Tag 6: Great Ocean Road Pt. 2

Erstmals auf unserer Reise haben wir uns heute morgen den Wecker zum Aufwachen gestellt. Völlig verpeilt werden wir daher durch das Ertönen von diesem feindlichen Gerät aus unserem Schlaf geworfen und machen uns auch rasch auf den Weg, wobei wir noch am Campingplatz eine angenehme Überraschung erleben: Unmittelbar vor unserem Backpacker hat sich ein Koala vom Baum herab getraut und sitzt nun auf Augenhöhe vor uns. Auch von unserem Streichelversuchen lässt er sich nicht beeindrucken und bleibt brav sitzen… so ein putziger Weggeselle :-)

Nach diesem Ereignis geht die Fahrt nun schließlich los. Unser eigentlich gestriges Tagesziel Apollo Bay durchqueren wir einfach, da hier nichts spektakuläres zu finden ist. Weiter führt der Weg zum Maits Rest Rainforest, wo wir einen kleinen Marsch machen und den australischen Regenwald erforschen, um dann schließlich die Great Ocean Road weiter in Richtung Lorne zu driven. Hier und da machen wir wieder mal Halt bei den vielen Scienic Points und halten dieses wunderschöne Blau des Ozeans fest.

Gegen 11 Uhr erreichen wir schließlich das Örtchen Lorne, wo wir gleich mal eine Shoppingpause einlegen: In einem Surfershop machen wir doch mal Australien-tauglich und besorgen uns coole Strohhüte von Billabong/Roxy. (jetzt erkennt man uns wohl komplett als Touristen, da die Einheimischen nicht wirklich alle so rumlaufen, aber egal, es sieht cool aus ;-))


Anschließend geht die Fahrt weiter zu den Erskine Falls etwas außerhalb von Lorne. Ja, schon wieder mal ein Wasserfall, aber der war wirklich cool, vor allem weil man im Bassain noch richtig weit wandern kann, abgesehen von den dort befindlichen besoffenen einheimischen Jugendlichen war´s sehr schön.

Bevor wir unsere Tour fortsetzen wird noch schnell ein üppiges Mittagsmenü im Camper kredenzt (tatsächlich waren es Spagetti Bolognese aus dem Glas, aber muss ja keiner wissen…) und schon kanns weitergehen. Nächstes Ziel: Bells Beach! Angeblich ein Strand für Surfer mit bis zu 5 Meter hohen Wellen, aber die haben sich wohl vor uns versteckt, denn höher als 1 Meter waren die auf gar keinen Fall! :-( Nachdem wir unser Tagesziel Melbourne zeitlich nicht schaffen können, visieren wir als Übernachtungsgelegenheit Geelong an, wo wir gegen 17:00 Uhr am Campingplatz ankommen. Schnell eingecheckt, dann kanns nochmal an den Strand gehen… Wobei wir hier eher die Promenade entlang laufen. Beim Rückweg zum Campingplatz suchen wir noch schnell einen McDonalds, da dieser kostenlose W-Lan-Hotspots anbietet und so überlegen wir einen Moment, ob wir nicht einfach am Mc-Parkplatz schlafen sollten, da wir hier alles haben was wir brauchen: kostenloses Internet, eine Toilette und jede Menge Nahrung! ;-)

Naja, wir entscheiden uns doch zurück zum Campingplatz zu fahren und erleben dort beinahe eine mittlere Katastrophe, da einer von uns (und ich bin es diesmal nicht) seine Kreditkarte nicht mehr findet. Glücklicherweise stellt sich heraus, dass diese beim Bezahlen an der Tankstelle vergessen wurde und dort noch befindlich war!! Puh, Glück gehabt!!! Also können wir doch mit ruhigem Gewissen schlafen gehen….

