Tag 18: Banff – Lake Louise

Für heute hat der Wetterbericht Regen angesagt. Deswegen sind wir auch nicht überrascht, dass es in der Früh nieselt. Morgen soll es wieder schön werden. Also legen wir heute einen faulen Tag ein, um die Seen in der Gegend bei schönem Wetter zu sehen.

Ganz so faul sind wir dann doch nicht, gehen erstmal ins Whyte Museum of the Canadien Rockies. Dort erfahren wir wie es mit diesem Örtchen vor ca. 100 Jahren so angefangen hat. Ausserdem gibt es eine Ausstellung über die bedeutenden Frauen in der Geschichte des Nationalparks. Die erste Gletscherforscherin, die erste Frau, die alle Gipfel uber 10.000 Fuss in den Rockies bestiegen hat (um die 50 Stück), die erste Rangerin usw. Imposante Persönlichkeiten.

Nach dem Museum fahren wir zu den örtlichen heißen Quellen, den Upper Hot Springs. Wir stellen uns das Ganze wie ein Schwimmbad vor, wo wir ein paar Stunden verbringen können. Es stellt sich heraus, dass es dort aber nur ein Becken gibt, in dem das Wasser 39 Grad warm ist.


Empfohlene Aufenthaltsdauer im Wasser: 20 Minuten. Soso. Wir halten es ca. ne dreiviertel Stunde im Wasser aus, dann wirds uns doch zuviel. Aber nach diesem warmen Bad sind wir sehr entspannt.

Es geht wieder zurück in die Stadt.

Vorher legen wir noch einen Stop bei den Bow Falls ein. Wiedermal Wasserfälle. Schön anzusehen, aber lange nicht so imposant wie die anderen die wir schon gesehen haben.

Weiter zum Banff Springs Hotel. Das ist ein riesiger Komplex, der bis ins letzte Detail einem schottischen Schloss nachempfunden wurde. Man kann hier fuer schlappe 250 Dollar eine Nacht verbringen.

Es gibt hier auch ein paar Shops durch die wir spazieren, aber das ist eindeutig nicht unsere Preisklasse. Schön anzusehen ist das hier trotzdem.

In der Stadt gehen wir erstmal in die öffentliche Bücherei. Hier soll es gratis Internet geben. Was stimmt und so nutzen wir die Zeit, um wieder ein wenig zu bloggen. Als die Bücherei schließt werfen wir noch ein wenig Kleingeld in die Donations-Box und schlendern dann zurück zu unserem Van.

Da wir morgen die Seen um Lake Louise erforschen wollen fahren wir heute noch dorthin, um morgen vor den anderen Touris starten zu können. Wir nehmen den Weg über den alten Highway. Der soll etwas schöner sein und auch hier soll man die Chance haben Tiere zu sehen. Wie immer wenn einem das versprochen wird sehen wir nix! Aber die Straße ist trotzdem schöner als die alternative Autobahn.

Auch wenn ich das Gefühl habe Carina (fährt das Stuck) würde viel lieber Autobahn fahren. Sie schimpft über die 50er und 60er Begrenzungen…

Um halb 8 checken wir dann in unseren Campingplatz ein und machen noch ein paar fast Sonnenuntergangs-Fotos (bissl zu früh ist es noch) am nahen Fluss.

Tag 17: Jasper – Banff

Um 8 Uhr klingelt der Wecker und wir quälen uns aus dem Bett. Das Wetter könnte besser sein, aber wenigstens regnet es nicht. Nach dem Frühstück geht die Fahrt Richtung Banff los.

Wir nehmen den alten Highway, der zwar länger dauert, weil er kurvenreicher ist, aber dafür soll es die schönere Strecke sein. Diese Entscheidung stellt sich relativ schnell als klug heraus: Bereits nach wenigen Kurven sehen wir am Strassenrand einen Menschenauflauf stehen, die einen putzigen Schwarzbär im Baum beobachtet. Da gesellen wir uns dann doch auch gleich dazu. Der süsse Kerl sitzt in der Baumkrone und relaxed und das nur wenige Meter von uns entfernt! :-) Wir schiessen eine ganze Fotoserie, ehe wir unsere Reise fortsetzen.

