas hermachen. Wir sind gerade auf dem Weg zum Olifantbad, als wir mehr oder weniger zufällig unmittelbar am Straßenrand 3 Löwen entdecken, die gerade faul unter einem Baum rumflätzen. Ich setze mich auf das geöffnete Fenster des Wagens, um freie Sicht auf die Könige der Tiere zu erhaschen, als mir plötzlich unmittelbar neben mir noch ein vierter Löwe auffällt. Hui, der ist aber wirklich sehr nah! Aber er macht zum Glück keinerlei Anstalten aufzustehen und irgendetwas gefährliches zu tun. Im Gegenteil, er positioniert sich eher für ein gutes Foto – so ist es brav! Wenn man dieses Tier so beobachtet, dann sieht man wirklich, warum man den Löwen als den König der Tiere bezeichnet. Es geht schon wirklich eine sehr anmütige Aura von ihm aus.

Nach diesem absolut beeindruckenden Zusammentreffen legen wir erstmal eine Pause am Campingplatz ein. Es ist einfach an der Zeit für einen Kaffee und ein bisschen im Pool rumzulungern. Ja, das tut gut. Immerhin hat es wieder bestimmt 30 Grad. Der Pool tut da richtig, wir planschen eine Weile bis wir schließlich gegen 17 Uhr nochmal aufbrechen zum Goas Wasserloch. Auf dem Weg dorthin sehen wir absolut gar nichts, aber am Wasserloch dann kommt uns auf der Straße dann ein gigantischer Elefant entgegen, der seine Ohren gefährlich aufstellt. Zum Glück können wir ihm ausweichen, denn er wäre sicherlich in der Lage unser Fahrzeug einfach umzuwerfen.

Am Wasserloch selbst finden wir noch ein paar Giraffen und jede Menge Springböcke. Von denen haben wir inzwischen auch schon mehr als genug gesehen, also weiter. Wir fahren über den Rhino Drive der aufgrund seines Namens sehr vielversprechend ist. Leider ist nur der Name toll, denn wir haben absolut gar nichts gesehen, also kehren wir wieder zu unserem Campingplatz zurück. Marion und ich bereiten das Abendessen zu, welch eine Überraschung: Nudeln mit Soße, während Hank und Flo zum Campingplatzeigenen Wasserloch gehen, wo anscheinend gerade eine Löwin und 2 Nashörner rumlungern. Das hilft uns jetzt aber nix, weil wir schon mit dem Kochen begonnen haben. Dafür sehen wir am Campingplatz einige süße Honigdachse. Also fangen wir hald schon mal ohne den beiden Herren mit dem Abendessen an.

Wenig später kommen die beiden dann doch, so dass wir noch gemeinsam essen können, anschließend abspülen und dann wieder ab zum Wasserloch. Mit Stativ und voller Kameramontur ausgerüstet, suchen wir uns gute Plätze. Obwohl es am Wasserloch Nashörner und Hyänen gibt, fasziniert mich die Möglichkeit einen Blitz zu fotografieren doch etwas mehr. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Beleuchtung für das Wasserloch ziemlich dämlich ist. Permanent geht sie aus und wenig später wieder an. Nein, da konzentriere ich mich doch lieber auf die Blitze. Mit Hilfe des Stativs, des Fernauslösers, einer kleinen Blende, Langzeitbelichtung und das nötige bisschen Glück gelingt es mir tatsächlich 4 Blitze zu fotografieren. Juhu, ich bin stolz auf mich. Als dann jegliche Beleuchtung ausfällt gehen wir dann zurück zu unseren Zelten und legen uns relativ bald schlafen.

21.02. Etosha

Juppie, heute geht es endlich in den Etosha National Park. Wie eigentlich mittlerweile jeden Tag, stehen wir auch heute wieder um 7 Uhr auf, beginnen den Tag gemütlich mit einem leckeren Frühstück, packen unsere Habseligkeiten zusammen und starten gegen 9 Uhr zum Anderson Gate. Wir kaufen uns ein 3-Tages-Ticket und steuern zunächst den ersten Campingplatz an. Nachdem wir eingecheckt haben, geht’s auch gleich los.

Im Etosha Park muss man während der ganzen Strecken im Auto bleiben, weil überall wilde Tiere lauern können. Mit diesem Wissen ausgestattet geht es auch schon los. Unser erster Drive dauert gleich mal 6 Stunden. Während dieser Zeit sehen wir zunächst einige Schakale, viele Springböcke und eine Menge Zebras, jeweils in direkter Nähe zu unserem Fahrzeug. Wir steuern erstmal den Märchenwald an, wobei wir diesen irgendwie nicht finden. Stattdessen entdecken wir einen toten Elefanten. Das ist auch irgendwie komisch. So ein toter Mega-Elefant, der eigentlich doch sehr erfurchteinflößend ist. Jetzt liegt er tot da und wartet darauf von den Aas-Geiern verspeist zu werden.

Nein, so haben wir uns das Elefanten-Watching nicht vorgestellt. Nach diesem Schock kehren wir erstmal zu unserem Camp zurück. Eine Kaffeepause kann nicht schaden. Während Marion und ich gerade unser koffeinhaltiges Heißgetränk zubereiten, stellt Flo fest, dass er seinen Hut am Pool des Camps von gestern vergessen hat, so dass er sich auf den Weg zurück macht. Indes trinken wir gemütlich unseren Kaffee und gehen dann mit Hank zum Wasserloch, was schon sehr cool ist. Im Moment ist außer ein paar Springböcken und Zebras nichts anzutreffen. Naja, vielleicht später. Es dauert nicht lange und Flo ist wieder da, mit einer erfreulichen Neuigkeit auf dem Rückweg hat er Geparden gesehen. Also packen wir schnell alles zusammen und fetzen zu der genannten Stelle.

