Gunung Rinjani

Wir sind dann doch etwas erstaunt, als unser Pick-Up-Service tatsächlich um Punkt 13 Uhr bei unserer Unterkunft auftaucht. Sobald wir im Auto sitzen gibt der Fahrer ordentlich Gas und wir sind unterwegs vom Süden der Insel in den Norden. Lombok ist zwar nicht so groß, aber die Straßenverhältnisse und der Verkehr sorgen dafür, dass wir etwa 4 Stunden unterwegs sind – trotz der teilweise halsbrecherischen Manöver unseres Fahrers. Außerdem gibt es auch keinen direkten Weg, sondern nur den an der Küste entlang. Der Grund dafür ist gleichzeitig auch unser Ziel: der mit 3726 Metern zweithöchste Berg Indonesiens, der Vulkan Rinjani. Dort wollen wir rauf! Ein Blick auf den Berg bleibt uns während der Anfahrt leider verwehrt, da er dick in Wolken gehüllt ist. Wir hoffen, dass das die nächsten Tage besser wird.

Ziel unserer Fahrt ist der Ort Senaru, wo die meisten der Touranbieter für die Besteigung des Bergs ansässig sind. Wir haben uns für die Company Green Rinjani entschieden, da sie die besten Bewertungen im Internet auf TripAdvisor hat. Außerdem verfolgen sie wohl den Gedanken des Ökotourismus und jeder Teilnehmer kann unterwegs einen Baum pflanzen. Beim Stützpunkt der Company angekommen werden wir dann Adi, unserem Guide für die nächsten drei Tage, vorgestellt. Außerdem lernen wir Greta und Teresa kennen, zwei Italienerinnen, die mit uns unterwegs sein werden. Nach einem üppigen Abendessen gibt es ein kurzes Briefing wie die Tour ablaufen wird und danach müssen wir unsere Rucksäcke umpacken für den Trip. Der Inhalt unserer großen Rucksäcke mit denen wir über 8 Monate um die Welt gereist sind besteht diesmal fast zur Hälfte aus Ausrüstung extra für diesen Ausflug: hohe Wanderschuhe, dicke Jacken, warme Unterwäsche, Mützen, Handschuhe. Als alles erledigt ist geht’s auch gleich ins Bett, da wir morgen um 6 schon wieder aufstehen müssen.

Und so klingelt uns der Wecker dann auch unbarmherzig aus dem Bett.  Nach dem Frühstück fahren wir etwa eine Stunde mit dem Auto in den nächsten Ort Sembalun, von wo die Wanderung startet. Vom Dorf aus können wir dann auch den ersten Blick auf den Gipfel werfen, morgens sind hier noch keine Wolken unterwegs. Sieht gar nicht so hoch aus, denken wir uns. Mal sehen. Der Beginn des Weges führt uns dann erstmal an den Berg heran durch grüne Felder und kleine Wälder. Da es sehr warm ist, sind wir um die kurzen Pausen im Schatten recht froh. Es stellt sich schnell heraus, dass Adi in seinem Rucksack allerlei Verpflegung für uns mitschleppt. Neben verschiedenen Früchten gibt es auch noch Unmengen an Schokoriegeln und Erfrischungsgetränke. Den Rest unserer Verpflegung für die nächsten Tage, sowie alles andere Equipment wie Zelte und Schlafsäcke, tragen 4 Porter für uns. Die Burschen sind echt krass unterwegs: schleppen ca. 40 kg auf den Schultern den Berg hinauf und tragen dazu Flip-Flops! Und dann sind die meisten von ihnen so noch schneller unterwegs als die Touristen!

Gunung Rinjani
Gunung Rinjani

Nach etwa 3 bis 4 Stunden leichter bergauf Wanderung halten wir für die Mittagspause an. Die Porter sind nebenbei auch noch Köche und was sie in der provisorischen Küche auf Gaskocher und Wok zaubern ist nicht zu verachten. Neben unserer Gruppe sind natürlich auch noch viele andere unterwegs und alle sammeln sich hier zum Essen. Grob geschätzt sind 100 – 120 Touristen unterwegs auf den Berg. Dazu kommen dann nochmal so viele Porter und etwa 30 Guides. Es hat also teilweise schon etwas Prozessions-ähnliches wie wir unterwegs sind.

