Auckland

Inzwischen kenn ich mich im Raum-Zeit-Kontinuum gar nicht mehr aus. Von den Cook Islands kehren wir zurück nach Auckland, was bedeutet, dass wir die Datumsgrenze wieder überqueren müssen und damit quasi in die Zukunft reisen. Der 16. Mai existiert praktisch in unserem Kalenderjahr 2014 nicht, bzw. dauert im Flieger 2 Stunden. Verrückt!

In Auckland kommen wir um 4 Uhr in der Früh völlig groggy an und müssen durch die etwas eigenwilligen Kontrollen der neuseeländischen Zollbehörden. Außer ein paar Muscheln und unsere übrig gebliebenen Nudeln haben wir glücklicherweise nichts, das wir deklarieren müssen. Bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machen, müssen wir uns eine preiswerte und zentral gelegene Unterkunft aussuchen, was nicht so einfach ist, wenn man insgesamt nur 30 Minuten Zeit hat. Längere kostenlose  Internetsessions gestattet der Flughafen leider nicht. Am Ende entscheiden wir uns für ein Hostel im Stadtviertel Parrell, da man das Stadtzentrum von dort aus leicht zu Fuß erreichen kann und der Preis vergleichsweise günstig ist.

Mit dem Bus fahren wir in aller Herrgottsfrühe in die Großstadt von Auckland und versuchen uns zu orientieren. Glücklicherweise sieht man in dieser Stadt von wahrscheinlich jedem Punkt aus den Sky Tower, so dass man nie komplett planlos ist.

Skytower
Skytower

Leider steigen wir aber an einer anderen Station aus, als wir ursprünglich geplant haben, so dass wir mit unserem Gepäck etwa 2 Kilometer laufen müssen. Dass die Stadt ziemlich hügelig ist, macht das Ganze nicht gerade zu einem Kindergeburtstag!

Am Hostel angekommen ruhen wir uns erstmal ein paar Stunden aus und erfreuen uns an der nach zwei von der Außenwelt abgeschnittenen Wochen wiedererlangten Kommunikationsmöglichkeit in Form von Free Wifi.

Irgendwann raffen wir uns dann doch noch auf und spazieren eine Runde durch unser Stadtviertel und suchen uns was Leckeres zu Essen. Eigentlich wollten wir uns heute schon mit Sabine treffen, so dass wir versuchen uns nicht allzu lange außerhalb unserer Erreichbarkeitszone aufzuhalten, aber am Ende müssen wir unser „Business-Meeting“ ;-) am anderen Ende der Welt doch auf morgen verlegen. Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz unglücklich, dass ich heute doch recht zeitig ins Bett komme, denn die Fliegerei und die kurze Nacht haben mich doch ein wenig aus der Bahn geworfen.

 Nach einer von erholsamen Schlaf gesegneten Nacht starten wir den Tag mit Fußball-Streaming und dabei Frühstück im Bett. So kann ein Sonntag beginnen!

Gegen halb 10 Uhr kommt Sabine schließlich völlig erschöpft und vollbepackt mit unseren Habseligkeiten bei unserer Unterkunft an. Ich freue mich sehr, sie zu sehen und heute mit ihr was zu machen. Wir überlegen in Ruhe, was wir unternehmen wollen und entscheiden uns sodann, auf die Insel Waiheke zu fahren, da die Stadt Auckland offensichtlich nicht so viele Must-Have-Seens zu bieten hat. Uns ist das auch recht, denn das Wetter ist gut und ein Ausflug aufs „Land“ hört sich auch gut an.

Mit dem Bus fahren wir zum Britomat, von wo aus die Fähre um 12 Uhr abfährt. Auf der Fähre genießen wir einen schönen Ausblick auf die Skyline von Auckland, die beherrscht wird vom Hafen und dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre, dem Skytower. Einzig der etwas starke Wind stört uns ein wenig.

Skyline
Skyline

Nach etwa 35 Minuten auf der Fähre erreichen wir Waiheke Island und befinden uns fernab jeglichen Großstadttrubels. Waiheke ist mit einer Fläche von 92 Quadratkilometer die zweitgrößte Insel im Hauraki Gulf. Ehe wir uns darüber Gedanken machen können, wie wir uns auf dieser Insel fortbewegen und vor allem wohin wir uns bewegen wollen, werden wir von einem Guide namens Horst angesprochen und auf eine interessante Bustour aufmerksam gemacht. Horst, ein vor 25 Jahren ausgewanderter Deutscher, kann unser Interesse schnell wecken. Insbesondere seine Pronunciation des „th“ lässt uns schmunzeln und führt dazu, dass wir uns von ihm die Insel zeigen lassen wollen. Die Tour dauert etwa 1,5  Stunden und führt an vielen Buchten, sowie unzähligen feinkörnigen Sandstränden vorbei und Horst erklärt uns mit größter Motivation geschichtliche Hintergründe, was man machen kann und wie die Leute hier leben.

eine der vielen Buchten
eine der vielen Buchten

Am letzten Strand, den wir passieren, zeigt er uns die – wie wir sagen würden – Bonzenvillen und die hiesigen Sicherheitsvorrichtungen: Gartenzäune, über die ICH mit einem Schritt rüber gehen kann… :-)

Schließlich setzt uns Horst an diesem Strand ab und nachdem wir ein bisschen auf dem Sand umher getollt sind, kehren wir in einem netten Café mit Beachview ein. Herrlich – die Sonne hat auch ihren Weg gefunden. Ehe wir uns versehen, verpassen wir sogar den Bus, den wir eigentlich angepeilt hatten.