Leider finden wir nicht gleich, wonach wir suchen. Als wir schon am Umdrehen sind, entdecke ich, dass ein Bus eine nicht in der Karte befindliche Abzweigung nimmt. Also: Hinterher! Und tatsächlich, am Straßenrand liegt eine Geparden mit ihren 3 Jungen. Wir beobachten die Gruppe ganz fasziniert, wie sie in Ruhe rumlungern, schließlich doch mal aufstehen und zum nahe gelegenen Wasserloch schlendern. Dort steht schon eine ganze Schar an Springböcken, die allesamt wie versteinert auf die Gepardenfamilie starren. Die wirkt allerdings total gelangweilt, trinkt und schaut um sich. Auf einmal zeigt die Geparden Interesse an den wie angewurzelt rumstehenden Opfertieren.

Wir beobachten gespannt, was als nächstes passiert. Die Gepardin geht ganz ruhig auf die Springböcke zu und sucht sich wohl ihr Abendmahl aus. Ohne große Ankündigung setzt die Wildkatze dann zum Sprint an. Hinter ihr sieht man nur noch den Staub umher wirbeln. Laut Reiseführer erreicht die Katze dabei eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 120 km/h. Insgesamt kann sie dieses Tempo aber wohl nur 300 Meter halten und dann braucht sie eine halbe Stunde Pause. wir können leider nicht sehen, ob die Cheetah die anvisierte Beute auch tatsächlich erlegt hat. Wir folgen ihr mit dem Jeep zwar, aber wir sehen sie leider nicht mehr. Der Anblick dieses Naturschauspiels war aber wirklich sehr beeindruckend. 120 km/h ist schon eine ganz ordentliche Geschwindigkeit. Dementsprechend ist sie uns auch abgehauen.

Wir sehen nur noch eine Herde Giraffen und einige verschreckte Springböcke. Das wars dann erstmal für heute – wir kehren zu unserem Camp zurück und kochen uns ein leckeres Abendessen: Nudeln mit Soße. Anschließend versuchen wir nochmal unser Glück am Wasserloch vom Campingplatz. Dort sind 2 Nashörner und 2 Elefanten. Außerdem blitzt es permanent. Ich versuche neben den Tieren noch einen Blitz einzufangen, aber das stellt sich als echte Herausforderung dar, die ich leider nicht erfolgreich absolviere. Darüber hinaus gibt es hier eine ziemliche Mückenplage, so dass wir – obwohl es eigentlich recht gemütlich ist – relativ zeitig ins Bett gehen.

20.02. vor den Toren von Etosha

Heute wollen wir endlich das Highlight von Namibia zumindest erreichen. Bis zum Etosha National Park sind es noch rund 150 Kilometer, also eine machbare Distanz. Wir können daher gemütlich aufstehen, frühstücken, duschen und Zelte abbauen. Gegen 10 Uhr sind wir dann on the road. Bevor wir allerdings direkt hinfahren, werden die Essensreserven in Outjo nochmal aufgefüllt. Allen voran wollen wir mal wieder Grillfleisch kaufen. Wir bekommen leider kein mariniertes Fleisch, dafür ein angeblich zum Grillen absolut perfektes Gewürz. Na dann lassen wir uns doch am Abend mal überraschen.

Gegen Mittag erreichen wir die Campingplätze vor dem Anderson Gate des National Parks. Wir entscheiden uns für das Etosha Safari Lodge & Camp. Wie sich herausstellt: eine sehr gute Wahl. Erstens gibt es dort das Zebra-Tuch, das ich haben will und zweitens hat der Campingplatz einen sehr schönen Pool. Schnell ist klar, worauf der heutige Tag hinausläuft. Faul an den Pool fläzen, das klingt doch sehr verlockend. Das Wasser ist auch angenehm warm, ja so kann man das aushalten. Cappuccino wird auch an die Liege geliefert, was will man denn mehr?

Die Sonne brennt heute schon ganz ordentlich runter, so dass ich doch lieber im Schatten liege und einfach faul bin. Hin und wieder ein erfrischender Sprung in den Pool, aber das ist dann auch schon die Maximalleistung an diesem Tag.

Gegen 18 Uhr starten wir dann mit Grillvorhaben, wobei heute das Feuer nicht so recht mitspielen will. Es dauert eine ganze Weile, bis Hank endlich grünes Licht für das von Flo marinierte Fleisch gibt. Einen Besucher auf 4 Beinen haben wir auch schon wieder. Eine Mietzi, die Marion liebevoll auf den Namen Ben tauft. Inzwischen ist auch das Fleisch fertig. Hui, das ist mal stark gewürzt, fast schon verwürzt, aber man kann es noch essen. Hank hingegen ist überhaupt nicht begeistert, das Fleisch schmeckt ihm gar nicht So kenn ich ihn gar nicht. Was ist denn da los? Insgesamt ist seine Laune heute eher schlecht als recht Auch das gesellige Beisammensein bei leckerem Weißwein ändert nichts an seinem Befinden. Als dann vom Pool aus einheimische Musik erklingt, schauen wir uns mal an, was dort geboten ist. Leider nicht viel. Stattdessen läuft der Abend auf ein längeres Gespräch hinaus, das die Wogen wieder glättet und wir friedlich ins Bettchen gehen können. Unglücklicherweise haben wir in dieser Nacht ein ziemliches Moskito-Problem, so dass wir noch eine gefühlte Ewigkeit wach rumliegen…