Nach dem Essen wird der Weg etwas steiler und wir kommen in felsigeres Gebiet. Aber es ist alles problemlos machbar. Dann wird es allerdings dreckig, und das im wahrsten Sinne des Wortes: der „Weg“ geht steiler hoch und ist sehr sandig und staubig. Man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht während man immer wieder etwas abrutscht. So kämpfen wir uns etwa drei Stunden 1100 Höhenmeter zu unserer Campsite hinauf und sind dann schon recht froh als wir endlich ankommen. Froh und staubig… Der Ausblick ist leider nicht so gut von hier oben, bzw. nicht vorhanden, da um uns herum alles in grauen Wolken hängt.

Leider entpuppt sich der Campingplatz als wahre Müllhalde. Ich bin echt entsetzt wie es hier aussieht! Links und rechts von der Bergkuppe auf der die Zelte stehen, sehen die Flanken echt furchtbar aus. Überall Plastikmüll, leere Dosen, Gaskartuschen und Essensreste. Dass sich Ratten hier pudelwohl fühlen verwundert nicht und so huschen die Viecher auch überall herum. Um das Gebiet hier zu säubern müsste schon eine ganze Hundertschaft Helfer anrücken und Müllsäcke füllen. Wie gesagt, ich bin entsetzt und schon etwas beschämt, Teil dieses Problems zu sein. Da lässt sich bloß hoffen, dass Green Rinjani wirklich wie versprochen seinen bzw. unseren Müll wieder mit hinunter vom Berg nimmt.

Nach diesem Schock kehren wir dann in unser Restaurant ein: zwei am Boden ausgebreitete Plastikmatten und bekommen wieder ein ausgiebiges Essen serviert. Nach dem Essen zündet Adi ein kleines Lagerfeuer für uns an und erläutert uns wie es morgen weitergeht: wake-up um 2, kurzes Frühstück, Start Richtung Gipfel 2:30 Uhr. Das mag was werden. Deswegen und da es inzwischen stockdunkel ist und das Wärme spendende Feuer auch recht bald heruntergebrannt ist verkriechen wir uns recht bald in unseren Zelten und versuchen zu schlafen. Wir schlafen aber beide sehr schlecht und wenig und liegen die meiste Zeit wach. Die Aufregung und Anspannung sind wohl zu groß.

Adi verschläft dann leider etwas und wir müssen ihn aufwecken. So hat es auch wieder etwas Gutes, dass wir wach gelegen sind. Kurz vor 3 geht’s dann los Richtung Gipfel, bis dorthin müssen wir auf etwa 3 km Strecke 1100 Höhenmeter überwinden, dazu soll man etwa 3 Stunden brauchen. Die Strecke unterteilt sich in drei Abschnitte, wovon jeder etwa 1 Stunde beansprucht: von mittel über einfach zu hart. Da Greta nicht mitkommt sind wir nur zu viert unterwegs. OK, gehen wir es an. Stirnlampe ein und los!

Da wir etwas später los sind haben wir eine Menge anderer Gruppen vor uns. Aber bereits am ersten, mittelschweren Teil beginnt sich die Spreu vom Weizen zu trennen, viele Leute kommen nur sehr langsam voran. Der Untergrund ist tückisch, es ist wieder sehr sandig und man rutscht immer wieder ab. Der Weg schlängelt sich den Hang hinauf, teilweise durch kleine „Tunnel“, man ist links und rechts von Felsen umgeben. Teresa ist unsere Pace-Makerin. Sie ist nicht die schnellste, aber wir gehen konstant durch. Lediglich ab und zu gibt es kürzere Trink- und Verschnaufpausen. So kommen wir einigermaßen gut voran und überwinden in der veranschlagten Stunde den ersten Teil der Strecke.

Der zweite Teil ist dann wirklich einfach, es geht nur leicht bergan. Ich würde jetzt gerne etwas schneller gehen, aber Teresa behält ihr Tempo bei. OK, auch recht, dann können wir Kräfte sparen für den letzten Teil. Es ist immer noch stockdunkel und man sieht nicht wirklich viel. Man erkennt links einen Abhang der nicht allzu steil aussieht. Rechts allerdings ist nur Schwärze, da geht’s wohl steil nach unten. So halte ich mich am Pfad immer etwas links, um bei etwaigen Stolperern nicht Gefahr zu laufen abzustürzen. Der letzte Teil des leichten Teils wird dann auch wieder etwas steiler und sandiger. Außerdem kommt ein recht unangenehmer Wind dazu, der kräftig weht. Vor allem der aufgewirbelte Dreck ist sehr unangenehm. Inzwischen gehen wir zu viert relativ isoliert von allen anderen, die Schnelleren sind uns enteilt, die Langsameren haben wir abgehängt. Das hat dann auch wieder etwas für sich.