Mit dem Nächsten fahren wir schließlich das nahegelegene Weingut Te Motu, um zum Sonnenuntergang ein paar lokale Weine zu kosten. Was soll ich sagen? Perfekt, so kann man seinen Sonntag schon mal verbringen!

Weinprobe
Weinprobe

Zufrieden kehren wir schließlich mit dem Bus zurück zum Fährhafen, von wo aus wir wieder in die Metropole fahren. Insgesamt war es ein wirklich gelungener Tag und an dieser Stelle ein dickes Bussi an Sabine – wir sehen uns dann wieder in good old Germany!!

 Am darauffolgenden Tag heißt es dann endgültig Abschied nehmen von Neuseeland und in eine ganz andere Welt aufbrechen! Da unser Flieger erst um 16 Uhr geht, verbringen wir den Vormittag zunächst damit, unsere Sachen zu packen. Hier sei angemerkt, dass wir nun den wahrscheinlich bisher schwersten Rucksack mit uns tragen und mir das nicht so wirklich gefällt!

Fertig gepackt sitzen wir unsere Zeit im Aufenthaltsraum der Unterkunft ab und schauen uns bei der Gelegenheit mal wieder einen Tatort an. Gegen Mittag brechen wir schließlich auf in Richtung Flughafen. Eins ist klar, aus Neuseeland auszureisen ist wesentlich unkomplizierter als einzureisen. So reicht unsere etwas knapper als gewöhnlich bemessene Zeit dennoch locker aus, um rechtzeitig am Gate zu stehen.

Pukekohe – Familientreffen im Kiwi-Land

Der nächste Tag besteht zum Großteil wieder nur aus Fahren. Unterwegs halten wir nur zum Essen kochen und an einem schönen Strand (wo wir schon gerne länger bleiben würden, aber leider keine Zeit haben), ansonsten zieht die Landschaft am Fenster vorbei. Wir quartieren uns auf einem Campingplatz etwa 35 km nördlich von Auckland ein, so dass wir morgen problemlos in die Stadt kommen.

Aufräumaktion im Auto
Aufräumaktion im Auto

Bevor es in die City geht müssen wir aber noch unser Auto auf Vordermann bringen. Das nimmt dann auch schon wieder den ganzen Vormittag ein und wir starten erst gegen 12 Richtung Süden. Vor der Autoabgabe treffen wir uns noch mit Sabine, einer ehemaligen Arbeitskollegin von Carina. Sie ist für ein paar Wochen hier, um einen Sprachkurs zu machen. Das trifft sich ganz gut für uns, dann können wir bei ihr ein paar Sachen lagern, die wir auf den Cook Islands nicht brauchen und deren Platz im Rucksack wir lieber mit Lebensmitteln (=Nudeln) auffüllen, da diese auf den Inseln sehr teuer sein sollen. Und nach unserer Rückkehr von den Cook Islands können wir mit ihr noch was unternehmen. Als Treffpunkt machen wir den weithin sichtbaren Auckland Skytower aus, den kann man nicht verfehlen. So klappt das Treffen dann auch problemlos und wenig später fahren wir zu dritt zu Sabines Unterkunft, die wiederum nicht sehr weit vom Autovermieter weg ist. Dort schlagen wir dann gegen 4 auf und geben unser Auto mit etwa 4500 Kilometern mehr auf dem Tacho ab.

Von der Vermietung ist es nicht weit zur Penrose Station, wo wir in einen Zug nach Papakura steigen. Am Bahnhof dort werden wir dann von meiner Großtante (ich denke das ist die richtige Bezeichnung für die Schwester von meiner Oma, oder?) Heli abgeholt. Sie ist 1961 nach Neuseeland ausgewandert und ich habe sie zuletzt von 21 Jahren gesehen, als sie zu Besuch in Deutschland war. Wir erkennen uns gleich wieder und das Hallo ist groß. Sie hat ihre 12-jährige Enkelin Amber im Schlepptau und so sitzen wir wenig später zu viert im Auto Richtung Pukekohe, wo sie wohnen. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt kommen wir in dem kleinen Vorort an, und ich lerne Carman, Helis Tochter und somit die Cousine meiner Mum, ihren Partner Rob und ihren Sohn Dylan kennen. Außerdem sind da noch Shelby die Rottweilerin, Ray und Garfield die beiden roten Kater und ein etwas zerrupfter Kanarienvogel (oder so was ähnliches). Wir werden sehr herzlich aufgenommen und fühlen uns sogleich wohl. Den Abend lauschen wir dann Helis Erzählungen oder berichten selber von zu Hause.

