Tag 25: Brisbane

Unsere leider letzte Nacht im Camper haben wir auch nochmal gut rumgebracht und lassen uns um 6:00 Uhr morgens vom Wecker aus dem Schlaf rütteln. Wir haben viel vor heute: Als erstes müssen wir noch den Rest innen sauber machen, Koffer fertig machen, und und und.

Um 7:30 Uhr machen wir uns schließlich auf den Weg zum Brisbane International Airport – Gepäck abgegen, da der Flieger erst um 20:30 Uhr geht und wir Packman aber bereits um 09:30 Uhr abgeben müssen. Einen Erfolg kann man unseren Flughafen-Besuch nicht gerade nennen: Wir können keinen Tax-Refund machen, weil eine Einzelrechnung mindestens 300 Dollar betragen muss – was wir natürlich nicht haben und Gepäck aufgeben können wir auch nicht, weil Emirates den Schalter erst 3 Stunden vor Abflug besetzt. Na toll, also irgendwo einen Locker suchen und die lästigen Koffer wenigstens wegsperren!

Zum Glück sind wir die beiden völlig überladenen Gepäckstücke losgeworden und machen uns auf die Suche nach der Rückgabestation für unseren Campervan. Die Straße war nicht schwierig zu finden, aber das Gebäude suchen wir eine halbe Ewigkeit. Last but not least finden wir es dann doch und nehmen erfreut zur Kenntnis, dass unsere Putzaktion nicht umsonst war und wir die Kaution wieder bekommen. Super, jetzt aber ab in die Stadt. Laut der netten Dame von Backpacker müssen wir rund 10-15 Minuten bis zur Fähre laufen, die bringt uns dann ins Stadtzentrum. Nachdem die Zeitangaben bislang nie gestimmt haben, dauert der Fußmarsch mit 7 Kilo Handgepäck auf dem Rücken rund 30 Minuten! Auf die Fähre müssen wir aber zum Glück nicht warten, so dass wir gegen halb 11 dann endlich in der Stadt sind.

Erstes Ziel: die Airtrain-Station, mit dem wir später dann an den Flughafen kommen. Hunger macht sich mittlerweile auch schon wieder breit, so dass wir erneut in das Embassy Hotel marschieren. (Empfehlung lt. Lonely Planet)

Danach aufgrund des strömenden Regens gezwungenermaßen wieder durch die Gässchen schlendern und ein bisschen Shoppen, bis wir uns dann gegen halb 5 auf den Weg zu unserem Airtrain machen. Das klappt zum Glück alles wie am Schnürchen und wir sind gegen viertel nach 5 am Airport. Also nix wie ab zum Emirates-Schalter und dann in den Sicherheitsbereich, bisschen Duty-Free-Stöbern. Dabei passiert beinahe das für mich katastrophalste was mir passieren kann: Ich kann Hank nicht mehr finden und er hat sowohl meinen Reisepass als auch mein Flugticket und ich habe dafür beide Handys! Ganz toll! Panik macht sich breit!! Kurz vor der Verzweiflung und den Tränen schon nahe, taucht er plötzlich auf. Das Beste: Er wusste nicht mal, dass ich ihn verzweifelt gesucht hab, weil er gemütlich in einer Zeitung geschmökert hat! Naja, zum Glück ist das Ganze ja nochmal gut gegangen, aber von nun an, nehme ich doch lieber meine Reiseunterlagen selbst, damit ich zumindest nicht komplett aufgeschmissen bin ohne meinen Reisebegleiter! ;-)

Um 20:00 Uhr ist dann endlich Boarding-Time und gegen 21:00 Uhr (Australien Ortszeit) heben wir dann ab! Schade, schade, hätte ruhig noch länger sein können!!!

Tag 24: Brisbane

Gegen halb 6 Uhr morgens werden wir unsanft von den dicken Regentropfen geweckt, die auf unseren Camper prasseln. Zudem müssen wir schockiert feststellen, dass unser Packman undicht ist, da es unser Bett von der Heckscheibe her überschwemmt. Schnell die Töpfe als Regenfänger umfunktioniert, überlegen wir, wie wir hier wohl am Besten wegkommen. Wir müssen heute definitiv zurück nach Brisbane fahren. Sogar zum gegenübergelegenen Restroom wandern, ist nur mit Badeklamotten möglich. Das ist dann wohl wettermäßig der absolute Tiefpunkt.

Wir entschließen uns, einfach mal loszufahren und auf Wetterbesserung in Richtung Brisbane zu hoffen. Glücklicherweise dauert es nur rund 20 km und dann weicht der Regen dem akzeptablen Wetter. Da wir durchbrausen, kommen wir schließlich gegen 11:45 Uhr wieder an dem Campingplatz in Brisbane an. Schnell noch ein letztes Packman-Mittagessen zubereitet, dann geht’s an die Rundumsäuberung unseres Vehicles. Nach rund 2 Stunden Feinarbeit ist er hinterher tatsächlich sauberer als wir ihn übernommen haben. Das sollte auf jeden Fall ausreichend sein, damit wir unsere Charge wieder zurückbekommen. We will see!

