Aitutaki – welcome to paradise

OK, hier nun unser Bericht über Aitutaki:
Es war der Wahnsinn! Stell Dir den schönsten Ort vor, an dem Du je einen Strandurlaub verbracht hast. Und dann vergiss ihn! Weil Aitutaki besser ist. Punkt.
So, das wars, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. ;-)

Ausblick von unserem Balkon
Ausblick von unserem Balkon

Na gut, OK, für alle die noch ein wenig lesen wollen hier dann doch noch der ausführliche Bericht.

Nach einem etwa 40-minütigen Flug in der kleinen Maschine setzen wir auf Aitutakis Landebahn auf. In der winzigen Wartehalle des Flughafens werden wir von Tracey in Empfang genommen. Sie betreibt mit ihrem Mann Trevor die Matriki Beach Huts, unsere Unterkunft für die nächsten Tage. Als wir im Auto sitzen und sehr entspannt die Straße entlangfahren (Tempolimit auf der Insel: 40) bietet Tracey uns gleich mal an, uns zum nächsten Supermarkt zu fahren. Das Angebot nehmen wir doch dankend an. Der Supermarkt entpuppt sich als kleiner Tante Emma Laden und das Angebot hält sich in Grenzen. Da wir nicht alles finden was wir brauchen fahren wir also noch ein paar Kilometer weiter in die „Hauptstadt“ der Insel. Der Laden dort ist etwas größer und wir können unser Fresspaket dann noch ergänzen. Leider gibt es so gut wie kein frisches Obst auf der Insel, ein Zyklon hat vor einigen Wochen die Ernte ziemlich zerstört. Schade.

Dann fahren wir gut ausgestattet zurück und können unsere Unterkunft beziehen. Wir wohnen im Treehouse, dem ersten Stock einer etwas größeren Strandhütte. Wer jetzt besonderen Luxus erwartet hätte, wäre enttäuscht worden, es ist ziemlich einfach: eine Küchenzeile, ein Tisch mit zwei Stühlen und ein Bett mit Moskitonetz. Fertig. Mehr braucht man aber hier auch nicht und es ist genau so wie man sich eine Hütte auf einer einsamen Insel vorstellt. Und als Schmankerl haben wir noch einen traumhaften Balkon, von dem aus man aufs Meer sieht. Einfach umwerfend!

Dann lernen wir auch gleich noch Trevor kennen und Tracey stellt uns die restlichen Gäste vor: Ute aus Deutschland, Alan & Jane aus den USA und Carol aus Australien. Das wars es auch schon, mehr sind nicht hier. Insgesamt gibt es 5 Quartiere. Aber das macht diesen Ort eben auch aus. Als Zugabe gibt es noch die zwei Katzen Marmelade und Tiger, die natürlich auch gleich noch begrüßt werden. Als wir uns ein Essen gekocht haben besucht uns Tiger auch gleich auf dem Balkon und erschmust sich ein kleines leckeres Häppchen. Den restlichen Abend relaxen wir dann nur noch auf unserem Balkon und genießen den ersten Sonnenuntergang auf der Insel.

Sonnenuntergang Aitutaki
Sonnenuntergang Aitutaki

Den nächsten Morgen beginnen wir dann mit einem Frühstück auf dem Balkon, zu dem uns übrigens wieder Tiger besucht, ehe wir uns Schnorchel und Taucherbrillen schnappen und die Gewässer vor unserer Unterkunft erkunden. Das Schöne ist, dass es hier direkt wenn man im Wasser ist etwas zu sehen gibt. Überall sind mit Korallen bewachsene Felsen, zwischen denen sich bunte Fische tummeln. So schnorcheln wir zu einer etwa 100 Meter vom Ufer entfernten Boje, die eine Riesenmuschel markiert. Selbige ist auch echt groß, sowas haben wir zuvor noch nicht gesehen. Nachdem wir die Muschel ausgiebig betrachtet haben kehrt Carina um, um am Strand zu faulenzen. Ich erkunde noch etwas die Gewässer und knipse fleißig die Unterwasserwelt. Irgendwann kehre ich dann auch an den Strand zurück, um mich aufzuwärmen. Der Tag verläuft dann sehr ruhig, Carina liest und sonnt sich, ich mache das Selbe, gehe aber auch noch zweimal Schnorcheln.

