Jakarta und das Ende

Nachdem wir es ja immer wieder gerne mit den einheimischen Fortbewegungsmitteln versuchen, haben wir uns entschieden, den Weg von Yogjakarta in die indonesische Hauptstadt Jakarta mit dem Zug anzutreten. Für die rund 520 km lange Strecke sind 8,5 Stunden Zugfahrt angesetzt, so beschließen wir, uns ein Ticket der Executive Class zu buchen. Wie sich herausstellt, auch wirklich sinnvoll, denn die Plätze sind geräumig und man hat viel Beinfreiheit. Die Verständigung hier lässt ein wenig zu wünschen übrig, da hier viele Einheimische der englischen Sprache nicht so mächtig sind. Glücklicherweise sitzen wir aber dennoch zur richtigen Zeit am richtigen Platz im Zug und wir fahren pünktlich (!) ab. Landschaftlich soll die Strecke sehr schön sein, so haben wir jedenfalls gelesen, richtig aus den Socken haut es mich aber nicht, muss ich zu meiner Schande gestehen.

Zugfahrt
Zugfahrt

Innerhalb der vorgegebenen Zeit erreichen wir dann Jakarta und dort erwartet uns dann auch gleich die asiatische Großstadtluft. Jakarta ist mit 9,58 Mio. Einwohnern die größte Stadt in Südostasien und ihr Ballungsraum ist sogar der zweitgrößte der Welt. Auch wenn wir einiges Negatives über die Stadt gelesen haben, denken wir dennoch, dass eine Stadt in einem solchen Ausmaß für uns etwas zu bieten haben muss. Ich will ja eigentlich nichts vorweg nehmen, aber ich muss dennoch jetzt schon sagen, dass wir uns geirrt haben…

Zunächst müssen wir mit unserem Gepäck bepackt zu unserer vorgebuchten Unterkunft marschieren. Auf der Karte sieht das nicht weit aus, wenn man allerdings bei diesen Temperaturen und dann auch noch bepackt wie ein Esel in Flipflops dahin marschiert, dann können sich 2 km schnell mal wie 10 km anfühlen. Wenigstens unser Zimmer ist zufriedenstellend. Hunger haben wir auch wie Sau, also wollen wir uns gleich mal auf die Suche nach einem netten Lokal machen. Hier erleben wir die erste Enttäuschung: Obwohl die Tripadvisor-App einige Lokalitäten im näheren Umkreis anzeigt, werden wir nicht fündig. Nach einer gefühlten Ewigkeit können wir dann eine Art Shoppingcenter (nur ohne Geschäfte) ausfindig machen, das neben McDonalds und Burger King auch noch ein japanisches Restaurant zu bieten hat. Puh, vor dem Hungertod sind wir wieder mal entflohen!

Der nächste Tag sieht einen Besuch in der Plaza Semangi vor. Ganz in der Nähe soll das Hardrock Cafe zu finden sein. Also, los geht’s. Leider irren wir zunächst ein wenig planlos umher und können unser Ziel nicht finden. Da die Einheimischen der englischen Sprache, wie bereits erwähnt, nicht ganz so mächtig sind, ist es auch nicht ganz so einfach nach dem Weg zu fragen. Glücklicherweise kann uns eine Indonesierin dann doch weiter helfen und wir sind wenig später in der Parcific Place Shopping Mall. Nach dem anstrengenden Geschäfte-Hopping gibt’s ein Mittagessen und das obligatorische T-Shirt im Hardrock Cafe. Ich bin glücklich.

Den Nachmittag verbringen wir auch noch ein wenig mit Shoppen, ehe wir uns auf den Rückweg – mit dem Public Bus – zu unserem Hotel machen und den Pool nutzen, auf den wir diesmal so viel Wert gelegt haben.

Da ich das Programm für den Shoppingtag ausgesucht habe, darf Hank das Programm für den nächsten Tag aussuchen. Er will sich die Stadt anschauen, so marschieren wir in nördliche Richtung zum Monumen Nasional. Das Monumen Nasional ist ein 137 m hoher Turm im zentralen Jakarta und symbolisiert den Kampf um die Unabhängigkeit Indonesiens. Wie wir feststellen müssen, ist in dieser Stadt alles in weitläufigen Parks eingezäunt und Umwege gehen gehört hier genauso dazu wie Gefahr zu laufen von einem Roller oder einem zu schnell um die Ecke sausenden Bus angefahren zu werden…

Nachdem wir schon eine gefühlte Ewigkeit marschiert sind, erreichen wir endlich das Monument, nur um uns dann von einer schlecht englisch-sprechenden Dame sagen lassen zu müssen, dass wir nicht reinkommen, weil „we have guests from Denmark“ – äh ja, na und – wir sind „guests from Germany“. Der Präsident ist da und er will auf das Monument – vor 12 brauchen wir hier nicht wieder kommen. Na gut, dann schauen wir hald erstmal weiter. Mal weiter schauen ist gut, erstmal müssen wir aus diesem Park wieder rausfinden, was gar nicht so einfach ist. Man sieht quasi die Freiheit, kann aber nicht hinaus, weil es keine Tore gibt. Alcatraz ist da ja ein Dreck dagegen…

Endlich wieder in Freiheit suchen wir als nächstes die Istiqulal-Moschee auf, da sie als die größte Moschee in ganz Südostasien deklariert ist. Wir hätten sie uns auch wirklich gerne angeschaut, aber irgendwie fühlen wir uns in unseren Shorts und Shirts ein wenig fehlplatziert. Die Blicke der Menge haften jedenfalls auf uns. Ich fühle mich gänzlich unwohl und auch Hank hat erhebliche Zweifel, ob wir das jetzt bringen und da einfach reinmarschieren können. Eine Gruppe Schüler ist in jedem Fall sehr interessiert an uns und möchte unbedingt Fotos mit uns machen. Da wir das Procedere ja jetzt schon einige Male mitgemacht haben, stellen wir uns auch diesmal bereitwillig den Schaulustigen. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, zu welchem Zweck sie die Bilder eigentlich machen…

