Railay

Weiter geht’s und zwar sportlich – so ist jedenfalls der Plan. Mit dem Longtail-Boat geht es nach Railay. Da waren wir 2010 schon mal, wir wissen beide nicht mehr so recht, warum wir damals nicht länger dort geblieben sind, weil die Halbinsel eigentlich der Wahnsinn ist. Interessant ist sie für uns auch deshalb, weil man hier wohl gut klettern kann. Als wir ankommen, sehen wir schon die ersten Kletterer in den Felsen hängen. Sieht schon stark aus vor dieser Szenerie. Zudem stellen wir fest, dass sich die Front doch ein wenig verändert hat – es ist eindeutig mehr los und es gibt jetzt auch einen mobilen Steg. Seinerzeit sind wir noch vom Boot ins Wasser gestiegen und dann an Land marschiert. Das muss man jetzt nicht mehr.

Nachdem wir uns hier schon vor einiger Zeit eine Unterkunft gebucht haben, da diese Halbinsel sehr beliebt und günstige Unterkünfte schon lange im Voraus ausgebucht sind, wissen wir wenigstens gleich wo wir hinmüssen. Das Railay Garden View Resort. Es liegt ein bisschen abseits und bietet wie der Name schon sagt eher einen Blick ins Grüne als zum Meer, aber es ist trotzdem ein sehr schöner Bungalow mit einem gemütlichen Balkon.

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Wir checken uns schnell ein, dann machen wir uns auf den Weg. Wir brauchen ein Seil! Unser Ziel ist King Climbers. Von diesem Anbieter haben wir auch unser Guidebook und anscheinend kümmert sich der King führend um die Instandhaltung der Kletterrouten. Vielleicht kann er uns auch ein paar nützliche Infos geben. Leider müssen wir dort feststellen, dass der King nur Kurse gibt und kein Material verleiht. Ja verdammt! Wir versuchen dennoch ein wenig Informatives mitzunehmen und sind sehr erstaunt, dass die Kurse mit den Anfängern 5er und 6er-Routen machen. Das sind zwar keine Profi-Routen aber schon schwierigere Sachen und für einen Anfänger eigentlich nicht geeignet. Wir kommen zu dem Schluss, dass die Bewertung hier ein wenig härter sein muss, als die Routen tatsächlich sind, denn anders geht das ja gar nicht. Wir sind dementsprechend sehr zuversichtlich, dass wir hier einiges klettern können.

Trotzdem haben wir noch immer kein Seil. Glücklicherweise gibt es hier unzählige Klettershops und es dauert nicht lange, bis wir erfolgreich sind. Für insgesamt 3 Tage und umgerechnet rund 26 EUR haben wir jetzt ein Kletterseil. Es kann also losgehen. Nein, noch nicht ganz. Erst müssen wir noch was essen, denn ungestärkt geht ja gar nichts. Gegen 13 Uhr sind wir dann endlich am Fels. Und natürlich einige andere auch. Die ganzen Kurse wuseln hier rum. Hier hängt ein Seil, da hängt ein Seil. Echt krass, wie es hier zugeht. Zum Einstieg beginnen wir mit einer 5er-Route. Schnell stellt sich heraus, dass die Bewertung der Routen doch nicht so utopisch ist und wir hier schon gefordert werden. Hank macht regelmäßig den Vorstieg, während ich im Toprope nachsteige. Ich muss gestehen, zum einen hab ich einen Heidenrespekt vor dem Vorstieg in der Natur und zum anderen bin ich nicht so der Fan vom Umfädeln am Ende der Route. Hank hat da glücklicherweise schon eine gewisse Routine entwickelt und auch sein Ehrgeiz in schwierigen Situationen dennoch weiter zu steigen, um ja keinen Materialverlust in Kauf nehmen zu müssen und das damit verbundene Sturzrisiko ist schon bemerkenswert. Nebenbei beobachten wir auch ständig die Kurse und schauen, wie sich die Anfänger in den Routen anstellen. Wir sind doch ein wenig erleichtert, dass die Guides den Teilnehmern doch sehr unterstützend zur Hand gehen und das Seil ständig straff ziehen, wenn ein Kletterer einen Fortschritt gemacht hat. Außerdem rufen die Guides von unten jeden einzelnen Schritt, den die Kletterer machen müssen, zu. Also: put your right foot up, put your left hand to the side…  Das ist dann schon Klettern light. Ich wäre schon ziemlich frustriert gewesen, wenn ich hier im gleichen Level geklettert wäre, wie die totalen Anfänger. Nichtsdestotrotz ist es aber immer wieder ein riesiger Unterschied zwischen Felsklettern und in der Halle klettern. Aber die Aussicht ist einfach sensationell und es macht wirklich Spaß auch wenn der Großteil der Routen für uns unerreichbar ist. In einer 5er-Route macht Hank den Vorstieg, ich steige im Toprope nach und danach versucht Hank die im gleichen Umlenker liegende 6b-Route im Toprope. Recht weit kommt er nicht und muss sich dann enttäuscht eingestehen: No way, da komm ich nicht rauf! Tja, Level 5 ist unser Niveau, also müssen wir die Routen in der Schwierigkeit machen. Leider gibt es da nicht allzu viele und einige sind von den Kursen belegt, aber ein paar können wir dann heute doch machen.