Als uns im Laufe des Tages Tracey über den Weg läuft machen wir noch einen Bootsausflug für morgen in die Lagune der Insel sowie zu One-Foot-Island klar. Als wir mehr Details als Lagune und Insel erfragen wollen lacht sie nur und meint, das sei so typisch deutsch, dass wir genau wissen wollen, was passiert. Wir sollten uns einfach überraschen lassen. Na gut, dann machen wir das halt. :-)

Nachdem wir unser Frühstück wieder in Gesellschaft von Tiger eingenommen haben geht es gegen neun los auf den Ausflug. Der Bootstrip wird direkt von Tracey und Trevor angeboten und durchgeführt und so sind wir mit selbigen sowie Ute, Alan und Jane zu siebt auf einem kleinen Boot. Das ist schon wesentlich angenehmer als bei den normalen Trips mit großen Anbietern. Weiterer Vorteil: heute ist Sonntag, und da die wirklichen Einheimischen (T&T sind aus Australien bzw. Neuseeland) sehr gläubig sind, bleiben hier auf der Insel alle anderen Boote heute im Hafen. Nach der kurzen Fahrt zur Pier lassen wir auch schon das Motorboot zu Wasser und starten los.

Wir brausen an kleinen Inselchen vorbei und genießen die supertolle Aussicht. Trevor der Skipper geht immer wieder vom Gas und erzählt uns etwas zu dem was wir sehen. Die Farben in der Lagune sind echt der Hammer, kaum zu glauben. So gleiten wir einige Zeit übers Wasser (schwer zu schätzen wie lang, da es so kurzweilig ist) und gehen schließlich an einer der kleinen Inseln an Land. Wir durchqueren den dschungelartigen Bewuchs und Trevor erzählt uns was zu den Pflanzen und Tieren hier. Schließlich zeigt er uns auch noch, wie man eine Kokosnuss öffnet. Diese liegen hier zu dutzenden herum. Aber eben nicht so wie bei uns im Geschäft, die harte Nuss (die gar keine Nuss ist) ist von einer dicken Faserschicht umgeben. Und die ist gar nicht so leicht zu entfernen. Nachdem ich die Technik gesehen habe lasse ich es mir nicht nehmen, meine eigene Kokosnuss „auszupacken“. Ist ein hartes Stück Arbeit, aber schließlich halte ich stolz eine Kokosnuss in der Hand.

Aitutaki Lagoon
Aitutaki Lagoon

Weiter geht’s nach One-Foot-Island. Hier bereitet uns Trevor der Koch einen sehr guten Burger zum Mittagessen. Davor haben wir aber auch noch etwa eine Stunde Zeit für uns. Wir wandern etwas auf der nächsten Sandbank herum, umrunden die Insel halb und baden etwas. Als Nachspeise zur Nachspeise öffnet Trevor noch eine Kokosnuss, aus der schon ein Sprössling gewachsen ist. Drinnen ist eine weiße Marshmellow-artige Kugel gewachsen (dort wo bei uns die Milch ist), die sehr gut schmeckt. Wir essen sozusagen den Nährboden einer Kokospalme.

Als nächsten Stopp peilen wir dann noch die südöstlichste der kleinen Inseln im Riff an und drehen auch hier dann nochmal eine kleine Runde. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre fahren wir danach noch zu einem Schnorchel-Spot und haben ausgiebig Zeit die Unterwasserwelt zu erforschen. Danach heißt es dann aber die Rückfahrt anzutreten. So kommen wir gegen fünf wieder am Hafen an und holen das Boot aus dem Wasser. Carina und ich fahren dann auf dem Boot auf dem Anhänger mit zurück zu den Beach Huts, da wir nicht alle im Auto Platz haben. Das Ende dieses rundum gelungenen Tages verbringen wir dann wieder auf unserm Balkon. Der Ausflug war echt der absolute Hammer und der Beste, den wie je mitgemacht haben. Daumen hoch!

Mit Matriki in der Aitutaki Lagoon
Mit Matriki in der Aitutaki Lagoon

Der nächste Tag beginnt sehr aufregend: Tracey kommt zu uns hoch und hat eine kleine Mietzekatze im Arm. Die ist gestern Abend hier in die Anlage spaziert und sogleich aufgenommen worden. Da sie mehrere schwarze Punkte auf weißem Fell hat, ist sie auch schon auf den Namen Bubbles getauft worden. Da Tracey schnell weg muss, braucht sie wen, der auf Bubbles aufpasst. Das ist natürlich genau der richtige Job für mich. Tiger gefällt das zwar nicht besonders, aber da muss sie jetzt durch. So verbringen wir die nächste Stunde damit mit der süßen kleinen Katze zu spielen. Nachdem wir sie wieder in Traceys Obhut übergeben haben wandern wir zum Tante-Emma-Laden und kaufen ein paar Lebensmittel. Das war dann auch schon die größte Anstrengung des Tages. Wenn wir den Tag über nicht gerade mit Bubbles spielen, wird einfach mal gar nichts gemacht. Aber das geht hier richtig gut! :-D

