Bagan

Die Fahrt mit dem Nightbus verläuft ziemlich wackelig durch die Serpentinen hier. So ist an Schlaf erst einmal nicht zu denken. Irgendwann bin ich aber wohl doch eingeschlafen, denn ich werde ziemlich unsanft aus selbigen gerissen, als der Busfahrer laut schreiend durch den Bus läuft und „Bagan Bagan“ brüllt. Nach einem kurzen schlaftrunkenen Blick auf die Uhr bin ich doch etwas überrascht: es ist gerade 4 Uhr. Eigentlich sollten wir um 6 ankommen. Das mit dem Busfahren hier klappt noch nicht so ganz, erst 3 Stunden zu spät, jetzt 2 zu früh. Etwas verdattert stolpern wir mit den anderen Mitreisenden aus dem Bus und suchen uns mit zwei anderen ein Taxi in die Stadt. Dort kommen wir dann um halb 5 an und wecken die Jungs in der Anmeldung unserer Unterkunft auf. Es hat sich auch noch ein anderer Deutscher zu uns gesellt, der hier reserviert hat. Kurzerhand will man uns in ein 3er-Zimmer verfrachten bevor wir erklären können, dass wir zwei verschiedene Buchungen haben. Die Doppelzimmer sind leider noch nicht verfügbar. Erst in etwa 2 Stunden. Es ist mir zwar ein Rätsel wieso wir nicht gleich in die Zimmer können (auschecken wird um die Zeit keiner und die Putzkolonne ist in aller Herrgottsfrüh sicher auch nicht unterwegs) aber egal. So dösen wir dann erstmal am Empfang in den Sesseln. Nach 2 Stunden bekommen wir dann aber wirklich unsere Zimmer, was ja eigentlich schon super ist, dafür, dass wir erst für die kommende Nacht gebucht haben.

Es lohnt sich aber jetzt auch nicht mehr nochmal zu schlafen und so genehmigen wir uns gleich ein Frühstück. Danach leihen wir uns bei der Schwester des Hotel-Betreibers ein E-Bike aus. Das sieht eigentlich so aus wie ein Roller, läuft aber mit einer Auto-Batterie. Wir schwingen uns auf das Gefährt und steuern gleich mal den nächstgelegenen Tempel an. Das Fahren mit dem Bike ist echt angenehm. Es geht zwar nicht schneller als 45, aber das ist bei den Straßenverhältnissen vielleicht auch ganz gut so. Zumindest ist die Fahrt damit so ziemlich geräuschlos, man kann sich also unterwegs problemlos unterhalten.

Der erste Tempel ist der Shwezigon. Leider müssen wir vor Ort feststellen, dass die goldene Kuppel von einem Gerüst eingekleidet ist und wir sie somit nicht zu Gesicht bekommen. Schade, aber es gibt auch so noch genug zu entdecken in der Anlage. Neben zahlreichen Buddha-Figuren auch die von einigen Nats (=Geisterwesen) und auch ein kleines Becken mit Wasserschildkröten. Die tun mir allerdings etwas leid, da sie keinerlei Chance haben aus dem Beton-Becken zu kommen und sich so nicht einfach mal in die Sonne legen können. Tierhaltung in Asien ist dann doch etwas anderes als bei uns.

Shwezigon Pagode
Shwezigon Pagode

Weiter geht es zu den nächsten Tempeln, dem Gubyauknge und dem Gubyaukgyi (ja, die Tempel haben hier alle solche Namen, die Schreibweise kann immer etwas abweichen, dementsprechend schwierig ist es oft sich zu orientieren). Waren beim letzten Tempel noch Dutzende Besucher vor Ort, haben wir diese Stätten fast für uns allein. Na gut, sie sind auch wesentlich kleiner aber es ist trotzdem ganz angenehm. So umrunden wir die kleinen Anlagen und gehen mit den Buddhas im Inneren auf Tuchfühlung. Als nächstes Ziel auf unserer Fahrt habe ich einen Platz anvisiert, den mir unser Hostelbetreiber empfohlen hat: dort soll der Sonnenaufgang ganz gut zu beobachten sein. Die Sonne steht zwar schon hoch am Himmel, aber für morgen kann man ja schon mal schauen.