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Anschließend relaxen wir in einer Strandbar mit den gemütlichen Dreieckskissen und lassen unsere doch etwas enttäuschende Kletter-Performance Revue passieren. Hoffentlich klappt das morgen dann besser.

Am Abend verfällt Hank dem überall ausgestellten frisch gefangenen Seafood und wir landen in einem BBQ-Restaurant, aber der frisch gegrillte Red Snapper schmeckt auch wirklich lecker.

Am nächsten Tag wollen wir unsere Thailand-Kletterkarriere fortsetzen. So geht es nach dem Frühstück wieder zum gleichen Kletterspot wie gestern. Leider sind die Kurse auch schon wieder da, das heißt, dass einige Routen schon wieder besetzt sind. Wir starten mit einer gut kletterbaren 5er-Route und gehen dann weiter in eine – wie ich finde – Genussroute, die echt richtig schön zum Klettern ist und eine weitere Route, die ich gestern nicht ganz geschafft habe, aber heute erreiche ich den Umlenker. Nebenbei beobachten wir, wie ein Anfänger unsere Tagesstart-Route im Vorstieg macht und dann auch noch oben umfädeln muss. Also, da muss ich schon sagen, das finde ich mega krass und eigentlich auch ziemlich verantwortungslos. Man sieht, dass der Kletterer nicht so ganz weiß was er tun muss, der Guide ruft von unten: no, you have to do it like… – Krass, echt! Der arme Kerl muss sich oben aus dem Seil ausbinden, d. h. wenn er irgendwas falsch macht, dann hauts ihn hald einfach mal den Fels runter. Ich finde auch, dass man in seinem Leben schon ein paar mehr Achter-Knoten gemacht haben sollte, bevor man sich an das Umfädeln rantraut, da es oben keinen Partnercheck mehr gibt, sprich wenn was nicht passt, dann ist man für sich selbst verantwortlich. Das war bei unserem Outdoor-Kletterkurs hald super, da haben wir das Umfädeln erstmal unten geübt und beim ersten „Ernstfall“ konnte der Guide von oben an den Umlenker rangehen und uns zuschauen, wie wir uns umgebunden haben. Das gibt die Sicherheit, die diesem Anfänger hier am Fels einfach fehlt. Es dauert auch echt lange, bis er fertig und wieder unten ist. Krass finde ich auch, dass die Anfänger, wenn sie sich gegenseitig sichern, nicht mit einem Halbautomaten sichern, sondern mit einem Tube. Wenn der Sicherer da einen Fehler macht, dann rauscht der Kletterer durch. Bei einem Halbautomaten blockiert das Sicherungsgerät von selbst, so dass das Durchrauschen gar nicht passieren kann. Also, ich persönlich würde davon abraten, einen richtigen Vorstiegskletterkurs in Thailand zu machen. Klettern im Toprope ist in Ordnung, die Guides haben das soweit schon im Griff, aber ansonsten ist es vielleicht nicht gerade die sicherste Art, um das Klettern zu lernen.

