Ayutthaya

Heute geht es weiter Richtung Ayutthaya. Also machen wir uns vollbepackt auf Richtung Hauptstraße. Dort springen wir in das nächste Song Thaew (so ne Art Sammelbus) Richtung Busbahnhof. Uns gegenüber sitzen zwei Mönche grinsen uns an und wir plaudern dann ein wenig mit ihnen. Am Busbahnhof angekommen weisen sie uns dann auch gleich den Weg zum richtigen Bus. Kurz darauf fährt der auch schon los – auf die Minute pünktlich. Wir fahren einmal um den Block und halten an der nächsten Bushaltestelle für 15 Minuten. Also da hätten wir auch gleich noch im Bahnhof stehen bleiben können. Hoffentlich geht das nicht so weiter, sonst wird das eine lange Fahrt. Aber es war zum Glück der einzige längere Stopp. Ab jetzt wird nur noch bei Bedarf – wenn jemand aus- oder einsteigen will – am Straßenrand gehalten. Nach ca. 2 ½ Stunden gemütlicher Fahrt kommen wir in SuPhanBuri an. Von dort geht es mit dem Linien-Minivan weiter. Die Fahrt gestaltet sich etwas rasanter als die vorherige: unser Fahrer überholt mit Tempo 130 auf dem Standstreifen des Highways, zieht von der Überholspur in einem auf den Standstreifen rüber und hält dort an, um jemanden einsteigen zu lassen oder bremst während dem Überholvorgang einfach mal voll ab, um wieder jemanden am Straßenrand einzusammeln. Na das kann ja heiter werden. Wir sausen mit Vollgas in das nächste Dorf und halten dann wieder abrupt vor einem kleinen Laden an. Der Fahrer springt raus, rennt hinein und stempelt eine Karte ab. Von nun an geht die Fahrt gemütlich, um nicht sogar zu sagen fast langsam, weiter. Da hat er wohl möglichst schnell diesen Stempel gebraucht. Faszinierend.

Nach der Ankunft in Ayutthaya suchen wir uns erst mal eine Unterkunft und checken im Good Luck ein. Nach einer kleinen Stärkung geht es mit dem Radl Richtung der Sehenswürdigkeiten. Wir sind zwar schon recht spät dran, aber ein wenig werden wir schon noch schaffen. Die Touri-Karte ist leider etwas ungenau und so landen wir gleich mal bei einem Tempel, der da gar nicht eingezeichnet ist, dem Wat Senatsanaram Rachaworawihan. Das ist ein ganz normaler aktueller Tempel. Ein paar Bilder ist er aber trotzdem wert, v.a. der etwas größere liegende Buddha gefällt uns. Ein paar Straßen weiter stoßen wir auf die Ruinen des Wat Suwannawas. Auch der wieder nicht in der Karte eingezeichnet. Aber hier gibt es wirklich an jeder Ecke alte Gemäuer, kein Wunder, dass die nicht alle extra vermerkt sind. Als wir gerade beim Bewundern und Fotografieren der Ruine sind, reitet auf der Straße ein Thai auf einem Elefanten vorbei. Was uns beim ersten Anblick doch etwas verblüfft ist hier wohl ein ganz normaler Verkehrsteilnehmer.  Nachdem wir noch einen anderen etwas abgelegenen Tempel begutachtet haben wollen wir uns Richtung Zentrum aufmachen. Beim Abbiegen auf die Hauptstraße kommen uns dann wieder einige berittene Elefanten entgegen. Bei einem läuft ein Jungtier nebenher. Um das auf einem Foto festzuhalten machen wir uns kurzerhand an die Verfolgung der Elefanten.  Als wir sie dann eingeholt haben und überholen wollen wird Carina vom heftigen Schwanz-wedeln des Dickhäuters überrascht und fast am Kopf getroffen. Na das wäre sicher eine tolle Geschichte geworden: „weißt Du noch damals, als mich ein Elefante vom Radl geschubst hat…“ *g* Aber es geht alles gut und wir können die erhofften Fotos machen.