Die Tempelgruppe wo der Spot ist liegt etwas abseits und so verlassen wir die asphaltierte Hauptstraße. Es geht weiter über teils sehr schmale Sandwege querfeldein. Meistens ist die Fahrspur recht fest und problemlos zu befahren, manche Stellen sind aber sehr sandig und man muss höllisch aufpassen, dass das Bike nicht ausbricht. Wenig hilfreich ist auch das immer wieder in den Weg hängende Grünzeug. Aber nach etwas Eingewöhnung komme ich ganz gut klar und die Fahrerei macht sogar ziemlich Spaß!

So kommen wir gut und relativ problemlos voran. Nur unser Ziel finden wir irgendwie nicht. Laut Karte müsste es irgendwann rechts weggehen, aber da kommt einfach keine Abzweigung. Naja, wir halten unterwegs ein zwei Mal bei kleineren Tempelchen und Pagoden und haben auch so unseren Spaß. Als wir dann unverhofft vor einer der größeren Anlagen, dem Sulamani, stehen weiß ich dann zumindest, dass wir zu weit sind und die Map nicht ganz zuverlässig ist. Naja, wenn wir schon mal da sind besichtigen wir halt diese Anlage. Leider kann man hier nur durch das Haupttor bis zu Eingang des Tempels gehen, dort ist dann ein Gitter und Schluss. Es ist auch nicht möglich um den Tempel rum zu gehen, da ist ein Absperrband und der Hinweis, dass es gefährlich ist weiterzugehen. Schon wieder eine Baustelle! Uns kommt der Verdacht, dass hier vor der Hauptsaison noch alles ein wenig in Schuss gebracht wird, damit das Gros der Touris alles in schönen Glanz sieht.

So machen wir uns auf den Weg zurück zur Hauptstraße und visieren mit dem Ananda den nächsten größeren Tempel an. Als wir ankommen sind wir ein wenig enttäuscht, dass auch hier die goldene Spitze von einem Gerüst verhüllt ist. Also schön langsam nervts! Trotzdem gefällt uns das Bauwerk recht gut und wir drehen unsere Runde durch das Innere. Die Tempel sind sich alle recht ähnlich: ein viereckiger Grundriss (teilweise dann mit Anbauten) in dessen Mitte je eine mehr oder weniger große Buddha-Figur in die vier Himmelsrichtungen schaut. An der Außenwand führt ein Gang von Statue zu Statue und in den Gängen sind Nischen in den Wänden mit – Überraschung – Buddhas.

Ananda
Ananda

Nach den zahlreichen Tempeln haben wir uns erst einmal ein Mittagessen verdient und wir finden ein gemütliches kleines Restaurant in dem wir uns ein leckeres Fischgericht schmecken lassen. Gut gestärkt steuere ich am frühen Nachmittag den nächsten Tempel auf unserem Programm an. Dort angekommen grantelt Carina aber etwas rum, sie will jetzt mal zu einem Tempel von dem aus man einen guten Überblick hat. Ja ok, eigentlich hat sie Recht, also steuern wir einen Tempel an, der etwas größer aussieht und den man laut Reiseführer auch besteigen kann. Querfeldein sollten wir da auch schnell da sein. Unterwegs kommen wir noch an einer Tempelgruppe vorbei von der man zum Sonnenuntergang einen guten Ausblick haben soll. Das merken wir uns dann mal für später.

Kurz darauf stellen wir unser E-Bike bei der Shwesandaw-Pagode ab und machen uns daran die steilen Stufen zu erklimmen. Das ist gar nicht so einfach, denn das Geländer ist so heiß, dass man es fast nicht anfassen kann. Aber wir sind ja geübte Kraxler und stehen wenig später auf der obersten Ebene der Pagode. Und was soll ich sagen, der Anblick der sich uns von hier oben bietet ist einfach überwältigend! Von unten sind die meisten Pagoden und Tempelchen nicht sonderlich eindrucksvoll, aber der Überblick über das Gesamte von hier oben ist schon was ganz eindrucksvoll. Die schiere Menge der Spitzen die überall in die Luft ragen ist einfach unfassbar. Hier gefällt es uns so gut, dass wir viel Zeit damit verbringen einfach den Anblick in uns aufzusaugen.