Anschließend will Hank in eine Route einsteigen, die als 6er beschrieben wird. Er hat sie sich im unteren Bereich angeschaut und ist davon überzeugt, dass die machbar ist und wenn er nicht weiter kommt, dann fädelt er eben an einem unteren Bohrhaken um. Zudem bietet die Route den idealen Platz für ein Foto. Ich bin ein wenig skeptisch, halte ihn aber nicht von seinem Vorhaben ab. Der Einstieg ist tatsächlich unproblematisch und es dauert nicht lange, bis Hank an der Fotostelle ist. Er will aber erstmal weiterklettern. An einem Stalagtiten klettert er hoch über einen kleinen Überhang und bis ich mich versehe, hat er die nächste Expresse eingeklippt. Weiter geht’s. Er kommt echt gut voran und scheint die 6er gut zu meistern, bis er schließlich an die Schlüsselstelle kommt. Unglücklicherweise liegt die an einer Stelle, die ich von unten nicht so gut sehe. Ich merke nur, wie es mich aushebt, Hank ist wohl gestürzt. Und gleich nochmal rauf. Hank versucht es wieder und wieder. Als er dann eine längere Pause macht, bin ich mir eigentlich schon sicher, dass er aufgegeben hat und umfädelt. Ich bin bereit ihn abzulassen, als er von oben ruft: „ich geh weiter“. Mit ein bisschen Cheaten kommt er dann tatsächlich zum nächsten Bohrhaken und der letzte ist dann keine große Schwierigkeit mehr. Er ist tatsächlich oben am Umlenker angekommen. Respekt! Nein, diese Route mach ich nicht, so viel steht fest! Ich lasse Hank dann bis zu seiner Fotostelle wieder ab und dann beginnt er sein Posing. Wie ein kleines Äffchen turnt er an dem Stalagtiten rum und versucht, das perfekte Bild zu erhaschen. Ich bin ziemlich froh, als ich ihn endlich wieder auf festen Boden habe. Er ist auch ziemlich kaputt nach dieser Anstrengung und wir entscheiden, erstmal eine Mittagspause zu machen.

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Das tut auch wirklich gut gerade. Nach dem Essen gehen wir noch auf die andere Inselseite, um ein bisschen den Strand zu genießen und zu relaxen. Allzu lange sitzen wir nicht am Strand rum, wir beobachten schon die hiesigen Felsen und studieren unseren Kletterführer, was es hier für Routen gibt. Es gibt wohl tatsächlich zwei 5er-Routen. Na dann wollen wir das doch gleich mal versuchen. Hank steigt wieder vor. Unten ist die Route noch im Schatten, aber oben raus, wird es doch sehr sonnig. Der Einstieg sieht nicht ganz so einfach aus, weil wenige Griffe und Tritte vorhanden sind, aber beim Durchsteigen stellt sich das als geringeres Problem heraus als angenommen. Die Route führt weiter durch eine Engstelle, die Hank eigentlich gar nicht gerne mag. Dennoch klettert er sauber durch, muss aber dann feststellen, dass er nicht weiß, wie die Route weiter verläuft. Er befürchtet, sich „verklettert“ zu haben. Er sieht einen Umlenker, der allerdings noch relativ weit weg ist und keine Zwischensicherung mehr vorgesehen ist. Er ist sich nicht sicher, ob das das richtige Ziel ist, peilt den Umlenker aber dennoch an. Die Überwindung weiterzuklettern wohlwissend, dass die letzte Sicherung relativ weit unten ist, bremst ihn ein wenig, aber er macht es dennoch sehr gut und kommt sturzfrei oben an. Auch ich komme soweit gut durch die Route durch, aber dadurch, dass der Umlenker möglicherweise nicht zu der Route gehört, die wir hier klettern, hat sich das Seil bei mir verhängt, das heißt, ich bin eigentlich relativ schlecht gesichert, weil ziemlich viel Schlappseil rumhängt, das Hank nicht einholen kann. Ich bin selbst erstaunt, wie ruhig ich in Anbetracht dieser Tatsache eigentlich bleibe, dennoch sagt mein Hirn ständig: jetzt bloß nicht stürzen, jetzt bloß nicht stürzen! Ich bin echt erleichtert, dass ich es dann doch irgendwann schaffe, die Verkeilung des Seils zu lösen und Hank dadurch das überschüssige Seil wieder einholen kann. So komm auch ich sturzfrei oben an und kann eine sensationelle Aussicht genießen.

Nachdem das Klettern oben in der Sonne doch sehr anstrengend und schweißtreibend war, lieg ich mich erstmal auf unsere Strandmatte und genieße die Aussicht. Nein, ich schaue nicht auf das Meer und den Strand, sondern ich genieße die Aussicht auf die Felsen und die Routen, die man hier klettern kann. Krass, wie sich die Wahrnehmung ändert. Ich bin total beeindruckt von der Beschaffenheit des Felsens und kann mich gar nicht satt sehen. Auch der Verlauf der Routen ist sowas von spektakulär. Ich versuche mir vorzustellen, wie hier die Profis hochklettern und vergesse dabei völlig die Zeit. Hank ruft mir irgendwann zu: so, ich will jetzt den Felsen hochklettern, sicherst Du mich? Okay okay, ich komm ja schon.

