Bangkok – unser Tor zur Welt

So, es ist soweit, das große Abenteuer beginnt. So richtig glauben können wir es immer noch nicht. Fühlt sich im Moment an wie immer wenn wir in den Urlaub fliegen.

Um ca. 10 Uhr kommen wir aus dem Flughafen und gehen Richtung Cityline, der günstigsten Möglichkeit in die Stadt zu kommen. Für 90 Baht sind wir ne halbe Stunde später auch schon mitten in Bangkok. Hier gibt’s gleich mal am ersten Straßenstand eine Ananas als kleinen Snack. Herrlich! Mit dem Taxi wollen wir weiter Richtung Banglampu, laut Lonely Planet ein „Backpacker-Ghetto“. Der Taxler versucht uns von einem Fixpreis von 100 Baht zu überzeugen, aber wir fahren dann doch lieber mit dem „Meter“. Er fährt direkt mal beleidigt weiter. Naja, denken wir uns, dann probieren wir es eben mit dem Bus und marschieren Richtung Bushaltestelle. 20 Meter weiter hält der Taxler dann doch wieder an und nimmt uns mit. Wir nennen ihm die Adresse von dem ausgesuchten Hostel – dem Lamphu House – und brausen los. Reservierung haben wir zwar keine, aber wir hoffen einfach mal, dass noch was frei ist.

Wir haben Glück und bekommen eines der letzten freien Zimmer. Ist zwar nichts Besonderes, dafür günstig und in guter Lage. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen haben stürzen wir uns ins Getümmel. Und der Reiseführer behält Recht: alles voller Backpacker-Touris hier. Der Straßenrand ist gesäumt von kleinen Essens- und Souvenirständen. Da der Hunger inzwischen groß ist steuern wir das nächste Restaurant an, das auch sehr gemütlich aussieht. Carina bestellt sich ein Curry, ich ein Gericht mit Rind und Cashewnüssen. Nach dem Essen erkunden wir weiter die Gegend. Dabei kommen wir durch die Khao San Road, sowas wie dem hiesigen Ballermann. Und hier geht aus auch wirklich nochmal ein gutes Stück mehr zu. Überall Bars, Hostels, Massage- und Tattoo-Studios usw. Sogar ein MC Donalds und ein Burger King. Naja, das ist dann nicht so ganz unseres.

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Wir ziehen weiter und landen schließlich in einem Tempel von dem wir uns nicht ganz sicher sind wie er heißt, da auf unserer Karte, im Reiseführer und auf einem Schild hier jeweils unterschiedliche Namen angegeben sind… Im gebührenden Abstand sehen wir den Thais beim Anbeten ihrer Götter zu und haben dazu den dazugehörigen Räucherstäbchenduft in der Nase. Schließlich kehren wir ziemlich erschöpft ins Hostel zurück und ruhen uns etwas aus.

Im Hostel haben wir auch gleich ein kleines Büro vor Ort, um Ausflüge zu buchen. Carina möchte unbedingt einen Floating Market besuchen, also buchen wir das für morgen Vormittag. Die größeren Sehenswürdigkeiten haben wir ja schon alle bei unserem ersten Bangkok-Besuch abgeklappert, somit haben wir kein so großes Programm für Bangkok. Einfach nur da sein erst mal ;-)

Später drehen wir noch mal eine kleine Runde durch unsere neue Nachbarschaft und suchen einen Nähservice für einen Riss in meiner Short. Der Nähservice entpuppt sich als ältere Dame mit einer noch älteren Nähmaschine, die an einer Straßenecke sitzt. Für 60 Baht will sie den Schaden bis morgen früh beheben. Danach gönnen wir uns noch ein Abendessen im nächsten Straßenlokal. Auf dem Rückweg zum Hostel halten wir noch in einer sehr chilligen Bar an und schlürfen einen Cocktail. Das wars auch schon für den ersten Tag.

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Für unseren Floating Market Besuch haben wir uns den Wecker auf 06:00 Uhr gestellt. Als wir beide ohne Wecker hellwach sind und schon aufstehen wollen, stellen wir fest, dass wir noch keine 2 Stunden geschlafen haben und es grad mal kurz nach Mitternacht ist. Da macht sich wohl der Jetlag bemerkbar. Dementsprechend gerädert sind wir dann, als um 06:00 Uhr tatsächlich der Wecker klingelt…

Nach Thaipünktlichkeit werden wir statt um 7:00 Uhr erst um 7:30 Uhr abgeholt, aber dann geht’s auch schon mit dem Minibus direkt an den ca. 85 Kilometer entfernten Floating Market. Wie schon geahnt, fahren die hier wie die Irren und wir müssen uns erst wieder an die Gegebenheiten gewöhnen. Gottseidank kommen wir heil und sicher an der Bootsanlegestelle an, so dass wir gleich mit dem „James Bond Boat“ weiter zum Floating Market fahren können. Das ist zwar nicht nötig, man könnte auch direkt mit dem Bus hin fahren, gehört aber zum Programm. Man will ja auch was erleben… Also schippern wir durch ein paar Kanäle, bevor wir beim Market abgesetzt werden. Der wird im Grunde nur noch für uns Touris betrieben und so kann man hauptsächlich die üblichen Souvenirs kaufen, sich kulinarisch an einem Essensboot verwöhnen, sowie sich mit Schlangen fotografieren lassen etc. Als wir an der ersten größeren Python vorbei laufen macht Carina einen erschreckten Hüpfer zur Seite *g*

Man könnte hier jetzt ein Paddelboot (incl. Dem Paddler) mieten und durch die Kanäle schippern, aber uns reicht es das bunte Treiben auf den Kanälen vom Ufer und den zahlreichen Brücken aus zu beobachten. Außerdem gibt es hier auch Souvenirstände in Hülle und Fülle. Es gibt allerlei zu sehen und zu beobachten und so ist der Ausflug trotz des deutlichen Touri-Anstrichs doch ganz in Ordnung. Schon lustig wie sich die Händlerboote immer wieder an den Touribooten festklammern, um zu feilschen und zu verkaufen. Zwischendurch finde ich in einem der Stände Flip-Flops. Original “QuikSilver” – finde den Fehler ;-) Nach kurzem Feilschen ist der Preis von stattlichen 1850 Baht auf 200 gefallen und ich schlage zu. Auf dem Rückweg zum Bus mal wieder eine kleine Ananas und schon brausen wir wieder Richtung Bangkok.

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Auf dem Weg zum Hostel hole ich noch meine genähte Hose ab. Der Riss ist zwar zu, aber schön ist anders. Naja, besser als ne kaputte Hose dann doch noch. Kurze Zeit später sitzen wir auch schon wieder beim Essen im Straßenlokal. Es ist inzwischen sehr sehr heiß und die Sonne knallt herunter. Also suchen wir uns ein schattiges Plätzchen in der Lobby unseres Hostels, schauen die geschossenen Fotos durch, schreiben diesen Blogeintrag und beraten wo es morgen hin gehen soll: Norden, Westen oder doch in den Süden? We will see…