Nach diesem weiteren Misserfolg beschließen wir, dass man dieser Stadt doch lieber seine Zeit mit Shopping verbringen sollte, also starten wir einen erneuten Besuch in einem der vielen Shoppingcenter, bevor wir unserem Reiseführer folgend die Gegend nördlich des Hauptbahnhofes in Angriff nehmen. Dies soll die für Touristen spannendste Gegend der Stadt sein. Tja, was soll ich sagen? Entweder ich verstehe nichts von touristischen Sehenswürdigkeiten oder hier gibt es wirklich nichts zu sehen. Ich glaube aber, dass es Zweiteres ist. Enttäuscht ziehen wir wieder von Dannen und müssen gestehen, dass Jakarta tatsächlich das Moloch ist, als das es immer beschrieben wird. Also, aufgemerkt: JAKARTA IS NO PLACE TO BE!

Der letzte Tag unserer Reise bricht an und bis zu unserem Abflug müssen wir noch den kompletten Tag rumbringen. Der Flieger geht erst um halb 2 in der Nacht und wie bereits geschildert, gibt es nicht besonders viel, was man in dieser Stadt machen kann. Zunächst versuchen wir nochmals unser Glück beim Monumen Nasional. Diesmal können wir auch tatsächlich nach oben fahren, aber die Aussicht ist bescheiden. Außerdem schwirrt hier eine ganze Horde von Soldaten rum, die allesamt unbedingt Fotos mit uns machen wollen. Ehe wir uns versehen, finden wir uns inmitten von ca. 20 Soldaten wieder und grinsen doof in die Kamera. Naja, wenn sie meinen…

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Die Aussicht oben ist okay, aber nicht näher erwähnenswert. Der Smog hat sich heute extrem ausgebreitet und deshalb ist nicht viel mit Fernsicht. Den Rest des Tages verbringen wir mit Essen, Trinken, Shoppen und einfach nur rumsanteln, bevor wir dann gegen 18 Uhr (Auscheckzeit aus dem Zimmer) mit dem Taxi zum Flughafen fahren. Dort müssen wir feststellen, dass selbst der Internationale Flughafen GAR nichts zu bieten hat. Wir sind froh, als wir dann endlich in die Maschine nach Abu Dhabi einsteigen dürfen.

In Abu Dhabi erleben wir dann noch einen krönenden Abschluss unserer Reise: Wir wollen gerade in die Maschine nach München einsteigen, als mir mein Ticket weggenommen wird und der Flughafenangestellte das „Economy Class“ auf meinem Ticket durchstreicht und stattdessen „Business Class“ draufschreibt. Jackpot, denk ich mir und erkundige mich zunächst vorsichtig bei Hank, ob er auch upgraden darf. Und tatsächlich, wenige Augenblicke später finden wir uns in bequemen ruhigen Plätzen in der Business Class wieder und werden mit einem Glas Champagner empfangen. Nachdem ich mir ein Upgrade schon immer gewünscht habe, entschließe ich mich, diesen Service vollends auszukosten. Also Champagner, Rotwein, whatever – alles zu mir! Als dann die Flugbegleiterin uns die Speisekarte in die Hand gibt und darum bittet, dass wir uns eine Vorspeise und eine Hauptspeise aussuchen, bin ich schwer begeistert.

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Rinderfilet im Flieger, dekadent!! So vergehen die 6 Stunden bis wir in München sind, natürlich viel zu schnell. Dass ich mehr als nur ein bisschen beschwipst bin, tangiert mich in diesem Fall nur peripher! Es war einfach klasse und Etihad bekommt von mir, obwohl ich zunächst gar nicht so begeistert war, dennoch ganz klar einen Gefällt-Mir-Daumen!

Yogyakarta – Borobudur & Prambanan

Spät abends setzen wir etwas holprig am Flughafen von Yokyakarta auf Java auf. Das war mal eine interessante Landung… Vom Flughafen geht es dann mit dem Bus in die Innenstadt in die Malioboro Street. In einer Nebenstraße finden wir dann auch schnell eine gemütliche Unterkunft und quartieren uns ein. Am nächsten Morgen brechen wir vormittags Richtung Kraton auf, das ist der alte Stadtkern Yogyakartas. Auf dem Weg dorthin werden wir von einigen Indonesiern angesprochen, die ein Foto mit uns machen wollen. Ist ja witzig. Europäische Touris sind hier wohl eine Attraktion für die Einheimischen. Nach ein paar Posen ziehen wir weiter und stehen auch schon am Eingang zu dem Palast im Zentrum. Denken wir zumindest. Als wir im Inneren sind stellt sich recht schnell heraus, dass wir aus Versehen in ein kleines Museum geraten sind. Die Ausstellungsstücke sind wohl aus dem Alltagsleben der Inselbevölkerung, es gibt einige Töpfe, Musikinstrumente und traditionelle Gewänder. Die Beschreibungen sind alle nur auf Indonesisch und so sind wir recht schnell wieder aus der Anlage draußen.

