Koh Chang – what a wonderful place

So, ein Tag Pattaya ist dann auch wirklich genug für uns. Wir haben nur ein Problem: wir haben keinerlei Info wie wir von hier weiterkommen zu unserem nächsten Ziel, Koh Chang. Eine unabhängige Touristeninformation konnten wir leider nicht finden. Es gibt zwar Angebote für die Pauschaltouristen dorthin zu kommen, die sind aber mit 700 Baht doch recht teuer. Wir wollen lieber wieder einen normalen Bus nehmen. Die Dame an unserer Hotelrezeption sagt uns wir sollten einfach zur Hauptstraße gehen und dort einen Bus anhalten. Na gut, versuchen wir das. Zuvor müssen wir aber erst zu besagter Straße marschieren. Auf dieser Strecke fahren leider keine Song Thaews. Wir kommen durch ziemlich verlassene Seitensträßchen, die wohl nie zuvor ein Tourist gesehen hat. Nach etwas über einer schweißtreibenden halben Stunde Marsch kommen wir dann auch an der Autobahn-ähnlichen Hauptstraße an. Wir versuchen unser Glück mit dem Anhalten eines Buses, aber die sind alle recht unbeeindruckt von unseren Handzeichen und brausen einfach vorbei. Soviel zu unserem tollen Plan…

Also lassen wir uns von einem Song Thaew zu der Bushaltestelle mitnehmen, an der wir gestern angekommen sind. Hier wird uns aber verständlich gemacht, dass es keinen Bus gibt der weiterfährt. Komisch, zumindest in die nächste Stadt Rayong müsste man doch gelangen, weil wir das auch gleich von Chiang Mai mit demselben Bus ansteuern hätten können. Naja, hilft wohl nix. Schön langsam macht sich schlechte Laune breit und wir befürchten hier heute gar nicht mehr wegzukommen. Die Fahrer der Motorradtaxis erklären uns dann, dass man nur mit dem Minivan Richtung Koh Chang kommt und sie uns zum Minivan-Bahnhof fahren würden. Ok, versuchen wir das mal. Klappt auch. Für den Minivan zahlen wir dann 400 Baht pro Person. So viel wollten wir zwar nicht für die Fahrt ausgeben, aber mit dem Minivan bloß nach Rayong zu fahren und dort wieder unser Glück mit dem Bus zu versuchen haben wir auch keine große Lust.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt stehen wir dann am Fährterminal Richtung Koh Chang. Schnell ein Ticket für 80 Baht p.P. gekauft und schon sind wir auf der Fähre. Nach der Überfahrt heißt es zur vorgebuchten Unterkunft zu kommen. Leider stellt sich heraus, dass wir von der Anlegestelle ganz im Norden in den südlichsten Zipfel müssen. Wir fragen den nächsten Song Thaew Fahrer nach dem Preis und er nennt ihn uns: 150 Baht p.P.. Das lässt und doch stutzen. Wir überlegen noch wie wir anders weiterkommen könnten, da kommen 3 weitere Backpacker (2 Schweden und 1 in Madrid lebender Rumäne) an. Sie müssen nicht ganz so weit wie wir und sollen „nur“ 100 Baht zahlen. Einer erklärt resolut „I will not pay 100 Baht“. Wir tun uns zusammen und wollen zu fünft einen besseren Preis herausschlagen, aber die Fahrer lassen absolut nicht mit sich verhandeln. Na gut sagen wir uns, marschieren wir mal los und schauen was uns erwartet. Wir kommen auf die Idee per Anhalter zu fahren und es hält auch gleich der erste Einheimische mit einem PickUp an. Wir springen glücklich auf die Ladefläche und die Fahrt geht eine steile Straße hoch. Da hätten wir ja Spaß gehabt mit unseren Rucksäcken!