Den nächsten Tag beginnen wir dann mit einem sehr guten Frühstück und fahren dann mit Carmen, Rob und Amber auf den Markt. Heli kann leider nicht mitkommen, sie muss arbeiten. So schlendern wir über den Markt und begutachten die verschiedenen Stände. Carmen und Rob fragen uns immer wieder was wir machen möchten und meinen wohl sie müssen uns etwas Besonderes präsentieren, aber Carina und ich sind eigentlich ganz zufrieden damit einen normalen Tag zu verbringen. Das tut auch mal wieder ganz gut. Nachdem wir alle Marktstände gesehen haben schlendern wir noch durch die Stadt und schauen in das ein oder andere Geschäft. Nichts besonders aufregendes, aber wie gesagt, wir sind ganz glücklich und zufrieden damit. Auf dem Heimweg halten wir dann noch auf einem kleinen Aussichtshügel, von dem aus man das Örtchen überblicken kann. Außerdem erkennt man am Horizont den Skytower in Auckland (immerhin 60 km entfernt) sowie einige Berge (ehemalige Vulkane) und Hügel.

Als wir schließlich wieder zuhause ankommen machen wir nicht mehr viel, außer ein wenig quatschen und Katzen streicheln ;-) Carina lernt dann noch von Amber die aktuell in Neuseeland topmoderne Art Armbänder aus kleinen Gummi-Bändchen zu machen und ist damit beschäftigt. Abends gibt es dann ein richtig gutes von Heli gekochtes Essen mit Knödeln und Sauerkraut. Wir sind begeistert! Aber danach auch ziemlich voll…

Karioitahi-Beach
Karioitahi-Beach

Am nächsten Morgen bekommen wir wieder ein ausgiebiges Frühstück, wir werden hier richtig gemästet. *g* Danach fahren wir mit Carmen, Rob, Amber und Shelby zum etwa 30 Minuten entfernten Karioitahi-Beach. Der Strand ist echt sehr toll! Schwarzer Sand und überall Muscheln, traumhaft. Ist zwar nicht wirklich zum Baden geeignet, da das Wasser recht frisch und der Wellengang sehr hoch ist, aber es gefällt uns hier trotzdem sehr gut. Shelby ist auch begeistert und fetzt rum. Lediglich die Wellen gefallen ihr gar nicht und sie weicht erschrocken zurück, wenn das Wasser zu ihren Füssen hochkommt. Lustig anzusehen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand fahren wir wieder Heim, wo Heli schon mit dem nächsten Festmahl auf uns wartet. Das ist dann aber auch schon wieder gleichzeitig unser Abschiedsessen, da heute Abend unser Flug zu den Cook Islands geht und wir schon Nachmittag am Flughafen sein müssen. So verabschieden wir uns schweren Herzens von der neuseeländischen Verwandtschaft und sind etwas traurig als wir von Heli am Flughafen abgesetzt werden und dort allein zurück bleiben. Aber nur kurz, neue Abenteuer warten auf uns! ;-)

Familientreffen
Familientreffen

Cape Reinga & The Far North

Wir setzen unsere Fahrt weiter fort gen Norden. Heute wollen wir Kaitaia erreichen, von wo aus man Tagesausflüge zum Cape Reinga machen kann. Bis dahin sind es rund 100 Kilometer, für die man unter normalen Bedingungen ca. 1 ½ Stunden benötigt. Also, keine Eile – wir können unterwegs noch ein paar Stopps einlegen. Den ersten machen wir bereits, bevor wir den Ort Paihia wirklich verlassen bei den Haruru Falls. Naja, denken wir uns – mal wieder einer von vielen. Schnell die obligatorischen Fotos geschossen und schon sind wir wieder „on the Road“.

Weit kommen wir allerdings nicht, denn es gibt noch die Rainbow Falls, die wir bei der Gelegenheit natürlich nicht verpassen wollen. Unglücklicherweise sind wir allerdings am falschen Ende angekommen. Wir müssten rund 4 Kilometer marschieren, um hinzukommen, während es noch einen weiteren Parkplatz gibt, von dem aus man unmittelbar zu den Wasserfällen kommt. Aber der Stopp ist trotzdem kein Reinfall, denn hier gibt es ein wunderschönes Steinhaus (das älteste Neuseelands), einen kleinen Hafen und insgesamt ein sehr nettes Ambiente. Wir marschieren zum Steinhaus und erkunden den darin befindlichen Shop mit lokalen Nippes. Da wir aber aus bekannten Gründen keine Souvenirs kaufen können, müssen wir auch diesen Shop mit leeren Händen verlassen.

Unser Weg führt uns dann unmittelbar zu den Rainbow Falls. Am richtigen Ende muss man nur ca. 150 Meter gehen und schon steht man oben am Aussichtsplateau. Ja, die schauen schon ein wenig spektakulärer aus. Da unten am Becken ein nettes einsames Bänkchen in der Sonne steht, entscheiden wir uns, den Weg nach unten anzugreifen und ein bisschen Sonnenschein zu tanken. Herrlich!