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Hank hat sich wieder eine Route ausgesucht, die in den 6er-Bereich fällt, die sich aber an einer Stelle teilt und entweder als 6a oder als 5 weitergeht. Hank startet souverän und an der entscheidenden Stelle entscheidet er sich, obwohl seine Kräfte schon schwinden, für den 6er-Teil. Ich halte es nicht für eine kluge Idee, aber der kleine Dickschädel lässt sich nicht abbringen. Geschickt steigt er weiter und kommt an die für ihn schwierigste Stelle. Er ist schon ordentlich über der letzten Sicherung und kurz vor dem nächsten Bohrhaken. Eigentlich hat er ihn schon fast, als er nur kurz ruft: ich falle. Schnell versuche ich noch ein wenig Schlappseil einzuholen, da hebt es mich auch schon gewaltig aus und zieht mich an den Felsen. Hank hat einen doch recht weiten Sturz hingelegt, aber glücklicherweise ist er weich in den Gurt gefallen und es ist nichts passiert. Er flucht kurz und steigt dann wieder hoch. Er schaut sich die Stelle nochmal genauer an, überlegt und überlegt, bis er sich dann doch dazu entschließt, die Route auf dem 5er-Teil zu Ende zu bringen. Dies war auch wirklich eine vernünftige Entscheidung, denn seine Kraft hat jetzt doch schon erheblich nachgelassen. Mit letzter Mühe erreicht er dann den Umlenker und kann unser Material auf dem Weg nach unten wieder einholen. Das wars dann für heute mit klettern.

Wir gehen zurück zu unserer Unterkunft und dabei merke ich, dass es mir gar nicht gut geht. Mein Bauch macht ziemliche Flachsen. Na toll, das hat mir jetzt gerade noch gefehlt. Ich leg mich gleich hin, aber es wird für mich eine ziemlich unruhige Nacht, auch am nächsten Morgen fühle ich mich noch nicht so richtig wohl. Das Frühstück schmeckt zwar, aber gut geht es mir dennoch nicht. Bevor wir zum Klettern starten können, brauche ich definitiv noch eine Auszeit. Hank meint schon, dass wir es auch lassen können, wenn es nicht geht, aber ich bin fest entschlossen, dass wir klettern gehen. Immerhin haben wir unser Seil ausgeliehen. Wir verbringen den Vormittag auf unserer Terrasse und marschieren dann gegen Mittag mal an den gegenüberliegenden Strand, vielleicht können wir ja in der Muschelhöhle, die Hank vor 6 Jahren entdeckt hat ein paar Muscheln sammeln. Leider ist noch Flut, so dass man da noch nicht hinkommt. Wir legen dann mal einen Lunch-Stopp ein, allerdings bekommt mir das Essen auch noch nicht so gut. Ich schaffe noch nicht mal die Hälfte von meinem Pad Thai, aber ich bin weiterhin zuversichtlich, dass wir jetzt dann klettern gehen. Und das machen wir dann auch. Wir eilen nur schnell zurück in unsere Unterkunft, schnappen uns unser Equipment und los geht es an den Felsen. Diesmal wieder ein anderes Gebiet. Leider sind hier auch einige Kurse, so dass wir erstmal warten müssen, bis wir endlich anfangen können. In einer Route hängt ein Seil und es ist weit und breit niemand, der klettert. Hank sucht schnell den Guide, der ihm die Route freigibt und ihn bittet, die Exen, die oben eingehängt sind, mitzunehmen. Okay, machbar. Also los. Hank steigt unten ein und es sieht noch ziemlich simpel aus. Dann kommt er plötzlich an eine Stelle, an der er zu Zweifeln beginnt und wo man das erste Mal eine gewisse Angst bei ihm bemerkt. Er findet die Lösung nicht und die Entfernung zur nächsten Sicherung ist ziemlich weit. Problem ist auch, dass er auf einem kleinen Plateau steht, d. h. wenn er stürzen würde, dann wäre das im Grunde wie ein Bodensturz. Er überlegt eine Weile und geht die Optionen durch. Die Route, die er sieht, führt extrem weit rechts vom Bohrhaken nach oben, d. h. er braucht sehr viel lose hängendes Seil, bis er dann links wieder einhängen kann, sonst sieht er leider keine Alternative. Nach längerem Hin und Her entscheidet Hank, die Route hier abzubrechen und an dem Bohrhaken, an dem er gerade hängt umzufädeln. Nachdem er wieder auf festen Boden steht, würde ich die Route eigentlich auch gerne bis zu der Stelle, zu der Hank gekommen ist, versuchen. Hank hält das für keine gute Idee, da das Seil nicht im sicheren Umlenker, sondern lediglich in einem Bohrhaken hängt und man nie sicher sein kann, dass der Haken auch wirklich hält. Okay gut, dann eben nicht. Die nächste Route, die er vorsteigt, die darf ich dann auch steigen. Die ist aber auch recht einfach und hat echt gute Tritte und Griffe. Auf einmal gibt es einen kurzen Schockmoment und alle hier halten den Atem an. Neben uns hat ein Kletterer einen Sturz an der ersten Exe und ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich am Boden aufgeknallt ist oder ob ihn der Sicherer kurz vorher noch fangen kann, aber er hat sich auf jeden Fall weh getan. Zum Glück aber nichts Schlimmes. Dennoch sind alle ziemlich erschrocken.

