Ubud & Umgebung

Nach ein bisschen Entspannung machen wir uns wieder auf den Weg, um das Land zu erkunden. Von Gili Meno aus setzen wir zunächst mit einem kleinen Boot nach Gili Trawangan über, bevor wir von dort aus auf das Speed Boat nach Bali können. Zu unserem Enttäuschen wurden wir beim Preis ziemlich übern Tisch gezogen. Der reguläre Preis liegt zwischen 200.000 und 250.000 Rupias, wir haben pro Person mal 450.000 bezahlt, aber was solls, nicht aufregen, nur wundern!

In Bali angekommen geht es mit einem Mini-Van weiter ins Landesinnere, genauer nach Ubud. Ein guter Ausgangspunkt für sämtliche Ausflüge. Wir erreichen unser Ziel gegen 16:00 Uhr, genehmigen uns eine kleine Stärkung, ehe wir uns vollbepackt auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Alle drei Meter werden wir angesprochen, ob wir ein Taxi oder eine Unterkunft wollen. Da ich es grundsätzlich gar nicht mag, wenn man mir irgendwas aufdrängt wird, laufen wir planlos einfach mal die Monkey Forest Road in Richtung Zentrum. Irgendwann wird schon was kommen, was uns zusagt, denken wir uns. Wir werden auch wirklich fündig. Ein kleines verstecktes Homestay-Hostel von Grün umgeben spricht uns an. Nachdem wir das Schlafproblem gelöst haben, erkunden wir zunächst ein wenig die umliegenden Shops – ein Surfer-Laden neben dem nächsten animiert uns zum Geldausgeben.

Zu späterer Stunde wollen wir uns heute noch mit Julia und Iris (zwei ehemalige Arbeitskolleginnen von mir, die zufälligerweise auch gerade in Ubud sind) treffen. Die beiden sammeln uns mit ihrem Privat-Shuttle bei unserer Unterkunft auf und wir gehen erstmal gemütlich was essen, ehe wir uns eine nette kleine Bar suchen und den einen oder anderen Mojito genießen. Der Abend ist sehr lustig und wir freuen uns alle sehr, dass es mit dem Treffen geklappt hat.

Als wir wieder in unserer Unterkunft ankommen, erlebe ich einen persönlichen Schockmoment. Ich putze mir gerade nichtsahnend die Zähne, während Hank in einem Glas eine handflächengroße Spinne aufgesammelt hat, die einfach so durch unser Zimmer marschiert ist. Holy Shit, mir geht die Muffe. Da mach ich heute Nacht ja kein Auge zu, wenn hier im Zimmer solche Spinnen ihr Unwesen treiben… Gott sei Dank haben wir für solche Fälle immer ein Moskitonetz dabei, so dass ich Hank nicht lange überreden muss, dass er doch bitte das Netz aufhängen soll. Puh, mit dem Wissen, dass selbst wenn ungewünschte Gäste im Zimmer sind, diese mich nicht erreichen können, kann ich dann doch gut schlafen.

Am nächsten Tag starten wir zeitig zum Monkey Forest. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das ein Wald in dem es nur so von Affen wimmelt. Es gibt einige Regeln, die man befolgen soll, damit man keine unangenehmen Begegnungen mit den Affen hat, so dass ich gleich mal sicherheitshalber meine Brille absetze und auch sonst nichts bei mir führe, das die Affen in irgendeiner Weise interessieren könnte. Das machen hier nicht alle so, denn immer wieder springt ein neugieriger Affe einem Touristen auf die Schultern oder klettert an ihm herum. Hank ist dabei natürlich völlig in seinem Element, ich hingegen fühle mich nicht ganz so wohl. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich extrem schreckhaft bin und der Gedanke an einen von hinten unangekündigt heranspringenden Affen mich nicht gerade begeistert. Insgesamt schlendern wir rund zwei Stunden durch den Wald und können einen ziemlich lustigen Affenzirkus bestaunen. Der Besuch des Monkey Forests ist auf jeden Fall ein Muss, wenn man in Ubud ist. Nicht nur die Affen haben hier einen großen Unterhaltungswert, auch der Wald an sich ist sehr schön, zwischendurch sind immer wieder Tempel und Skulpturen zu bestaunen.

wie die Hühner... äh Affen auf der Stange...
wie die Hühner… äh Affen auf der Stange…