Es dauert auch nicht lange bis Bettina und Nils ebenfalls erscheinen. Sehr witzig – wir haben nämlich gar nichts ausgemacht. So sitzen wir hier, ratschen ein bisschen und lassen uns braten. Wir vereinbaren mit den beiden schließlich, dass wir uns heute Abend noch absprechen werden zwecks Campingplatz – wir wollen einen mit Sky-TV, damit wir Fußball gucken können.

Nach unserer Rückkehr am Auto ist auch schon wieder Essenszeit angesagt. Kurzerhand schmeißen wir unseren Gasofen mal wieder an Ort und Stelle an und kochen uns ein „abwechslungsreiches“ Gericht.

Gestärkt geht es dann endlich mal richtig los und wir fetzen die kurvenreiche Strecke bis Kaitaia durch. Wir erreichen den Ort gegen halb 5, also haben wir noch eine halbe Stunde Zeit um die i-Site aufzusuchen und uns hinsichtlich der Ausflüge für morgen zu informieren und die Campingplatzlage zu checken. Wir legen uns gerade fest, was wir machen und wo wir schlafen wollen und verfassen eine Nachricht an Nils und Bettina, als die beiden ebenfalls in der i-Site auflaufen und sich unseren Plänen anschließen. Sehr schön!

Am Campingplatz vergewissern wir uns nochmal, ob wir tatsächlich Sky-TV haben und verbringen dann zufrieden den restlichen Abend mit Rugby-Games.

Uaaah, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr – genauso wie wenn wir in die Arbeit gehen müssten. Hmmm, dislike! Naja, aber wir haben uns das ja selbst eingebrockt, nachdem wir Fußball schauen wollten und um die besten Plätze zu sichern, stehen wir eben zu dieser unwürdigen Uhrzeit auf.

Dass wir in Anbetracht des Spielverlaufs lieber im Bett geblieben werden, will ich jetzt nicht zu weit ausführen. Der Schmerz sitzt noch zu tief.

Wenigstens unser Busshuttle ist pünktlich um 8:30 Uhr da und holt uns vier ab. Wir werden mit einem kleinen Bus zu einem größeren chauffiert und finden uns schließlich in einer Horde Touristen und in einem Giftshop wieder. Na wunderbar – haben wir hier eine Verkaufsveranstaltung gebucht? Die Holzschnitzereien sind zwar wirklich toll, aber wir haben weder das Geld für diese ausgefallenen Stücke noch die notwendige Transportmöglichkeit. Die in Kauri-Holz eingearbeitete Treppe ist allerdings schon ein echtes Highlight.

So, genug geshoppt, wir wollen los. Unsere erste Station ist der Gumdiggers Park. Ein Park, in dem früher nach Harz gegraben wurde und heute die zigtausend Jahre alten Kauri-Bäume ausgegraben und verarbeitet werden. Der Park ist ganz nett, aber als ein Must-Have-Seen würde ich ihn jetzt nicht bezeichnen. Die Runde durch den Park endet mal wieder in einem Giftshop – welch eine Überraschung!

Wir fahren schließlich weiter in den Norden und freuen uns auf das Kap. Wendy, unsere Busfahrerin und gleichzeitig Guide, macht allerdings nach wenigen Augenblicken einen neuen Stopp. Wir stehen an einem weiteren Shop – hier gibt es angeblich das beste Eis und so passiert es, dass so ziemlich alle Touristen – auch wir – auf diese Falle hereinfallen. Also langsam glaube ich ernsthaft, dass wir hier wirklich auf einer Verkaufsfahrt sind…

Offensichtlich wars das aber jetzt mit den Shops – wir fahren tatsächlich durch bis zum Cape Reinga.

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Das Wetter ist traumhaft und die Aussicht phänomenal. Wir haben rund eine Stunde Zeit um umherzuspazieren und so machen wir uns gleich auf den Weg zum Leuchtturm und zum Aussichtshügel. Das besondere an Cape Reinga ist, dass man an klaren Tagen – so wie heute – das Aufeinandertreffen des Pazifischen Ozeans mit dem Tasmanischen Meer sehen kann. Wirklich beeindruckend. Das Wasser hat verschiedene Blautöne und die Wellen von beiden Meeren klatschen aneinander. Auch die Steilküste rechts und links von uns ist sagenhaft. Allein wegen diesem Anblick war der Ausflug sein Geld schon wert! Schade nur, dass wir hier nicht mehr Zeit haben, denn man könnte hier schon einige richtig tolle Wanderungen machen.

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Wendy hat allerdings zur Pünktlichkeit ermahnt, da wir schließlich zum Lunch müssen. Wir geben unser Bestes, um den Ruf der deutschen Pünktlichkeit zu zerstören, denn wir sind die letzten. Kaum sind wir in den Bus gehüpft, startet Wendy auch schon.

