Holguin & das Ende unserer Reise

Nachdem unser letzter Ausflug ans Meer doch nicht so erfolgreich war, wie wir uns das vorgestellt haben, entscheiden wir uns dazu, die letzte Station unserer Reise – die Stadt Holguin – doch schon einen Tag früher als geplant anzusteuern. Unsere Motivation noch umfangreiches Sightseeing zu betreiben, ist leider aufgrund der extrem drückenden Hitze ziemlich eingeschränkt, so dass wir uns von unserem Taxifahrer, der uns in Gibara abgeholt hat unmittelbar in eine casa particulares bringen lassen, die über einen Swimmingpool verfügt. So kommt es auch, dass es über unsere letzten drei Tage in Kuba nicht sonderlich viel zu berichten gibt. Wir haben zum Abschluss noch einige Stunden mit Sonnen am Pool und Lesen verbracht, immerhin wollen wir von knapp 8 Monaten auf Achse auch ein bisschen erholt und gebräunt zurück kommen. Einzig zum Essen haben wir uns dann von den überall umherfahrenden Bici-Taxis ins Zentrum der Stadt fahren lassen.

Eins haben wir uns aber nicht nehmen lassen: den letzten Abend unserer Reise haben wir genau so ausklingen lassen, wie der erste begonnen hat: bei ‘einem’ leckeren Mojito. Kaum zu glauben, aber in Kuba, das Land dessen Nationalgetränk Rum ist, ist es gar nicht so einfach einen Mojito zu bekommen. Der Grund dafür ist einfach: Rum wird nicht zu Mischgetränken verarbeitet, sondern pur getrunken! :-)

Glücklicherweise sind wir aber dennoch fündig geworden und können den letzten Abend nochmal richtig genießen. Mit ein bisschen Schlagseite geht es dann mittels Bicitaxi wieder zurück zu unserer Unterkunft und die letzte Nacht im nichteigenen Bett bricht an.

Wir treten unsere Heimreise am nächsten Tag gegen Mittag dann mit etwas gemischten Gefühlen an: einerseits freuen wir uns natürlich total auf das Wiedersehen mit unseren Familien und Freunden, das eigene Bett, die abwechslungsreiche Küche daheim und einen geregelten Tagesablauf. Auf der anderen Seite ist die grenzenlose Freiheit natürlich unbeschreiblich schön und wir sind uns sicher, dass sie uns bald wieder fehlen wird.

Nichtsdestotrotz überwiegt natürlich an diesem Tag die Freude auf daheim, so dass wir überpünktlich bereits am Flughafen ankommen. Dort werden wir dann gleich mal von dem überaus ‘freundlichen’ Herren am Schalter der Condor zurecht gewiesen, denn unsere beiden großen Rucksäcke und die beiden kleinen Rucksäcke haben insgesamt 4 Kilogramm zu viel Gewicht. Wir sollen diverse Dinge ausladen und wegschmeißen. Wir sind fassungslos. Auf keinem anderen Flug, bei keiner anderen Airline haben wir jemals Probleme mit den Gepäckstücken bekommen. Kurzerhand denken wir uns “Hey Alter – Du kannst uns mal”. Zack, Winterjacken und dicke Pullover ausgepackt, angezogen und neu am Schalter angestellt. Er schaut uns zwar ein wenig komisch an, nachdem wir bei 35 Grad mit unseren dicken bolivianischen Survivaloutfit da stehen, aber dennoch lässt er uns damit einchecken.

Das nächste Problem lässt allerdings nicht lange auf sich warten. Der Flughafen in Holguin verlangt von allen Passagieren eine Servicecharge von 50 konvertible Pesos pro Person, was uns natürlich niemand gesagt hat und die wir natürlich auch nicht mehr übrig haben. Eine Zahlung mittels Kreditkarte ist in Kuba ja grundsätzlich ein Problem, so dass es auch hier nicht funktioniert. Man kann sich aber für teuer Geld in der gegenüberliegenden Wechselstube Bargeld auszahlen lassen. Na toll, wieder mal abgezockt, aber offensichtlich kommen wir anders nicht aus diesem Land raus.

Im Sicherheitsbereich nutzen wir erstmals das Dutyfree-shopping und decken uns mit reichlich Rum und Zigarren ein, ehe wir auf der Anzeigetafel lesen, dass wir nicht direkt nach Frankfurt fliegen, sondern erst einmal einen Zwischenstopp in Montego Bay – wo auch immer das ist – machen werden. Aha! Mit einiger Verspätung sitzen wir dann endlich im Flieger – ein reiner Ferienflieger mit einer Janosch-Lakierung, in dem die Passagiere bei erfolgter Landung klatschen!!! – und erfahren dann über die Durchsage, dass wir in Jamaika landen. Damit ist die Frage auch geklärt, wo Montego Bay liegt. Das wenn wir mal früher gewusst hätten… Eine Woche auf Jamaika wäre sicherlich auch nicht schlecht gewesen!

Naja, der Flug an sich ist ziemlich umspektakulär, nur dass wir nie wieder Condor fliegen werden, da es nicht mal ein Entertainment-Programm gibt, bzw. Halt, das ist nicht richtig. Es gibt ein Entertainmentprogramm, das kostet aber 7 EUR pro Person und Kopfhörer (natürlich mit speziellem Anschluss) kosten nochmal 3,50 EUR extra.