Wir gehen ein paar Meter weiter und kommen dann wirklich zum Eingang des Sultanspalastes. Merkwürdigerweise wird Carinas schulterfreies Shirt nicht bemängelt, meines allerdings schon. Normalerweise ist es immer anders herum. So muss ich mir zur Eintrittskarte noch ein Hemd ausleihen. Wir erkunden den Palast, sind aber auch hier etwas enttäuscht. Die Anlage ist eher klein und als Palast würde ich sie nicht unbedingt bezeichnen. In einigen kleinen Häuschen sind alte Gebrauchsgegenstände des Sultans ausgestellt. Fotokameras, Geschirr, Klamotten, etc. Naja, sehenswert ist das nicht unbedingt. Was den Palastbesuch dann doch noch etwas aufwertet ist die Tanzvorstellung auf einer Bühne im Innenhof. Wie schon in Ubud verfolgen wir die merkwürdigen Tänze mit ihren abgehackten Bewegungen. Danach verlassen wir den Palast aber wieder und lassen uns mit einer Radrikscha zurück zu unserer Unterkunft bringen. Dort machen wir eigentlich nicht mehr viel, außer einen Ausflug für den morgigen Tag zu planen. Als ich abends allerdings noch mal Richtung Hauptstraße aufbreche, um einen kleinen Happen zu Essen, laufe ich direkt in Greta und Teresa, die beiden Mädels mit denen wir am Rinjani waren. Sie sind gerade angekommen und haben sich direkt gegenüber unserer Unterkunft einquartiert. Witzig, wie sich die Wege immer wieder kreuzen. Nach einem kurzen Plausch verfolge ich dann aber weiter mein Ziel und suche mir einen kleinen Stand mit Sate-Spießchen. Mhm, sehr lecker, das asiatische Streetfood ist einfach traumhaft!

Am nächsten Morgen werden wir dann nach dem Frühstück von unserem Fahrer abgeholt und brechen auf Richtung Borobudur, einer der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens. Nach einer etwa einstündigen Fahrt kommen wir an der Anlage an und sehen uns gleich mal wieder mit einem der üblichen Abzock-Versuche konfrontiert und zwar von unserem Fahrer! Er meint, wenn er uns ein Gesamtticket für diesen Tempel und den nächsten besorgt ist das billiger, als wenn wir die Tickets einzeln kaufen. Wir sollten aber im Auto warten, während er die Tickets holt. Das macht uns gleich skeptisch, wir lehnen dankend ab und machen uns auf dem Weg zum Ticketschalter. Dort stellt sich heraus, dass es das Kombiticket wirklich gibt, es ist aber noch ein gutes Stück billiger, als wir es von unserem Fahrer angeboten bekommen haben. Wollt uns der Bazi doch glatt übers Ohr hauen!

Nachdem Carina ihren Begrüßungs-Kaffee genossen hat machen wir uns auf den Weg zu der großen Pyramide. Die sieht dann auch wirklich cool aus und das Beste ist, man darf auch raufgehen ;-) Sie besteht aus neun Plattformen, die auch alle eine Bedeutung haben, aber fragt mich nicht welche. Langsam arbeiten wir uns über die Einzelnen Plattformen nach oben und bewundern auf jeder die vielen Reliefs in den Wänden, sowie die obligatorischen Buddhas, die überall herumsitzen. Oben angekommen bietet sich uns ein ungewöhnlicher Anblick, auf der obersten Terrasse stehen viele kleine runde Stupas. Wir haben ja schon viele Tempel in Asien besucht, aber sowas haben wir noch nicht gesehen. Wir sind echt beeindruckt und schlendern staunend umher. Leider sind inzwischen auch viele andere Touris da, und es wimmelt ein wenig. Es ist schwierig, Fotos zu machen, auf denen niemand mit drauf ist. Es sind aber überwiegend indonesische Schulklassen da und so werden wir recht bald wieder als Fotomotiv auserkoren und lassen uns sicher 20 bis 30 mal mit den strahlenden Indonesiern ablichten. Echt witzig.

Borobudur, oberste Ebene
Borobudur, oberste Ebene

Nachdem wir genug gesehen haben, machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Parkplatz. Wir werden von den Wächtern aber darauf hingewiesen, dass der Eingang nicht gleichzeitig der Ausgang ist, selbiger liegt auf der anderen Seite der Anlage. Na gut, denken wir uns, gehen wir halt einen kleinen Umweg. Nachdem wir den Ausgang durchquert haben werden wir durch einen überdachten Gang gelotst, in dem der übliche Nippes verkauft wird. Am Ende des Tunnels ist auch ein Schild Richtung Parkplatz. Dem folgen wir und stehen unverhofft im nächsten Gang. So geht das dann noch einige Male weiter und wir wandern gute 20 Minuten durch den Verkaufstunnel, bis wir wirklich mal am Parkplatz ankommen. Wow, das war aber echt nervig. Wir fragen uns, wer bei den letzten Ständen überhaupt noch stehen bleibt, um was zu kaufen. Wegen des unerwartet langen Rückwegs kommen wir etwas verspätet bei unserem Auto an, aber der Fahrer grinst nur wissend.

Das nächste Ziel unseres Ausflugs ist der Merapi Vulkan. Dort angekommen entscheiden wir uns spontan anstelle eines Spaziergangs lieber eine Tour mit einem Offroad-Jeep zu machen. So sitzen wir in dem Gefährt und werden gut durchgeschüttelt. Lustig. Unser erster Stopp ist dann ein kleines Dorf, das beim letzten Ausbruch des Vulkans komplett zerstört wurde. Es sind allerlei Fotos von der Katastrophe ausgestellt, sowie Gegenstände die zerstört wurden, allen voran das Skelett eines Rollers. Schon beeindruckend. Der nächste Halt ist das eher nicht, wir halten an einem Felsen in den man ein Gesicht hineininterpretieren kann. Ahja. Man sieht hier aber auch in eine Schlucht hinab, die vor dem Ausbruch etwa 100 Meter tief war und auf deren Grund ein Fluss geflossen ist. Nun ist sie noch 20 bis 30 Meter tief und voll mit Geröll und Lava. Wir fahren ein paar Meter weiter an den Rand der Schlucht und unser Guide startet ein richtiges Fotoshooting mit uns. Er hat sichtlich Spaß daran mit Carinas Kamera zu spielen und lässt uns immer wieder andere Posen einnehmen. Einziges Manko ist, dass der Vulkan mittlerweile von einer dichten Wolkendecke verdeckt wird. Schade. Als er sich dann ausgetobt hat fahren wir wieder ein Stückchen weiter und kommen zum letzten Stopp der Tour, einem kleinen Bunker. Dort drin haben sich bei dem Vulkanausbruch zwei unglückselige Menschen versteckt. Sie dachten der Bunker würde sie schützen, aber durch die Hitze draußen sind sie quasi bei lebendigem Leib gekocht worden. Das ist ein wenig beklemmend und wir sind froh, als wir wieder aus dem Bunker draußen sind. Wir springen wieder in den Jeep und werden zurück zum Ausgangspunkt der Rundfahrt gebracht.