Wir flanieren anschließend die Parallelstraße zur Monkey Forest Road hinauf, in der auch einige Shops angesiedelt sind, die aber bei weitem nicht so belebt ist, wie die Hauptstraße und peilen zunächst den Local Market an. Typisch asiatisch geht es auch hier zu. Enge Gässchen winden sich durch die dicht an dicht gereihten Stände, an denen jeder seinen Nippes an den Mann bringen möchte. Was uns die Indonesier mit ihren aus Holz geschnitzten Flaschenöffnerpenissen, die man ungelogen in sämtlichen Größen an jedem einzelnen Stand kaufen kann, sagen wollen, haben wir leider nicht herausgefunden. J

Nach dem Abstecher auf den Markt steuern wir nun den Ubud Palace an. Hierbei muss ich ehrlich gestehen, dass ich mir den irgendwie mächtiger vorgestellt habe. Der Palace ist eigentlich ziemlich unspektakulär und man darf nicht wirklich irgendwo eintreten. Wir sind ziemlich enttäuscht und lassen ihn nach kurzem Aufenthalt hinter uns. Ein paar Meter weiter befindet sich der Saraswati-Tempel, den wir uns noch anschauen. Auch hier darf man nicht eintreten. Was ist denn das? Ein etwas extrem geschwätziger Einheimischer spricht uns hier an und erzählt uns etwas von der Tanzaufführung, die hier heute Abend stattfindet. Nachdem es ja eh überall empfohlen wird, dass man sich in Ubud mal eine balinesische Tanzaufführung anschauen soll, entschließen wir uns, ihm zwei Tickets abzukaufen. Damit gibt er sich aber nicht zufrieden, er berichtet uns weiter von seinem Taxiunternehmen und was man hier alles machen kann, etc. Er redet zwar wie ein Wasserfall ohne Punkt und Komma, aber irgendwie ist er süß und hat es geschafft, unser Interesse auch für eine Tour mit ihm zu wecken. Wir vereinbaren mit ihm, dass wir uns das Ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen und ihm dann eine E-Mail schreiben, wenn wir die Tour machen wollen. Damit ist er zufrieden und wir haben Bedenkzeit.

Schließlich machen wir in unserer Unterkunft noch eine Poolpause, eh wir uns fertig machen müssen, für die Tanzaufführung. Die Tour für morgen haben wir auch bestätigt, also alles geritzt.

Überpünktlich sitzen wir in den ersten Reihen für die balinesische Tanzshow, während sich das Publikum immer mehr füllt und die Anbieter mal wieder mehr Tickets verkauft haben, als eigentlich Platz vorhanden ist. Das ist ja mal wieder typisch.

Unser Fahrer für morgen hat uns auch gleich entdeckt und teilt uns mit, dass er offensichtlich einen Fehler in seiner Planung hatte, weil wir die E-Mail nicht zeitig genug geschrieben haben, hat er es mit einem französischen Pärchen ausgemacht und wir sollen mit seinem Vater fahren. Wir sind zwar nicht ganz so begeistert, weil wir den ja auch nicht kennen, stimmen aber dennoch zu, die Tour mit ihm zu machen.

Die Tanzaufführung beginnt schließlich und ich muss sagen, dass ich mir das irgendwie anders vorgestellt habe. Es ist schon ganz interessant, aber irgendwie auch ziemlich crazy. Die Bewegungen wirken permanent etwas abgehackt und nicht flüssig, aber in Kombination mit den geschockten Gesichtsausdrücken, die die Tänzerinnen dabei immer wieder inszenieren, hat es etwas Groteskes. Die Musik dazu ist auch etwas gewöhnungsbedürftig, so dass wir nicht ganz so überzeugt sind von dieser Darbietung. Dennoch sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen, vielleicht sind wir ja einfach nur Kulturbanausen, die Kunst nicht erkennen, wenn sie einem ins Gesicht springt…

Balinesischer Ausdruckstanz
Balinesischer Ausdruckstanz

Naja, vielleicht ist die Tour am nächsten Tag eher was für uns.

Der Vater steht pünktlich um 9:00 Uhr am vereinbarten Ort und schnell wird klar, woher der Sohn seine Redseligkeit hat. Der Vater ist mindestens die gleiche Plaudertasche, wenn nicht sogar noch extremer, aber er ist sehr nett und gibt sich größte Mühe sich mit uns zu unterhalten. Wir fahren rund 45 Minuten zu unserem ersten Stop – den Gunung Kawi-Tempel. Unser Tourguide ist bestens vorbereitet und bindet uns beiden jeweils einen Sarong um, damit wir nicht die Götter mit unserer Freizügigkeit beleidigen. Modisch ist das zwar nicht, aber was solls.

