Pai to Pattaya via Chiang Mai

Unser Localbus zurück nach Chiang Mai geht um 8:00 Uhr, d. h. 6:00 Uhr aufstehen ist angesagt. Leider ist es um diese Herrgottsfrühe in Pai noch arschkalt. Wir haben einen 2 Kilometermarsch mit unserem Gepäck vor uns, um den Bus zu bekommen. Dick eingepackt machen wir uns auf den Weg.

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Unterwegs werden wir von ein paar Thaikids aufgehalten, sie wollen ein Foto mit uns machen. Offensichtlich ist es für sie unverständlich, wie man bei diesen Temperaturen, diese Uhrzeit und mit dem vollgepackten Rucksäcken schon so weit marschieren kann… Wir verstehen selbst nicht, warum wir das machen. Leider haben wir auch nicht bedacht, dass es im Bus ja genauso kalt sein wird. Naja, jetzt ist es zu spät.

Pünktlich um 8:00 Uhr fahren wir los. Wir fahren vielleicht 5 Kilometer bis der Busfahrer anhält und uns erklärt, dass er ein technisches Problem mit der Lenkung hat. Wir und die 9 anderen Insassen im Bus denken uns, dass wir gleich von einem anderen Bus aufgesammelt werden, aber falsch gedacht. Der Busfahrer telefoniert kurz mit irgendjemand und dann setzen wir unsere Fahrt fort. Hach, das ist ein beruhigendes Gefühl und genau das, was man hören will, wenn man weiß, dass der Bus, der in Deutschland maximal einen Platz im Deutschen Museum als Kriegsantiquität bekommen würde, eine defekte Lenkung hat und eine ca. 80 Kilometer lange Serpentinenfahrt über die Berge ansteht. Da kommt Freude auf!! Wir werden nach links und nach rechts geschleudert, die Sitzflächen der freien Plätze fliegen durch den Bus, aber am Ende kommen wir Gott sei Dank heil in Chiang Mai an. Dort stehen wir vor unserem nächsten Problem: was nun? Je mehr wir in den Norden kommen, desto kälter wird es. In Laos liegen die Temperaturen in der Nacht zwischen 10 und 15 Grad. Das gefällt uns nicht gerade. Wir ändern schließlich unseren Kurs und wollen das Feld wieder von unten anrollen. In den Süden solls gehen, von wo aus, wir uns dann über Kambodscha wieder in den Norden durchschlagen wollen.

Nach eingehenden Recherchen buchen wir ein VIP-Busticket für den Nachtbus nach Pattaya. Unglücklicherweise haben wir dazu keinerlei Informationen, aber laut der Dame am Schalter gibt’s da einen Strand. Na dann, denken wir uns, wird’s schon passen. Es ist immerhin die günstigste Option um in den Süden zu kommen, ohne über Bangkok zu stolpern, was aufgrund des von der Regierung ausgesprochenen Notstandes wahrscheinlich besser zu vermeiden ist.

Da der Bus allerdings erst am Abend geht, fahren wir nochmal in die City von Chiang Mai und schlendern ein bisschen umher. Es gibt ja noch einige Wats zu erkunden. J Gleich am ersten werden wir von einem Mönch mit einem langen Leben gesegnet. Er bindet uns Bändchen um den Arm, vergießt Weihwasser über unseren Köpfen und spricht ein Gebet für uns.

Wir marschieren noch ein bisschen durch die Märkte, bis wir schließlich surfenderweise auf der Einstiegsfläche eines total überfüllten Song Tahew wieder zurück zur Busstation gebracht werden.

Die Fahrt mit dem Nightbus ist wirklich komfortabel. Wir haben sehr viel Beinfreiheit und können eigentlich fast die ganze Zeit schlafen.

 Um 6:30 Uhr kommen wir schließlich in Pattaya an. Leider haben wir weder einen Plan noch ein Ziel, noch sonst irgendwelche Informationen zur Stadt, so dass wir unsere Taktik ändern müssen. Wir gehen in das nächstgelegene Hotel, täuschen Interesse für ein Zimmer vor und erhaschen sodann einen Stadtplan. Hui, das ist ja riesig. Mit einem Song Tahew fahren wir in die Beach Road. Was uns dort erwartet, lässt uns erahnen, warum der Lonely Planet Pattaya mit keinem Wort erwähnt hat. Man könnte meinen, wir sind in Osteuropa gelandet und nicht in Thailand, hier kommt man wohl mit Russisch weiter als mit Englisch. Im Übrigen ist Pattaya wohl bekannt für seine Lady Boys und sein Rotlichtmilieu. Heidanei, wo sind wir denn da gelandet? Dennoch brauchen wir erstmal eine Unterkunft, denn nach der langen Reise bis hierher, wollen wir zumindest eine Nacht bleiben. In einem Internetcafe buchen wir eine „günstige“ Unterkunft. Bei Ankunft genießen wir erstmal den Pool, bevor wir uns schließlich in das lebhafte Treiben stürzen.

Unfassbar, was hier los ist. Selbst Cancun wirkt da noch einladender als Pattaya. Am Strand, eigentlich nur eine 5 Meter breite Sandfläche, die sich über mehrere Kilometer erstreckt und von einem Hotelbunker neben dem nächsten beherrscht wird, reiht sich ein Sonnenschirm anden anderen. Überall extreme Weißhäuter und Bierbauchträger, die in der Sonne bruzeln.

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Eines kann man wohl mit Gewissheit sagen, Pattaya kann man ohne Weiteres auf seiner Reise auslassen. Wir fühlen uns hier gänzlich fehl am Platz. Einzig das Beobachten der umherirrenden Pauschaltouristen ist kurzweilig. So schlendern wir plan- und ziellos – wohl unser neues Motto – umher und kommen durch Gassen, in den ein Ladyboy neben dem nächsten wartet. Wir beschließen, zunächst wieder in unsere Unterkunft zurück zu kehren und uns am Abend nochmal in das bunte Treiben zu mischen. Was uns da erwartet ist eine Mischung aus Reeperbahn, Ballermann und Moskau. Die Preise hier sind entsprechend. Gott sei Dank gibt es 7/eleven-Supermärkte an allen Ecken,  so dass wir unser Tagesbudget nicht mit überteuertem Bier übersteigen müssen. :-)