Der leichte Teil zieht sich dann doch etwas, aber schließlich kommen wir am schwierigen Teil an. Und der hat es wirklich in sich. Der Weg besteht aus lauter kleinen bis mittleren Steinen, so dass man mit jedem Schritt auch wieder zwangsläufig etwas abrutscht. Zwei Schritte vorwärts, einen rückwärts. Immer wenn man denkt, man hat eine gute Technik zum Vorwärtskommen entwickelt, versagt diese sofort wieder bei den nächsten Schritten. Inzwischen ist es auch nicht mehr stockdunkel, der Gipfel zeichnet sich vor dem Sternenhimmel ab. Leider kommt er einfach nicht näher, es ist zermürbend und wir kommen nur quälend langsam voran. Da ich aber gerne zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel wäre, beschließe ich ein bisschen mehr Gas zu geben, um es vielleicht noch zu schaffen. Als ich Adi frage, wie lange man vom jetzigen Punkt noch braucht, meint er 30-40 Minuten. Wie bitte? Wir sind gefühlt schon ne Stunde an diesem Hang und immer noch so weit vom Ziel entfernt? Verdammt! Das mit dem Sonnenaufgang wird verdammt knapp.

Ich probiere es trotzdem und verlasse die Gruppe. Leider muss ich recht bald einsehen, dass man diesen Hang einfach nicht rauf sprinten kann. Es ist einfach zu anstrengend, um ein schnelleres Tempo lange durchzuhalten. Vielleicht spielt auch die Höhenluft ihre Rolle, auf jeden Fall muss ich alle paar Meter erschöpft anhalten und durchschnaufen. Ich komme zwar nun etwas schneller voran als der Rest der Gruppe, aber lange nicht schnell genug. So erscheint die Sonne am Horizont während wir uns noch alle mit dem Aufstieg abquälen. Schade. Mal wieder ein fehlgeschlagener Sonnenaufgang-an-einem-besonderen-Ort Versuch (siehe Angkor Wat, Soussouvlei). Naja, sei’s drum. Zumindest komme ich dann doch irgendwann oben an und bin einfach überglücklich es geschafft zu haben. Erschöpft setze ich mich in ein windstilles Eck und warte auf den Rest der Truppe.

Als die anderen dann auch da sind drehen wir eine Runde um den Gipfel und genießen den tollen Ausblick. Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nun hat es auch etwas Gutes, dass wir nicht bei den schnellsten waren: die vor uns Angekommenen machen sich bereits auf den Rückweg und so ist es hier oben nicht mehr ganz so voll. Wir lassen uns Zeit den Anblick auszukosten und die obligatorischen Erinnerungsfotos zu schießen. Als genug davon im Kasten sind machen wir uns wieder an den Abstieg. Was vorhin eine nicht enden wollende Quälerei war, ist jetzt ein schnelles den-Hang-hinunter-rutschen. Während wir beflügelt das letzte Stück hinab gleiten, quälen sich immer noch viele an uns vorbei den Hang hinauf. In deren Haut möchten wir nun wirklich nicht stecken!

Am Gipfel des Rinjani
Am Gipfel des Rinjani

Während des gesamten Abstiegs bleiben wir immer wieder stehen und genießen den atemberaubenden Anblick in den Vulkankrater hinab. Dort unten befindet sich ein großer See, in dem wiederum ein kleiner Vulkan-Kegel steht, der auch munter vor sich hinqualmt. Die letzten Ausbrüche waren 2009 und 2010. Zum See werden wir dann nach dem richtigen Frühstück aufbrechen. Dieses bekommen wir, als wir nach dem etwa 2 Stunden dauernden Abstieg wieder im Camp ankommen. Erschöpft lassen wir uns auf unseren Sitzmatten nieder und wollen eigentlich gar nicht mehr aufstehen.

Leider wird uns nur eine etwa einstündige Pause gegönnt, bevor wir wieder weiter müssen. Bevor wir unser Lager ganz abbrechen, dürfen wir noch unsere kleinen Bäumchen pflanzen. Bleibt zu hoffen, dass diese dann auch überleben und heranwachsen können. Aber wenn ich ehrlich bin bezweifle ich das sehr stark. Entweder sie vertrocknen, werden unter Müll begraben oder demnächst als Feuerholz missbraucht. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Als wir dann gerade losmarschieren wollen bildet sich in der Mitte des Camps eine kleine Windhose und wirbelt herum. Fasziniert starren alle auf das Spektakel. Plötzlich bewegt sich der Mini-Wirbelsturm auf eines der noch stehende Zelt zu und reißt es in die Luft. Es tanzt vor unser aller Augen etwa zwei Meter über dem Boden. Die meisten Porter und Guides brechen in schallendes Gelächter aus, außer denen, denen das Zelt gehört. Die rennen hin und versuchen es zu fangen, was ihnen auch recht schnell gelingt. Das ganze Spektakel dauert nur wenige Sekunden, ist dafür aber umso beeindruckender.

