Ao Nang

Wir werden planmäßig von unserem vorgebuchten Taxi im Hotel abgeholt und fahren zum Flughafen. Für die 30 km brauchen wir fast eine Stunde, das sollte alles über den Verkehr hier sagen. Der Flughafen selbst ist schon etwas größer, aber es ist nicht besonders viel los. Wir reihen uns in die Warteschlange bei der Thai Smile Airways ein und wundern uns etwas, wie langsam es vorwärts geht. Wir waren jetzt ja schon auf einige Flughäfen der Welt, aber dieser toppt alles in Sachen Langsamkeit. Die Abfertigung der Reisenden beim Check-In dauert einfach ewig. Nach etwa einer halben Stunde sind wir an der Reihe und überraschend schnell auch wieder fertig. Dafür, dass der Flieger aber in einer Stunde abheben soll, stehen jetzt aber noch viel zu viele Leute hier. Wenn die in dem Tempo weitermachen haben wir entweder eine deftige Verspätung oder die Hälfte der Leute bleibt hier. Naja, die werden schon wissen was sie machen. Die Damen am Check-In Schalter scheinen dann auch wirklich an Tempo zugelegt zu haben, denn es kommen doch alle Leute zum Gate und können den Flug antreten. Selbiger startet dann auch nur mit einer halben Stunde Verspätung.

Etwa eineinhalb Stunden später landen wir (mal wieder) in Bangkok, wollen aber gleich weiter Richtung Süden. Also marschieren wir zum Thai-Airways Office und buchen gleich den nächsten Flug, in ner guten Stunde geht’s nach Krabi (mal wieder *g*). Aber diesmal ist unser Ziel nicht Krabi Town, sondern Ao Nang, das soll einen schönen Strand haben, und dafür wird’s jetzt mal Zeit. Zuerst einmal müssen wir aber in unsere Unterkunft gelangen und steigen in den Flughafen-Shuttle. Der bringt uns praktischerweise bis zur Haustür. Wir kommen gerade noch rechtzeitig um kurz vor 8 an, später wäre evtl. niemand mehr an der Rezeption gewesen.

Dafür hat das Restaurant aber schon geschlossen. Da das Baan Suan Hotel auch in the Middle of Nowhere liegt, können wir nicht einfach um die Ecke irgendwo einkehren. Der Besitzer der Anlage gibt sich aber einen Ruck und ich kann mir noch was zum Essen bestellen. Wie nett. Wir schauen etwas verdutzt, als Carina dann auch eine Portion serviert bekommt. Das haben wir eigentlich nicht bestellt, aber da sie extra für uns gekocht haben wollen wir uns jetzt auch nicht beschweren. Als sie den Fried Rice schon zur Hälfte verdrückt hat, kommt der Besitzer wieder und meint, der wäre für jemand anders gewesen. Er ist etwas angepisst deswegen. Ja saublöd, das ist ja echt dumm gelaufen, aber wir können da ja auch nichts dafür. Es ist ja auch sonst gar niemand da. Naja, wir werden nicht so recht schlau aus dem Kerl, erst war er ganz nett, jetzt ist er eher grantig. Er will uns auch einen Bootsausflug für morgen schmackhaft machen, knallt uns aber eigentlich nur einen Flyer auf den Tisch und erzählt nix dazu. Merkwürdiger Typ.

Am nächsten Morgen werden wir vom Hotel-Shuttle an den Strand gebracht. Wir gehen ein paar Meter und lassen uns dann im Sand nieder. Untypischerweise ist Carina als erste im Wasser, mich ziehts es grad gar nicht so rein. Der Strand ist zwar schon schön, aber auch etwas überbevölkert. Regelmäßig kommen Verkäufer vorbei und wollen uns allerlei Zeug aufschwatzen. Massage, Bier, Kokosnuss, Maiskolben, Sonnenbrille oder Uhr, es ist das typische Repertoire für Touris. Wir entschließen uns mal den Strand entlangzuwandern, am Ostende sind einige Felsen, vielleicht gibt es ja dort etwas zu entdecken. Der Marsch durch die pralle Sonne ist ganz schön schweißtreibend, aber für Sonne und 30° sind wir ja schließlich hier. Am Strandende angekommen nehmen wir kurz die Felsen in Augenschein, nehmen dann aber von einer Kletterpartie Abstand.

Endlich am Strand!

Endlich am Strand!

Dafür führt ein Pfad in den Dschungel, wieder ist es zu meiner Überraschung Carina, die als erste auf der Leiter dorthin steht. Es geht über Holztreppen und –leitern gut bergauf. Zum Glück ist der Weg aber im Schatten. Nachdem wir oben auf dem Hügel angekommen sind laufen wir direkt in ein Rudel Affen, ich bin entzückt. Carina nicht so, sie schaut, dass sie die kleinen Burschen so schnell wie möglich passiert. Ich lasse mir Zeit und gehe nicht sofort auf Abstand, so sitzt mir auch gleich ein Äffchen auf der Schulter. Es hat aber scheinbar kein Interesse daran mit uns mitzukommen und hüpft wieder davon als ich weiter gehe. Uns kommt dann noch ein anderes Wander-Pärchen entgegen. Amüsiert beobachte ich, wie gleich zwei Affen an den Klamotten des Mädels hochkraxeln. Sie findet das nicht so lustig und kreischt etwas. Ihr Freund macht aber erstmal ein paar Fotos, bevor er ihr hilft und die Affen verjagt.

