Port Stephens

Nachdem der Wetterbericht für die nächsten Tage besseres Wetter in Aussicht stellt machen wir uns auf Richtung Küste. Unser Guide John vom Cheers Bus hat gemeint, dass Nelson Bay am Port Stephens ganz schön sein soll. Und da wir eh keine konkreten Pläne haben fahren wir da gleich mal hin. Unterwegs sehen wir am Straßenrand schon einige Kängurus in den Wiesen rumhoppeln, das ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Als wir fast angekommen sind machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp an einem Lookout-Point und erhalten einen ersten Eindruck was uns erwartet: Grünzeug, außerdem viel Wasser und Sand ;-)

Port Stephens - Nelson Bay
Port Stephens – Nelson Bay

Bei der Touristen-Info sehen wir uns dann nach Aktivitäten für die nächsten Tage um und beschließen morgen eine kleine Wanderung zu machen. Heute ist es dafür schon zu spät. Also machen wir uns auf zum Campingplatz „Island Leisure Village“ in der Nähe, da der einen interessanten Flyer ausliegen hat. U.a. werden Bushwalks angeboten und man soll gut Tiere – u.a. Koalas – beobachten können. Genau das richtige für mich also. Tja, leider haben wir uns aber zu früh gefreut, die Dame am Empfang ist hier eher uninteressiert und patzig, Infos bekommen wir leider keine. Der Campingplatz ist insgesamt eher eine Enttäuschung, der Strand zwar schön anzusehen aber zum Baden nicht wirklich geeignet, da das Wasser ziemlich brackig ist. Naja, wenigstens gibt es viele grüne Papageien denen wir dann unsere Aufmerksamkeit widmen. In einiger Entfernung hören wir sogar einen Kookaburra (=australischer Vogel) plärren, aber er zeigt sich uns nicht. Und ein Koala taucht natürlich auch nicht auf :-(

So verlassen wir den Campingplatz am nächsten Morgen wieder und fahren zum Tomaree National Park am Eingang des Naturhafens Port Stephens. Dort sehen wir dann einen anderen Van wie unseren auf dem Parkplatz stehen. Die haben hier gleich übernachtet. Wir ärgern uns etwas, dass wir den Platz nicht schon gestern gesehen haben. Das hätte uns einige Fahrerei und die Campingplatzgebühren gespart. Und schöner ist der Platz hier auch. Naja, hilft ja nix mehr. Wir parken unser Fahrzeug und machen uns auf den Weg Richtung Tomaree Head. Auf dem Weg dahin flattert dann auch ein Kookaburra über uns hinweg. Carina ist allerdings noch nicht voll bewaffnet und bis die Kamera einsatzbereit ist, ist der Vogel schon wieder weg. Wir warten etwas ab, aber er kommt leider nicht zurück.

Recht unverhofft stolpern wir dann in den Zenith Beach, da haben wir wohl eine falsche Abzweigung genommen. Leider haben wir das Badezeug nicht eingepackt und so fällt eine spontane Erfrischung aus. Obwohl der Strand echt schön ist und zum Verweilen einlädt gehen wir zurück und peilen unser eigentliches Ziel an. Der Wanderweg erweist sich als asphaltierter Weg, der zwar steil bergauf geht, aber ansonsten recht unspektakulär ist. Da kommt mir der kleine Umweg über den „Ocean Rock Path“ gerade recht. Das ist nur ein schmaler Pfad über viele Felsen und von links und rechts hängt Grünzeug in den Weg. Ständig muss man sich irgendwo vorbei zwängen. Carina fühlt sich dabei gar nicht wohl, es könnte ja irgendwo eine Spinne oder ein anderes Krabbelviech sitzen und auf sie warten. Aber mir macht der Weg Spaß ;-)

Nachdem der Pfad wieder auf den ursprünglichen Weg zurückgeführt hat, müssen wir noch einige Leitern überwinden bis wir endlich auf dem 161 hohen Gipfel des Tomaree Head stehen. Von hier aus hat man echt eine super Aussicht auf das Meer hinaus, die Küste und die Bucht von Port Stephens. Da hat sich der Aufstieg doch wirklich gelohnt. Nachdem wir ein wenig dem Treiben unter uns zugesehen haben (Fischerboote, Angler, andere Wanderer, Surfer und ich glaube zwei Delfine im Wasser gesehen zu haben), kehren wir wieder zu unserem Van zurück. Da es schon fast Mittag ist machen wir uns auf den Weg, um ein gemütliches Plätzchen zum Essen zu suchen. Unterwegs halten wir wie immer Ausschau nach Koalas in den Bäumen, die es hier in der Gegend geben soll, erspähen aber weiterhin leider keinen.

