Nelson & Picton

Von Kaikoura fahren wir durch bis Blenheim. Dort holt uns der Hunger ein. Da wir nicht so recht wissen wo wir uns was kochen sollen suchen wir uns kurzerhand ein ruhiges Eck auf dem Parkplatz des Supermarktes in dem wir auch gerade eingekauft haben. So kommen die Nudeln direkt vom Einkaufswagen in den Topf ;-) Nächster Stopp ist die Ortschaft Picton. Hier wollen wir uns gleich mal umsehen, wo wir in ein paar Tagen die Fähre nehmen müssen. Da Picton ein recht kleines Nest ist und außer den beiden Fährunternehmen zur Nordinsel nicht viel zu bieten hat ist das nicht weiter schwer. Weiter geht es Richtung Nelson über den Queen Victoria Drive. Der entpuppt sich als sehr kurvenreiches Sträßchen, das sich an den Bergen der Küste entlangwindet. Wir fahren an vielen kleinen Buchten vorbei. Bei schönem Wetter ist das hier sicher super toll, aber inzwischen nieselt es wieder so vor sich hin. Gegen halb sechs müssen wir feststellen, dass wir uns zeitlich ein wenig vertan haben, es dämmert schon. Der nächste Campingplatz ist aber noch etwas entfernt, also fahren wir weiter. Um sechs wird es dann dunkel und es ist gar nicht mehr so spaßig diese Straße entlangzufahren. Zum Glück kommen wir dann bald auf eine breitere Straße. Doch auch die windet sich durch die Berge und hier hats auch mehr Gegenverkehr. Ich bin inzwischen etwas angenervt von der Fahrerei. Aber irgendwann kommen wir dann doch in Nelson an und können das Fahrzeug am Campingplatz abstellen.

Erstes Ziel am nächsten Tag ist die Touristeninfo, da wir die aktuelle Wetterlage nördlich von hier im Abel Tasman Nationalpark checken wollen. Hier in Nelson regnet es übrigens. Leider teilt uns die Dame am Schalter mit, dass das Wetter im Norden noch schlechter ist. Auch überall anders sieht es nicht besser aus. Außer ganz im Süden der Insel… Tja, jetzt ist guter Rat teuer, was nun? Das Angebot an Regen-Aktivitäten in Nelson haut uns nicht gerade vom Hocker. So kommt es, dass wir wenig später in der öffentlichen Bibliothek Nelsons sitzen. Hier ist es warm, trocken und es gibt sogar kostenloses WiFi. Damit geben wir uns dann zufrieden. Wir verlassen die Bücherei nur kurz, um beim MC zu essen und sind dann schon wieder zurück. Da die Internet-Verbindung hier echt gut ist kann ich mir sogar einen Tatort im Stream anschauen. Auch mal wieder schön *g*

Nelson Bibliothek
Nelson Bibliothek

Da die Bücherei große Glasfenster hat können wir auch das Wetter draußen beobachten. Und was wir da sehen ist echt unterste Kategorie. Es regnet nicht einfach, es schüttet. Der Parkplatz steht teilweise schon unter Wasser. Zusätzlich zum Regen weht noch ein heftiger Wind, eher schon Sturm. Das gefällt uns ganz und gar nicht, ist aber leider nicht zu ändern. Nachdem die Bib um 6 schließt kehren wir zu unserem Campingplatz zurück.

Am nächsten Morgen sieht das Wetter zwar etwas besser aus, aber auch nicht wirklich toll. Also fahren wir vom Campingplatz Richtung, jetzt dürft ihr raten, ja genau, Richtung Bibliothek. Pünktlich zur Öffnung um 10 sind wir da. Nur leider wird nicht geöffnet. Hm, was ist da denn los? Ahja, Moment, da ist ein Schild an der Tür: „Karfreitag geschlossen“. Mist, damit haben wir jetzt nicht gerechnet, der Karfreitag passt uns jetzt aber gar nicht ins Programm. Tja, was nun? Natürlich haben heute auch alle Läden geschlossen und wir sind ratlos und frustriert. Während wir im Auto rumsitzen und überlegen was wir machen sollen klart es dann glatt etwas auf und hört auf zu regnen. Na gut, dann tigern wir eben ein wenig durch die Stadt denken wir uns und machen uns auf den Weg.

Die Stadt ist aber wie ausgestorben, sogar die meisten Restaurants haben zu. Wir werfen einen kurzen Blick in Nelsons Kathedrale und sitzen danach im Park daneben rum und werfen aus lauter Langeweile mit kleinen Tannenzapfen auf eine Mülltonne. Zwischendurch nieselt es auch immer mal wieder, so dass nicht daran zu denken ist eine Wanderung in den Bergen bei der Stadt zu machen. Als es dann wieder stärker zu regnen anfängt ziehen wir uns wieder ins Auto zurück. Als wir so auf dem Bücherei-Parkplatz rumstehen stellen wir irgendwann fest, dass das WiFi auch heute aktiviert ist und wir von hier draußen auch Zugriff haben. Na gut, diese Einladung nehmen wir gerne an und bringen ein wenig Zeit mit surfen rum.

