4000 Islands – Don Khone

Am Vortag haben wir noch die Weiterfahrt nach Laos klar gemacht, so dass es um 7 Uhr morgens mit dem Minivan losgeht bis zur Grenze. Unglücklicherweise wird meine Reise von ziemlich bösen Magen-Darm-Problemen begleitet. Und ausgerechnet der Streckenabschnitt von Kratie bis zur laotischen Grenze glänzt mit den miserabelsten Straßenbedingungen, die ich jemals erlebt habe. Die Strecke als Straße zu bezeichnen, wäre die reinste Schönrederei. Zu allem Überfluss kommt auch noch hinzu, dass wir im Minibus ganz hinten – also direkt auf der Heckachse – sitzen und so die Schlaglöcher doppelt so hart abbekommen, wie die restlichen Insassen. Einziger Pluspunkt, im Vergleich zur restlichen Gruppe haben wir wirklich viel Platz! Wie ich den 5-stündigen Höllenritt überstanden habe, ist mir im Nachhinein ein Rätsel, jedenfalls kommen wir gegen 13 Uhr an der Grenze an und können uns aussuchen, ob wir uns um 10 Dollar pro Person abzocken lassen oder riskieren, dass unser Bus in Laos ohne uns weiterfährt, weil wir nicht kooperieren. Zumindest sind das die Geschichten, die wir von anderen Reisenden gehört haben, die den Visaantrag auf eigene Faust gestellt haben. Im Hinblick auf meine gesundheitliche Verfassung, erscheinen mir 10 Dollar ein vertretbarer Preis für eine unverzügliche Weiterfahrt.

Von der Grenze aus geht es noch eine halbe Stunde mit dem Bus weiter, ehe wir mit dem Longtailboat übersetzen zu den 4000 Inseln. Hier gibt es 2 beliebte Touristenziele: die Insel Don Det, die von den meisten Reisenden angesteuert wird und somit mehr „Nightlife“ zu bieten hat und die Insel Don Khone, die um einiges ruhiger, aber dafür auch landschaftlich interessanter ist.

Nach etwa 30 Minuten auf dem Boot erreichen wir schließlich, die von uns auserwählte Insel Don Khone und begeben uns auf die Unterkunftssuche. Zum Glück dauert das nicht allzu lange, so dass ich mich kurze Zeit später in einer Hängematte auf der Terrasse unseres Bungalows wiederfinde und in einen genesenden Tiefschlaf verfalle.

Am nächsten Morgen fühle ich mich wie neu geboren, so dass wir unsere geplante Radtour um die Insel in Angriff nehmen können. Unser erstes Ziel sind die Tad Somphamit Wasserfälle. Für eine Gebühr von umgerechnet 2,50 EUR pro Person darf man dort hin radeln. Wie sich dort rausstellt, eine absolut lohnenswerte Investition.

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Der kaskadenförmige Wasserfall ist einfach gigantisch. Zusammen mit den Khone Phapeng Wasserfällen sind dies die mächtigsten Wasserfälle in ganz Südostasien, da sie sich der Breite nach über den ganzen Mekong erstrecken. Die Wasserfälle sind auch der Grund, warum der Mekong als Transportweg nicht komplett schiffbar ist. Wir sind schwer beeindruckt, stellen aber gleichzeitig ein wenig enttäuscht fest, dass man hier wohl nicht im Fluss baden kann, obwohl es einen Strand gibt. Zu unserer Entschädigung steuern wir aber auf den wohl chilligsten Platz, den man zum Entspannen finden kann und verweilen einige Zeit in unseren Hängematten und beobachten das Treiben am Strand.

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Da sich aber doch immer wieder Leute ins Wasser wagen, verfallen auch wir irgendwann der Versuchung im Mekong eine Abkühlung zu erhaschen. Solange man sich am Rand aufhält und sich nur auf die Felsen setzt, kann nichts passieren. Schwimmen hingegen wäre jedoch aufgrund der Strömung höchst fahrlässig.

Erfrischt radeln wir irgendwann weiter zum „Big Beach“. Der Sand dort ist kochend heiß und jeder Schritt will gut überlegt sein. Allerdings kann man hier tatsächlich im Mekong schwimmen. Juppiee, also rein in den Fluss. Wir sind dabei sehr vorsichtig, da von klarem Wasser keine Rede ist und wir die Felsen, die so gut wie überall sind, nicht sehen können. Trotzdem ist das Baden super und die Abkühlung genau das, was wir jetzt wollen.

Nach einer kleinen Stärkung setzen wir unsere Tour fort. Man kann die Insel in einem Loop umrunden, allerdings zieht sich die Strecke ein wenig, aufgrund unser langen Pausen. Wir kommen am Spitz an, von wo aus man nochmal Ausflüge zu den Irawadydelfinen machen kann und erreichen irgendwann noch weitere Wasserfälle, die alleine auch schon sehenswert sind, jedoch aber den Tad Somphamit keine Konkurrenz bieten können. Da es inzwischen schon relativ spät ist und die Sonne bereits am Untergehen ist, schauen wir, dass wir unsere Runde beenden können. Wie so oft, endet der Sonnenuntergang leider auch diesmal vorzeitig hinter einer dicken Wolke.

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Da man hier am Abend nicht viel machen kann, suchen wir uns nur noch ein gemütliches Restaurant und genießen die laotische Küche.

Am nächsten Tag ist es schließlich so weit: unser erster Reisetag an dem wir uns zu überhaupt gar nichts aufraffen können! Nichtstun scheint uns heute als die absolut beste Entscheidung, die wir treffen können. Bis Mittag dösen wir in der Hängematte im Bungalow ehe wir uns ein Lokal am Mekong zum Nichtstun suchen. Herrlich! Irgendwann gesellen sich dann zu unserer gemütlichen „Nichtsturunde“ noch die beiden Mädels aus Hamburg, ein Mädel aus Berlin und ein Franzose, die wir alle auf der Minibusfahrt zu den Inseln kennengelernt haben, zu uns, so dass wir unerwartet noch einen sehr lustigen Nachmittag/Abend verbringen.