Nach dieser unerwarteten Showeinlage geht es dann los ins Tal hinunter. Wir müssen über einen schmalen felsigen Pfad etwa 600 Höhenmeter nach unten. Adi meinte gestern im Briefing, dass viele Touristen hier verzweifeln, weil sie sehr müde sind und schon 5 bis 6 Stunden gewandert sind. Carina und ich haben aber keinerlei Probleme mit diesem Abstieg und wundern uns was hier schwierig sein soll. Unsere beiden Begleiterinnen haben da schon mehr Schwierigkeiten und trauen sich oft nicht so recht weiter. Aber sie schaffen es trotzdem hinunter. Jetzt müssen wir nur noch eine Stunde bis zum See wandern. Auf diesem Stück haut es dann dafür Carina und mich zusammen. Wir fühlen uns beide nicht optimal, sind kraftlos und kommen kaum noch voran. Ein Schokoriegel und eine Powerbar helfen uns dann doch noch am See anzukommen.

Kratersee mit Vulkan
Kratersee mit Vulkan

Dort lassen wir uns völlig entkräftet auf unsere schon vorbereiteten Matten fallen und dösen vor uns hin, bis es Mittagessen gibt. Nach diesem steht dann ein Punkt auf dem Programm, den ich schon seit Stunden herbeisehne: ein Bad in den hiesigen heißen Quellen. Das warme Wasser tut den Muskeln dann auch sehr gut und es ist Entspannung pur in den kleinen Becken zu liegen. Auch Adi meint, er genießt diesen Teil der Tour immer am meisten. Ich würde am liebsten hierbleiben, aber leider sieht die Tour etwas anders vor. Unser nächster Schlafplatz ist wieder auf einem Gipfel, diesmal auf der anderen Seite des Kraters. So müssen wir die 600 Höhenmeter also wieder hinauf.

Für diesen Aufstieg sind wieder 3 Stunden veranschlagt. Puh, das kann ja heiter werden. Der Weg wäre unter normalen Umständen kein Problem, aber nach unserem heute bereits getätigten Pensum sieht das schon anders aus. Aber wir müssen da jetzt durch und beißen die Zähne zusammen. Auf halbem Weg treffen wir eine Gruppe, die hier spontan ihr Lager aufgeschlagen hat. Sie wollten und konnten nicht mehr weiter und hatten das Glück, das ihre Porter noch nicht den Berg rauf waren. Unsere sind leider schon weg, sonst hätte keiner was dagegen gehabt auch hier zu bleiben. So schleppen wir uns weiter den Berg hinauf. Der Weg will und will einfach kein Ende nehmen. Einzig der Ausblick zurück ins Tal mit See und Vulkan entschädigt ein wenig für die Plackerei.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hören wir dann vor uns laute Jubelschreie. Da sind wohl die ersten oben angekommen. Wir haben es zwar noch nicht geschafft, aber das Wissen, dass wir gleich da sind gibt uns noch mal ein wenig Kraft. So kommen wir dann auch irgendwann oben an, sind ziemlich platt und wollen nur noch zum Zeltplatz. Wenn man die diversen Zwischen-Aufs und Abs mitzählt sind wir heute wohl 1900 Höhenmeter rauf und wieder runter, bei teils echt schwierigem Terrain, da haben wir uns unser Abendessen redlich verdient. Wie gestern gibt es dann noch ein Lagerfeuer an dem wir uns ein wenig aufwärmen können, nachdem die Sonne weg ist. Leider kommt auch ein ziemlich starker Wind auf, so dass es nicht sehr gemütlich ist. Also verkriechen wir uns bald wieder in unseren Zelten.

Der Wind lässt die ganze Nacht nicht nach, so dass es im Zelt ziemlich zieht und die Plane hin und her flattert. Manche Böen sind so stark, dass das Zelt flachgedrückt wird und ich es direkt ins Gesicht bekomme. Aber ich kann trotzdem einigermaßen gut schlafen. Nach dem heutigen Programm auch kein Wunder. Am nächsten Morgen stürmt es immer noch genauso und das ganze Zelt ist voller Dreck, den es durch die Lüftungsfenster hereingeweht hat. Unsere Porter sind immer wieder damit beschäftigt irgendwelche Sachen einzusammeln, die es davonweht. Mal die Sitzdecken, mal einen Müllsack. Aber sie scheinen irgendwie Spaß daran zu haben, denn das Lachen ist immer wieder groß, wenn etwas davonkullert.

