Dunedin & around

Zielstrebig fahren wir von Te Anau zurück nach Queenstown. Den Tag hier verbringen wir dann mit der Organisation unseres Urlaubs von der Reise auf den Cook Islands. Das hiesige Flight Center hat sich auf die Fahnen geschrieben den besten Preis für Flüge zu bieten und mit jeglichen Internetangeboten gleichzuziehen. So können wir unsere Flüge ohne große Umstände buchen und zahlen ca. 650,- pro Person für die Flüge auf die Inseln und zurück. Danach kontaktieren wir auch gleich Unterkünfte auf den Cooks und buchen ein Hostel auf Rarotonga und eine kleine Hütte auf Aitutaki. So kann man auch mal einen Tag rumbringen…

Am nächsten Morgen bekomme ich während Carina im Bad ist unverhofft Besuch im Camper: Tigger, der Campingplatz-Kater schaut vorbei und will sich ein wenig kraulen lassen. Na den Gefallen tue ich ihm doch gerne. Danach müssen wir uns dann entscheiden wohin unsere Reise in Neuseeland weitergehen soll. Entweder wir versuchen Vreni und Piotr einzuholen und fahren zum Lake Wanaka und danach an die Westküste, oder wir fahren an die Ostküste nach Dunedin. Nach langem Hin und Her und unter Berücksichtigung der Wetterprognosen fahren wir Richtung Dunedin. Die Fahrt dauert um die 5 Stunden, da wir auch immer mal wieder anhalten um Fotos zu machen.

Tigger zu Besuch
Tigger zu Besuch

In Dunedin angekommen fahren wir direkt (naja, gut, ein kleiner Umweg war dabei…) weiter auf die Otago Peninsula, um dort auf Pinguin-Suche zu gehen. Wir steuern die Sandfly Bay an, hier sollen ab ca. 16 Uhr die sehr seltenen Gelbaugen-Pinguine an Land kommen. Wir sind zwar ne Stunde später dran, hoffen aber dass es die Pinguine nicht so genau mit der Uhrzeit nehmen ;-) Vom Parkplatz aus geht es steil bergab zu einem kleinen Aussichtspunkt, von dort dann weiter nach unten über Sanddünen. Unten angekommen wandern wir Richtung des anderen Endes des Strandes, dort soll ein kleiner Beobachtungsunterstand sein. Unterwegs stoßen wir aber auf ein kleines Problem: ein paar Seelöwen sind an Land und sitzen mitten am Strand, versperren uns also den Weg. Ein paar andere Touris die vorbei gehen wollen werden sogar kurz von einem verfolgt und flüchten sich in die Dünen. Der Löwe sieht zum Glück von einer weiteren Verfolgung ab und legt sich dann erst mal in den Sand. Nachdem sich die Seelöwen hingelegt haben schleichen wir uns in sicherem Abstand an ihnen vorbei. Dabei laufen wir fast in einen weiteren, den wir zwischen dem ganzen Strandgut gar nicht gesehen haben. Aber der Bursche lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, schaut nur kurz auf und legt sich dann wieder in den Sand.

In der Pinguin-Ecke angekommen sehen wir dann auch einen der Vögel herumstehen. Wir machen uns ganz klein und schleichen uns an. Unbeeindruckt von unserer Gegenwart putzt sich der Frackträger ausgiebig sein Gefieder und lässt sich fotografieren. Man könnte fast schon meinen er posiert für uns. Wir beobachten ihn eine ganze Weile, aber er rührt sich nicht von der Stelle. Ist wohl auch eher gemütlich unterwegs. Leider bleibt er der einzige Pinguin den wir hier sehen. Aber einer ist ja bekanntlich immer noch besser als keiner!

Gelbaugen-Pinguin
Gelbaugen-Pinguin

So wandern wir wieder zurück Richtung Parkplatz. Die Seelöwen machen auch keinerlei Anstalten mehr uns Probleme zu bereiten. Unterwegs sehen wir noch kleine schwarze Vögel, die ständig mit ihrem  langen roten Schnabel im Sand herumstochern. Sieht ganz witzig aus. Etwas weiter hält sich auch ein Möwenschwarm am Strand auf, den ich gleich mal etwas aufschrecke. Die Vögel fliegen aber nur kurz auf und lassen sich gleich wieder am Strand nieder. Im Auto beraten wir dann was wir noch machen sollen: einen weiteren Strand aufsuchen, um Pinguine zu beobachten oder in die Stadt fahren und einen Campingplatz suchen. Wir entscheiden uns kurzerhand noch weiterzufahren, da die Pinguine normal nur abends zu sehen sind und wir noch nicht wissen ob wir morgen Abend noch da sind.