Merapi, da sollte der Vulkan zu sehen sein!
Merapi, da sollte der Vulkan zu sehen sein!

Dort liegt unser Fahrer im Auto, macht ein Nickerchen und schaut etwas verwirrt aus, als wir ans Fenster klopfen. Nächstes Ziel unserer Tour ist dann der Prambanan Tempel. Die Anlage besteht aus eine Hauptschrein in der Mitte, daneben zwei etwas kleinere und außen herum ursprünglich zahlreiche kleinere, von denen aber nur einige wenige rekonstruiert wurden. Die ganze Anlage ist noch im Wiederaufbau und es gibt ein großes „Steinefeld“, wo das Baumaterial herumliegt. Wir besichtigen die größeren Schreine und können wieder zahlreiche Reliefs und Buddhas bestaunen. Natürlich werden wir währenddessen auch wieder bestaunt und fotografiert ;-)

Prambanan, fotografierende Kindermeute
Prambanan, fotografierende Kindermeute

Innerhalb der Anlage wäre zwar noch ein zweiter Tempel, aber da wir eh schon länger unterwegs sind als geplant, müssen wir diesen leider links liegen lassen. So kehren wir wieder zum Parkplatz zurück und sind heilfroh, dass der Markt, durch den wir wieder gehen müssen, diesmal nur sehr klein ist. So endet unsere Erkundung der Umgebung Yogyakartas mit der Rückfahrt zum Hostel. Insgesamt hat der Ausflug sich schon gelohnt und hat Spaß gemacht. Hat man aber nur die Möglichkeit eine der beiden Anlagen zu besichtigen, würde ich auf jeden Fall Borobudur empfehlen, da dieser ziemlich einzigartig ist und Prambanan sich nicht sonderlich von anderen Tempelanlagen unterscheidet.

Seminyak

Nach einer etwa zweistündigen Busfahrt werden wir im Zentrum von Kuta abgesetzt. Das Kuta auf Bali ist aber ein krasser Gegensatz zu dem auf Lombok: wir sind in dem Touristen-Hot-Spot der Insel gelandet, v.a. Australier sollen hier gerne herkommen. Unser Reiseführer nennt die Stadt das Mallorca Australiens. Ahja, alles klar, genau unser Ding. Aber wir haben eh nicht vor hier zu bleiben. Wir überlegen kurz hier noch Mittag zu essen, bevor wir nach Norden Richtung Seminyak aufbrechen, aber ein kurzer Blick auf die hiesigen Preise lässt uns dann doch gleich ein Taxi anhalten. Wobei der erste Taxifahrer gleich mal 10 Dollar als Fahrpreis aufruft und auch nicht groß mit sich handeln lassen will. Na dann darf er ohne uns weiterfahren. Der Zweite versuchts zwar auch mit den 10 Dollar, ist aber dann nach kurzem Handeln mit 60.000 Rupien (ca. 4 Euro) einverstanden. Als wir im Taxi auf die Hauptstraße einbiegen stellen wir fest, dass wir vielleicht doch lieber zu Fuß gegangen wären: die Straße ist total verstopft und wir kommen nur sehr langsam voran. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir dann aber doch in Seminyak an und holen erst mal unser vorher aufgeschobenes Mittagessen nach.

Wir nutzen das WLan im Restaurant, um uns online eine Bleibe zu suchen. Das ist gar nicht so einfach, auch hier liegen die Preise noch deutlich über dem gewohnten Niveau. Letztendlich buchen wir uns in einer Mittelklasse-Hotelkette ein, die zwar nicht direkt am Strand liegt, aber auch nicht zu weit weg. Nachdem wir unser Zimmer dann bezogen haben brechen wir gleich mal zum Strand auf. Der gefällt uns aber eigentlich gar nicht: Liege an Liege reiht sich über Kilometer am Strand entlang. Da wünschen wir uns doch gleich nach Gili Meno oder Kuta Lombok zurück. Aber hilft nix, jetzt sind wir hier. Wir überlegen kurz uns ein Surfboard auszuleihen, aber der Verleiher meint, die Wellen seien jetzt nicht mehr gut und wir sollten morgen wiederkommen. Also suchen wir das La Plancha auf, eine Strandbar, die uns von Carinas Ex-Kolleginnen empfohlen wurde. Und wir finden es dort dann auch ganz gut: man liegt auf Sitzsäcken am Strand und kann faulenzen. Dazu noch ein paar Bierchen und gut is ;-)

Feierabendbier im La Plancha
Feierabendbier im La Plancha

Am nächsten Morgen stehen wir dann wirklich wieder beim Surfboard-Verleih und leihen uns ein Longboard für eine Stunde aus. Noch kurz den Wetsuit übergezogen und ab ins Wasser. Carina ist als erste dran und greift die erste Welle an. Sie schaffts aber nicht ganz aufzustehen, sondern reitet die Welle auf allen Vieren und plumst dann ins Wasser. Prustend taucht sie wieder auf und erklärt sofort, dass das nichts für sie ist und ich übernehmen kann. Normal gibt sie ja nicht so schnell auf, aber Wasser ist einfach nicht ihr Element. Na dann heißts für mich ran ans Board und Carina kann meine glorreichen Surfversuche mit der GoPro festhalten. Die haben zwar noch nicht so viel mit wirklichem Surfen zu tun, aber es macht mir großen Spaß und ich erwische auch einige Wellen halbwegs passabel. So verbringe ich die nächste Stunde im Kampf mit Surfboard, Wellen und Salzwasser. Als großen Fortschritt werte ich, dass ich mir im Gegensatz zu den Surf-Versuchen in Kapstadt (Meniskus eingerissen) und Byron Bay, Australien (Zehennagel halb ausgerissen) nicht wehgetan habe.