Irgendwann beschließen wir, hier auch den Sonnenuntergang zu verfolgen. Bis dahin sind es noch ca. 2 Stunden, aber es hat sich schon ein kleines Grüppchen Leute versammelt, um sich die besten Plätze für später zu sichern. Wir verlassen die Pagode aber nochmal eine kleine Weile, um in dem Restaurant von heute Mittag einen Cappuccino für Carina zu organisieren und unsere Wasservorräte aufzufüllen. Als wir zurückkehren sind schon wieder ein paar Leute mehr vor Ort und wir sichern und schnell zwei Plätze in der ersten Reihe. So verfolgen wir von dort, wie Busladung um Busladung Touristen angekarrt wird und sich eine lange Schlange die Stufen hinauf bildet. Es wird hier echt richtig voll, am Ende sind es sicher an die 1.000 Zuschauer. Der Sonnenuntergang an sich ist dann zwar ganz schön, aber kein großes Spektakel. Das sehen einige der anderen wohl anders, denn es wird applaudiert, als die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist. Das haben wir auch noch nie erlebt. Kaum ist der Applaus verklungen sind die Treppen auch schon wieder verstopft und alle wollen so schnell wie möglich wieder nach unten. Wir bleiben jedoch noch ganz entspannt sitzen und habens nicht eilig. Nachdem die Massen weg sind können wir dann noch ein paar lustige Fotos vor dem letzten roten Streifen am Horizont schießen. Dann düsen aber auch wir zurück Richtung Unterkunft. Die letzte Nacht hat dann doch ihre Spuren hinterlassen und wir sind etwas fertig.

Sonnenuntergang von der Shwesandaw-Pagode aus
Sonnenuntergang von der Shwesandaw-Pagode aus

So schlafen wir recht bald ein, werden aber um 4:45 schon wieder aus den Träumen gerissen. Klar, den Sonnenaufgang lassen wir uns auch nicht entgehen. Punkt 5 sitzen wir auf unserem Roller und peilen wieder die Shwesandaw-Pagode an. Von dort hat man einfach einen super Überblick. Was ich aber nicht so ganz bedacht habe ist die Temperatur um die Zeit. Da noch keine Sonne da ist, ist es natürlich auch noch etwas frisch. Und wenn man dann in kurzer Hose auf dem Roller sitzt ziehts ein wenig, da hilft auch der Pulli nichts. Es ist echt bitter bitter kalt und die knapp 9 km lange Fahrt wird zur Tortur für mich. Carina geht’s in meinem Windschatten zum Glück nicht ganz so schlimm. So kommen wir etwas durchgefroren an unserem Ziel an.

Diesmal sind wir nicht ganz so frei in unserer Platzwahl, es ist schon ein Bus mit einem japanischen Fotoclub da, auf der obersten Etage sind haufenweise Stative aufgebaut. Ich habe ehrlich gesagt nicht erwartet, dass es so viele Verrückte gibt, die in ihrem Urlaub schon um die Zeit aufstehen. Naja, egal, es gibt noch eine Lücke zwischen den Stativen, dort sitzen zwei Damen am Boden. Über die sehen wir ja problemlos drüber. Irgendwann stehen die beiden aber dann auf und zumindest Carina und eine andere Touristin sehen nicht mehr so gut. Also fragen wir sie ganz freundlich, ob sie denn stehen bleiben und sich die beiden anderen vorne auf die Mauer setzen können. Aber das wird brüskiert abgelehnt, sie wissen noch nicht, ob sie sitzen oder stehen wollen und sie wollen auf keinen Fall jemand vor sich haben. OK, ich seh ja ein, wer zuerst kommt, mahlt zuerst und sucht sich einen Platz aus, aber er hat noch lange nicht das Recht mehrere Plätze für sich zu beanspruchen. Vor allem nicht an einem Ort wo es nun mal zum Sonnenaufgang nun mal so zugeht wie hier. Da ist es für uns und auch alle anderen eine Selbstverständlichkeit dass man zusammenrückt, damit jeder was von dem Anblick hat. Aber die beiden geben sich uneinsichtig, sie wollen die Szenerie genießen und man solle sie jetzt in Ruhe lassen. Naja, alle Umstehenden sind sich schnell einig, dass die beiden einen Vogel haben. Es macht uns dann auch richtig Spaß sie die nächsten Minuten noch etwas zu nerven und ihnen auf die Pelle zu rücken ;-)