Am Ende des Monkey-Trails angekommen bietet sich uns ein herrlicher Anblick: wir stehen vor einer kleinen Bucht mit einem superschönen Strand und einer Felswand im Hintergrund. Wow, hier lässt sichs aushalten. Das hat sich auch schon irgendein Unternehmer gedacht und hier ein tolles Resort reingebaut. Wir stehen ja normal nicht so auf diese großen Anlagen, aber diese hier sieht echt super aus. Da der Strand dann auch ein Privatstrand ist, müssen wir uns in eine Besucherliste eintragen und werden angewiesen nur am Strand zu bleiben. Wir schlendern also am Wasser durch die Bucht, bis zu einem kleinen Pier an dem der Shuttleservice für das Hotel anlegt, eine Zufahrtsstraße gibt es nämlich nicht. Hier setzen wir uns ausnahmsweise mal über die Anweisungen hinweg und gehen auf den Steg hinaus, um einen besseren Überblick zu bekommen.

Phai Plong Bay.

Phai Plong Bay.

Dabei fällt unser Augenmerk auch auf den Ao Nang Tower, einen hohen Felsen, der etwas vor der Küste aus dem Wasser ragt und der sehr interessant aussieht. Dort soll es auch Kletterrouten geben. Und angeblich kann man da auch Deep Water Soloing, d.h. direkt aus dem Boot oder Wasser anfangen zu klettern und dann irgendwann ins Wasser springen. Das klingt schon sehr verlockend. Also fragen wir hier gleich mal ob wir uns ein Kajak ausleihen können, um rüber zu paddeln. Geht leider nicht, die sind nur für Hotelgäste. Aber am Hauptstrand gibt es ja auch welche. Dorthin machen wir uns nach jeweils einem Bad im Wasser und der Sonne auch wieder auf den Weg. Die Affen hängen immer noch auf dem Weg herum und wieder wird ein entgegenkommendes Mädel von einem angesprungen. Sie kreischt laut auf, schüttelt das Tierchen ab und versteckt sich etwas panisch hinter mir. Ob sie in dem Moment mitbekommt, dass ich gar nicht zu ihrer Gruppe gehöre wage ich mal zu bezweifeln, aber es ist ihr wohl auch egal.

Zurück bei unseren Handtüchern legen wir aber erst einmal Mittagspause ein. Beim Essen entschließen wir uns dazu, dass ich nochmal schnell in unsere Unterkunft zurückkehre, während Carina die Stellung hält und ihren täglichen Kaffee genießen kann. Also mache ich mich auf den Weg, um einen Taxi-, Tuk Tuk-, Moped oder Was-auch-immer-Fahrer zu finden, der mich schnell hin und zurück bringt. Das sollt ja kein Problem sein. Denkste! Also ein Problem ist es im Grunde nicht, aber die Preisvorstellungen sind schon krass. Da haben wir für den Flughafentransfer weniger gezahlt. Ich frage haufenweise am Straßenrand stehende Fahrer, aber alle nennen denselben Preis. Und handeln will auch keiner so richtig. Also irgendwie war das früher anders in Thailand. Naja, irgendwann gebe ich dann auf und zahle zwar einen bisschen besseren Preis, aber immer noch zu viel.

Mit dem richtigen Equipment machen wir uns dann auf zum nächsten Kajak-Verleiher und paddeln kurz darauf los Richtung Ao Nang Tower. Laut dem Typen dauert es eine Stunde dahin zu kommen, aber das können wir nicht so recht glauben. Wir sind dann auch nach 15 min dort. Leider stellt sich dann heraus, dass im Moment nicht daran zu denken ist hier zu klettern mit dem Wasser als Sicherheit, da Ebbe ist und es einfach nicht tief genug ist. Wir sind schon etwas enttäuscht, lassen uns die gute Laune aber nicht verderben und paddeln eben so noch etwas zwischen den Felsen herum.

Mit dem Kajak vorm Ao Nang Tower

Mit dem Kajak vorm Ao Nang Tower

Schließlich findet sich doch noch eine Stelle, an der das Wasser an den Felsen tief genug ist, um eine Kletterpartie zu starten. Also springe ich ins Wasser und versuche die Wand hochzukommen. Aber mit nassen Händen und Füssen ist daran nicht zu denken, nach zwei Griffen liege ich auch schon wieder im Wasser. Mist. Naja, wir haben ja nicht umsonst unsere Schuhe mitgenommen, also klettere ich zurück ins Kajak, um sie anzuziehen. Gerade als ich in die engen Dinger geschlüpft bin und zurück Richtung Wand will donnert es laut und auch ein Blitz zuckt über den Himmel. Das haben wir hier jetzt gar nicht mitbekommen, wie der Himmel sich verdunkelt hat.

Oje. Ich überlege noch kurz, ob wir drauf pfeifen sollen und noch einen Kletterversuch starten, aber ausnahmsweise siegt der Verstand über die Abenteuerlust und wir paddeln schleunigst zurück Richtung Festland. Unterwegs gibt es noch einen heftigen Schauer, der aber zum Glück gleich wieder vorbei ist. In sicherlich rekordverdächtiger Zeit (beachtet man die veranschlagte Stunde) sind wir dann wieder zurück am Ufer und verkriechen uns in einer trockenen Bar. Rein klettertechnisch war der Ausflug zwar ein Reinfall, aber Spaß hat die Paddelei trotzdem gemacht. Nachdem der Regen dann wieder aufgehört hat, haben wir noch ein zwei Stunden Zeit, um uns in den zahlreichen kleinen Shops an der Uferpromenade umzusehen. Die Verhandlungen sind zwar auch hier meist wieder zäh, aber ein paar Kleinigkeiten erstehen wir dann doch und kehren in unsere Unterkunft zurück.


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