Nachdem wir diesen Schockmoment überwunden haben, fangen wir eine weitere 5er-Route an. Hank ist gerade am zweiten Bohrhaken als ein Wolkenbruch über uns einzieht und es monsunartig zu regnen anfängt. Glücklicherweise ist Hank noch soweit unten, dass er die Route noch abbrechen kann. Er holt die beiden Expressen wieder ein und klettert vorsichtig wieder runter. Schnell alles zusammengepackt, suchen wir Schutz in einer kleinen Holzhütte. Lange dauert der Wolkenbruch nicht, aber dafür ist er heftig. Das wars dann wohl mit Klettern. Die Routen sind jetzt nass, das kann man dann wohl vergessen.

Etwas frustriert ziehen wir schließlich von dannen und ich leg mich wieder auf ein Dreieckskissen in der Strandbar und genieße meinen Nachmittagskaffee. Hank versucht derweil unser Kletterseil zurückzugeben. Leider ist der Shopbesitzer gerade nicht anwesend, so kommt Hank unverrichteter Dinge zurück. Nachdem wir das Seil aber erst morgen um 9 Uhr zurückgeben müssen, überlegen wir jetzt, ob wir vielleicht morgen nach dem Sonnenaufgang und vor dem Frühstück noch eine Klettersession einlegen sollen. Das klingt in jedem Fall gar nicht so schlecht, wir können uns das ja noch überlegen.

Jetzt wollen wir erstmal noch einen Versuch starten und die Muschelhöhle erkunden. Als wir am Strand ankommen ist auch gerade Ebbe und man kann gut hinmarschieren. Leider ist Hank ein wenig enttäuscht, dass die Höhle nicht mehr so cool ist, wie er sie in Erinnerung hat. Seine Beute ist auch nicht gerade bemerkenswert. Aber wenn wir schon hier sind, dann schauen wir wenigstens gleich den Sonnenuntergang an. Der ist heute sogar wirklich schön. Hat sich also doch noch gelohnt, dass wir hier an den Strand gekommen sind.

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Zurück marschieren wir dann an einigen Seafood-BBQs vorbei und nachdem sich mein Bauch inzwischen wieder besser anfühlt und sich auch ein wenig Hunger breit macht, genehmigen wir uns noch einen leckeren Tintenfisch und eine fette Tigerprawn. Mmmmh, sehr lecker. Das lohnt sich schon. Frischer kann man seinen Fisch eigentlich nicht bekommen, als hier direkt am Meer.

Am nächsten Tag klingelt um 6:30 Uhr der Wecker. Kurzer Blick aus dem Fenster: Sonne scheint – nutzen wir die Gelegenheit und gehen wir klettern! Eine Entscheidung, die wir definitiv nicht bereuen. Am Kletterspot angekommen, ist hald einfach noch niemand da. Wir haben freie Auswahl, was wir klettern wollen. Wenig später kommen zwei weitere Kletterpärchen, aber das wars dann auch. Wir gehen in aller Ruhe zwei schöne Routen, bevor wir unser Seil zurück gegeben müssen. Das hat sich in jedem Fall mehr als gelohnt. Also, wenn jemand Interesse hat, auf Railay zu klettern und nicht gerade die Profirouten machen kann, dann sollte man in jedem Fall einen Early Bird machen und gleich nach dem Aufstehen an den Fels gehen! Nicht nur, dass es noch ruhig ist und man den Fels für sich hat, es ist auch noch angenehm von der Temperatur her und macht einfach Spaß.

Nach diesem erfreulichen Erlebnis geben wir dann unser Seil zurück und machen uns auf den Weg zu unserem Frühstück. Ein perfekter Start in den Tag. Mal schauen, was als nächstes kommt…

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