Nach dieser sportlichen Betätigung suchen wir eines der kleinen „Reisebüros“ auf und buchen einen Sonnenuntergangs-Trip zu Tanah Lot, dem berühmten Tempel im Meer, angeblich dem meistfotografierten Motiv Balis. Bis zu dem Ausflug ist aber noch etwas Zeit und so beschließen wir davor noch einen Roller zu mieten. Praktischerweise gibt es den auch gleich hier und als gute Kunden erhalten wir auch einen Spezialpreis. Also brausen wir los Richtung Kuta, um uns die dortigen Shops aus der Nähe anzusehen. Wir entscheiden und gegen die stark befahrene Hauptstraße und nehmen stattdessen die Strandpromenade. Dort dürfen keine Autos fahren und wir kommen gut voran. Als wir dann irgendwann vor einer geschlossenen Schranke stehen, machen wir die kurzerhand auf und setzen unsere Fahrt fort. Nur um wenig später wieder vor einer Schranke zu stehen, die diesmal jedoch mit einem Schloss gesichert ist. Mist, da müssen wir wohl umkehren. Oder doch nicht? Ein Indonesier winkt uns zu einem Drehkreuz für Fußgänger. Und da sollen wir durch? Ja, sollen wir! Und die findigen Rollerfahrer hier haben sich dafür auch schon die richtige Technik ausgedacht: man muss das Drehkreuz zwischen Lenker und Sitz des Rollers einhaken, dann kann man das Hindernis überwinden. Sehr witzig!

Rollerfahren für Fortgeschrittene
Rollerfahren für Fortgeschrittene

Nach dem Kreuz müssen wir dann aber doch auf die Hauptstraße fahren, da am Strand nun eine Einbahnstraße in die andere Richtung ist, die auch von Autos befahren wird. Und da hier nicht mal die Indonesier wahnwitzig genug sind entgegen der Fahrtrichtung zu fahren (was andernorts gang und gebe ist) lassen wirs auch lieber. Nach einigen Kreuzungen stecken wir wieder mitten im Stau. Ich fädle mich mit dem Roller links und rechts an den stehenden Autos vorbei, je nachdem wo gerade Platz ist. Asiatische Fahrweise halt. Irgendwann geht aber nichts mehr weiter, die Straße ist zu eng zum Überholen. Moment, neben der Straße gibt’s ja noch den kaum genutzten Gehsteig, also ab auf diese freie Fahrbahn, all den anderen Rollern hinterher! Frecherweise werde ich auf dem Gehsteig dann auch noch von einem anderen Roller überholt… *g*

Beim Shoppen kommen wir dann auch noch mehr durch Zufall an der Gedenkstätte für den Bombenanschlag von 2002 vorbei, bei dem 202 Menschen in einer Disko gestorben sind. Scheiß Verrückte überall auf der Welt… Nachdem wir dann einige Shops abgeklappert haben, machen wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Hotel. Das Drehkreuz nehmen wir natürlich wieder mit, jetzt kennen wir ja den Trick. Nachdem wir den Roller abgegeben haben, werden wir auch schon bald von unserem Fahrer abgeholt. Der meint, er nimmt eine Abkürzung, um dem Verkehr auf der Hauptstraße zu entgehen. Diese stellt sich als schmales Gässchen heraus, durch das man gerade so fahren kann. Naja, ein Roller hat aber immer noch zwischen Auto und Wand Platz und so haben wir auch hier reichlich Gegenverkehr. Außer den Rollern kommen aber auch immer wieder Autos auf uns zu, und wir oder die anderen weichen in kleine Nischen aus, um den jeweils anderen vorbeizulassen. Das ist meist Millimeterarbeit und die Leute müssen die Ausmaße ihrer Autos schon wirklich sehr genau kennen. Aber wie es so ist mit dem Verkehr in Asien: es funktioniert irgendwie.

So kommen wir gut an unserem Ziel an und machen uns vom Parkplatz aus auf den Weg zum Tempel. Dazu müssen wir uns durch einen riesigen Souvenir-Markt schlagen. Vorbei an den Verkäufern mit ihrem Nippes und den zahlreichen anderen Touristen erreichen wir dann unser Ziel, den Tempel im Meer. Er steht auf einem kleinen Felsen, der bei Flut komplett mit Wasser umschlossen und nicht zu erreichen ist. Da gerade Ebbe ist tummeln sich aber wahre Horden von Touris am Fuß des Felsen. Hinaufgehen darf man aber leider nicht. Da uns hier definitiv zu viel Trubel ist gehen wir etwas an der Küste entlang und suchen einen guten Platz für den Sonnenuntergang. Wir müssen aber schnell feststellen, dass hier unten kein so richtig guter Platz ist. Besser ist es oben auf der Klippe, also gehen wir dort hinauf. Natürlich haben auch die Indonesier herausgefunden, dass man den Sonnenuntergang von hier besser beobachten kann und es reiht sich ein kleines Lokal an das nächste. Also suchen wir einen guten Platz, bestellen uns Drinks und warten ab. Als die Sonne über dem Tempel steht ist das schon ein toller Anblick. Aber der Sonnenuntergang selbst ist dann nichts Besonderes, es ist mal wieder etwas zu bewölkt. Schade, aber war so auch schön und wir kehren zu unserem Fahrer zurück.

Sonnenuntergang bei Tanah Lot
Sonnenuntergang bei Tanah Lot

Der nächste Tag verläuft dann in etwa genauso wie der letzte: vormittags gehe ich surfen, nach dem Mittagessen fahren wir mit dem Roller (incl. Drehkreuz *g*) nach Kata und stöbern in den Shops umher. Nach unserer Rückkehr zum Hotel sammelt uns ein Fahrer auf, das heutige Ziel ist allerdings keine Sehenswürdigkeit sondern der Flughafen. Wir haben uns dazu entschlossen, auch ein Stück des Rückwegs nach Jakarta mit dem Flugzeug zurückzulegen, da es mit dem Bus einfach zu lange dauern würde.

