Bay of Islands

Da wir noch ganz in den Norden von Neuseeland wollen, müssen wir jetzt erst einmal einige Kilometer zurücklegen. So fahren wir von Rotorua über Hamilton und Auckland (dessen Größe uns bei der Durchquerung echt überrascht) bis nach Whangarai. Hier checken wir nach der etwa 6-stündigen Fahrt (mit Mittagspause) auch gleich in einen Campingplatz ein, der einen sehr gemütlichen Aufenthaltsbereich hat und verbringen dort den restlichen Tag bzw. Abend zusammen mit einer jungen Deutschen.

Am nächsten Morgen besichtigen wir noch kurz die neben dem Campingplatz gelegenen Whangarai Falls, ehe wir unsere Fahrt nach Norden fortsetzen. Es ist wie so oft, die Falls sind ganz schön anzusehen, aber sicher kein Must-have-seen. Wir waren eben schon bei ein paar beeindruckenderen Wasserfällen auf unseren Reisen ;-)

Gegen 11 kommen wir dann in dem Örtchen Paihia in der Bay of Islands an. Hier wollen wir eine kleine Bootsfahrt zu dem berühmten „Hole in the Rocks“ machen. Da es aber etwas bewölkt ist und die Tour auch nicht gerade billig ist sind wir unsicher ob wir sie wirklich machen sollen. Wir überlegen Hin und Her, fassen dann aber doch den Entschluss den Ausflug zu machen. Immerhin soll das Wetter laut der Touristen-Info heute Nachmittag ganz gut werden. Also blättern wir 180 Dollar auf den Tisch und haben somit unsere Tickets in der Tasche. Bis zur Abfahrt ist noch genug Zeit einen Campingplatz zu suchen und zu Mittag zu essen. Also fahren wir gut gelaunt Richtung nächster Campsite. Kurz nachdem wir im Auto sitzen und keine 10 Minuten nachdem wir die Tickets gekauft haben tun sich über uns auf einmal ein paar Schleusen auf und es fängt an zu schütten wie aus Eimern! Äh, wie war das mit dem guten Wetter? Neben dem Wetter entpuppt sich auch der angesteuerte Campingplatz als Reinfall und unsere Laune verschlechtert sich zusehends.

Aber hilft ja nix, ändern können wir ja eh nix. Also auf zum nächsten Campingplatz. Da wir aber zurück zur Werft laufen müssen und dieser jetzt zu weit weg ist bleiben wir da auch nicht. Kurzerhand halten wir mal wieder am Straßenrand an zum Nudeln kochen. Inzwischen regnet es auch nicht mehr. Hoffentlich hält das jetzt her. Nachdem der Gasofen angeworfen ist fängt es aber gleich wieder zu nieseln an und ein unangenehmer Wind weht. Aber nach wenigen Minuten ist das auch schon wieder vorbei und wir können die Nudeln dann in der Sonne genießen. Schaut also wieder besser aus und so gehen wir optimistisch Richtung Bootsanlegestelle. Nur um unterwegs wieder von einem heftigen Schauer erwischt zu werden. Wir können uns gerade noch in die nächsten Geschäfte retten bevor wir komplett abgeregnet werden. Na was jetzt, kann sich der Wettergott bitte mal entscheiden?

Nachdem dann in der letzten halben Stunde das Wetter verrückt gespielt hat kehrt Ruhe ein und wir können auf unser Ausflugsboot steigen. Kurz noch die Sitze trocken gewischt und schon geht es los. Na gut, erst müssen wir noch am nächsten Hafen die obligatorische Busladung Japaner an Bord nehmen. Wär ja auch zu schön gewesen, davor war das Boot ziemlich leer. Dann geht es aber los und wir schippern an der Küste an verschiedenen Inseln entlang. Die Skipperin erzählt einige interessante Fakten zu den Inseln und wir halten an guten Aussichtspunkten an, um die Inselwelt zu genießen. Nach einiger Zeit passieren wir dann die letzte größere Insel und kommen von der geschützten Bucht hinaus auf den Ozean. Das macht sich im Seegang bemerkbar, der von einer gemütlichen Kaffeefahrt zu Achterbahnfeeling umschlägt. Nachdem ich ein paar Sprünge über die Wellen vorne am Bug des Schiffes mitmache wird mir das dann doch etwas zu wild und ich kehre zu meinem Sitzplatz auf dem oberen Deck zurück. Auch hier werden wir noch genug herumgeschaukelt. Im Raum im „Erdgeschoß“ wurden auch schon wieder einige K***tüten gezückt.