Zum Mittagessen gibt es ein „Büffet“, in dem man sich nicht selbst bedienen kann. Seltsam! So bekommt jeder einige Fleischfetzen von Chicken und Beef, ein paar Pommes und drei verschiedene Salate auf seinen Teller geklatscht und das nennt sich dann Büffet. Naja, keine Offenbarung, aber wenigstens mal was anderes wie Nudeln…

Nach dem Mittagessen steht ein weiteres Highlight auf dem Programm. Wir fahren zum Ninty Mile Beach, auf dem man mit Mietfahrzeugen nicht fahren darf und werden mit Body-Boards ausgestattet.

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Mit diesen flotten Brettern klettern wir eine große Sanddüne hinauf und fetzen Schuss hinunter. Wow, das ist echt ein ziemlicher Spaß! Der Aufstieg ist ein wenig anstrengend, aber die Fahrt entschädigt für die Mühe vollends. Wir sind gerade voll in Action, als Wendy ihre Schützlinge wieder zusammentrommelt. Wir vier sind mal wieder die letzten im Bus.

Jetzt geht es mit dem Bus auf den Strand. Der Ninty Mile Beach ist wirklich wunderschön, allerdings ist er nicht wirklich neunzig Meilen lang. Tatsächlich sind es nur 88 Kilometer. Nichtsdestotrotz ist es aber ziemlich cool, mit ca. 100 km/h im Bus über den nicht enden wollenden Strand zu fetzen.

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Gegen 17 Uhr kehren wir dann schließlich wieder zur Abfahrtsstelle zurück und werden an unserem Campingplatz abgeliefert. Insgesamt war das heute wirklich ein wunderschöner Ausflug, auch wenn der Anfang etwas unglücklich war.

Wir verbringen nochmal einen geselligen Abend mit Nils und Bettina, bevor wir uns morgen leider von den beiden verabschieden müssen…

Bay of Islands

Da wir noch ganz in den Norden von Neuseeland wollen, müssen wir jetzt erst einmal einige Kilometer zurücklegen. So fahren wir von Rotorua über Hamilton und Auckland (dessen Größe uns bei der Durchquerung echt überrascht) bis nach Whangarai. Hier checken wir nach der etwa 6-stündigen Fahrt (mit Mittagspause) auch gleich in einen Campingplatz ein, der einen sehr gemütlichen Aufenthaltsbereich hat und verbringen dort den restlichen Tag bzw. Abend zusammen mit einer jungen Deutschen.

Am nächsten Morgen besichtigen wir noch kurz die neben dem Campingplatz gelegenen Whangarai Falls, ehe wir unsere Fahrt nach Norden fortsetzen. Es ist wie so oft, die Falls sind ganz schön anzusehen, aber sicher kein Must-have-seen. Wir waren eben schon bei ein paar beeindruckenderen Wasserfällen auf unseren Reisen ;-)

Gegen 11 kommen wir dann in dem Örtchen Paihia in der Bay of Islands an. Hier wollen wir eine kleine Bootsfahrt zu dem berühmten „Hole in the Rocks“ machen. Da es aber etwas bewölkt ist und die Tour auch nicht gerade billig ist sind wir unsicher ob wir sie wirklich machen sollen. Wir überlegen Hin und Her, fassen dann aber doch den Entschluss den Ausflug zu machen. Immerhin soll das Wetter laut der Touristen-Info heute Nachmittag ganz gut werden. Also blättern wir 180 Dollar auf den Tisch und haben somit unsere Tickets in der Tasche. Bis zur Abfahrt ist noch genug Zeit einen Campingplatz zu suchen und zu Mittag zu essen. Also fahren wir gut gelaunt Richtung nächster Campsite. Kurz nachdem wir im Auto sitzen und keine 10 Minuten nachdem wir die Tickets gekauft haben tun sich über uns auf einmal ein paar Schleusen auf und es fängt an zu schütten wie aus Eimern! Äh, wie war das mit dem guten Wetter? Neben dem Wetter entpuppt sich auch der angesteuerte Campingplatz als Reinfall und unsere Laune verschlechtert sich zusehends.

Aber hilft ja nix, ändern können wir ja eh nix. Also auf zum nächsten Campingplatz. Da wir aber zurück zur Werft laufen müssen und dieser jetzt zu weit weg ist bleiben wir da auch nicht. Kurzerhand halten wir mal wieder am Straßenrand an zum Nudeln kochen. Inzwischen regnet es auch nicht mehr. Hoffentlich hält das jetzt her. Nachdem der Gasofen angeworfen ist fängt es aber gleich wieder zu nieseln an und ein unangenehmer Wind weht. Aber nach wenigen Minuten ist das auch schon wieder vorbei und wir können die Nudeln dann in der Sonne genießen. Schaut also wieder besser aus und so gehen wir optimistisch Richtung Bootsanlegestelle. Nur um unterwegs wieder von einem heftigen Schauer erwischt zu werden. Wir können uns gerade noch in die nächsten Geschäfte retten bevor wir komplett abgeregnet werden. Na was jetzt, kann sich der Wettergott bitte mal entscheiden?