Ubud & Umgebung

Nach ein bisschen Entspannung machen wir uns wieder auf den Weg, um das Land zu erkunden. Von Gili Meno aus setzen wir zunächst mit einem kleinen Boot nach Gili Trawangan über, bevor wir von dort aus auf das Speed Boat nach Bali können. Zu unserem Enttäuschen wurden wir beim Preis ziemlich übern Tisch gezogen. Der reguläre Preis liegt zwischen 200.000 und 250.000 Rupias, wir haben pro Person mal 450.000 bezahlt, aber was solls, nicht aufregen, nur wundern!

In Bali angekommen geht es mit einem Mini-Van weiter ins Landesinnere, genauer nach Ubud. Ein guter Ausgangspunkt für sämtliche Ausflüge. Wir erreichen unser Ziel gegen 16:00 Uhr, genehmigen uns eine kleine Stärkung, ehe wir uns vollbepackt auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Alle drei Meter werden wir angesprochen, ob wir ein Taxi oder eine Unterkunft wollen. Da ich es grundsätzlich gar nicht mag, wenn man mir irgendwas aufdrängt wird, laufen wir planlos einfach mal die Monkey Forest Road in Richtung Zentrum. Irgendwann wird schon was kommen, was uns zusagt, denken wir uns. Wir werden auch wirklich fündig. Ein kleines verstecktes Homestay-Hostel von Grün umgeben spricht uns an. Nachdem wir das Schlafproblem gelöst haben, erkunden wir zunächst ein wenig die umliegenden Shops – ein Surfer-Laden neben dem nächsten animiert uns zum Geldausgeben.

Zu späterer Stunde wollen wir uns heute noch mit Julia und Iris (zwei ehemalige Arbeitskolleginnen von mir, die zufälligerweise auch gerade in Ubud sind) treffen. Die beiden sammeln uns mit ihrem Privat-Shuttle bei unserer Unterkunft auf und wir gehen erstmal gemütlich was essen, ehe wir uns eine nette kleine Bar suchen und den einen oder anderen Mojito genießen. Der Abend ist sehr lustig und wir freuen uns alle sehr, dass es mit dem Treffen geklappt hat.

Als wir wieder in unserer Unterkunft ankommen, erlebe ich einen persönlichen Schockmoment. Ich putze mir gerade nichtsahnend die Zähne, während Hank in einem Glas eine handflächengroße Spinne aufgesammelt hat, die einfach so durch unser Zimmer marschiert ist. Holy Shit, mir geht die Muffe. Da mach ich heute Nacht ja kein Auge zu, wenn hier im Zimmer solche Spinnen ihr Unwesen treiben… Gott sei Dank haben wir für solche Fälle immer ein Moskitonetz dabei, so dass ich Hank nicht lange überreden muss, dass er doch bitte das Netz aufhängen soll. Puh, mit dem Wissen, dass selbst wenn ungewünschte Gäste im Zimmer sind, diese mich nicht erreichen können, kann ich dann doch gut schlafen.

Am nächsten Tag starten wir zeitig zum Monkey Forest. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das ein Wald in dem es nur so von Affen wimmelt. Es gibt einige Regeln, die man befolgen soll, damit man keine unangenehmen Begegnungen mit den Affen hat, so dass ich gleich mal sicherheitshalber meine Brille absetze und auch sonst nichts bei mir führe, das die Affen in irgendeiner Weise interessieren könnte. Das machen hier nicht alle so, denn immer wieder springt ein neugieriger Affe einem Touristen auf die Schultern oder klettert an ihm herum. Hank ist dabei natürlich völlig in seinem Element, ich hingegen fühle mich nicht ganz so wohl. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich extrem schreckhaft bin und der Gedanke an einen von hinten unangekündigt heranspringenden Affen mich nicht gerade begeistert. Insgesamt schlendern wir rund zwei Stunden durch den Wald und können einen ziemlich lustigen Affenzirkus bestaunen. Der Besuch des Monkey Forests ist auf jeden Fall ein Muss, wenn man in Ubud ist. Nicht nur die Affen haben hier einen großen Unterhaltungswert, auch der Wald an sich ist sehr schön, zwischendurch sind immer wieder Tempel und Skulpturen zu bestaunen.

wie die Hühner... äh Affen auf der Stange...
wie die Hühner… äh Affen auf der Stange…

Wir flanieren anschließend die Parallelstraße zur Monkey Forest Road hinauf, in der auch einige Shops angesiedelt sind, die aber bei weitem nicht so belebt ist, wie die Hauptstraße und peilen zunächst den Local Market an. Typisch asiatisch geht es auch hier zu. Enge Gässchen winden sich durch die dicht an dicht gereihten Stände, an denen jeder seinen Nippes an den Mann bringen möchte. Was uns die Indonesier mit ihren aus Holz geschnitzten Flaschenöffnerpenissen, die man ungelogen in sämtlichen Größen an jedem einzelnen Stand kaufen kann, sagen wollen, haben wir leider nicht herausgefunden. J

Nach dem Abstecher auf den Markt steuern wir nun den Ubud Palace an. Hierbei muss ich ehrlich gestehen, dass ich mir den irgendwie mächtiger vorgestellt habe. Der Palace ist eigentlich ziemlich unspektakulär und man darf nicht wirklich irgendwo eintreten. Wir sind ziemlich enttäuscht und lassen ihn nach kurzem Aufenthalt hinter uns. Ein paar Meter weiter befindet sich der Saraswati-Tempel, den wir uns noch anschauen. Auch hier darf man nicht eintreten. Was ist denn das? Ein etwas extrem geschwätziger Einheimischer spricht uns hier an und erzählt uns etwas von der Tanzaufführung, die hier heute Abend stattfindet. Nachdem es ja eh überall empfohlen wird, dass man sich in Ubud mal eine balinesische Tanzaufführung anschauen soll, entschließen wir uns, ihm zwei Tickets abzukaufen. Damit gibt er sich aber nicht zufrieden, er berichtet uns weiter von seinem Taxiunternehmen und was man hier alles machen kann, etc. Er redet zwar wie ein Wasserfall ohne Punkt und Komma, aber irgendwie ist er süß und hat es geschafft, unser Interesse auch für eine Tour mit ihm zu wecken. Wir vereinbaren mit ihm, dass wir uns das Ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen und ihm dann eine E-Mail schreiben, wenn wir die Tour machen wollen. Damit ist er zufrieden und wir haben Bedenkzeit.