So fahren wir einige Zeit dahin, bis wir an dem großen Touristenmagneten, dem „Hole in the Rock“ ankommen. Im Grunde ist das nur ein riesiger Felsklotz mit einem Tunnel drin, es sieht aber trotzdem stark aus. Uns wird erklärt, dass neben dem aktuellen Loch noch ein zweites im Felsen entsteht, aber das werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen. Außerdem bestand vor ewigen Zeiten auch noch eine Verbindung zu dem nebendran freistehenden Felsen, die ist aber irgendwann zusammengebrochen. Die Skipperin manövriert unseren Katamaran dann in das Hole hinein und wir kommen sehr nah an die Felsen. Normalerweise kann man ganz durch den Tunnel durchfahren, aber dafür sind heute leider Wind und Wellengang zu stark. Also brausen wir nach einem kurzen Aufenthalt wieder aus dem Loch auf derselben Seite heraus. Direkt gegenüber gibt es noch einen kleinen Leuchtturm zu sehen.

Hole in the Wall
Hole in the Wall

Nun geht es auch schon wieder zurück, das „Hole in the Rock“ war der am weitesten entfernte Punkt unseres Ausflugs. Nächstes Ziel soll eine der Inseln sein, auf der wir etwas herumwandern können. Aber es kommt etwas anders: die Skipperin hat einen Funkspruch von einem anderen Boot bekommen, dass in einer nahen Bucht zwei Delfine gesichtet wurden. Also schauen wir da auch vorbei. Das andere Boot ist auch schon da, befüllt mit Touris die mit den Meeressäugern schwimmen wollen. Aber im Moment sind selbige noch nicht zu sehen. Wir warten gespannt ob sie wirklich auftauchen. Wir versuchen noch einigermaßen gute Plätze zu ergattern, da springen die Delfine auch schon aus dem Wasser. Und zwar nicht nur ein wenig, sondern richtig hoch, mit Salto! Wow, das ist ja mal ein Anblick! Und gleich noch mal. Und aller guten Dinge sind drei! Suuuper! ;-)

Von den Sprüngen haben wir leider keine Fotos schießen können, das ging viel zu schnell. Aber danach haben wir noch einige Gelegenheiten die Delfine beim normalen Schwimmen zu fotografieren. Inzwischen sind auch die Schwimmer im Wasser und versuchen mit den Tieren mitzuhalten. Die scheinen sich aber eine Spaß draus zu machen immer von der einen auf die andere Seite zu schwimmen und die Menschen zu verwirren *g* Manchmal tauchen sie auch mitten in dem Schnorchelpulk auf und der ein oder andere Schwimmer ist bei den schnellen Richtungswechseln sicher mit einem anderen zusammengestoßen.

Dolphin Watching
Dolphin Watching

Nächster Stopp ist dann wirklich die Insel Urupukapuka. Wir landen in einer herrlichen Bucht und erklimmen von hier aus einen kleinen Hügel, um einen guten Rundumblick zu haben. Hier lässt sichs auf jeden Fall aushalten. Ich laufe dann von dem einen Hügel noch weiter zum nächsten und lasse damit alle anderen Touris hinter mir. Von hier aus habe ich den Ausblick auf eine weitere Bucht der Insel, die lustigerweise als Schafweide genutzt wird. Ich überlege schon hinunterzulaufen und eines der Fellknäuel zu fangen, habe aber leider keine Zeit mehr dafür. Beim Zurückgehen sehe ich denn noch das Schild zu einem Campingplatz. Ja, hier könnte man sicher auch eine schöne Zeit verbringen. Aber wir fahren mangels Ausrüstung dann doch besser wieder mit zurück. Das war dann auch schon wieder der letzte Halt unserer Schifffahrt und wir kommen bald darauf wieder am Festland an und kehren zu unserem Gefährt zurück.

Schnell suchen wir uns noch einen Campingplatz in der Nähe aus unserem Camping-Heft aus und fahren dorthin. Er wirbt mit „free WiFi“ und mehr braucht es nicht, um uns zu überzeugen ;-) Als wir abends dann in der Küche sitzen und das Internet nutzen lernen wir Bettina und Nils kennen. Die beiden sind wie wir auf 7-monatiger Weltreise und wir verstehen uns auf Anhieb. So wird es ein sehr netter Abend mit den beiden und wiedermal geht ein toller Tag zu Ende.