Nelson Kathedrale
Nelson Kathedrale

Später steht dann wieder ein Besuch beim MC Café auf dem Programm, den wir etwas ausdehnen und im MC Rommé, Kniffel und Carcassonne spielen. Nebenbei erfahren wir von einer Angestellten, die seit 5 Jahren in Nelson lebt, dass wir das schlechteste Wetter hier miterleben dürfen, das sie in dieser Zeit hatte. Na super, das freut uns doch an so einem außergewöhnlichen Ereignis teilhaben zu dürfen…

Für die Nacht wollen wir dann mal einen anderen Campingplatz ausprobieren. Der liegt einige Kilometer im Wald. Aber kurz bevor wir dort ankommen ist die Straße gesperrt wegen Unwetterschäden. In dem Campingplatz sieht es auch nicht besonders gut aus, überall liegen größere abgebrochene Äste herum. Na ein Glück, dass wir gestern nicht auf die Idee gekommen sind hierher zu fahren. Die Camper hatten hier wahrscheinlich richtig viel „Spaß“ in der stürmischen Nacht. So kehren wir also die dritte Nacht zu unserem Campingplatz zurück.

Neuer Tag, neues Glück, neues Wetter? Nein, es regnet immer noch, teilweise sogar ziemlich heftig. Naja, heute müssen wir eh zurück nach Picton fahren, da morgen um 8 Uhr unsere Fähre Richtung Nordinsel geht. Da Picton aber wie gesagt eher ein kleines Nest ist wollen wir da erst nachmittags ankommen. Also haben wir noch ein wenig Zeit in Nelson. Jetzt ratet mal, wo unser Weg also hinführt: na klar, in die Bibliothek! Als wir dort ankommen hat der Wettergott aber ein Einsehen und es hört auf zu regnen. Nicht nur das, in der nächsten halben Stunde schlägt das Wetter um, und es wir einigermaßen gut. Es hängen zwar immer noch Wolken am Himmel, aber auch die Sonne lässt sich immer wieder blicken und es wird angenehm warm. Das ist zwar einerseits toll, andererseits aber auch etwas frustrierend, weil wir jetzt gerne die Zeit hätten noch in den Nationalpark zu fahren und das Wetter auszunutzen. Geht aber zeitlich nicht, also beschränken wir uns darauf ein wenig durch die Stadt zu schlendern.

Nach dem Essen treten wir dann die Rückfahrt nach Picton an. Wir fahren also wieder über den Queen Victoria Drive. Diesmal zum Glück nicht nachts was auch dahingehend besser ist, dass man die tollen Ausblicke genießen kann, die sich immer wieder bieten. So ist die Fahrt recht gemütlich mit zahlreichen Fotostopps. Neben der Straße liegt ein langer Meeresarm, ein sogenannter Sound. Darauf schippern viele Boote und Jachten herum und nutzen das gute Wetter. Da sind wir dann schon ein bisschen neidisch. Aber hilft ja nix. So haben wir wenigstens doch noch einen schönen Tag hier in der Gegend.

Queen Victoria Drive
Queen Victoria Drive

Der Wecker klingelt sehr ungemütlich um kurz vor 6, damit wir rechtzeitig an der Fähre sind. Um 20 nach 7 reihen wir uns in die Schlange vor der Fähre ein. Damit sind wir aber scheinbar recht spät dran, da wir in der letzten Warteschlange stehen und der Platz hinter uns frei bleibt. Nachdem wir ca. 20 Minuten warten kommt Bewegung in die Reihen und die ersten Autos rollen auf die Fähre. Da starten wir doch mal die Engine und machen uns bereit. Denkste! Unser Spaceship reagiert überhaupt nicht auf die Startversuche. Na toll, in den Warteminuten habe ich das Licht angelassen und nun ist die Batterie wieder tot! Nach 20 Minuten! Das kanns ja echt nicht sein! Was nun, neben uns lichten sich die Reihen, bald stehen wir alleine da. Wir sehen unsere 220 Dollar für die Fähre schon verschwinden. Ich laufe schnell zum Einweiser und erkläre ihm unser Problem, er verspricht uns gleich Hilfe zu holen. Ist wohl kein Einzelfall, dass vor oder auf der Fähre jemand liegen bleibt und das Auto das dann ankommt hat vorne an der Motorhaube schon ein fest installiertes Kabel. So kommen wir dann doch noch auf die Fähre.

Wenig später legen wir auch schon ab und beginnen die etwa 3 ½ stündige Überfahrt. Der erste Teil der Strecke verläuft dann noch mal sehr schön durch einen langen Sound hier und wir stehen an Deck und genießen die letzten Anblicke der Südinsel.