8. Tag: Ko Phi Phi

Der heutige Bericht beginnt mal nicht mit Fruehstueck, sondern Punkt 12 nachts. Die Musik vom Strand ist so laut, dass ich kein Auge zu bekomme. Ich hab zwar mal kurz geschlafen aber jetzt bin ich wieder hell wach. Der Bass der Lautsprecher macht das Einschlafen schier unmoeglich. Zumindest fuer mich. Carina murmelt vor sich hin. Sie antwortet zwar wenn ich sie anspreche, aber so richtig wach ist sie nicht und weiss am naechsten Tag auch nix mehr davon. Also schalt ich meine Nachttischlampe ein, lese bis 1 und hoffe dann etwas mueder zu sein und schlafen zu koennen. Fehlanzeige. Also weiterlesen bis 2. Dann hab ich keine Lust mehr zu lesen und verfluche die naechsten 60 Minuten das Ballermann-Volk am Strand. Gegen 3 ist die Musik dann endlich aus und ich schlafe ein.

Nur um 7 schon wieder vom Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden. Oh Mann, das soll Urlaub sein?!? Ich quaele mich also aus dem Bett. Auch Carina hat nicht so gut geschlafen und dicke Augenringe ;-)
Naja, zumindest haben wir ein lohnendes Ziel um die Uhrzeit: unseren Schnorchelausflug zu Phi Phi Leh. Auf der Insel wurden auch Teile des Films „The Beach“ gedreht.

Im Adventure Club angekommen werden wir von unserer Guidin Naomi in Empfang genommen und mit Flossen und Wetsuit ausgestattet. Und schon sitzen wir wieder in nem Longtail Boot und machen uns auf den Weg.

Den ersten Zwischenstop legen wir in einer Traumhaften kleinen Bucht mit herrlich tuerkisem Wasser ein. Zum Glueck sind wir zu einer Zeit hier wo die Tourimassen noch nicht da sind und koennen ein wenig im Wasser planschen. Die Wassertemperatur liegt mit ca 29 Grad nur knapp unter den 33 Grad ausserhalb. Aber es ist trotzdem unheimlich erfrischend!

Danach gehts los mit dem Schnorcheln. Wir springen neben der Insel aus dem Boot und schwimmen an der Kueste entlang. Carina hat anfangs leichte Probleme mit der Atmung und ich befuerchte schon das wir gleich wieder im Boot sitzen… Aber Naomi bekommt die Situation schnell in den Griff und so kann auch Carina den trip voll geniessen und die Unterwasserwelt bestaunen. Es gibt hier allerlei bunte Fische, Korallen, Anemonen, Seeigel und was sonst noch da unten kreucht und fleucht. Waehrend ich mal abtauche meine ich sogar einen roten Feuerfisch unter einem Felsen zu sehen. Aber da die hochgiftig sind stochere ich da lieber nicht rum…
Leider sind wir viel zu schnell wieder am vorausgefahrenen Boot angelangt. Erst als ich im Boot sitze, merke ich, dass die Schwimmerei doch anstrengend war.

Weiter gehts zu „The Beach“ in den Spuren von Leo. Wir legen in einer Nebenbucht an, schwimmen zum Ufer, kraxeln ueber die steilen Felsen hier und gehen das kurze Stueck zum Strand. Schon auf dem Weg wird uns bewusst, was die Worte „it might be crowded“ bedeuten, der Weg ist gut bevoelkert. Aber was wir dann bei der Ankunft sehen haut uns schon aus den Flip Flops: in der Bucht ankern bestimmt 20 Speedboats, die eine wahre Touristenflut mitgebracht haben. Es geht ungefaehr so zu wie in den Sommerferien bei 35 Grad im Stadtbad, vielleicht schlimmer…

Fluchtartig verlassen wir die Gegend wieder. Dann doch lieber wieder Fische beobachten statt fettleibigen Japanern die sich im Sand raekeln…

Also unternehmen wir noch einen zweiten Schnorchelgang der auch wieder sehr toll ist. Nach insgesamt vier Stunden sind wir dann wieder zurueck auf Phi Phi Don. Im Adventure Club fuehrt uns Naomi noch die Fotos vor, die sie mit einer Unterwasserkamera aufgenommen hat und erklaert uns was wir da alles gesehen haben. Echt klasse! Einziges Manko an dem Trip ist der Preis fuer die Unterwasserfotos: stolze 1000 Baht fuer um die 60 Fotos… der Trip an sich hat nur 800 gekostet. Das geht dann irgendwie schon in Richtung Abzocke finde ich. Naja, egal, jetzt liegt der Schein schon am Tresen und die CD ist gebrannt.

Nachdem wir doch etwas erschoepft sind staerken wir uns erstmal mit ein wenig Thaifood. Wie immer schmeckt es sehr gut hier.

Naechster Punkt auf unserer Sight-seeing-Liste ist der View-Point auf einem der „Berge“ auf der Insel. Also ist mal wieder Treppen steigen angesagt. Sind zwar nicht viele, aber in Verbindung mit den 33 Grad treibt uns jede Stufe das Wasser aus den Poren. Zum Glueck besteht nicht der ganze Weg aus Stufen, etwa ab der Haelfte windet sich ein stetig ansteigender Pfad den Berg hinauf. Oben ist die Aussicht dann auch wunderbar.

An einem der Baeume haengt ein Foto, dass kurz nach dem Tsunami 2004 aufgenommen wurde. Sieht schon uebel aus. Einige der Haeuser stehen zwar noch, aber das meiste ist schon weg. Ko Phi Phi war eines der am staerksten betroffenen Gebiete.