Also fahren wir zum Albatros Center ganz am Ende der Insel. Mit etwas Glück soll man dort vom Parkplatz aus auch gleich noch Albatrosse sehen können. Und unterhalb vom Parkplatz ist ein Strand an dem wohl auch Pinguine wohnen. Aber erst mal müssen wir dorthin kommen. Was gar nicht so einfach ist, die Straße hat es echt in sich. Sie windet sich direkt am Ufer entlang, ist nicht besonders breit und eine Leitplanke gibt’s auch nicht. Wenn man also etwas unachtsam ist liegt man gleich im Meer. Es geht zwar nicht weit runter, aber lustig ists trotzdem nicht. Nachdem wir auf unserer Reise ja schon einen Roller abstürzen sehen haben wollen wir es vermeiden das Ganze mit dem Auto nachzuspielen.

Wir kommen dann auch nach einer halben Stunde Fahrt an unserem Ziel an. Es wird gerade dunkel, wir kommen also laut Reiseführer genau zur rechten Zeit. Als wir zum Strand hinunter gehen wollen stehen wir aber plötzlich vor einem verschlossenen Tor. Der Strand schließt um 17 Uhr, jetzt ist es 18 Uhr. Es sind zwar einige Leute unten, aber wohl im Rahmen einer kostenpflichtigen Tour. Na toll, da war der ganze Weg hier hinter umsonst, ein Albatros lässt sich nämlich auch nicht blicken! :-(
Also fahren wir die ganze Strecke zurück in die Stadt und suchen uns einen Campingplatz.

Von dort brechen wir am nächsten Morgen Richtung Tunnel Beach auf. Als wir dort am Parkplatz ankommen können wir es gar nicht so richtig fassen, es ist sonnig und warm. Also damit hätten wir nach den letzten Tagen echt nicht gerechnet. Da wir dem Braten aber nicht so recht trauen, brechen wir in voller Verpackung vom Parkplatz aus auf. Wieder geht es steil hinab. Schnell kommen wir in unseren Jacken ins Schwitzen. Aber der Weg lohnt sich, schon von oben haben wir einen tollen Ausblick auf die Küste und die Felsformationen. Der brückenähnliche Felsklotz im Meer sieht echt gigantisch aus. Fast so wie die London Bridge an der Great Ocean Road in Australien. Mit dem Unterschied, dass man hier auf den Felsen raufmarschieren kann. Was wir natürlich auch gleich machen. Wir setzen uns ein wenig an die höchste Stelle und genießen Ausblick und Sonne. Nur ein zwei Meter neben uns geht es steil hinunter ins Meer. Schwindelfrei und trittsicher sollte man hier also schon sein.

Felsen am Tunnel Beach
Felsen am Tunnel Beach

Nach dem Sonnenbad gehen wir durch den namensgebenden Tunnel hinunter zum Tunnel Beach. Den Tunnel hat vor Jahren der damalige Besitzer zum Strand hinunter graben lassen. Einen anderen Zugang gibt es nicht. Unten ist man dann von hohen Felsklippen umzingelt, vor sich die Brandung des Meeres. Ist zwar kein guter Badestrand und die Sonne fällt hier wohl auch nur manchmal ein, aber der Anblick ist schon beeindruckend. Nachdem wir ein wenig herumgekraxelt sind gehen wir wieder nach oben, setzen uns noch ein wenig auf eine Bank in der Sonne und beobachten das Treiben.

Unser nächstes Ziel ist das Forsyth Barr Stadium. Hier ist heute Abend ein Rugby-Spiel zwischen den hiesigen Highlanders und den Bulls aus Südafrika. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir bekommen auch problemlos Karten und freuen uns schon auf das Spiel. Bis zum Anpfiff sind aber noch ein paar Stunden, also kochen wir uns erst mal was (ausnahmsweise keine Nudeln sondern Reis) und spazieren danach noch ein wenig durch die Stadt. Hier gibt es einige schöne alte Gebäude, vor allem der Bahnhof ist sehenswert. Beim Umherschlendern fällt uns dann ein Rugby-Laden ins Auge den wir auch gleich mal aufsuchen. Ich bin schwer in Versuchung mir ein Highlanders-Trikot oder einen Pulli zu kaufen, die schauen echt gut aus. Aber da der Platz im Rucksack leider nicht so groß ist lasse ich es bleiben. Wir quatschen dann noch ein wenig mit dem Verkäufer und er bringt uns die Rugby Regeln ein wenig näher. Außerdem erfahren wir, dass das heute Abend ein Super-Rugby Spiel ist, das ist wohl so eine Art Champions League, in der je 5 Teams aus Neuseeland, Australien und Südafrika spielen. Gut, dann sind wir heute Abend wenigstens nicht ganz planlos.