Nachdem das Lager abgebrochen ist, haben wir den Abstieg zum Fuß des Vulkans vor uns. Der erste Teil ist wieder sehr staubig und rutschig, macht uns aber keine Probleme. Danach kommen wir in den Dschungel und der Weg schlängelt sich beständig bergab. Es gibt unterwegs ein paar kleine Häuschen, die für Pausen vorgesehen sind. An einem davon hat sich neben den Touris auch eine kleine Horde Affen eingefunden, die wir etwas beobachten. Als ich mal wieder zu nah rankomme werde ich von einem der Affen erbost angefaucht und er täuscht auch einen Angriff vor. So ziehen wir uns beide etwas zurück. Danach geht es weiter durch den Dschungel. Da Greta und Teresa nicht so schnell vorankommen und wir immer wieder auf sie warten müssen, sagt Adi zu uns wir sollen zugehen. Verwundert fragen wir noch nach, wo wir warten sollen, bekommen aber nur ein „just go on“ als Antwort.

OK, dann geben wir halt ein wenig Gas und gehen unser Tempo. So überholen wir auch bald viele andere Gruppen und kommen dem Ende des Weges immer näher. Irgendwann kommt dann Adi völlig verschwitzt angerannt und meint wir seien zu schnell und sollten bei der nächsten Hütte warten. Hm, das war dann wohl ein Missverständnis vorhin. Also warten wir bei der nächsten Gelegenheit auf die anderen, sind aber nicht so richtig glücklich damit. Es wäre nur noch 1 Kilometer bis zum Ende gewesen und nun sitzen wir hier, kühlen aus und die Muskeln werden kalt. Nach etwa einer halben Stunde kommen die anderen dann endlich an und wir können weiter. Jetzt wieder losgehen fühlt sich echt nicht gut an, alles tut weh, die Muskeln schmerzen. Naja, das müssen wir wohl rauslaufen. Lange haben wir dazu nicht Zeit, es wird wieder Halt gemacht zum Mittagessen. Auch nach dieser Pause ist es hart wieder in die Gänge zu kommen.

So humpeln wir die letzten Meter zum Ende der Wanderung und sind froh als wir das Tor zum Nationalpark endlich erreichen. Noch ein Foto gemacht und dann zurück zu Green Rinjani, unsere Sachen abholen. Denkste, bis zum Parkplatz müssen wir auch noch mal einen guten Kilometer gehen. Mist, jetzt reichts dann aber. Schließlich kommen wir dort aber auch noch an und werden von einem Fahrer aufgesammelt und zurück gebracht. Im Office der Company können wir dann noch eine Dusche nehmen, bevor wir vom Fahrer zu unserem nächsten Ziel gebracht werden.

Geschafft!
Geschafft!

Abschließend ist zu sagen, dass es eine tolle und empfehlenswerte Wanderung war. Gerade der zweite Tag hat es zwar sehr in sich, aber man wird für die Strapazen auch belohnt. Wir waren heilfroh um unsere gute Ausrüstung für die Wanderung, gerade die hohen Wanderschuhe und die ausgeliehenen Wanderstöcke waren Gold wert. Es waren zwar auch viele mit normalen Laufschuhen unterwegs, aber das Risiko umzuknicken ist bei den Verhältnissen schon hoch. Auch um die warmen Klamotten waren wir sehr froh. Zum Gipfel hoch und abends wird es sehr frisch, teilweise hat es nachts nur 5 Grad. Wer diese Wanderung also auch mal machen möchte, sollte nicht unvorbereitet sein. Auch mit der Wahl von Green Rinjani waren wir zufrieden. Soweit wir gesehen haben, haben unsere Porter allen Müll wieder mitgenommen. Und wir waren auch rundum gut verpflegt. Adi war immer zur Stelle wenn wir eine Frage hatten und hat sich gut um uns gekümmert. Von billigeren Companys haben wir gehört, dass die Guides teilweise nicht zum Gipfel mitkommen oder auch schon auf den anderen Strecken zurückfallen. Auch unsere Porter waren immer rechtzeitig da. Wir hoffen, dass sie von dem höheren Preis für die Tour auch ihren entsprechenden Teil abbekommen…

httpvh://www.youtube.com/watch?v=NnP5d-jlNIg

So, und jetzt machen wir erstmal Urlaub ;-)