Nach dem doch eher entspannten Tag gestern greifen wir heute wieder voll an: wir wollen auf den höchsten Berg der Insel klettern! Na gut, es ist kein Berg, sondern nur ein etwa 130 Meter hoher Hügel und wir müssen auch nicht klettern, sondern nur etwas spazieren gehen. Aber bei 30 Grad bringt uns auch das gut ins Schwitzen. Vom „Gipfel“ aus haben wir dann eine gute Aussicht über die Lagune und unsere Strandseite mit dem Riff. Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das war dann aber auch schon wieder unser gesamtes Tagespensum und den restlichen Tag gehen wir unserem Inselleben nach: Carina liest und sonnt sich, ich gehe Schnorcheln und Tiere jagen. Aber natürlich nur für die Kamera ;-) Zwischendurch hat auch Bubbels immer wieder ihre Auftritte und hält uns auf Trab (wo ist sie denn jetzt schon wieder hin?).

Wir können es kaum glauben, aber schon bricht unser letzter Tag auf Aitutaki an. Zum Abschluss machen wir noch einmal einen Ausflug. Diesmal ist aus unserer Unterkunft nur Trevor dabei (klar, wir brauchen ja nen Skipper), ansonsten nur noch ein französisches Paar aus einer benachbarten Unterkunft. Auf dem Programm steht heute hauptsächlich Schnorcheln. Heute sind wir also nicht in der Lagune unterwegs, sondern innerhalb des Riffs mit Blick aufs offene Meer. Wieder brausen wir übers Wasser und wieder hält Trevor immer wieder an, um uns das Ein der Andere zu erklären. Heute sind außer uns noch einige andere Touristenboote unterwegs. Aber von denen halten wir uns fern. Trevor hat seine eigenen Schnorchelspots abseits vom Mainstream.

Der erste Stopp ist zum Eingewöhnen. Es gibt keine Besonderheiten, „nur“ Felsen mit Fischen und Korallen. Natürlich ist das „nur“ eher ironisch gemeint und wir erfreuen uns an der bunten Unterwasserwelt. Nachdem wir alle vier wieder an Bord sind (mit ein Vorteil an den Matriki-Ausflügen: „Bleibt im Wasser so lange ihr wollt. Aber kommt zurück wenn die anderen schon an Bord sind.“) geht es zum zweiten Spot. Trevor nennt ihn „Hole in the Reef“. Es ist eine lange Korallenwand, die an einer Stelle einen Durchbruch hat, durch den man auf die andere Seite gelangt und so an die Innenseite kommt. Trevor versucht uns den Weg zu erklären, aber nachdem wir alle vier etwas unsicher dreinschauen kommt er kurzerhand mit ins Wasser und führt uns den „Weg“ entlang. Ich glaub ja nicht, dass wir ohne seine Hilfe auf der richtigen Route geblieben wären… Hier gibt es jede Menge Korallen und natürlich auch viele Fische. Trevor stöbert mit seiner Erfahrung auch allerhand versteckte kleine Fische auf, die wir allein wohl nicht gefunden hätten. Sehr schön.

Den dritten Halt machen wir dann an einer Stelle, wo sich der größte Fisch innerhalb des Riffs gerne aufhält: ein Napoleon-Fisch. Der kann bis zu 2,30 Meter lang werden. Wir haben Glück, er hat gehört dass wir vorbei schauen wollen und ist brav vor Ort ;-) Er ist zwar nicht ganz ausgewachsen, aber doch ein ganz schöner Brocken. Leider aber sehr schreckhaft, deshalb können wir nicht einfach ins Wasser springen, sondern müssen extrem vorsichtig reinklettern. Dann schwimmen wir zu viert vom Napoleon weg und lassen uns von der Strömung wieder in seine Richtung treiben. Leider ist unsere Aufteilung nicht ganz optimal und er verdrückt sich. Aber hier schwirren noch einige andere ziemlich große Fisch herum, also haben wir noch ein kleines Trostpflaster. Außerdem füttert Trevor noch einen Schwarm Schmetterlings-Fische an, die uns umschwirren und sogar manchmal anknabbern. In einigen Metern Entfernung sind dann auch noch ein paar Wrackteile von der Alexander, einem hier gesunkenen Transportschiff.

So, nach diesen drei etwas längeren Schnorchel-Stopps ist nun ein Landgang angesetzt. Wir fahren zu der kleinen Honeymoon-Island. Die ist wirklich traumhaft schön. Unter den wenigen Palmen hier nisten gerade red-tailed tropicbirds (deutscher Name unbekannt). Die haben eine sehr dünne, lange rote Schwanzfeder und sind ziemlich gute Flieger. Ihre Beinchen allerdings haben sie nur zum drauf sitzen, richtig gehen können sie nicht. Das ist eher ein sehr unbeholfenes Hopsen wenn sie am Boden sind. Und nach jedem Hopser landen sie mit dem Schnabel im Sand. Lustig anzuschauen, aber sie tun einem dabei schon irgendwie leid.