Nachdem dann in der letzten halben Stunde das Wetter verrückt gespielt hat kehrt Ruhe ein und wir können auf unser Ausflugsboot steigen. Kurz noch die Sitze trocken gewischt und schon geht es los. Na gut, erst müssen wir noch am nächsten Hafen die obligatorische Busladung Japaner an Bord nehmen. Wär ja auch zu schön gewesen, davor war das Boot ziemlich leer. Dann geht es aber los und wir schippern an der Küste an verschiedenen Inseln entlang. Die Skipperin erzählt einige interessante Fakten zu den Inseln und wir halten an guten Aussichtspunkten an, um die Inselwelt zu genießen. Nach einiger Zeit passieren wir dann die letzte größere Insel und kommen von der geschützten Bucht hinaus auf den Ozean. Das macht sich im Seegang bemerkbar, der von einer gemütlichen Kaffeefahrt zu Achterbahnfeeling umschlägt. Nachdem ich ein paar Sprünge über die Wellen vorne am Bug des Schiffes mitmache wird mir das dann doch etwas zu wild und ich kehre zu meinem Sitzplatz auf dem oberen Deck zurück. Auch hier werden wir noch genug herumgeschaukelt. Im Raum im „Erdgeschoß“ wurden auch schon wieder einige K***tüten gezückt.

So fahren wir einige Zeit dahin, bis wir an dem großen Touristenmagneten, dem „Hole in the Rock“ ankommen. Im Grunde ist das nur ein riesiger Felsklotz mit einem Tunnel drin, es sieht aber trotzdem stark aus. Uns wird erklärt, dass neben dem aktuellen Loch noch ein zweites im Felsen entsteht, aber das werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen. Außerdem bestand vor ewigen Zeiten auch noch eine Verbindung zu dem nebendran freistehenden Felsen, die ist aber irgendwann zusammengebrochen. Die Skipperin manövriert unseren Katamaran dann in das Hole hinein und wir kommen sehr nah an die Felsen. Normalerweise kann man ganz durch den Tunnel durchfahren, aber dafür sind heute leider Wind und Wellengang zu stark. Also brausen wir nach einem kurzen Aufenthalt wieder aus dem Loch auf derselben Seite heraus. Direkt gegenüber gibt es noch einen kleinen Leuchtturm zu sehen.

Hole in the Wall
Hole in the Wall

Nun geht es auch schon wieder zurück, das „Hole in the Rock“ war der am weitesten entfernte Punkt unseres Ausflugs. Nächstes Ziel soll eine der Inseln sein, auf der wir etwas herumwandern können. Aber es kommt etwas anders: die Skipperin hat einen Funkspruch von einem anderen Boot bekommen, dass in einer nahen Bucht zwei Delfine gesichtet wurden. Also schauen wir da auch vorbei. Das andere Boot ist auch schon da, befüllt mit Touris die mit den Meeressäugern schwimmen wollen. Aber im Moment sind selbige noch nicht zu sehen. Wir warten gespannt ob sie wirklich auftauchen. Wir versuchen noch einigermaßen gute Plätze zu ergattern, da springen die Delfine auch schon aus dem Wasser. Und zwar nicht nur ein wenig, sondern richtig hoch, mit Salto! Wow, das ist ja mal ein Anblick! Und gleich noch mal. Und aller guten Dinge sind drei! Suuuper! ;-)

Von den Sprüngen haben wir leider keine Fotos schießen können, das ging viel zu schnell. Aber danach haben wir noch einige Gelegenheiten die Delfine beim normalen Schwimmen zu fotografieren. Inzwischen sind auch die Schwimmer im Wasser und versuchen mit den Tieren mitzuhalten. Die scheinen sich aber eine Spaß draus zu machen immer von der einen auf die andere Seite zu schwimmen und die Menschen zu verwirren *g* Manchmal tauchen sie auch mitten in dem Schnorchelpulk auf und der ein oder andere Schwimmer ist bei den schnellen Richtungswechseln sicher mit einem anderen zusammengestoßen.

Dolphin Watching
Dolphin Watching

Nächster Stopp ist dann wirklich die Insel Urupukapuka. Wir landen in einer herrlichen Bucht und erklimmen von hier aus einen kleinen Hügel, um einen guten Rundumblick zu haben. Hier lässt sichs auf jeden Fall aushalten. Ich laufe dann von dem einen Hügel noch weiter zum nächsten und lasse damit alle anderen Touris hinter mir. Von hier aus habe ich den Ausblick auf eine weitere Bucht der Insel, die lustigerweise als Schafweide genutzt wird. Ich überlege schon hinunterzulaufen und eines der Fellknäuel zu fangen, habe aber leider keine Zeit mehr dafür. Beim Zurückgehen sehe ich denn noch das Schild zu einem Campingplatz. Ja, hier könnte man sicher auch eine schöne Zeit verbringen. Aber wir fahren mangels Ausrüstung dann doch besser wieder mit zurück. Das war dann auch schon wieder der letzte Halt unserer Schifffahrt und wir kommen bald darauf wieder am Festland an und kehren zu unserem Gefährt zurück.

