Tag 10: Victoria – Vancouver

Obwohl wir heute das erste Mal seit einer Woche in einem Bett geschlafen haben, haben alle ausser Marion nicht so gut geschlafen. Wir vermissen wohl schon unsere Zelte ;-)

Nachdem wir uns mit Bagels und Kuchen gestärkt haben geht es aber an den Hafen, zu unserem gestern gebuchtem Whale-Watching. Da wir ja abenteuerlustig sind geht es aber nicht auf einem grossen Boot aufs Meer sondern in einem kleinen Zodiac. Das ist so ein kleines motorisiertes Schlauchboot mit dem bei uns die Wasserwacht rumkurvt. Naja, vielleicht etwas grösser. Nachdem wir fertig wasserdicht verpackt sind nehmen wir mit sechs anderen unsere Plätze ein.

Carina und ich gehen als letzte an Bord und bekommen die Plätze ganz vorn. Trixi sitzt hinter uns. Marion schaut sich lieber Victoria an.


Die Fahrt beginnt sehr gemächlich, im Hafen darf man nicht so schnell fahren. Kaum passieren wir die letzte Kaimauer dreht unser Skipper aber mächtig auf. Wir fetzen mit bis zu 30 Knoten (entspricht laut Skipper etwa 60 km/h) ueber die Wellen. Diese sind zum Glück nicht sonderlich hoch. Teilweise aber doch hoch genug, dass wir ordentliche Sprünge machen und dabei patschnass werden.

Dabei haut es einen schon ganz ordentlich hin und her. Was anfangs ein riesiger Spass ist wird bald sehr anstrengend. Carina flucht vor sich hin.

Endlich kommen wir zu den Walen und bleiben stehen. Hier haben sich schon einige andere Boote versammelt. Was wir jetzt erleben dürfen ist echt der Hammer: hier ist eine kleine Gruppe Orcas unterwegs, bei der auch ein Baby ist. Das Kleine sringt immer wieder fröhlich aus dem Wasser und taucht unter grossem Platschen wieder ein. Geil! Nur leider sehr sehr schwer zu fotografieren.

Nach einiger Zeit verlieren wir diese Gruppe, sind aber gleich an einer anderen dran. Das sind wohl 5 – 8 erwachsene Orcas, die immer wieder auf- und abtauchen. Verfolgt von 6 Booten. Nachdem wir hier ein wenig zugesehen haben dreht unser Skipper ab. Die anderen Boote verfolgen weiter die Gruppe. Wir steuern aufs offene Meer, drehen bei und schalten die Motoren ab. Warten. Ich wundere mich schon was das soll. Alle anderen Boote sind weiterhin bei den Walen. Plötzlich tauchen sehr nah bei uns 3 Orcas auf. So nah waren die anderen nicht. Man darf sich den Walen nur auf eine bestimmte Distanz naehern (was auch gut so ist). Wenn sie allerdings von sich aus näher kommen ist das OK. So dürfen wir die Riesen aus nächster Nähe bewundern. Da hat unser Skipper echt einen guten Job gemacht. Leider tauchen die Wale auch gleich wieder ab und führen keine Kunststücken für uns auf.

So machen wir uns auf den Rückweg. Jedoch hat unser Skipper noch eine Überraschung für uns parat: irgendwo hier draussen soll auch ein Buckelwal unterwegs sein, den suchen wir gleich mal. Ich weiss nicht wie, aber bald haben wir ihn gefunden. Er weigert sich aber leider uns beim Tauchen seine Schwanzflosse zu praesentieren. Der Skipper meint wahrscheinlich schläft der Wal gerade und taucht dabei immer wieder auf und ab. Interessant.

Jetzt geht es endgültig zurück. Also wieder Vollgas. Da wir jetzt mit den Wellen fahren sind unsere Sprünge noch etwas abenteuerlicher – und schmerzhafter. Als wir schliesslich wieder im Hafen ankommen sind wir sehr dankbar. Zum einen für die tollen Walsichtungen, zum anderen dass wir uns noch rühren koennen. Auch wenn Carinas Rücken schmerzt.

Wieder am Festland geht es erstmal zum Essen. Dann müssen wir auch schon zum Bus Richtung Fähre.


Die Fahrt dorthin dauert eine Stunde. Die Fähre passiert einige kleinere Inselchen. Auf den meisten stehen dicke Villen. Nicht schlecht. Wer da wohl wohnt?

Nach der ein-einhalb-stündigen Überfahrt ans richtige Festland heißt es wieder eine Stunde Bus fahren bis wir den Rand Vancouvers erreichen. Dann noch mit der Canada-Line in die Innenstadt und „schon“ sind wir wieder in Marions Wohnung. In einer atemberaubenden Geschwingigkeit verwandeln wir das tip-top aufgeräumte Appartment in ein richtiges Chaos. Dann machen wir uns daran unsere Ausrüstung zumindest ein wenig zu säubern. Das dauert…