Gegen 15 Uhr sind wir dann endlich via öffentliche Verkehrsmittel, diesmal der Bus, auf dem Weg in die City. Wie´s so sein soll, fährt uns der Bus unmittelbar vor der Nase davon und der nächste lässt rund 30 Minuten auf sich warten. Zum Glück gibt’s gegenüber einen Mc Donalds, so dass zumindest der Nachmittagskaffee gesichert ist. Was hier durchaus ungewöhnlich ist: Wenn man mit dem Bus fahren möchte und an der Haltestelle steht, muss man dem Busfahrer winken, sonst hält er nicht! Gott sei Dank haben wir diese Info dem Lonely Planet entnommen ;-)

Um viertel nach 4 sind wir mal in der Stadt angekommen. Blos wohin? Erstmal umschauen, ein bisschen durch die Gässchen laufen und die unzähligen Shops unsicher machen, bis wir letztendlich beim Embassy Hotel einkehren und uns ein leckeres Abendessen gönnen. Danach geht’s durch die Royal Botanical Gardens. Da es aber inzwischen schon dunkel ist, ist mir dieser Park nicht so ganz geheuer. Da kommt hald mal wieder mein innerer Angsthase zum Vorschein, so dass wir durch besser beleuchtete Gegenden wandern und schöne Aufnahmen von der Skyline machen können.

Unsere Beine tun uns mittlerweile auch schon wieder ziemlich weh, also machen wir uns auf den Rückweg. Was hier auch sehr krass ist: Für die Busse gibt es extra ein unterirdisches Liniennetz. Das muss man sich dann wie eine U-Bahn-Haltestelle nur für rund 50 Busse vorstellen. Die spinnen die Aussis! ;-)

Tag 21: Surfers Paradise, Brisbane

Nach dem Tag Pause geht es wieder weiter. Erstes Ziel: Surfers Paradise, Carina will unbedingt ein Hard-Rock-Cafe-T-Shirt von dort. Laut Karte haben wir zwei Wege zur Auswahl: den Highway, der einen Bogen ins Landesinnere macht oder die Küstenstraße. Wir entscheiden uns für die Küstenstraße. Es stellt sich aber recht schnell heraus, dass das ein grober Fehler war. Die Küste ist ab der Abfahrt vom Highway zugebaut mit Hotel-Betonklötzen und die Straße hier ist sehr verstopft. Auf unsrer Karte war da nichts von Bebauung zu erkennen. Also quälen wir uns durch ca. 25 km Stop-and-go-Verkehr ins Stadtzentrum von Surfers Paradise. So richtig paradiesisch ist es hier aber nicht. Die Stadt gefällt uns auf Anhieb mal so gar nicht und außerdem ist die Schülerflut hier wesentlich schlimmer als in Byron Bay! Also sehen wir zu, dass wir Carinas Shirt bekommen und machen uns wieder auf die Socken.

Nächstes Ziel: der Lamington Nationalpark. Um dorthin zu kommen müssen wir eine Gebirgskette überqueren und wir zwingen unseren Backpackers-Campervan (wir nennen ihn inzwischen liebevoll PackMan) die engen Serpentinen mit teils 12 – 15% Steigung hoch. Aber PackMan packts! In der letzten Ortschaft vor dem Park wollen wir uns dann Kartenmaterial organisieren. Dort müssen wir leider erfahren, dass die Campingplätze alle voll sind, da ja Samstag ist und viele Brisbaner wohl einen kleinen Ausflug in die Natur unternehmen. Na toll.

Nach kurzem Überlegen was wir nun tun sollen entscheiden wir uns gleich weiter nach Brisbane zu fahren. Anhand von unserem eher ungenauen Kartenmaterial in Reiseführer, Campingplatzbroschüre und „Australia by Road“-Buch versuchen wir den richtigen Weg zu finden. Es ist gar nicht einfach sich mit drei lückenhaften Karten zu orientieren: hier ist diese Straße nicht eingezeichnet, dort eine andere nicht und so fahren wir den ein oder anderen Umweg, um dann schließlich doch noch rechtzeitig am Campingplatz anzukommen.

Jetzt ist uns das passiert, was wir eigentlich vermeiden wollten: wir sind zu früh in Brisbane! Wir haben noch drei volle Tage mit Programm zu füllen. Um ans Great Barrier Reef hochzufahren reicht das aber wahrscheinlich auch nicht mehr. Naja, uns wird schon was einfallen, mal den Reiseführer und verschiedene Broschüren wälzen.