Das Stadium eher klein und bietet 30.000 Zuschauern Platz. Es bleiben aber doch Plätze frei, was uns ein wenig wundert. Wir dachten Rugby ist hier DIE Sportart überhaupt und jeder will ins Stadium. Die Karten sind mit 30 Dollar jetzt auch nicht zu teuer. Hm, komisch. Naja, auf jeden Fall beobachten wir die Teams schon beim Aufwärmen und sind gespannt was da kommen wird. Als das Spiel losgeht stoßen wir mit unserer geringen Regelkenntnis schnell an unsere Grenzen, verstehen nicht immer warum jetzt abgepfiffen wurde oder was passiert. Auch manche Spielzüge erscheinen uns sehr fragwürdig, vor allem das häufige Wegkicken des Balles. Der fliegt zwar dann weit in des Gegners Hälfte, aber dann haben ihn eben auch die Gegner und man muss ihn erst wieder zurück erobern. Verstehen wir nicht, aber die Profis werdens schon wissen…

Der Anfang der Partie verläuft nicht nach Wunsch der Fans, die Bulls gehen schnell 13-3 in Führung und sind auch deutlich überlegen. Kurz vor der Pause können die Highlanders durch einen gelungenen Spielzug von Ben Smith, seines Zeichens Nationalspieler bei den All Blacks (den kennen wir namentlich, weil uns der Verkäufer heute von ihm erzählt hat), aber ausgleichen und es geht mit 13-13 in die Kabine. Nach der Pause sehen wir aber ein anderes Spiel, die Highlanders reißen das Ruder an sich, übernehmen das Kommando und ziehen auf 27-13 davon. Dass mit dem Schlusspfiff noch das 20-27 fällt interessiert eigentlich keinen mehr, der Sieg wird gefeiert. Wir huschen nach unten in die erste Reihe und sehen uns die Spieler mal aus der Nähe an. Da sind ganz schöne Brocken dabei. Wir erhaschen auch beide noch ein Foto mit einem Spieler, ehe wir dem Stadium den Rücken kehren. Es war auf jeden Fall ein lohnenswerter Ausflug und mal was anderes. Bevor ich mir nochmal ein Spiel ansehe werde ich mich aber doch genauer mit den Regeln befassen, gar nicht zu wissen was vor sich geht ist schon teilweise nervig.

Der nächste Tag ist dann schnell erzählt: es schüttet wie aus Eimern und mir geht es nicht besonders gut, mein Hals fühlt sich ziemlich schlecht an. So beschließen wir einen Tag Pause zu machen und verlängern unseren Aufenthalt an diesem Campingplatz. Wir nisten uns mit all unserem Hab und Gut im TV Zimmer ein und verbringen den Tag auf der Couch. Das tut auch mal wieder sehr gut! :-)

Am nächsten Tag sieht das Wetter wieder besser aus und auch das lästige Kratzen in meinem Hals ist nicht mehr so schlimm. Also brechen wir unser Lager hier schweren Herzens ab. Als wir gerade auf dem Weg zum Tanken sind, wird uns mitgeteilt, dass Herzogin Kate und Prinz William, Herzog von Cambridge in der Stadt sind und gerne in unserem Blog erwähnt werden würden. Na gut, den Gefallen wollen wir ihnen tun und warten auch noch extra ein wenig auf sie. Als sie dann ankommen sind sie aber doch ein wenig schüchtern und trauen sich nicht zu uns herüber. Naja, selber schuld! ;-)

Kate & William
Kate & William

Nach diesem ungeplanten Stopp brechen wir auf Richtung Norden, unser Tagesziel heißt Christchurch. Etwa 50 Kilometer nach Dunedin halten wir aber noch kurz bei den Moeraki Boulders an. Das sind runde Felsen die hier an einem Strand liegen. Sieht irgendwie bizarr aus wie diese teilweise kugelrunden Felsen einfach so daliegen. Nach einer Maori Legende sind es Aalkörbe, Kürbisse und Kartoffeln, die von einem untergegangenen Kanu stammen.