Schnell suchen wir uns noch einen Campingplatz in der Nähe aus unserem Camping-Heft aus und fahren dorthin. Er wirbt mit „free WiFi“ und mehr braucht es nicht, um uns zu überzeugen ;-) Als wir abends dann in der Küche sitzen und das Internet nutzen lernen wir Bettina und Nils kennen. Die beiden sind wie wir auf 7-monatiger Weltreise und wir verstehen uns auf Anhieb. So wird es ein sehr netter Abend mit den beiden und wiedermal geht ein toller Tag zu Ende.

Taupo & Rotorua

Nach unserer Tageswanderung lässt natürlich am nächsten Tag der Muskelkater nicht lange auf sich warten. Zu einer weiteren Wanderung können wir uns heute nicht überwinden, obwohl unser nächstes Ziel, der Lake Taupo, mit wahrscheinlich vielen ebenfalls tollen Wanderwegen auftrumpfen kann. Das Wetter ist heute ohnehin mehr als bescheiden, es regnet in Strömen und uns wird bewusst, dass wir zumindest für unser Alpine Crossing wirklich alles richtig gemacht haben. Aber was machen wir nun in Taupo? Im Lonely Planet haben wir gelesen, dass es dort auch Hot Springs gibt, in denen man einfach relaxen kann und das klingt für uns heute einfach perfekt.

Voller Vorfreude auf ein wenig Entspannung in den heißen Quellen springen wir ins Auto und fetzen die rund 80 Kilometer ohne weiteren Stopp einfach durch. Im Örtchen Taupo müssen wir mal wieder Einkaufen, bevor wir uns einen Campingplatz suchen. Wir landen schließlich beim De Bretts Spa Resort Holiday Park. Das klingt auf dem ersten Blick nach einem ziemlich teuren Platz, da wir jedoch damit nur den halben Eintrittspreis zu den Thermalquellen bezahlen müssen, relativiert sich der Preis dann doch ganz ordentlich. Das Besondere an dem Platz ist, dass er genau neben den Quellen ist und man mit einem Tagesticket den ganzen Tag hin und her marschieren kann. Perfekt! Bevor wir uns allerdings ins heiße Wasser stürzen, gibt’s noch ein leckeres und abwechslungsreiches Mittagessen und dann stehen wir auch schon vor den Toren.

Es ist echt kaum zu beschreiben, wie wohltuend dieses Thermalwasser für unsere brennenden Muskeln ist. Wir könnten echt stundenlang in dem badewannengleichen Wasser bleiben, aber nachdem das nicht sonderlich empfehlenswert ist, müssen wir irgendwann doch auch mal rauskommen. Aber danach fühlen wir uns wie neugeboren!

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Den Rest des Tages verbringen wir ganz relaxed in der TV-Lounge des Campingplatzes, nur Hank zieht es zu später Stunde nochmal ins Thermalwasser. Meine Wenigkeit kann sich leider nicht mehr aufraffen nochmal in den Bikini zu springen…

So, genug gefaulenzt. Am nächsten Tag geht’s weiter nach Rotorua, die Stadt, in der man sich insbesondere mit der Geschichte der Maori auseinandersetzen und zudem jede Menge Geysire und Schlammlöcher bestaunen kann. Von Taupo aus sind das rund 80 Kilometer. Unterwegs kommen wir an den Huka Falls vorbei, bei denen wir einen Stopp einlegen. Das Besondere an diesen Wasserfällen ist, dass das Wasser beim Brechen von der Klippe eisblau und beim Auftreffen im Becken arktisweiß ist. Das ist schon ziemlich beeindruckend und der lohnt den Stopp. Es gibt hier einige Wanderwege, aber so richtig motiviert eine größere Loop zu laufen sind wir auch heute noch nicht. Also machen wir es diesmal wie die unzähligen Japaner um uns rum – Klick: 3 Fotos sind im Kasten – und weiter geht’s!

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Eine weitere Stoppmöglichkeit sind die Craters oft he Moon, die allerdings laut Reiseführer 6 Dollar Eintritt kosten. Naja, können wir ja mal anschauen. Im Information Center schauen wir uns ein paar Postkarten an und stellen fest, dass wir unser Geld nicht in diesen Walk investieren wollen und doch auf direktem Weg weiter nach Rotorua fahren.

Gegen Mittag kommen wir schließlich an und stehen vor den T­­­oren von Te Puia. Etwas enttäuscht müssen wir dann feststellen, dass uns ein Ausflug in die Welt der Maoris kaum unter 50 Dollar pro Person hergeht. Naja, wenn wir schon da sind, müssen wir die Dollar wohl oder übel in die Hand nehmen. Inmitten der Stadt gibt es aber noch in den Kurirau Park, in dem man kostenlos zumindest ein paar Schlammlöcher bestaunen kann. Naja, das ist dann für heute nach einem Thai-Lunch unser Ziel. In der ganzen Stadt herrscht der Geruch von Schwefel, was daran liegt, dass Rotorua in einem der geothermisch aktivisten Gebiete der Erde liegt.

Der Park ist echt ganz nett anzusehen. Überall dampft und blubbert es. Wir sind schon ziemlich beeindruckt von diesem Schauspiel, auch wenn man eigentlich innerhalb einer halben Stunde durchgelaufen ist, aber als kleiner Vorgeschmack für morgen ist es schon nicht schlecht.