Zumindest finden wir dann einen schönen Park direkt an der Küste wo wir stehen bleiben und unseren Gaskocher anwerfen. Während wir darauf warten suche ich auf den Bäumen wieder nach Koalas. Immerhin sind hier überall Schilder, dass man vorsichtig fahren soll wegen der Tierchen die die Straße überqueren wollen. Leider bleibe ich weiterhin erfolglos. Etwas enttäuscht setze ich mich neben unser Auto und lese etwas. Nach ein paar Seiten fällt mir plötzlich eine Bewegung im Augenwinkel auf. Und tatsächlich, direkt im Baum neben unserem Parkplatz sitzt ein Koala! Aber wenn er sich nicht gerade zufällig bewegt hätte (die kleinen Bären schlafen eigentlich die meiste Zeit und hängen bewegungslos in den Bäumen), hätte ich ihn unmöglich gesehen. Aber jetzt haben wir ihn gesehen und er muss die nächsten Minuten als Fotomodell herhalten. Witziger Weise hängt an einem Pfosten direkt neben dem Baum ein „Achtung Koalas“-Schild…

Koala
Koala

Nachdem wir unsere Nudeln gegessen haben setzen wir uns noch ein wenig unter den Koala-Baum und beobachten was er so treibt. Nicht viel außer sich ab und zu zu kratzen… Und als ob wir mit dem Koala noch nicht genug Glück gehabt hätten lässt sich im nächsten Baum dann noch ein Kookaburra nieder. Jetzt fehlt nur noch ein Känguru in der Wiese und der Australia Zoo ist komplett. Kommt aber keines. Dafür gesellt sich ein Anwohner zu uns und beobachtet mit uns die Tiere. Dabei erzählt er uns auch noch ein wenig über sie und die anderen Tiere die hier in der Gegend so wohnen: Fledermäuse, Flughunde, Seeadler, Pelikane, Delphine und natürlich Kängurus.

Das war dann auch erst mal genug Aufregung und so fahren wir weiter zum nächsten Campingplatz. Der liegt wieder etwas weiter weg, in der Nähe davon soll es aber auch noch gute Chance geben Koalas zu sehen. Und da wir uns mit einem natürlich nicht zufrieden geben wollen, wollen wir das auch noch ausprobieren. Zuerst wird aber noch etwas am und im Pool entspannt. Am frühen Abend machen wir uns dann auf in Richtung von einem der Koala-Beobachtungs-Pfade. Leider stimmt die Karte an der Info wohl nicht mehr, der gesucht Pfad existiert nicht (mehr). Vermutlich hat sich der Dschungel das Gebiet schon zurückgeholt. Von einem einheimischen Paar erfahren wir dann von einem anderen guten Ort für Koalas. Aber dafür ist es heute schon zu spät. Auf dem Rückweg zum Campingplatz müssen dann mal wieder ein paar Papageien und auch ein Kookaburra als Fotomotiv herhalten.

Papagei im Anflug
Papagei im Anflug

Es wird dann recht bald dunkel und frisch, also ziehen wir uns in unseren Van zurück. Also ich aber noch mal rausschaue ist die Luft vom Kreischen von Fledermäusen erfüllt. Überall hängen sie in den Bäumen, leider viel zu weit oben, als dass man etwas erkennen könnte. Ich laufe trotzdem über den Campingplatz und versuche ein paar einzufangen – natürlich nur mit der Kamera. Leider ohne Erfolg. Aber die Nacht ist wirklich toll, es ist sternenklarer Himmel. Und am Horizont tobt ein Gewitter und man sieht es immer wieder blitzen. Die Atmosphäre ist echt toll. Leider will Carina nicht mehr aus dem Auto kommen, weil es ihr zu kalt ist. Naja, selber schuld. Ich schlendere noch ein wenig draußen herum. Als ich dann schließlich zum Van zurückkehre laufe ich fast in ein Possum. Es ist nicht sehr beeindruckt von meiner Anwesenheit, ganz im Gegenteil, es kommt direkt zu mir her und schnuppert an mir herum. Ich könnte es problemlos streicheln, lasse es aber, ich will das Tier ja nicht verschrecken. Irgendwann geht es dann doch stiften und ich krabble auch in unser Bett.

Am nächsten Morgen machen wir uns dann auf Richtung Tilligerry Habitat, wo man gute Chancen haben soll Koalas zu sehen. Zuerst gibt es aber ein kleines Drama, die Milch ist schlecht, und somit bekommt Carina keinen Kaffee. Wer sie kennt weiß, dass das nicht komisch ist… Ihre Laune ist dementsprechend mies als wir bei der Info des Habitats ankommen. Zum Glück haben die Damen hier auch Kaffee und ich kann uns eine Tasse klarmachen. Das ist wesentlich besser für das Klima ;-) So sitzen wir dann auf der Terrasse des Hauses und Carina kann ihren Kaffee schlürfen. Die Freiwilligen die hier arbeiten gesellen sich für ihren Morning Tea zu uns und plaudern eine halbe Stunde mit uns. So erfahren wir, dass es hier ganze 3 Koalas gibt und heute noch keiner gesichtet wurde. Leider werden die kleinen Viechers immer seltener, in ein paar Jahren werden sie in dieser Gegend wohl ganz verschwunden sein. Hauptursache sind der immer geringere Lebensraum, der Verkehr und freilaufende Hunde die die Koalas beißen, welche dann wiederum durch Infektionen sterben :-(

Nach dem unterhaltsamen Plausch drehen wir dann unsere Runde durch die schöne Anlage. Außer Papageien entdecken wir aber leider nichts. Schade, aber wir hatten ja gestern schon das Glück einen Koala zu sehen. So fahren wir ohne weitere Koala-Sichtung weiter Richtung Norden.