Nun soll es aber wirklich weiter ins Zentrum gehen. Nach kurzer Fahrt kommen wir am Wat Ratchaburama an. Es ist inzwischen kurz vor 6, aber die Ticketverkäuferin sagt uns, dass bis um 7 geöffnet ist. Also gehen wir noch in die Anlage rein. Es sind auch ein paar schöne alte Gemäuer zu besichtigen. Als wir eine Runde gedreht haben und um viertel nach 6 wieder am Tor vorbeikommen ist ein Wärter gerade beim Zusperren und scheucht uns raus. Alles klar, es ist bis um 7 geöffnet… Pft. Naja, inzwischen dämmert es auch schon und so radlen wir eben zurück zum Good Luck. Wieder ist ein Tag rum.

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In der Nacht muss ich leider feststellen, dass mir das Good Luck nicht so viel Glück bringt: die Matratze ist steinhart und mir tut bald alles weh. Also ist die erste Amtshandlung am nächsten Tag der Umzug ins P.U.Inn um die Ecke. Das hat sogar einen Pool, der bei den hier herrschenden Temperaturen schon ein schöner Ausblick ist. Aber zuerst geht es wieder zum Sightseeing. Erstes Ziel ist der Wat Maha Tat. Auch hier drehen wir wieder eine Runde. Highlight ist für mich ein Buddha-Kopf, der total von Wurzeln eingeschlossen ist. Sieht aus als würde der Baum den Buddha würgen *g*Danach geht es noch zu zwei drei weiteren Anlagen. Schließlich kehren wir um die Mittagszeit zu unserem Hostel zurück, um den Pool auch ein wenig auszunutzen. So vergehen die nächsten drei Stunden mit baden, sonnen und faulenzen. So lässt sichs leben!

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Um 16 Uhr haben wir dann wieder Programm: mit dem Longtailboot zu drei weiteren Tempeln. Zuerst müssen wir aber erst mal zur Anlegestelle kommen. Wir stehen mit 10 anderen Reisenden vor dem Hostel und warten auf einen Bus. Unser Taxi ist dann ein Pick-Up-Truck. 2 Leute können auf der Rückbank Platz nehmen, der Rest muss auf die Ladefläche. Carina und ich kommen als letzte dran, so dass wir nicht mehr auf dem Rand sitzen können. So steht sie aufrecht hinter der Fahrerkabine und ich sitze zwischen allen anderen am Boden und sehe nichts als Füße. Tolle Aussicht… Aber die Fahrt dauert nicht allzu lang und wir kommen gut am Pier an.  Und schon sitzen wir mal wieder im Boot und schippern über den Fluss.

Erster Halt ist der Wat Phanan Choeng, ein neuerer Tempel, der somit auch noch benutzt wird. Wir haben 20 Minuten für die Besichtigung Zeit. Im Inneren sitzt ein ca. 10 Meter hoher goldener Buddha auf einem Podest. Davor läuft gerade irgendeine Zeremonie ab: die Gläubigen haben alle ein oranges Stoffbündel vor sich und beten. Dann kommt ein Mann, nimmt das Bündel und wirft es zu dem Buddha hinauf. Interessant anzusehen. Vielleicht finden wir noch irgendwann heraus was da gerade passiert ist. Die Besichtigungszeit ist schnell rum und so geht es mit dem Boot weiter zum Wat Phutthai Sawan. Dieser besteht ca. zur Hälfte aus alten Ruinen der alten Königsstadt Ayutthaya. Wir vertrödeln etwas Zeit und können gar nicht mehr alles anschauen bevor wir zurück an Bord müssen. Letzter Halt ist dann der Wat Chaiwatthanaram, ein komplett verfallener alter Tempel. Hier kann man in der Mitte auf einen der spitzen Türme klettern, da bin ich natürlich sofort dabei. In dem kleinen Kämmerchen oben sitzt natürlich ein Buddha. Gesellschaft hat er auch: über seinem Kopf hängen jede Menge Fledermäuse. Das wars dann auch schon wieder und wir fahren zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt ein schöner, kurzweiliger Ausflug, der nicht allzu viel kostet und durchaus empfehlenswert ist.

Wir werden am Pier abgesetzt, wo inzwischen ein Nightmarket auf dem Parkplatz aufgebaut wurde. Da es uns beide inzwischen etwas hungert checken wir in erster Linie die Essensstände. Sieht schon ganz interessant aus, was da so alles angeboten wird, aber teil weise kann man gar nicht einschätzen was das denn ist. Und englisch ist hier nicht so verbreitet wie in den ausgewiesenen Touri-Gebieten. Carina findet nichts was ihr zusagt, also lassen wirs gut sein und gehen doch in ein Lokal in der Nähe unserer Unterkunft.