Schließlich machen wir in unserer Unterkunft noch eine Poolpause, eh wir uns fertig machen müssen, für die Tanzaufführung. Die Tour für morgen haben wir auch bestätigt, also alles geritzt.

Überpünktlich sitzen wir in den ersten Reihen für die balinesische Tanzshow, während sich das Publikum immer mehr füllt und die Anbieter mal wieder mehr Tickets verkauft haben, als eigentlich Platz vorhanden ist. Das ist ja mal wieder typisch.

Unser Fahrer für morgen hat uns auch gleich entdeckt und teilt uns mit, dass er offensichtlich einen Fehler in seiner Planung hatte, weil wir die E-Mail nicht zeitig genug geschrieben haben, hat er es mit einem französischen Pärchen ausgemacht und wir sollen mit seinem Vater fahren. Wir sind zwar nicht ganz so begeistert, weil wir den ja auch nicht kennen, stimmen aber dennoch zu, die Tour mit ihm zu machen.

Die Tanzaufführung beginnt schließlich und ich muss sagen, dass ich mir das irgendwie anders vorgestellt habe. Es ist schon ganz interessant, aber irgendwie auch ziemlich crazy. Die Bewegungen wirken permanent etwas abgehackt und nicht flüssig, aber in Kombination mit den geschockten Gesichtsausdrücken, die die Tänzerinnen dabei immer wieder inszenieren, hat es etwas Groteskes. Die Musik dazu ist auch etwas gewöhnungsbedürftig, so dass wir nicht ganz so überzeugt sind von dieser Darbietung. Dennoch sollte sich jeder selbst ein Bild davon machen, vielleicht sind wir ja einfach nur Kulturbanausen, die Kunst nicht erkennen, wenn sie einem ins Gesicht springt…

Balinesischer Ausdruckstanz
Balinesischer Ausdruckstanz

Naja, vielleicht ist die Tour am nächsten Tag eher was für uns.

Der Vater steht pünktlich um 9:00 Uhr am vereinbarten Ort und schnell wird klar, woher der Sohn seine Redseligkeit hat. Der Vater ist mindestens die gleiche Plaudertasche, wenn nicht sogar noch extremer, aber er ist sehr nett und gibt sich größte Mühe sich mit uns zu unterhalten. Wir fahren rund 45 Minuten zu unserem ersten Stop – den Gunung Kawi-Tempel. Unser Tourguide ist bestens vorbereitet und bindet uns beiden jeweils einen Sarong um, damit wir nicht die Götter mit unserer Freizügigkeit beleidigen. Modisch ist das zwar nicht, aber was solls.

Stilecht im Luang Kawi Tempel
Stilecht im Luang Kawi Tempel

Um zum Tempel zu gelangen, muss man einige Treppen hinabsteigen und wird zunächst von einem herrlichen Ausblick auf einige Reisterrassen empfangen. So als kleiner Vorgeschmack für den heutigen Tag ist das nicht schlecht. Am Tempel angelangt versorgt uns unser Guide noch mit reichlich Hintergrundwissen und wir können durch die Anlage schlendern. Besonders groß ist sie nicht, aber eigentlich recht schön. Bisschen verwinkelt und an einem Tor muss man die Schuhe ausziehen um hindurch gehen zu dürfen. Unser Guide fragt uns dann hinterher, was es da drin zu sehen gibt, denn er ist selbst noch nie durch gegangen. Also spektakulär ist es nicht, so viel können wir ihm sagen, aber irgendeine spirituelle Bedeutung wird das schon haben.

Weiter geht unsere Tour dann zum Spring Water. Ein Tempel mit heiligem Wasser, in dem sich die Einheimischen rein waschen. Heute ist hier wohl irgendwas besonderes, denn es geht zu wie zur Mittagszeit am Marienplatz in München und von allen Seiten drängen sich die Gläubigen in das heilige Wasser. Unser Guide bietet uns auch an, dass wir es den Locals gleichtun können, aber da wir keine Wechselklamotten dabei haben, ist das wahrscheinlich eher nichts. Man geht schließlich voll bekleidet baden und muss sogar seinen Sarong tragen. Für mich ist das ohnehin nichts, ich muss mich nicht unbedingt in einen Pool mit hundert anderen Menschen stürzen, das sollen andere machen…

So fahren wir unrein wie wir sind weiter zu unserem nächsten Ziel: einer Kaffeeplantage. Hier erwartet uns eine kurze Führung durch das Areal und anschließend eine Verkostung diverser Sorten. Besondere Spezialität in Bali ist der Luwak-Kaffee, dessen Herstellung etwas unkonventionell mithilfe des Verdauungstraktes einer Schleichkatze funktioniert. Ich spare mir hier Details, wer näheres dazu wissen möchte, kann ja einfach mal „Luwak-Kaffee“ in Google eingeben… Da man für diesen Kaffee extra zahlen muss, und das nicht mal wenig, sparen wir uns die Verkostung. Ich habe eine derartigen aus Vietnam schon mal probiert und weiß daher, dass er einen sehr starken und eher bitteren Geschmack hat. Am besten schmeckt uns der Coconut-Kaffee, der sehr stark an Baileys erinnert und wir deshalb gleich mal für daheim eine Ladung mitgenommen haben.