Die Strecke zum Mount Edith Cavell dürfen wir nicht nehmen, da unser Fahrzeug mit einer Laenge von 7,20 m exakt 20 cm zu gross ist. :-( Wir steuern daher zunächst die Athabasca Falls an, die man ueber einen kurzen Walk einfach erreichen kann. Die Wasserfälle sind ganz nett und einen Stop wert.

Wir müssen nicht lange fahren, bis wir schliesslich bei den nächsten Wasserfällen angelangen. Diesmal die Sunwapta Falls, die man ebenfalls über einen kurzen Marsch problemlos erreichen kann. Mich persönlich beeindrucken diese Fälle jetzt nicht so besonders, da sie im Vergleich zu dem, was wir auf unserer Reise schon gesehen haben, eher mickrig wirken.

An einem der zahlriechn Viewpoints an diesem Highway treffen wir auf eine gemütlich am Strassenland liegendes Bergschaf. Der Bursche läßt sich wirklich durch nichts aus der Ruhe bringen und beobachtet uns genauso interessiert wie wir ihn.

Entlang des Highways erreichen wir gegen Mittag das Columbia Icefield Center. Hier schaut es, wie der Name schon ahnen laesst, eher nach einem plötzlichen Wintereinbruch, als nach sommerlichen Verhältnissen aus. Vor allem der Athabasca Glacier beeindruckt mit seiner dicken Schneedecke, die nahezu bis ins Tal reicht.


Wir suchen erstmal die Information auf und stellen zu unserem Entsetzen fest, dass es hier total überfüllt mit Touristen ist, allen voran die Busladungen Japaner. Es würde hier zwar nette Möglichkeiten geben, was wir machen könnten, aber aufgrund des Massenandrangs ergreifen wir doch lieber die Flucht und setzen unsere Fahrt in Richtung Süden fort.

Wir fahren noch einige Kilometer bis zum Saskatchewan River Crossing, wo wir dann einen Wucherpreis fuer eine Benzinladung bezahlen. (wie sich später herausstellt, haben wir 34 Ct./Liter zuviel bezahlt!!!) Wir machen noch unsere kleine Nudel-Mittagspause, bevor die Tour weitergeht.

Wir erreichen den Lake Peyto, der laut Lonely Planet als der blauste See der Rocky Mountains gilt und stellen fest, dass es hier wunderschön wäre, wenn nicht ebenfalls massenweise Touristen, auch wieder hauptsächlich Japaner, vor Ort wären.

Wir entscheiden uns daher uns von der Menschenmenge abzusetzen und einen kleinen Trail zu wandern. Hier treffen wir ausser auf ein paar Chipmunks auf keine Lebewesen.

Es gibt zwar nicht viel zu sehen, aber die Ruhe ist ganz angenehm dort!

Als wir am Viewpoint des Lake Bow ankommen setzt plötzlich Regen ein. Dieser kommt allerdings nicht von oben, sondern waagerecht von rechts! Oh nein, das darf doch gar nicht wahr sein!

Gegen 17:45 Uhr kommen wir in Lake Louise an, dort überlegen wir, wo wir nächtigen sollen, da für morgen schlechtes Wetter angesagt ist. Kurzerhand fahren wir die 60 km bis Banff, wo man mehr Rain-Options hat. Nach rund 45 mins. checken wir am Campingplatz ein und machen uns nochmal auf den Weg in die Stadt.

Banff ist ein richtiges Touristennest, insbesondere die Preise dort sind besonders abschreckend! Wir laufen die Banff Avenue entlang und landen einmal mehr bei Roots und decken uns mit Canada-Wear ein.

Wir suchen noch einen kleinen Lebensmittelladen auf, um uns mit Brot und Eiern einzudecken, wofür wir einen unverschämten Preis bezahlen und im Wohnmobil feststellen, dass die Semmeln mit Bohnenfüllung sind! Ich sag nur „Igitt!!“.