Am nächsten Tag leihen wir uns vormittags wieder 2 Räder aus und brechen auf Richtung der Tempelanlagen und Ruinen. Zwischen den ganzen Anlagen gibt es auch einen großen Park mit einem See, der aus vielen kleinen Wasserarmen besteht. Wir nehmen einen der kleinen Wege durch den Park und kurven hier relativ allein ein wenig herum. Immer wieder stoßen wir auf Ruinen oder kleine Schreine für diverse Götter. Am Ufer staksen irgendwelche Reiher herum und suchen Nahrung. Auf einer kleinen Halbinsel steht eine schön schräge Palme, das ist ja fast schon eine Einladung zum Kraxeln. Was leichter gesagt als getan ist, recht weit kommen wir nicht. Dann entdecken wir Dickicht der Wasserpflanzen eine Krokodil-artige Echse. Natürlich muss ich da sofort hin. Und natürlich gefällt das der Echse nicht so gut und sie taucht ab, um kurz darauf auf der anderen Uferseite wieder aufzutauchen. Carina läuft über die Nahe Brücke und schleicht sich an. Die Echse beobachtet wohl immer noch mich und so kommt Carina nahe genug ran um ein paar Fotos zu schießen. Armes Viech, so viel Stress aus heiterem Himmel. Es macht sich dann schließlich auch ganz aus dem Staub.

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Jetzt aber weiter zu den Tempeln. Die Karte ist aber echt nicht so der Hit und so stehen wir vor der verschlossenen Hintertür zu der Tempelanlage Wat Phra Si Samphet. Hm, Mist. Wir suchen den Weg um die Anlage herum und nach einer kurzen Quer-Feld-ein-Fahrt stehen wir unverhofft auch schon drin. Naja, auch nicht schlecht. Wir machen mal eine kleine Pause im Schatten der Bäume, da stehen plötzlich vier thailändische Studenten vor uns. Sie wollen eine Umfrage mit uns machen. OK, kein Problem, Zeit genug haben wir ja. Statt einem Zettel zum Ausfüllen zu bekommen werde ich aber von einem der vier interviewt, eine andere filmt mit dem IPhone. Witzige Sache. Als Belohnung bekomme ich einen Elefanten-Schlüsselanhänger.

Danach schlendern wir um die Überreste des Tempels. Im Wesentlichen stehen nur noch die drei Chedis in der Mitte in der der 8.te, der 9.te und der 10.te König Ayutthayas begraben liegen. Nach der obligatorischen Runde durch die schöne Anlage radeln wir weiter und halten beim nächsten Markt. Carina will endlich eine Thai-Hose. So eine lässt sich hier auch finden und nach kurzem Handeln ist Carina glücklich mit ihrem neuen Outfit. Dazu gibt es dann auch gleich noch ein ledernes Armband. Wir würden hier gern noch was essen, aber es gibt eigentlich nur Süßes und Snacks. Dann eben eine Portion Ananas und später was Richtiges. Nächster Halt ist der liegende Buddha im Wat Lokayasutharam. Ist zwar etwas versteckt aber wir finden den Weg dann doch. Diese Karte taugt echt nichts!

Das wars dann aber auch schon wieder mit Sightseeing. Es ist sehr heiß und wir sind etwas geschlaucht. Außerdem haben wir jetzt schon wieder so viele Tempel hier gesehen, dass dann doch wieder alles irgendwie gleich aussieht…

Also ab an den Pool! Von dort sind wir dann irgendwie nicht mehr weg gekommen… :-D

Kurzes Zwischenfazit:

Wir sind jetzt seit einer Woche unterwegs und es ist immer noch etwas unwirklich, dass wir jetzt dann noch über ein halbes Jahr auf Achse sein werden. Die erste Woche ist auf jeden Fall wie im Fluge vergangen und war ein super Start. So kann es gerne weiter gehen. Wir hoffen euch geht es daheim allen gut und ihr habt ein wenig Freude am Lesen unserer Erlebnisse.