Danach heißt es erst mal Mittagsessen. Dazu setzen wir auf die benachbarte Insel über, da gibt es auch einen Picknick-Tisch. Zeit für Trevor als Koch zuzuschlagen. Er bereitet uns ein tolles Reisgericht mit Fisch zu, danach gibt es noch Ananaskuchen. Oje, und jetzt sollen wir wieder ins Wasser? Aber die Route ist gut geplant und wir halten an der sog. Muschel-Farm. Hier gibt es dutzende von den Riesenmuscheln in allen Größen. Wir müssen uns eigentlich nur treiben lassen und die Strömung erledigt die Arbeit für uns. Am Ende dieses Spots sammelt uns Trevor wieder auf.

Zu guter Letzt verlassen wir das Innere des Riffs noch und fahren durch die einzige Passage am Hafen hinaus an die Außenseite. Hier ist der Wellengang auch deutlich höher als innen und man muss ein wenig aufpassen, dass man dem Riff nicht zu nahe kommt. Außerdem ist es hier stellenweise auch richtig tief, innen sind es maximal 4 Meter. Aber dafür gibt es auch einige andere Fische zu bestaunen. Manchmal sind hier auch Rochen und Haie unterwegs, aber solche lassen sich heute nicht blicken. Ich bin trotzdem begeistert und möchte gar nicht wieder raus aus dem Wasser. Mein Highlight hier ist eine bestimmt 2 Meter lange Muräne, die sich vor mir in ein Felsloch flüchtet. Der große blaue Fisch der in dem Loch gesessen ist, ist davon aber gar nicht begeistert und versucht sein Heim zu verteidigen. Davon wiederum ist die Muräne nicht begeistert und zeigt ihre Zähne. Sie gewinnt. Außerdem ist es noch ganz lustig anzusehen wie die Fische alle von der Strömung vor und zurück geworfen werden.

Irgendwann muss ich dann doch auch aus dem Wasser und wir fahren zurück zum Hafen. Auf dem Weg halten wir noch kurz an einer Stelle, wo sich öfter Schildkröten tummeln. Und tatsächlich taucht gerade eine auf. Als sie uns erblickt ist sie aber auch schon wieder weg. Schade. Dann sind wir auch schon wieder an Land und fahren zurück in die Unterkunft. Auch der zweite Ausflug mit Matriki war ein voller Erfolg und einfach super. Kann man nur empfehlen. Ein perfekter Ausklang für unsere perfekte Zeit hier.

Schweren Herzens frühstücken wir das letzte Mal auf unserem tollen Balkon mit Tiger. Danach werden unsere Rucksäcke wieder gepackt. Da noch etwa eine Stunde Zeit ist packe ich nochmal Schnorchel und Taucherbrille und springe ins Wasser. Die Hoffnung innerhalb des Riffs noch eine Schildkröte aufzustöbern erfüllt sich aber leider nicht.

Dann heißt es Abschied nehmen von Trevor, Tiger, Bubbles, Marmelade und den anderen Gästen. Ein trauriger Moment. Tracey bringt uns dann eine dreiviertel Stunde vor Abflug – was hier vollkommen ausreichend ist – zum Flughafen und wir sagen auch ihr goodbye. Wir bekommen wieder unsere Kassenzettel-Boardingpässe und sitzen bald darauf in der kleinen Maschine, die uns zurück nach Rarotonga bringt.

Aitutaki: the Tiger of Matriki
Aitutaki: the Tiger of Matriki

Hier treffen wir uns dann noch mit Ute, die schon vor zwei Tagen Aitutaki verlassen hat, um noch etwas Zeit auf Rarotonga zu verbringen. Wir sind froh, dass wir eine Anlaufstelle haben und nicht den ganzen Tag mit unserem Gepäck in Avarua rumbringen müssen (unser Rückflug nach Neuseeland geht um 2 Uhr nachts). Ute wohnt in einer Unterkunft in Nuri am anderen Ende der Insel, wo wir mit dem Bus hinkommen. So sehen wir auch noch diese Ecke von Rarotonga und verbringen einen gemütlichen Tag mit Ute auf dem Balkon ihres Pavillons. Wir wären alle drei lieber auf Aitutaki. Nicht dass Rarotonga nicht schön wäre, aber Aitutaki ist eben noch schöner.