Tag 5: Great Ocean Road

Um kurz nach 10 starten wir vom Campingplatz aus Richtung einem der Highlights der Reise: die Great Ocean Road! Vorher machen wir aber noch einen kleinen Abstecher zu den Hopkins Falls – Wasserfälle kommen immer wieder gut an. Danach dann schnell zurück auf die Hauptstrecke, sind eh schon spät dran. Gegen halb 1 kommen wir am ersten Viewing Point an der Küste an. Sieht echt stark aus. Aber wir merken schon, dass Nebel aufzieht. Felsen die etwas weiter draußen liegen sieht man schon fast nicht mehr. Na toll, und das genau heute. Zurück zum Camper und wieder auf die Straße, nur um wenige 100 Meter weiter auf eine der bekanntesten Felsformationen hier zu stoßen: die London Bridge. Der Nebel macht uns allerdings Sorgen. Und auf der Aussichtsplattform dann der Schock: von der London Bridge ist nur ein leichter Umriss im Nebel zu erkennen. Frust. Aber wir spekulieren mal auf unser Glück und machen hier jetzt mal Mittagspause, mal sehn wies in ner Stunde aussieht. Also Gaskocher anschmeißen, Nudeln ins Wasser und Essen.

Und siehe da, das Glück ist auf unserer Seite und eine Stunde später haben wir einwandfreie Sicht. Nach einer ausgiebigen Fotosession gehts weiter. Zwischendurch machen wir nochmal 2 oder 3 Stops, dann kommen wir zu Loch Ard Gorge. 1878 ist hier der Dreimaster Loch Ard gesunken, daher der Name.

Bei inzwischen strahlendem Sonnenschein wandern wir zwischen den Aussichtspunkten hin und her. Bei der Gelegenheit hole ich mir auch gleich mal nen netten kleinen Sonnenbrand im Genick… Das Beste hier ist, dass man auch zum Strand runter kommt. Bei der Hitze gönnen wir uns ne Abkühlung in den kalten, ja, wirklich sehr kalten Fluten. Sogar Carina überwindet sich und springt ins Wasser. Nach dem Bad nehmen wir wieder unsre Route auf, aber wir ahnen schon, dass wir das Tagesziel Apollo Bay nicht mehr erreichen werden. Egal, jetzt erstmal zu den „Twelve Apostles“, wohl eines der bekanntesten australischen Fotomotiven. Nach kurzer Fahrt sind wir auch schon da. Leider ist es jetzt wieder schlagartig zugezogen und auch sehr windig. Deswegen ist der Ausblick hier nicht so toll. Aber alles in allem hatten wir trotzdem großes Glück und es war auch ein tolles Erlebnis.

Inzwischen ist es 17 Uhr, Apollo Bay ist noch 60 km entfernt. Und normalerweise müssen wir um 18 Uhr am Campingplatz sein, danach ist keiner mehr im Office. Das ist wohl bei den Straßenverhältnissen hier nicht zu schaffen. Deswegen suchen wir uns das Örtchen Glenaire als Ziel auf der Landkarte aus. Dort angekommen stellt sich heraus, dass Glenaire aus 3 Bauernhöfen und 500 Kühen besteht. Na toll. Dann also doch weiter nach Apollo Bay. Dazu müssen wir durch den Otway Nationalpark fahrn und haben uns schon damit abgefunden auf einem Parkplatz zu nächtigen, als wir um ca. 10 vor 6 unverhofft einen Wegweiser zu einem Caravanpark hier im Nationalpark sehen. Nur 7 km. Bremse getreten und um die Kurve, das schaffen wir! Nach kurzer Fahrt fragen wir uns allerdings, ob hier wirklich noch irgendwas kommt: dichter Wald um uns herum und eine doch eher dürftige Straße. Aber wir werden nicht enttäuscht und finden am Ende der „Straße“ den Campingplatz. Nach dem Einchecken stellt sich heraus, dass wir mit dem Bimbi Park einen absoluten Volltreffer gelandet haben: um uns herum hängen in allen Bäumen Koalas und blöken uns an. Schön ;-)