Doch auf einmal wird hinter uns wild gehupt (noch wilder als hier normal ist). Wir sehen uns um und erblicken ein leeres Song Thaew, das uns hupend und aufblendend verfolgt. Als wir über die Kuppe sind werden wir überholt und der Taxler bremst unseren hilfsbereiten Fahrer voll aus, springt aus seinem Gefährt und rennt zu uns hinter. Wir erklären ihm, dass wir seine Preise nicht zahlen und hier umsonst mitfahren können. Er droht daraufhin mit der Polizei weil er meint wir zahlen unserem Fahrer doch was und der hätte keine Lizenz Leute mitzunehmen. Als ob das hier wirklich jemand interessieren würden. Naja, der unangenehme Geselle bedrängt unseren Fahrer aber immer mehr, woraufhin wir dann von der Ladefläche springen. Wir wollen unserem Helfer ja keine Schwierigkeiten machen. Ins Song Thaew steigen wir aber auch nicht ein. Bei dem sicher nicht! Der Fahrer macht sich dann beleidigt und sauer davon.

Wir warten kurz und halten gleich mal den nächsten PickUp auf. Klappt wieder hervorragend. Wir werden etwas stutzig, da auf der Ladefläche schon 3 Leute sitzen, aber kein Problem, 3 von uns und 5 Rucksäcke haben da locker noch Platz. Die beiden anderen batzen sich mit auf die Rückbank. Und los geht die Fahrt. Diesmal kommen wir ohne Probleme weiter. Naja, bis auf die Tatsache, dass das Auto in einer Haarnadelkurve mal abgesoffen ist und wir schon dachten mit anschieben zu müssen *g* Hat aber auch ohne unsere Unterstützung im zweiten Anlauf geklappt. Nach einigen Kilometern und Serpentinen (zu Fuß wäre das eher anstrengend geworden…) halten wir an einem Supermarkt. Unser Fahrer muss noch kurz einkaufen. Nach wenigen Minuten kommt er wieder raus und drückt jedem von uns 5 eine Dose Cola in die Hand mit den Worten „welcome to Thailand“. Als wir ihm wiederum etwas Trinkgeld zustecken wehrt er sich vehement dagegen und nimmt unser Dankeschön erst nach einiger Überzeugungsarbeit an. Wahnsinnig nett der Mensch. So kommen wir dann irgendwann müde und erschöpft aber um eine tolle Erfahrung reicher in unserer Unterkunft, dem Cliff View Cottage, an und beziehen unseren Bungalow.

Den nächsten Morgen lassen wir gemütlich angehen. Die Gegend hier heißt Bang Bao. Wie wir feststellen ist das eigentlich nicht recht viel mehr, als ein Pier mit Häusern auf Stelzen drangebaut und ein paar Bungalowanlagen. Nachdem wir den Pier einmal auf und ab gelaufen sind leihen wir uns mal wieder einen Roller aus, um mehr von der Insel zu sehen. Mir ist zwar etwas mulmig zumute, da die Straßen hier doch ziemlich steil und kurvig sind, aber bei den Erfahrungen mit den hiesigen Taxlern haben wir quasi gar keine andere Wahl. Erster Halt ist der Lonely Beach. So richtig lonely ist man da zwar nicht, aber es ist ein wirklich schöner Strand. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und plantschen ein wenig im angenehm warmen Meer. Hach, so lässt sichs leben!

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Dann geht es wieder auf die Straße in Richtung eines – Überraschung! – Wasserfalls. Unterwegs halten wir noch kurz an einem Viewpoint, von dem man einen herrlichen Blick auf ein paar kleinere vorgelagerte Inseln hat. Bei den Wasserfällen stehen wir aber wiedermal an einer Kasse und man will von uns 200 Baht p.P.. Da wir im Grunde ja schon genug Wasserfälle gesehen haben und das hier sicher kein must-see ist drehen wir wieder um. Da erforschen wir doch lieber noch einen anderen Strand. Wir landen an einem Strandabschnitt, der sich Armari nennt und staunen sehr: hier siehts ja noch toller aus als an dem Strand vorhin. Und weniger Leute sind hier auch. Wir lassen uns nicht zweimal bitten und machen es uns auf einer Liegefläche gemütlich.