Naja, das Problem mit der schlechten Sicht für Carina und ihre Leidensgenossin erledigt sich dann, ein freundlicher Japaner meint sie können sie noch neben sein Stativ quetschen. So warten wir gespannt darauf die Sonne wieder am Horizont zu erblicken. Und noch auf ein anderes Highlight: zum Sonnenaufgang starten hier auch immer ca. 20 Ballons und fliegen mit über das Gelände. Wir haben zwar kurz damit geliebäugelt auch so eine Fahrt zu machen, aber der Preis hat uns dann doch die Sprache verschlagen: schlappe 320 US Dollar pro Person kostet der Spaß. Das ist es uns dann doch nicht wert. Im Nachhinein erfahren wir dann auch noch, dass die Flüge eh für die nächsten 5 Tage ausgebucht sind. Während wir auf den Start der Ballons und den Sonnenaufgang warten, erfahren wir auch den wahren Grund warum viele der Tempel in Gerüste gehüllt sind: erst im August hat es hier ein Erdbeben gegeben, wodurch viele Anlagen beschädigt wurden.

Was dann folgt ist auch wieder ein unglaublich toller Anblick und schwer in Worte zu fassen. Insgesamt 21 Ballons schweben gemächlich während dem Sonnenaufgang über Bagan, der Start ist so getimt, dass alle Ballons rechtzeitig in der Luft sind. Die Kombination Pagoden + Ballons + Sonnenaufgang ist schon sehr geil und war das frühe Aufstehen auf jeden Fall wert! Nach etwa einer Stunde ist das Spektakel dann vorbei und wir steigen die steilen Treppen der Pagode hinab, um zurück in unsere Unterkunft zu fahren, um zu Frühstücken und zu Rasten. Beim Abstieg geschieht dann fast noch ein Unglück: irgendein Idiot hat sich eine Kokosnuss gekauft, sie ausgetrunken und dann auf der obersten Ebene liegen gelassen. Schlauerweise direkt an den Stufen. Eine unachtsame Chinesin ist dann dagegengetreten und das Ding saust die Treppen runter. Carina ruft mir noch eine Warnung zu, vielleicht bin ich dadurch ein wenig zur Seite gegangen und die Nuss schlägt nur auf meinem Oberschenkel ein. Autsch. 30 cm weiter rechts und ich hätte die Nuss voll auf den Schädel bekommen und wäre wohl mit ihr die restlichen Stufen runtergeflogen. Bekannterweise sterben die meisten Touristen im Urlaub durch Kokosnüsse. Naja, ist ja nochmal gutgegangen und wir fahren nach dem kurzen Schreck zurück. Praktischerweise wird unser E-Bike während wir pausieren wieder aufgeladen, so können wir am frühen Vormittag wieder losstarten, ohne befürchten zu müssen, dass uns später der Saft ausgeht.

Sonnenaufgang von der Shwesandaw-Pagode aus
Sonnenaufgang von der Shwesandaw-Pagode aus

Das machen wir dann auch und sind bald wieder on the Road. Heute möchte ich den südlichen Teil des Areals erkunden, dorthin aber nicht über die stark befahrene Hauptstraße gelangen, sondern über einen der kleinen Feldwege. Muss nur noch der richtige gefunden werden, aber das wird schon klappen. So biege ich an einer Stelle, die dem auf der Karte ausgesuchten Weg entsprechen könnte, Richtung Süden ab. War aber wohl der falsche Weg, wie wir nach einiger Zeit feststellen. Naja, falsch ist ja relativ, er führt zumindest in die richtige Richtung, also fahren wir unverdrossen weiter. Nach einem kurzen Stopp bei zwei verlassenen kleinen Tempeln stehen wir vor der Winido-Gruppe und sehen uns den größten Tempel eben jener an.

