Sukhothai

Unser Zug Richtung Norden geht laut Fahrplan um 9:33. So können wir den Tag ohne große Hektik beginnen und machen uns gegen 9 in Richtung Bahnhof auf. Wenig später sind die Tickets gekauft (99 Baht p.P.). Allerdings kommen wir mit dem Zug nur bis Phitsanulok, danach müssen wir mit dem Bus weiter. Obwohl wir nur ein 3. Klasse Ticket haben, haben wir zugeteilte Sitzplätze. Der Schaffner am Bahnsteig positioniert uns dann auch gleich so, dass wir in den richtigen Waggon einsteigen können. Fehlt also nur noch der Zug. Der kommt dann mit guten 30 Minuten Verspätung an. Hach, schön, wie daheim! *g* Die Zugfahrt verläuft relativ unspektakulär. Bemerkenswert sind allerdings die fliegenden Händler die ständig auf und ab patrouillieren. Es gibt alles was man so während einer Reise brauchen kann: heiße Getränke, kalte Getränke, gebratene Fleisch-Spießchen, abgepackte Reisgerichte, Instant-Nudelsuppe, Obst und sogar Zeitschriften. Wir haben uns aber schon am Bahnhof in Lopburi bestens ausgerüstet. Carina verbringt die Fahrt mit dem Lesen eines Buches, ich schaue am Computer ein paar folgen einer Serie an. Die Landschaft die am Fenster vorbeizieht ist nicht sonderlich interessant: Reisfelder, Reisfelder und naja, ratet mal.

Nach ca. 4 Stunden kommen wir endlich an. Unser Sitzfleisch ist inzwischen doch etwas beansprucht. Da wir keine Ahnung haben wo es hier zum Busbahnhof geht fragen wir ein paar andere Touris. Die ersten beiden kennen sich auch nicht aus und scheinen auch keine Lust auf Gesellschaft zu haben, da sie sich schnell wieder aus dem Staub machen. Zum Glück treffen wir noch auf einen Berliner, der zumindest eine rudimentäre Karte in seinem Reiseführer hat. Also marschieren wir zusammen los. Busbahnhof finden wir zwar keinen, aber dafür mit Hilfe einiger freundlicher Thais eine Bushaltestelle. Unser Bus soll hier auch anhalten. Gut, dann passt das ja. Beim Warten auf den Bus tauschen wir ein paar Reiseerfahrungen aus. So ist die Zeit auch schnell überbrückt und wir sitzen wenig später tatsächlich im Bus Richtung Sukhothai.

Dort angekommen wollen wir mit einem Sammelbus möglichst billig in die Stadt kommen. Natürlich will uns keiner sagen wo so einer hält und uns lieber in die wartenden Tuk Tuks verfrachten. Da wir inzwischen etwas geschlaucht sind wollen wir gerade bei einem einsteigen, da ist sein Preis plötzlich 10 Baht pro Person zu dem von vor 2 Minuten gestiegen. Das sind zwar nur 20-25 Cent, aber verarschen braucht man sich ja auch nicht lassen. Also machen wir kehrt und suchen uns einen anderen Fahrer. Da kommen wir zu dritt dann doch 70 Baht billiger weg als mit dem ersten Fahrer. Vergleichen lohnt sich also immer, die Tuk Tuk Fahrer stecken scheinbar auch nicht alle unter einer Decke.

Nach dem Bezug unseres Zimmers im 4T Guesthouse gehen wir nur noch Essen und verbringen den Abend mit Recherchen über mögliche Ziele von hier aus.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Song Thaew zu den Ruinen im alten Sukhothai. Dort angekommen leihen wir uns wieder mal Räder aus und starten auch gleich los. Erstes Ziel ist der Wat Sorasak, wo eine Chedi (das sind dies großen glockenförmigen Türme die man bei allen Tempelanlagen sieht) von steinernen Elefanten getragen wird. Ist mal eine angenehme Abwechslung zu der Standard-Ausführung. Bei der Weiterfahrt zum zentralen Areal entdecke ich in einem Weiher noch ein paar kleine Schildkröten, die sich auf ins Wasser ragenden Ästen sonnen. Putzig.

00942_-_0117_-_IMG_0323

Nachdem wir unsere 100 Baht Eintritt bezahlt haben und auch noch 10 Baht Eintritt pro Rad abgedrückt haben sind wir erst mal schockiert drüber wie es hier zugeht. Wahre Menschenmassen sind unterwegs. Sehr sehr viele thailändische Schulklassen wimmeln hier herum. Hier ist wohl irgendein Fest zu Ehren des Königs (oder einem seiner Vorgänger). Aber die kleinen Thais sind alle sehr nett und höflich ständig wird uns zugewunken und „Hello“ gesagt. Die Ruinen und die Anlage drumrum sind auch klasse! Wir verbringen viel Zeit damit sie zu erkunden und machen viele Fotos, ab und zu suchen wir uns aber auch nur ein ruhiges Plätzchen und relaxen oder beobachten das Geschehen. So verbringen wir die nächsten fünf Stunden. Zwischendurch gibt’s noch eine kleine Thai-Süßigkeit von einem der aufgebauten Essensstände. Sehr lecker. Auf dem Weg zum Ausgang stolpern wir noch in eine thailändische Tanzvorstellung die wir uns dann natürlich noch ansehen.

Das war dann aber auch wieder genug Kultur für heute und wir machen uns auf den Rückweg zum Hostel, um noch kurz in den Pool zu springen. Abends schlendern wir noch ein wenig durch die Straßen und begutachten die Essensstände. Einer hats mir schon sehr angetan: der Insektenstand *g* Also die Maden und die richtig großen Käfer find ich auch etwas abstoßend, aber die Heuschrecken sehen schon interessant aus. Ich bin schon kurz davor mir eine kleine Portion zu kaufen, um die mal zu probieren. Aber Carina ist gar nicht begeistert und zerrt mich von dem Stand weg. Hmpf. Dann eben nächstes Mal… ;-)