Bevor wir nach Bang Bao zurückkehren machen wir es uns noch mal Lonely Beach gemütlich. Als wir dann noch kurz zum nächsten Supermarkt gehen, treffen wir das schwedische Pärchen von gestern wieder. Die hatten nichts vorgebucht und wollten hier gestern Abend noch was finden. Aber auch nach 3 Stunden Suche hat sich nichts gefunden. Sie waren schon total verzweifelt, da hat ihnen die Besitzerin eines Internet-Cafes angeboten, dass sie bei ihr am Boden schlafen könnten. Dusel ghabt.

Zurück im Cliff View, gehen wir dann Richtung des im Namen erwähnten Cliffs, schnappen uns dort zwei Hängematten und erwarten den Sonnenuntergang. Der fällt aber leider mal wieder aus, da die Sonne in einer Dunstwolke verschwindet. Wir sind etwas enttäuscht und überlegen gerade was wir noch mit dem Abend anfangen sollen, da hören wir hinter uns „bringst de zwoa Bia mit viara“. Wir müssen beide lachen, da es doch etwas absurd ist hier am anderen Ende der Welt genau den Dialekt aus der Heimat zu hören. Wir sich herausstellt haben sich hier heute zwei Mühldorfer Geschwister einquartiert. Kurzerhand kommen wir ins Ratschen, gehen dann mit den beiden Essen und kehren dann zusammen mit ein paar Bierchen zum Cliff zurück…

So fällt uns das frühe Aufstehen am nächsten Morgen dann doch etwas schwer. Wir haben noch einiges vor in der Früh: ich muss den Roller zurückbringen, den heute geplanten Schnorcheltrip buchen und wir wollen in einen günstigeren Bungalow wechseln. Nach kleinen Startschwierigkeiten klappt aber alles. Gegen 9 sitzen wir dann auf unserem Ausflugsboot. Das Boot ist doch etwas größer, als es auf dem Prospekt ausgesehen hat. Schade, mit weniger Leuten sind solche Ausflüge ja eigentlich immer besser. Naja, hilft ja nichts. Kurze Zeit später schippern wir dann auch los. Als wir beim Austeilen der Schnorchel-Ausrüstung keine Flossen bekommen wundern wir uns etwas. Ohne die kommt man ja nicht wirklich gut voran. Also frage ich nach und man erklärt uns die könne man für 100 Baht extra mieten. Also das stößt uns dann doch etwas sauer auf. Wir sind der Meinung Flossen gehören zur Standardausrüstung beim Schnorcheln. Interessiert nur keinen. Zähneknirschend drücken wir also noch mal 200 Baht ab. Naja, so what…

Nach ca. 90 minütiger Fahrt sind wir beim ersten Schnorchelpunkt angekommen. Leider sind hier außer unserem Boot noch 2 andere, es geht also gut zu im Wasser. Aber wir halten uns am Rand des ganzen Trubels und haben so einigermaßen unsere Ruhe beim Beobachten der Unterwasserwelt. Es gibt einiges zu sehen und ich tauche immer wieder nach unten, um näher an alles ranzukommen. Da haben sich die 100 extra Baht für die Flossen auf jeden Fall gelohnt. Nach etwa einer Stunde müssen wir wieder an Bord und bekommen auch gleich das Mittagessen serviert. Bzw. stellen wir uns an der Schlange vorm Buffet an. Die Stärkung kommt genau richtig. Kurze Zeit später wird der Anker vor dem Strand einer kleinen Insel geworfen und wir können hinüberschwimmen und ein wenig relaxen. Danach kommen noch zwei 45-minütige Schnorchel-Stopps die ich gute ausnutze und viele Fotos mit unserer Unterwasserkamera schieße. Schon steht die Rückfahrt an. Unterwegs sehen wir ein paar Fische aus dem Wasser springen. Doch sie tauchen nicht gleich wieder in die Fluten ein wie es sich für Fische eigentlich gehört, sondern segeln lieber eine große Strecke über die Wasseroberfläche. Nein, kein Scherz und Sonnenstich hab ich auch keinen! Diese fliegenden Fische gibt’s wirklich. Da der Tag dann doch eher anstrengend war sieht das Abendprogramm so aus: Carina pennt um 8 weg und ich lese noch etwas.