Ausserdem finden wir noch ein Schild auf dem steht, dass der Sonnenuntergang zwischen 18 und 18:30 ist. Kurz auf die Uhr geschaut, jetzt ists 15:30. Hm, der Sonnenuntergang waer hier sicher toll, aber so lang warten is auch doof. Also gehen wir den Berg wieder runter, huepfen ins knietiefe Meer und machen und zwei Stunden spaeter wieder auf den Weg. Im Treppensteigen haben wir ja mittlerweile Uebung ;-)

Nach nichtmal 15 Minuten sind wir auch schon wieder am Gipfel angekommen und sichern uns ein schoenes Plaetzchen. Schnell noch nen Fruit-Shake beim Kiosk organisiert und dann warten wir faulenzend auf das Farbenspiel. Hat sich auf jeden Fall gelohnt nochmal rauf gekommen zu sein!

Tja, das war auch schon wieder unser Tag. Muede schleichen wir in unseren Bungalow und erwarten mit Grauen die Nacht…

7. Tag: Ko Phi Phi

So, heute gehts gleich weiter. Naechstes Ziel, die Insel Phi Phi. Dorthin kommt man von Railay aus mit der Faehre. Allerdings hat Railay keinen Hafen, so dass wir mit all unserem Hab und Gut in ein Longtail-Boot springen muessen und mit diesem zur Faehre gebracht werden… Tja, hier laeuft alles ein bisschen anders, denn das Umsteigen auf Hoher See ist gar nicht so einfach…

Die Ueberfahrt bis Ko Phi Phi dauert etwa 1 1/2 Stunden und der Seegang ist teilweise ziemlich heftig… Auf der Insel angekommen knuepfen sie einem pro Person 20 Baht quasi als „Eintritt“ ab und dann darf man offiziell die „Partyinsel“ betreten. Da wir uns noch nicht vorab um eine Unterkunft gekuemmert haben, steuern wir einfach mal auf ein Hotel zu, dass im Lonely Planet empfohlen wird. Leider ist da in der von uns anvisierten Preisklasse kein Zimmer mehr frei, so dass wir einer Tourist Guidin (die war vielleicht bescheuert) vertrauen, die uns einen Bungalow in Strandnaehe empfiehlt, der ordentlich ist und unserer Preisklasse eher entspricht. Warum wir diese Entscheidung bereuen, werden wir spaeter erfahren…

Naja seis drum, erstmal ab an den Beach. Das Wasser ist einfach traumhaft, sogar ICH empfindliche Mimose fuehle mich darin pudelwohl! ;-)

Anschliessend steuern wir den „Adventure Club“ an, der im Reisefuehrer fuer Schnauchelausfluege angepriesen wird. Wie sich herausstellt: Zurecht. Der Kerl dort (ein Europaer) erklaert uns alles ganz ausfuehrlich, so dass wir fuer morgen um 8:50 Uhr einen Ausflug gebucht haben. Da wir noch etwas warten muessen, erzaehlt er uns noch ein bisschen von der Stadt. Offensichtlich sind wir wohl mitten in der Partymeile gelandet und ein angenehmes und ruhiges Schlafen in unserem Bungalow ist eher ein Wunschdenken. Naja we will see, vielleicht hat er ja nur uebertrieben…

Danach tigern wir los, um das gefuehlte 100. Thai-Food zu uns zu nehmen – Wunder oh Wunder, aber uns haengts noch nicht zum Hals raus. Hier gibts schon eine ziemlich vielseitige Auswahl!

So, jetzt simma vollgemampft. Was machen wir noch? Wie waere es mit Kajak fahren? Ja, das ist eine gute Option. Also auf zum Strandgangster und ein Boot organisieren. Ehe wir uns versehen, sind wir ausgestattet mit Boot, Paddel und Schwimmwesten und es geht ab ins offene Meer. Bis dahin ist es allerdings aufgrund der Ebbe ein langer Marsch. Schliesslich paddeln wir los – nach rund 10 Minuten paddeln ist das Wasser immer noch grad mal hüfttief! Naja, so fucking what – weiter gehts. Mir tun schon die Arme weh, aber ein Ziel haben wir vor Augen – den, wie wir dachten Monkey Beach… Bis da hin ist es ein harter Kampf und beim Aussteigen schlag ich mir auch noch mein Knie auf – keine Panik, ist nur ein Kratzer und ich kann meine Reise fortsetzen! :-)

Auf Monkey Beach (der eigentlich ein Anderer ist) sehen wir natürlich keine Affen, sondern eigentlich nur Müll und eine Schaukel. Wow, das wars wert! But it’s egal! Hank macht sich mal wieder vom Acker, weil er todesmutig mit seinem Leih-Schnorchel (ich will gar nicht wissen, wer den vor ihm alles im Maul gehabt hat) ein bisschen rumwuseln will. Es dauert nicht lang, dann kommt er wieder – verletzt!! Ebenfalls an den Rocks im Wasser angehauen. Erinnerungen an seinen Surf-Versuch in Byron Bay werden wach! :-) Also Kommando zurück. Zum Glück geht es mit den Wellen einfacher und wir erreichen ziemlich bald wieder das Festland, bzw. unsere Insel.

Am Abend gehts noch ein bisschen durch die kleinen Gaesschen, wo man jeglichen Krusch kaufen kann, bevor wir schliesslich unseren Bungalow aufsuchen und relativ schnell merken, was der Schnorcheltyp mit „Partymeile“ gemeint hat – im Haeusschen herrscht Dancefloor-Atmosphaere…. Na dann gut Nacht! :-(