Pai

Wieder mal brechen wir unsere Zelte ab und marschieren vollgepackt los. Mit dem Song Thaew geht es zum Busbahnhof, von dort wollen wir weiter nach Pai. Das soll ein ziemlich relaxtes Örtchen in den Bergen sein. Leider kommen wir 15 Minuten zu spät, der Bus ist gerade weg. Und der nächste ist inzwischen schon voll gebucht. Also heißt es 1 ½ Stunden warten. Die Wartezeit nutzen wir dann, um im nächsten Cafe mit kostenlosem WiFi in Pai gleich eine Unterkunft zu buchen. Wenn das wirklich so ein kleiner Ort ist wollen wir nicht auf der Straße stehen.

Bald geht es in einer alten Klapperkiste von Bus los. Alle Plätze sind voll besetzt und im Gang stehen Rucksäcke. Sogar ich mit meinen 1.72 m Größe gehe mit den Knien am Vordersitz an. Beinfreiheit nicht vorhanden. Und das für die nächsten vier Stunden. Die Serpentinen nach Pai sollen es in sich haben – sogar Kotztüten wurden in einem Bericht im Internet erwähnt. Ich bin gespannt. Letztendlich ist die Fahrt aber dann halb so schlimm und wir kommen gut an. In Pai heißt es dann vom Busbahnhof zur Unterkunft marschieren. Wie sich herausstellt habe ich eines der am weitesten entfernten Guesthouses ausgesucht. Aber wir sinds ja gewohnt unseren Rucksack weiter zu tragen…

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Als wir im Misty View Guesthouse ankommen sind wir dann aber doch froh unser Gepäck endlich los zu werden. Der Besitzer erwartet uns schon. Nachdem wir uns in unserem kleinen Bungalow häuslich eingerichtet haben geht es wieder zurück in die Stadt. Netterweise fährt uns der Bruder des Besitzers mit dem Roller. Zu dritt auf einem Roller ist hier ja nichts Ungewöhnliches und geht problemlos. Hier gibt es eine Fußgängerzone, die sich ganz auf die Bedürfnisse von uns Touris spezialisiert hat: Souvenirstände, Lokale, Bars, Reisebüros und Garküchen reihen sich aneinander. Und es geht hier schon gut zu. Laut Reiseführer hat Pai 2000 Einwohner. Ich habe das Gefühl hier sind noch mal genauso viele Touris unterwegs! Aber das Flair und die Stimmung sind hier sehr schön und es gefällt uns durch die Straße zu schlendern und den ein oder anderen Stand zu inspizieren. Lediglich die Temperatur ist nicht so optimal, es ist hier abends doch ziemlich frisch. Als wir dann genug haben leihen wir uns gleich noch einen Roller für die nächsten 24 Stunden aus.

Am nächsten Morgen ist es dann noch kälter. Und da der Bungalow natürlich keine richtigen Fenster hat ist es auch hier drin ziemlich kalt. Wir wollen eigentlich gar nicht unter unserer Decke hervorkommen. Aber muss wohl sein. Und ich muss an ein Fach meines Rucksacks, das eigentlich nicht so schnell wieder geöffnet werden sollte: das Jackenfach! Echt frustrierend. Naja, um uns etwas aufzuwärmen düsen wir in die Stadt zum Frühstücken. Danach packen wir unsere Rucksäcke für die Rollertour um Pai. Laut Wetterbericht wird es ab 11 wieder wärmer und soll gegen 1 dann schon 26 Grad haben (jetzt sind es ca. 12 Grad). Wir hoffen das stimmt so.

Erster Stopp ist der nahe gelegene Tempel am Berg Wat Phra That Mae Yen. Vom Parkplatz aus führt ein unbefestigter Weg steil bergauf zu einem Großen Buddha, der über das Tal blickt. Die Aussicht von dort oben ist auch wirklich gut. Einziges Manko ist, dass die Berge immer noch in einem ziemlichen Dunst hängen und man sie mehr erahnen als sehen kann. Trotzdem schön. Weiter geht die Rollerfahrt Richtung der hiesigen heißen Quellen. Unterwegs kommen uns dann mal wieder Elefanten entgegen und wir halten kurz darauf an einem der Elefanten-Camps. Eigentlich mag ich sowas ja nicht wirklich, aber ich möchte dann doch mal näher an die Dickhäuter ran und kaufe einen Strauß Bananen, um sie zu füttern. Der Elefant weiß genau was jetzt kommt und greift mir auch schon mit seinem Rüssel entgegen. Und schwups ist die erst Banane auch schon weg. Zum Glück habe ich noch einige und kann das Spielchen noch ein paar Mal wiederholen. Die letzte Banane will ich unter zwei Elefanten aufteilen, was dem einen gar nicht recht ist, er will sie lieber ganz haben. So bin ich gleich mal von einem Rüssel eingewickelt als er versucht dranzukommen – und von oben bis unten voll Elefantensabber!

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Kurz darauf stehen wir am Eingang zu den Hot Springs. Leider ist der Eintritt von 200 Baht für Ausländer dann doch recht hoch und wir entschließen uns weiterzufahren. Somit kommen wir zur Memorial Bridge, die über ein sehr schönes Flusstal führt. Nachdem wir den Ausblick in uns aufgenommen haben heißt der nächste Stopp Pai Canyon. Inzwischen wird es auch wirklich schon recht warm und wir müssen erst mal Klamotten wechseln. Im Canyon gibt es einige Wanderwege. Wir marschieren ein wenig herum und enden 2 3 mal vor recht abenteuerlichen Wegen, wo man mehr kraxeln als gehen muss. Dafür sind Carinas Chucks dann leider nicht so geeignet. Also geht es weiter Richtung Pambok Wasserfall. Der Weg dahin zieht sich ganz schön und ist ziemlich holprig. Wir fragen uns schon ob wir wirklich richtig sind, kommen dann aber doch an einem verlassenen Parkplatz mit Wegweiser zum Wasserfall an. Der kurze Weg zu der Attraktion ist schnell zurückgelegt und wir haben sie ganz für uns allein. Schön. Als wir uns dann auf den Rückweg machen kommen uns immer wieder Leute entgegen und der vorhin noch leere Parkplatz ist inzwischen gut mit Rollern vollgeparkt. Sind wir gerade noch rechtzeitig gekommen.

Jetzt geht es zurück nach Pai, um eine kleine Stärkung einzunehmen. Wie immer gibt es gutes Thai-Food. Danach fahren wir weiter zum nächsten Wasserfall, dem Mo Paeng Fall. Hier ist es ziemlich voll und es tummeln sich einige Leute vor dem Wasserfall. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und entspannen ein wenig. Als die Sonne weg ist machen wir uns auf den Weg zu dem Tempel am Berg den wir in der früh schon besucht haben. Von dort wollen wir den Sonnenuntergang beobachten. Auf die Idee sind noch mehrere Leute gekommen und so teilen wir uns die Aussicht mit einigen anderen. Der Sonnenuntergang ist dann aber leider wenig spektakulär und wir ziehen etwas enttäuscht wieder ab.

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Abends schlendern wir dann noch mal durch die Fussgängerzone und denken darüber nach, ob wir noch einen Tag hierbleiben sollen oder wieder zurück Richtung Chiang Mai fahren. Es ist hier zwar schon recht schön und entspannt, aber die Temperaturen morgens und abends sagen uns einfach überhaupt nicht zu. So beschließen wir Pai wieder zu verlassen und organisieren uns auch gleich ein Busticket für morgen um 8 Uhr.