Vientiane

Die Fahrt mit dem Nachtbus war „interessant“. An Touristen war neben uns nur ein Pärchen aus England mit ihren 3 kleinen Kindern, ansonsten nur Locals. Schlechtes Zeichen? Wahrscheinlich.

Zunächst hat man uns den im wahrsten Sinne „beschissensten“ Platz, neben der Toilette zugeteilt, was nicht nur geruchstechnisch, sondern auch vom Lärmpegel her unseren Schlaf gestört hat. Wir haben zwar ein richtiges Bett, liegen auch bequem, können aber dennoch kaum schlafen. Die Fährt dauert planmäßig 8-10 Stunden. Nach rund 10 Stunden bleiben wir plötzlich mitten im Nirgendwo stehen – der Bus ist kaputt! Es geht nicht mehr weiter! Na wunderbar! Die Laoten versuchen akribisch den Defekt zu beheben, scheitern allerdings kläglich!

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Von den Engländern erfahren wir dann, dass ein Tuktuk gekommen ist, das uns für umgerechnet 1 € pro Person im die Landeshauptstadt mitnimmt.  Zack, reingesprungen und weiter geht’s. Nach ca. 45 Minuten sind wir in Vientiane. Der Tuktuk-Fahrer bringt ins auch gleich in die Innenstadt. Das englische Pärchen mit den Kids springt plötzlich an der Bushaltestelle raus, da sie ärgerlicherweise den Teddy von einem der Kids, den es zur Geburt bekommen hat, im Bus liegen gelassen haben, also fahren wir nur noch mit Locals weiter.

Beim Aussteigen bemerken wir dann, dass die Engländer auf dem Dach des Tuktuks zu allem Überfluss auch noch ihre Kinderräder vergessen haben. Kurzerhand schnappen wir uns die Gefährter und versuchen, sie an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzubringen.

So stehen wir erstmal 20 Minuten mit unseren Rucksäcken und den Kinderrädern rum und warten, ob die Engländer noch an uns vorbeikommen. Fehlanzeige!

Naja, erstmal ins Tuktuk hüpfen und ins Backpackerviertel fahren. Tatsächlich, in einem anderen Tuktuks sitzen sie. Wir halten sie auf und geben ihnen ihre Rennmaschinen zurück. Alle 5 sind so happy, dass wir uns drum gekümmert haben, das ist richtig rührend. Die Mama fällt uns gleich um den Hals und will uns zum Kaffee einladen, aber wir lehnen ab, denn das ist einfach eine Ehrensache unter Backpackern. Jeder hilft jedem! Uns wurde auch schon so oft geholfen, das macht man einfach. Das ist das Tolle daran, die Hilfsbereitschaft hängt nicht von einer Gegenleistung ab. Etwas, das man sich daheim gar nicht vorstellen kann und mit ein Grund, warum ich das Backpacking so liebe!

Nach diesem aufregenden Start in den Tag suchen wir uns erstmal eine Unterkunft, ehe wir zum Frühstück starten. Da Vientiane sehr starken französisch Einfluss hat, gibt es auch einige französische Bäckereien mit frischen Croissants. Mmmmh, lecker! Genau das, was ich jetzt haben will!

Anschließend leihen wir uns erstmal Fahrräder aus und erkunden die Stadt. Erstes Ziel: der Market und die Mall. Leider nicht ganz so spektakulär, wie wir uns das erhofft haben.

So fahren wir, ohne etwas zu kaufen, weiter zum Triumpf-Bogen Patuxay, ein Nachbau des Vorbilds in Paris.  Es soll den Laoten gedenken, die in den Kriegen vor der Revolution starben. Der Zement für den Bau wurde von den Amerikanern zum Bau eines neuen Flughafens zur Verfügung gestellt, so dass das Denkmal auch „vertikale Rollbahn“ genannt wird.  Von oben hat man einen schönen Blick auf die Stadt,  den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen.