Frisch verköstigt setzen wir unseren Ausflug in nördliche Richtung fort und erreichen schließlich den Vulkan Batur und den davorliegenden See. Leider ist es inzwischen ziemlich diesig, so dass man nicht gerade den besten Blick auf den Vulkan hat. Wir legen in einem von unserem Guide ausgesuchten Lokal eine Mittagspause ein. Hier kann man beim Essen die Aussicht genießen und es gibt Buffet. Da Essen überzeugt zwar nicht gerade, aber dennoch ist der Preis für indonesische Verhältnisse ganz ordentlich. Nach einer kurzen Fotorunde geht es dann auch schon wieder weiter.

Blick auf den Vulkan Batur
Blick auf den Vulkan Batur

Letztes Ziel auf unserem Plan sind die Reisterrassen, auf die wir beide sehr gespannt sind. Wir werden auch tatsächlich nicht enttäuscht, denn die Terrassen sind wirklich sehr schön. Man kann ein wenig rumwandern und die Aussicht genießen. Das machen wir auch. Ein Besuch ist auf jeden Fall sehr lohnenswert, vor allem weil es hier auch wirklich wunderschön kräftig grün ist.

Bevor wir zurück nach Ubud fahren, haben wir unseren Fahrer noch überredet, dass wir noch kurz Halt machen bei den Kokokan Reihern, die hier anscheinend zum Sonnenuntergang zu hunderten rumlungern. Leider ist es allerdings noch ein wenig früh, wir versuchen aber dennoch unser Glück. Richtig groß raus kommen wir damit nicht, denn es sind momentan vielleicht 5 oder so da, die allesamt nicht ganz so in Entertainment-Laune sind. Schade, schade, aber hilft wohl nichts – dann kehren wir eben zurück nach Ubud.

Geschafft von einem langen Ausflugstag verbringen wir einen gemütlichen Abend im doch recht belebten Ubud, ehe wir am nächsten Tag unsere Weitereise in Angriff nehmen.

Gili Meno

Wie aus unserem letzten Bericht zu entnehmen ist, war die Wanderung zum Rinjani kein Zuckerschlecken und dementsprechend müde sind auch unsere Beine. Wir wollen uns die nächsten Tage zur Abwechslung mal ein bisschen ausruhen und die Füße hochlegen. Hierfür eignen sich die Gili Islands anscheinend am besten. Das ist eine Gruppe von drei Inseln kurz vor der Küste von Lombok. Die Inseln unterscheiden sich an ihrer Belebtheit. Die belebteste und gleichzeitig als Partyinsel verrufene Insel ist Gili Trawangan, oder auch Gili T genannt. Nach Party ist uns jetzt gerade nicht, so dass diese gleich ausscheidet. Die ruhigste der drei ist Gili Meno und dazwischen liegt irgendwo Gili Air. Unsere Wahl fällt auf Gili Meno. Party machen können wir ja dann daheim wieder…

Von Senaru aus werden wir direkt zur Bootsanlegestelle auf Lombok gebracht, werden aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir beim Kauf des Tickets vorsichtig sein müssen, da hier einige dubiose Gestalten ihr Unwesen treiben, die es darauf auslegen, die Touris abzuzocken. Im offiziellen Office bekommen wir dann für reguläres Geld unser Ticket und nach einer Stunde Wartezeit steigen wir in ein Holzboot, das uns in einer halbstündigen Überfahrt nach Gili Meno bringt.

Gegen halb 6 erreichen wir schließlich die Insel und müssen uns nun auf die Suche nach einer Bleibe machen. Weil unsere Beine nicht schon müde genug sind, laufen wir mit unseren großen Rucksäcken noch die halbe Insel ab, ehe wir eine Unterkunft finden, die unseren Ansprüchen, die ja ohnehin nicht die höchsten sind, genügt. Wir schlagen unser Lager in einem offenen Zimmer mit direktem Meerblick auf und lassen den Tag mit einem leckeren Abendessen ausklingen.

Der nächste Tag gehört dann ganz und gar dem Nichtstun. Ich schwöre, so faul wie an diesem Tag war ich schon lange nicht mehr. Ich bin genau dreimal aus unserem Chill-Haus aufgestanden und hab mich kurz im Meer erfrischt. Den Rest des Tages habe ich einfach nur mit Blödschauen  verbracht. Hank war auch wenig aktiver. Aber in Anbetracht der schmerzenden Beine war das mal mehr als notwendig.

Zumindest für den nächsten Tag haben wir eine Kleinigkeit geplant. Wir wollen einen 1 ½-stündigen Spaziergang um die Insel machen. Hank hat davor auch schon die umliegende Schnorchelgegend erkundet, während ich meine komplette Konzentration auf diesen kleinen Marsch gelegt habe. Die Runde ist wirklich ganz nett, aber aufgrund der Hitze doch auch ein bisschen anstrengend. Die Insel scheint aber wirklich genau das zu sein, als das sie beschrieben wird: eine extrem ruhige Insel auf der man außer Relaxen nicht so wirklich viel machen kann. Da sich das schwer beschreiben lässt, lassen wir Bilder sprechen…

Blick vor der Haustür
Blick vor der Haustür

Nach dieser körperlichen Höchstleistung geht es wieder in das Chill-Haus, das für den Rest des Tages unsere Bleibe sein soll.  Kaum zu glauben, wie erschöpfend Nichtstun eigentlich ist.

Aus diesem Grund geht’s am nächsten Tag auch wieder weiter. Wir sind hier doch nicht zum Urlaub machen ;-)

Über einen kurzen Abstecher nach Gili T soll es nach Bali weitergehen. Ein zweistündiger Aufenthalt auf der Partyinsel gewährt uns einen Eindruck auf das, was uns hier erwartet hätte. Unter anderen Umständen wäre es sicherlich ganz witzig gewesen, aber nach dem Rinjani-Hike ist Gili Meno doch eher zu empfehlen.