Kurz darauf geht es auch schon weiter zu nahen Izagawna. Dort tappen wir mal wieder in die Souvenir-Falle und kaufen (wie wir später erfahren) ein Bild zu einem völlig überhöhten Preis. Naja, für hiesige Verhältnisse halt. Von der Plattform um den Tempel sehen wir dann auch wieder die Winido-Tempel und sehen, dass auf einem ein Touri rumklettert. Da kann man rauf? Na das ist uns vorher gar nicht aufgefallen. Also schnell zurück. Wir kommen dann zu einem Tempel, dessen Eingang vergittert und zugesperrt ist, aber die Schlüsselwächterin ist nicht weit, sperrt uns auch gleich auf und leuchtet uns mit einer Taschenlampe den Aufstieg aus. Es gibt eine sehr enge und steile Treppe gut versteckt in der Ecke. Nachdem wir auch noch eine kleine Bambus-Leiter überwunden haben stehen wir oben auf dem Tempel und können den Ausblick über das ganze Areal genießen. Die Haupt-Tempel sind zwar etwas weit entfernt, aber es ist trotzdem ein super View.

Danach geht unsere Rundfahrt weiter Richtung der Siedlung New-Bagan. Bevor wir durch das Dorf Minnanthu kommen halten wir noch an zwei kleineren Anlagen an, deren Name sich nur schwer bestimmen lässt, da sie nur in der Landessprache angeschrieben sind. Da es auch schon wieder auf Mittag zugeht beschließen wir nur noch einen Stopp beim Dhamma-ya-za-ka Zedi zu machen und dann Essenspause zu machen. Selbiger ist leider auch wieder in ein Gerüst gehüllt, aber daran sind wir ja mittlerweile gewöhnt. Die goldene Kuppel ist trotzdem ein guter Anblick und wir erfreuen uns auch an den kleineren Details des Baus. Um die Ecke erklimmen wir dann nochmal ein Gebäude von dem aus wir einen guten Ausblick haben, dann geht es aber wirklich zum Essen.

Wir wählen extra ein Restaurant aus in dem es laut Reiseführer gutes Thai-Essen gibt. Vor Ort sind wir dann aber ziemlich enttäuscht vom Green Elephant, das Curry ist einfach nur scharf, das Personal komplett überfordert und Carinas bestellter Cappuccino ein Espresso. Und das auch noch zu einem für Myanmar geradezu unverschämt hohen Preis. Wer je nach New-Bagan kommt: geht nicht ins Green Elephant!

Nach dieser herben Enttäuschung geht es weiter mit Tempel-Hopping. Zuerst steuern wir den Lawakananda an, der am Flussufer liegt, aber eigentlich nur aus einer kleinen goldenen Stupa besteht, Diese hat auch wieder einen Erdbeben-Schaden und ist komplett von einem Bambus-Gerüst eingehüllt. Es gibt also nicht so viel zu sehen, somit geht es recht schnell weiter. Wir fahren wieder nach Norden und halten an einer ziemlich kaputten Tempelgruppe, auf die man aber auch raufsteigen kann. Da wir auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Sonnenuntergang sind, ist das natürlich ein interessanter Platz. Nachdem wir ihn inspiziert haben sind wir aber davon überzeugt, dass hier kein so guter Platz ist. Also weiter, wir visieren die Tempel an, an denen wir gestern schon mal vorbei gekommen sind und sie vorgemerkt haben. Aber auch hier sind wir nach einiger Kraxelei davon überzeugt, dass es kein so guter Platz ist.

Wir wollen gerade wieder weiter fahren, da huscht eine Schlage vor uns über den Weg. Naja, von der Größe her ist es eher ein Regenwurm, aber ich bin trotzdem entzückt. Schnell rufe ich Carina zu sie soll den Roller halten, damit ich dem Tierchen nachstellen kann. Sie versteht aber leider, dass sie absteigen soll und tut dies auch. Tja, somit begibt sich das E-Bike also in die Horizontale und wir sind beide etwas überrascht. Mist. Und die Schlange ist mir nun auch entkommen. Unserem Gefährt ist zum Glück nichts weiter passiert und damit wäre der Punkt Roller-Sturz für diese Reise nun auch erledigt. Es hat ja schon eine lange Tradition, dass wir unsere Zweiräder umwerfen oder manchmal auch in Schluchten fallen lassen ;-)