Am nächsten Morgen drängelt Carina dann zum Aufbruch, sie will weiter nach Kambodscha. Hm, so recht Lust dazu habe ich nicht und hier gefällts mir ganz gut. Ich kann sie davon überzeugen, dass wir noch einen Tag bleiben und einfach nichts tun. Nichts tun heißt in diesem Fall natürlich Strand ;-) Also marschieren wir Richtung des nächsten Strandes. Als wir an einem Wegweiser was von 3 km lesen verlieren wir aber die Lust zu wandern. Kurzerhand probieren wir es wieder per Anhalter und werden auch nach wenigen Versuchen mitgenommen. So waten wir nach wenigen Minuten durch die Brandung am Bang Bao Beach. Der Strand gefällt uns auch ziemlich gut: es ist nicht so viel los und sieht einfach traumhaft aus hier. Gut, dass wir nicht schon weiter sind. Während Carina sich dann eine einstündige Thai-Massage gönnt schwimme ich ein wenig und erkunde den Strand.

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Gegen Mittag hungerts uns und wir machen uns zurück auf den Weg Richtung Pier. Waren dann doch keine 3 km, das schaffen wir locker zu Fuß. Unterwegs kommen wir an einer sehr gemütlich aussehenden Strandbar vorbei. Hier gefällts uns so gut, dass wir den restlichen Nachmittag mit ein paar Fruit-Shakes hier rumbringen.

Als wir dann schließlich zurück im Cliff View sind treffen wir die beiden Mühldorfer wieder. Sie wollen heute am Cliff grillen. Es kommen noch zwei weitere Freuden von ihnen, auch aus Mühldorf. Außerdem sind noch zwei Kalifornier von hier mit dabei. Wir haben zwar schon gegessen, aber auf das ein oder andere Bierchen gesellen wir uns gerne dazu. Es wird ein super Abend und sehr spät. Der gegrillte Fisch hat auch sehr gut ausgesehen. So machen wir mit den 4 aus das Ganze morgen zu wiederholen. Das ist doch ein guter Grund noch einen Tag dranzuhängen!

Tja, was soll ich sagen, das waren dann wohl doch ein paar Bierchen zu viel gestern bzw. der Whisky, der irgendwann dazugekommen ist hat mir wohl das Kreuz gebrochen. Mir geht’s gar nicht gut. Oje… Naja, ich verbringe dann so ziemlich den ganzen Tag im Bungalow. Carina kehrt alleine zu der Strandbar von gestern zurück, dort trifft sie dann auch glatt auf unsere 4 neuen Freunde. Sie gehen dann noch zusammen einkaufen für unser heutiges Grillen. Zum Glück bin ich am frühen Abend wieder so weit hergestellt, dass ich daran teilnehmen kann :-D Wir bereiten alle zusammen das Seefood-Buffet vor: es gibt kleine Shrimps, Muscheln, Tintenfisch, einen White Snapper im Bananenblatt und noch für jeden einen riesigen Tiger-Prawn. Und noch ein wenig Grünzeug als Deko *g*

Als dann alles zubereitet ist schlemmen wir zusammen und sind alle schwer begeistert! An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Lisa unsere Chef-Köchin! :-)

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Nach dem Wahnsinns-Essen sitzen wir noch ein wenig zusammen und plaudern bis es Abschied nehmen heißt. Morgen müssen wir wirklich weiter.