Cape Reinga & The Far North

Wir setzen unsere Fahrt weiter fort gen Norden. Heute wollen wir Kaitaia erreichen, von wo aus man Tagesausflüge zum Cape Reinga machen kann. Bis dahin sind es rund 100 Kilometer, für die man unter normalen Bedingungen ca. 1 ½ Stunden benötigt. Also, keine Eile – wir können unterwegs noch ein paar Stopps einlegen. Den ersten machen wir bereits, bevor wir den Ort Paihia wirklich verlassen bei den Haruru Falls. Naja, denken wir uns – mal wieder einer von vielen. Schnell die obligatorischen Fotos geschossen und schon sind wir wieder „on the Road“.

Weit kommen wir allerdings nicht, denn es gibt noch die Rainbow Falls, die wir bei der Gelegenheit natürlich nicht verpassen wollen. Unglücklicherweise sind wir allerdings am falschen Ende angekommen. Wir müssten rund 4 Kilometer marschieren, um hinzukommen, während es noch einen weiteren Parkplatz gibt, von dem aus man unmittelbar zu den Wasserfällen kommt. Aber der Stopp ist trotzdem kein Reinfall, denn hier gibt es ein wunderschönes Steinhaus (das älteste Neuseelands), einen kleinen Hafen und insgesamt ein sehr nettes Ambiente. Wir marschieren zum Steinhaus und erkunden den darin befindlichen Shop mit lokalen Nippes. Da wir aber aus bekannten Gründen keine Souvenirs kaufen können, müssen wir auch diesen Shop mit leeren Händen verlassen.

Unser Weg führt uns dann unmittelbar zu den Rainbow Falls. Am richtigen Ende muss man nur ca. 150 Meter gehen und schon steht man oben am Aussichtsplateau. Ja, die schauen schon ein wenig spektakulärer aus. Da unten am Becken ein nettes einsames Bänkchen in der Sonne steht, entscheiden wir uns, den Weg nach unten anzugreifen und ein bisschen Sonnenschein zu tanken. Herrlich!

Es dauert auch nicht lange bis Bettina und Nils ebenfalls erscheinen. Sehr witzig – wir haben nämlich gar nichts ausgemacht. So sitzen wir hier, ratschen ein bisschen und lassen uns braten. Wir vereinbaren mit den beiden schließlich, dass wir uns heute Abend noch absprechen werden zwecks Campingplatz – wir wollen einen mit Sky-TV, damit wir Fußball gucken können.

Nach unserer Rückkehr am Auto ist auch schon wieder Essenszeit angesagt. Kurzerhand schmeißen wir unseren Gasofen mal wieder an Ort und Stelle an und kochen uns ein „abwechslungsreiches“ Gericht.

Gestärkt geht es dann endlich mal richtig los und wir fetzen die kurvenreiche Strecke bis Kaitaia durch. Wir erreichen den Ort gegen halb 5, also haben wir noch eine halbe Stunde Zeit um die i-Site aufzusuchen und uns hinsichtlich der Ausflüge für morgen zu informieren und die Campingplatzlage zu checken. Wir legen uns gerade fest, was wir machen und wo wir schlafen wollen und verfassen eine Nachricht an Nils und Bettina, als die beiden ebenfalls in der i-Site auflaufen und sich unseren Plänen anschließen. Sehr schön!

Am Campingplatz vergewissern wir uns nochmal, ob wir tatsächlich Sky-TV haben und verbringen dann zufrieden den restlichen Abend mit Rugby-Games.

Uaaah, der Wecker klingelt um 5:45 Uhr – genauso wie wenn wir in die Arbeit gehen müssten. Hmmm, dislike! Naja, aber wir haben uns das ja selbst eingebrockt, nachdem wir Fußball schauen wollten und um die besten Plätze zu sichern, stehen wir eben zu dieser unwürdigen Uhrzeit auf.

Dass wir in Anbetracht des Spielverlaufs lieber im Bett geblieben werden, will ich jetzt nicht zu weit ausführen. Der Schmerz sitzt noch zu tief.

Wenigstens unser Busshuttle ist pünktlich um 8:30 Uhr da und holt uns vier ab. Wir werden mit einem kleinen Bus zu einem größeren chauffiert und finden uns schließlich in einer Horde Touristen und in einem Giftshop wieder. Na wunderbar – haben wir hier eine Verkaufsveranstaltung gebucht? Die Holzschnitzereien sind zwar wirklich toll, aber wir haben weder das Geld für diese ausgefallenen Stücke noch die notwendige Transportmöglichkeit. Die in Kauri-Holz eingearbeitete Treppe ist allerdings schon ein echtes Highlight.