Nachdem wir also keinen alternativen Platz für den Sonnenuntergang gefunden haben, steuern wir wieder die Shwesandaw-Pagode von gestern Abend und heute Früh an. Carina hat auch ein neues Projekt, sie will ein Zeitraffervideo mit Ihrem IPhone machen. Da wir heute etwas später dran sind begeben wir uns direkt eine Etage weiter nach unten als gestern, hier haben wir noch freie Platzwahl und können uns somit wie gewünscht ganz am Eck in Stellung bringen. Für Carinas Video bauen wir dann noch ein Stativ aus einem Ziegelstein, unserem Reiseführer und einer vollen Wasserflasche und warten dann das Geschehen ab. Es wird genauso voll wie gestern und auch der Sonnenuntergang verläuft eigentlich genauso. Und es wird wieder geklatscht. Strange. Nach einem erneuten harten Tag mit ziemlich vollem Programm kehren wir müde in unser Zimmer zurück und ruhen uns aus.

Die Ruhe dauert allerdings wieder nur bis 4:45, wir sind verrückt genug den Sonnenaufgang nochmal mitzumachen. Und da wir dort schon Stammgäste sind geht es natürlich auch wieder zur Shwesandaw-Pagode. Hauptgrund dass wir schon wieder hierherkommen ist, dass Carina auch vom Sonnenaufgang ein Video machen will. Trotz der Tatsache, dass wir den Ablauf schon kennen, ist es doch wieder schön die Ballons auf ihrer Fahrt zu verfolgen. Wie gestern geht es danach wieder zurück in die Unterkunft, diesmal ohne Kokosnuss-Zwischenfall.

Da wir noch ein paar der größeren Tempel noch gar nicht aus der Nähe gesehen haben, geht es nach einer angemessenen Pause auch wieder los. Wir besichtigen noch 4 oder 5 Anlagen, da eine einzelne herauszuheben ist schwierig. Es wird uns beiden schön langsam zu viel, es beginnt alles gleich auszusehen. Laut Reiseführer gibt es zwar in diesem Tempel besonders schöne Wandmalereien und in jenem die schönsten Reliefs, aber da sind wir wohl zu sehr Kunstbanausen um große Unterschiede festzustellen. Es ist jetzt nicht so, dass uns das Herumfahren gar keinen Spaß mehr macht, aber schön langsam leiden wir unter Tempel-Overload. Vielleicht hätten wir wie damals in Angkor Wat einen Tag komplett Pause machen sollen, um wieder aufnahmefähiger zu werden. Naja, so entschließen wir uns am frühen Nachmittag unsere Besichtigungen einzustellen und einfach noch etwas zu relaxen.

Auf dem E-Bike vor einem Tempel
Auf dem E-Bike vor einem Tempel

Wir brechen aber dann doch noch mal auf, zumindest den Sonnenuntergang wollen wir wieder mitnehmen. Aber diesmal an einer anderen Location. Ich habe schon etwas im Sinn, was im Reiseführer empfohlen wird, will aber unterwegs noch kurz an einem anderen Tempel anhalten. Der ist wie sich herausstellt gar nicht so einfach zu erreichen wie es auf der Karte scheint und wir brauchen länger als erwartet um dorthin zu kommen. Als wir ankommen füllt sich hier auch schon wieder alles mit Leuten, die den Sonnenuntergang genießen wollen. Da wir es jetzt wahrscheinlich nicht mehr bei meinem eigentlich ausgesuchten Tempel ankommen, gesellen wir uns zur Menge und sitzen kurz darauf auf einer Mauer oben auf der Pyathada Pagode. Wir genießen den Sonnenuntergang zwar schon, man muss aber ehrlich zugeben, dass die Pagode der letzten zwei Tage einen deutlich besseren Blick zu bieten hat. Nicht umsonst werden da ja die meisten Leute hingekarrt.

Trotzdem war es ein schöner Abschluß für unseren Bagan-Aufenthalt und wir wollen ihn nicht missen. In unserem Zimmer denken wir kurz darüber nach morgen Früh nochmal den Sonnenaufgang mitzunehmen, bevor wir dann mittags weiter fahren, entscheiden uns dann aber doch dagegen. Immerhin muss es im Urlaub ja auch mal möglich sein auszuschlafen ;-)