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Anschließend werden wir von einem starken Hungergefühl heimgesucht, das dicht gefolgt wird von einer totalen Erschöpfung, so dass wir nach dem Essen für den Rest des Tages nur noch faul sind, ehe wir am Abend nochmal losmarschieren und den Nightmarket erkunden. Dieser ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auf den ersten Blick wirkt er relativ klein, aber das täuscht. Der Markt erstreckt sich doch auf eine ordentliche Länge und wir finden auch ein paar Kleinigkeiten, die wir unserem Gepäckbestand hinzuführen. :-)

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 Ausgeschlafen und mit neuen Kräften starten wir am nächsten Morgen erneut unsere Stadterkundungsversuche. Wir leihen uns erneut zwei Fahrräder aus und setzen unsere Runde fort. Es stehen noch einige Wats auf dem Plan. Auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass meine Entdeckungslust asiatischer Tempel inzwischen bereits ein wenig beschränkt ist. Aber hilft alles nicht – wir erkunden dennoch die Tempel Wat Inpeng, Wat Ong Teu und Wat Haysoke. Nicht, dass wir irgendwas wichtiges verpassen! :-)

Zur allgemeinen Beruhigung, es war nichts besonders spektakuläres oder noch nie Dagewesenes dabei. Wir haben allerdings in unserem Guidebook von einem Tempel gelesen, in dem man sich massieren lassen kann. Das hört sich doch gut an. Dieser Tempel liegt rund 4 km vom Zentrum entfernt, so dass wir froh um unsere Fahrräder sind. Ohne Umwege finden wir auch gleich hin, stellen dann aber enttäuscht fest, dass es die Massage erst ab 14 Uhr gibt. Eine Tatsache, die wir in unserem schlauen Büchlein leider überlesen haben. Wir entschließen sodann, zurück zu radeln, Mittagspause einzulegen, dabei die weitere Route zu planen und am Abend nochmal zurückzukehren und einen neuen Versuch zu starten.

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Leider scheitert auch dieser Plan. Gegen 16 Uhr radeln wir nochmal zu Tempel, aber irgendwie kennt sich keiner aus, was mit der Massage ist und ob es die überhaupt gibt. Hauptproblem ist die Kommunikation. Einige Mönche sprechen zwar Englisch, können uns aber dennoch nicht weiterhelfen. Erneut ziehen wir enttäuscht von Dannen. Kurzerhand beschließen wir, im Zentrum einen Massagesalon aufzusuchen und uns dort eine Original Lao-Massage zu genehmigen. Nach anfänglich sehr schmerzhaften Dehnungen wirkt die Massage dann doch sehr entspannend.

Am Abend treffen wir zufällig wieder auf Lena, mit der wir bereits in Kratie einen netten Abend verbracht haben und entschließen spontan mit ihr und noch einer weiteren Deutschen und einer Australierin den Tag ausklingen zu lassen. Zunächst suchen wir ein leckeres italienisches Lokal auf, bevor wir den Nightmarket nochmal erkunden und schließlich in einer sehr netten Rooftop-Bar ein gemütliches Gute-Nacht-Getränk zu uns nehmen.

 Am nächsten Tag wollen wir weiterfahren nach Vang Vieng. Da der Bus erst Mittag geht, haben wir noch einen halben Tag Zeit um ein bisschen Vientiane zu entdecken. Gerade als wir auf dem Weg zu unserem Frühstück sind, begegnen wir überraschenderweise Valentina und Maxi, zwei Mädels mit denen wir unsere Zeit auf Don Khone verbracht haben und die wir als unsere „Stalkerinnen“ bezeichnen. :-) Witzig, wie man sich doch immer wieder aufs Neue über den Weg läuft! Leider können wir mit den beiden heute nicht wirklich Zeit verbringen, weil wir dann weiter wollen.

Wir besichtigen noch den Sisaket Tempel und das Ho Phra Keo Museum und dann neigt sich unsere Zeit in der Hauptstadt auch schon dem Ende zu.