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Ansonsten schlendern wir heute noch ein bisschen durch die Gässchen von Rotorua, bevor wir uns einen Campingplatz suchen, an dem ich feststelle, dass ich fix und fertig bin und eigentlich nur noch meine Ruhe haben will.

Gut ausgeschlafen und motiviert starten wir am nächsten Tag unser Kulturprogramm. Für insgesamt 105 Dollar erwerben wir die Eintrittskarten für die Maoristätte Te Puia und sind kurz nach der Öffnung an den Toren. Das erste Maorikonzert beginnt um 10:15 Uhr und da wir bis dahin noch ein wenig Zeit haben, steuern wir als erstes Ziel das Kiwi-House an. Juppie, endlich haben wir die Gelegenheit auf unserer Reise einen zu sehen, auch wenn er nicht in freier Wildbahn lebt. Der Kiwi ist ein flugunfähiger und nachtaktiver Vogel, der ein Nationalsymbol von Neuseeland darstellt. Er ist vom Aussterben bedroht und steht unter Artenschutz. In freier Wildbahn kann man ihn tagsüber nur ganz im Süden von Neuseeland, auf Stewart Island beobachten. Zum Glück gibt es aber einige Sanctuarys, die dem Kiwi einen künstlich geschaffenen Lebensraum bieten und man als Tourist die Möglichkeit hat, ihn zu bestaunen. Unglücklicherweise darf man ihn nicht fotografieren…

In Te Puia gibt es zwei Kiwis, ein Männchen und ein Weibchen. Letztere ist nicht sonderlich aktiv bei unserem Besuch, das Männchen hingegen pickt fleißig im Boden rum und präsentiert sich unmittelbar vor der Glasscheibe. Wir haben den Raum ein paar Minuten für uns alleine, bis schließlich die obligatorische Busladung Japaner eintrifft. Das ist dann auch der Zeitpunkt in dem wir die Flucht ergreifen.

Inzwischen ist es auch schon Zeit für das Maorikonzert. Es ist zwar recht touristisch, aber dennoch ziemlich cool. Die Krieger präsentieren ihren Haka – das ist der Tanz, der zur Abschreckung der Feinde eingesetzt wird und insbesondere aufgrund der gefährlichen Gesichtsausdrücke besonders einschüchternd ist. Die Maorifrauen führen den traditionellen Poi, einen Tanz mit Flachskugeln, auf. Highlight ist allerdings, dass wir irgendwann ebenfalls in die Veranstaltung eingebunden werden. Hank wird der Haka-Tanz auf der Bühne gelehrt und ich muss mich an den Poi-Kugeln versuchen. Beide haben wir leider ungefähr Null Taktgefühl und das Wort „Rhythmus“ kennen wir auch eher vom Hören-Sagen, so dass wir Euch von unseren gedrehten Videos verschonen wollen. ;-)

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Nach diesem interessanten und äußerst unterhaltsamen Konzert geht auch schon unsere Führung durch die Anlage los. Carol, unsere Guidin, ist eine Maori und sie erzählt uns viel von der Geschichte ihres Volkes, deren Lebensstil und wie die Maoris in Neuseeland heute leben. Insgesamt gibt es momentan rund 65.000 Menschen mit Maori-Wurzeln. Die Einen leben mehr nach den alten Lebensweisen, die anderen weniger. Von den typischen Tätowierungen im Gesicht sehen die meisten aber mittlerweile ab, da es damit für die Maoris schwer ist Jobs zu finden. Stattdessen tätowieren sie sich inzwischen mehr am Rücken. Klingt ja auch vernünftig. Die paar Maoris, die wir noch mit den Gesichtstätowierungen gesehen haben, haben schon wirklich ein wenig furchteinflößend ausgeschaut.

Auf der Tour schauen wir uns die Schnitzschule und die Webschule an. Beides wichtige Maorikunst, die wirklich beeindruckend ist. Außerdem marschieren wir noch einmal durch das Kiwi-House und als abschließendes Highlight kommen wir zum Pohutu, ein Geysir, der bis zu 20 Mal täglich ausbricht und dabei heißes Wasser bis zu 30 Meter hoch in die Luft spritzt. Laut Carol passiert das innerhalb der nächsten 15 Minuten, also warten wir brav, aber es passiert nichts. Erst etwa eine Stunde später beginnt das atemberaubende Ereignis. Wir sind wirklich begeistert von der Wucht dieses Geysirs und sind froh, dass wir nicht vorzeitig abgebrochen haben, auch wenn unsere Geduld schon ein wenig am Ende war.

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Im Anschluss an Te Puia fahren wir heute noch in den Redwoods – Whakarewarewa Forest. Ein Wald voll Giant Redwoods. Die sind schon spektakulär, auch wenn sie noch nicht so alt sind. Naja, wenn wir schon dabei sind, dann machen wir neben Birdwatcher hald auch noch einen auf Treewatcher…

Nach einem abschließenden Besuch am Lake Rotorua haben wir unser Tagespensum für heute wieder erreicht und können zufrieden in einem Campingplatz einkehren…