So, genug geshoppt, wir wollen los. Unsere erste Station ist der Gumdiggers Park. Ein Park, in dem früher nach Harz gegraben wurde und heute die zigtausend Jahre alten Kauri-Bäume ausgegraben und verarbeitet werden. Der Park ist ganz nett, aber als ein Must-Have-Seen würde ich ihn jetzt nicht bezeichnen. Die Runde durch den Park endet mal wieder in einem Giftshop – welch eine Überraschung!

Wir fahren schließlich weiter in den Norden und freuen uns auf das Kap. Wendy, unsere Busfahrerin und gleichzeitig Guide, macht allerdings nach wenigen Augenblicken einen neuen Stopp. Wir stehen an einem weiteren Shop – hier gibt es angeblich das beste Eis und so passiert es, dass so ziemlich alle Touristen – auch wir – auf diese Falle hereinfallen. Also langsam glaube ich ernsthaft, dass wir hier wirklich auf einer Verkaufsfahrt sind…

Offensichtlich wars das aber jetzt mit den Shops – wir fahren tatsächlich durch bis zum Cape Reinga.

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Das Wetter ist traumhaft und die Aussicht phänomenal. Wir haben rund eine Stunde Zeit um umherzuspazieren und so machen wir uns gleich auf den Weg zum Leuchtturm und zum Aussichtshügel. Das besondere an Cape Reinga ist, dass man an klaren Tagen – so wie heute – das Aufeinandertreffen des Pazifischen Ozeans mit dem Tasmanischen Meer sehen kann. Wirklich beeindruckend. Das Wasser hat verschiedene Blautöne und die Wellen von beiden Meeren klatschen aneinander. Auch die Steilküste rechts und links von uns ist sagenhaft. Allein wegen diesem Anblick war der Ausflug sein Geld schon wert! Schade nur, dass wir hier nicht mehr Zeit haben, denn man könnte hier schon einige richtig tolle Wanderungen machen.

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Wendy hat allerdings zur Pünktlichkeit ermahnt, da wir schließlich zum Lunch müssen. Wir geben unser Bestes, um den Ruf der deutschen Pünktlichkeit zu zerstören, denn wir sind die letzten. Kaum sind wir in den Bus gehüpft, startet Wendy auch schon.

Zum Mittagessen gibt es ein „Büffet“, in dem man sich nicht selbst bedienen kann. Seltsam! So bekommt jeder einige Fleischfetzen von Chicken und Beef, ein paar Pommes und drei verschiedene Salate auf seinen Teller geklatscht und das nennt sich dann Büffet. Naja, keine Offenbarung, aber wenigstens mal was anderes wie Nudeln…

Nach dem Mittagessen steht ein weiteres Highlight auf dem Programm. Wir fahren zum Ninty Mile Beach, auf dem man mit Mietfahrzeugen nicht fahren darf und werden mit Body-Boards ausgestattet.

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Mit diesen flotten Brettern klettern wir eine große Sanddüne hinauf und fetzen Schuss hinunter. Wow, das ist echt ein ziemlicher Spaß! Der Aufstieg ist ein wenig anstrengend, aber die Fahrt entschädigt für die Mühe vollends. Wir sind gerade voll in Action, als Wendy ihre Schützlinge wieder zusammentrommelt. Wir vier sind mal wieder die letzten im Bus.

Jetzt geht es mit dem Bus auf den Strand. Der Ninty Mile Beach ist wirklich wunderschön, allerdings ist er nicht wirklich neunzig Meilen lang. Tatsächlich sind es nur 88 Kilometer. Nichtsdestotrotz ist es aber ziemlich cool, mit ca. 100 km/h im Bus über den nicht enden wollenden Strand zu fetzen.

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Gegen 17 Uhr kehren wir dann schließlich wieder zur Abfahrtsstelle zurück und werden an unserem Campingplatz abgeliefert. Insgesamt war das heute wirklich ein wunderschöner Ausflug, auch wenn der Anfang etwas unglücklich war.

Wir verbringen nochmal einen geselligen Abend mit Nils und Bettina, bevor wir uns morgen leider von den beiden verabschieden müssen…