Stilecht im Luang Kawi Tempel
Stilecht im Luang Kawi Tempel

Um zum Tempel zu gelangen, muss man einige Treppen hinabsteigen und wird zunächst von einem herrlichen Ausblick auf einige Reisterrassen empfangen. So als kleiner Vorgeschmack für den heutigen Tag ist das nicht schlecht. Am Tempel angelangt versorgt uns unser Guide noch mit reichlich Hintergrundwissen und wir können durch die Anlage schlendern. Besonders groß ist sie nicht, aber eigentlich recht schön. Bisschen verwinkelt und an einem Tor muss man die Schuhe ausziehen um hindurch gehen zu dürfen. Unser Guide fragt uns dann hinterher, was es da drin zu sehen gibt, denn er ist selbst noch nie durch gegangen. Also spektakulär ist es nicht, so viel können wir ihm sagen, aber irgendeine spirituelle Bedeutung wird das schon haben.

Weiter geht unsere Tour dann zum Spring Water. Ein Tempel mit heiligem Wasser, in dem sich die Einheimischen rein waschen. Heute ist hier wohl irgendwas besonderes, denn es geht zu wie zur Mittagszeit am Marienplatz in München und von allen Seiten drängen sich die Gläubigen in das heilige Wasser. Unser Guide bietet uns auch an, dass wir es den Locals gleichtun können, aber da wir keine Wechselklamotten dabei haben, ist das wahrscheinlich eher nichts. Man geht schließlich voll bekleidet baden und muss sogar seinen Sarong tragen. Für mich ist das ohnehin nichts, ich muss mich nicht unbedingt in einen Pool mit hundert anderen Menschen stürzen, das sollen andere machen…

So fahren wir unrein wie wir sind weiter zu unserem nächsten Ziel: einer Kaffeeplantage. Hier erwartet uns eine kurze Führung durch das Areal und anschließend eine Verkostung diverser Sorten. Besondere Spezialität in Bali ist der Luwak-Kaffee, dessen Herstellung etwas unkonventionell mithilfe des Verdauungstraktes einer Schleichkatze funktioniert. Ich spare mir hier Details, wer näheres dazu wissen möchte, kann ja einfach mal „Luwak-Kaffee“ in Google eingeben… Da man für diesen Kaffee extra zahlen muss, und das nicht mal wenig, sparen wir uns die Verkostung. Ich habe eine derartigen aus Vietnam schon mal probiert und weiß daher, dass er einen sehr starken und eher bitteren Geschmack hat. Am besten schmeckt uns der Coconut-Kaffee, der sehr stark an Baileys erinnert und wir deshalb gleich mal für daheim eine Ladung mitgenommen haben.

Frisch verköstigt setzen wir unseren Ausflug in nördliche Richtung fort und erreichen schließlich den Vulkan Batur und den davorliegenden See. Leider ist es inzwischen ziemlich diesig, so dass man nicht gerade den besten Blick auf den Vulkan hat. Wir legen in einem von unserem Guide ausgesuchten Lokal eine Mittagspause ein. Hier kann man beim Essen die Aussicht genießen und es gibt Buffet. Da Essen überzeugt zwar nicht gerade, aber dennoch ist der Preis für indonesische Verhältnisse ganz ordentlich. Nach einer kurzen Fotorunde geht es dann auch schon wieder weiter.

Blick auf den Vulkan Batur
Blick auf den Vulkan Batur

Letztes Ziel auf unserem Plan sind die Reisterrassen, auf die wir beide sehr gespannt sind. Wir werden auch tatsächlich nicht enttäuscht, denn die Terrassen sind wirklich sehr schön. Man kann ein wenig rumwandern und die Aussicht genießen. Das machen wir auch. Ein Besuch ist auf jeden Fall sehr lohnenswert, vor allem weil es hier auch wirklich wunderschön kräftig grün ist.

Bevor wir zurück nach Ubud fahren, haben wir unseren Fahrer noch überredet, dass wir noch kurz Halt machen bei den Kokokan Reihern, die hier anscheinend zum Sonnenuntergang zu hunderten rumlungern. Leider ist es allerdings noch ein wenig früh, wir versuchen aber dennoch unser Glück. Richtig groß raus kommen wir damit nicht, denn es sind momentan vielleicht 5 oder so da, die allesamt nicht ganz so in Entertainment-Laune sind. Schade, schade, aber hilft wohl nichts – dann kehren wir eben zurück nach Ubud.

Geschafft von einem langen Ausflugstag verbringen wir einen gemütlichen Abend im doch recht belebten Ubud, ehe wir am nächsten Tag unsere Weitereise in Angriff nehmen.