So verbringen wir den Flug lesend, schlafend und nörgelnd bis wir endlich in Frankfurt ankommen und uns richtig beeilen müssen, damit wir unseren Anschlussflug nach München bekommen. Gott sei Dank erreichen wir das Gate rechtzeitig und dort steht auch der “Siegerflieger” der deutschen Nationalmannschaft. Leider nicht für uns! :-)

Pünktlich um 14 Uhr erreichen wir dann den Franz-Josef-Strauß Flughafen, wo wir von meiner Familie gleich herzlich in Empfang genommen werden. In Landshut angekommen wartet dann auch die ganze Verwandtschaft von uns und wir werden mit köstlichem Weißbier und frischem Leberkäs mit Brezen würdig empfangen!

Gibara

Nach einer Nacht in Holguin, der Ort, in dem unsere Reise endgültig zu Ende gehen wird, möchten wir noch einmal einen Abstecher ans Meer nehmen und nehmen daher gleich am Morgen ein Taxi in das ca. 40 Kilometer entfernte Örtchen Gibara. Von dort aus soll man Zugang zu schönen Stränden haben und auch Gibara selbst soll sehr nett sein. Die Fahrt dorthin ist ein wenig holprig und kurvenreich. Glücklicherweise haben wir diesmal aber einen sehr zuverlässigen Fahrer, so dass wir nach etwa 45 Minuten heil am Ziel ankommen.

Wir suchen uns eine nette Unterkunft und machen uns dann gleich mal auf den Weg die Umgebung zu erkunden. Schnell erkennen wir, dass es hier nicht sonderlich viel zu sehen gibt. Wir sind nur eine Straße von der Küste entfernt und freuen uns, wieder Meerwasser zu sehen. Schade ist nur, dass hier ein ziemlich starker Wind weht die Küste sehr felsig ist.

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Der hiesige „Strand“ lädt eher nicht zum Baden ein, aber wir verweilen dennoch eine Weile an Ort und Stelle, bis wir schließlich auf einen Einheimischen namens Ray stoßen, der wirklich sehr freundlich ist und gerne den nächsten Tag mit uns verbringen möchte, damit er uns die umliegenden Strände zeigen kann. Wir stecken in einem Dilemma: Ray ist wirklich sehr nett und wir würden wirklich gerne mit ihm mitfahren, aber auf der anderen Seite haben wir unsere schlechten Erfahrungen in Havanna natürlich noch im Kopf. Wir entscheiden sodann, nochmal drüber nachzudenken und ihm dann später Bescheid zu geben.

Fürs Erste beobachten wir noch eine Weile das Treiben am Meer. Neben uns sitzt eine 5-köpfige Truppe in allen Altersklassen und genehmigt sich eine Flasche Havanna Club Rum. Ohne Mischgetränk versteht sich hier. Nur zum Verständnis, es ist etwa 12 Uhr Mittag und die Sonne tut mit ihren rund 35 Grad ihr Übriges. Tja, so sind sie, die Kubaner. Trinkwasser ist offensichtlich deshalb nie zu bekommen, weil die Nachfrage danach nicht vorhanden ist.

Anschließend folgen wir einer Empfehlung unseres Taxifahrers und versuchen ein angeblich erstklassiges Seafood Restaurant, in dem die Preise nicht in der Touristenwährung sondern im kubanischen Peso angegeben sind. Als wir einen Blick in die Speisekarte werfen sind wir tatsächlich angenehm überrascht. Für umgerechnet etwa 5 Euro bekommen wir eine richtig fette Languste und Unmengen an Beilagen. Und das Allerbeste ist, dass die Languste einfach Wahnsinn schmeckt.

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Wir sind sehr zufrieden und gönnen uns wohlgenährt erstmal eine Auszeit. Bei diesen Temperaturen ist alles andere auch eher eine Tortur.

Wir relaxen in den Schaukelstühlen unserer Unterkunft, bis irgendwann Ray auftaucht und sich erkundigt, ob wir morgen mit ihm zum Caletones Strand fahren wollen. Nachdem wir zig Mal hin und her überlegt haben, sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir ohne Ray fahren werden. Es tut uns zwar sehr leid, weil wir schon glauben, dass er uns nicht abzocken will, aber das dachten wir bei dem Pärchen in Havanna auch. Ray ist auf jeden Fall ziemlich traurig, dass wir ihm absagen und dann tut es uns gleich noch mehr leid, aber es hilft in dem Fall nicht.

Den restlichen Tag lassen wir wieder mit relaxen und Nichtstun ausklingen.

Den Tag darauf wollen wir nach wir vor zum Caletones Strand fahren. Dieser liegt etwa 17 Kilometer von Gibara entfernt und ist entweder per Anhalter oder per Taxi zu erreichen. Ein Taxi kostet 25 CUC und steht den ganzen Tag zur Verfügung. Hank bevorzugt die Anhaltervariante, ich hingegen bin unschlüssig. Im Grunde bin ich inzwischen ein wenig von meiner Abenteuerlust zurückgewichen. Die Reise nähert sich mit großen Schritten ihrem Ende und bislang ist fast alles glatt gegangen und ich will auf die letzten Tage nicht noch böse Erfahrungen machen. Vor allem die Tatsache, dass die Kubaner vorzugsweise Rum pur und das zu allen Tages- und Nachtzeiten konsumieren, schreckt mich ein wenig davor ab, in ein nicht offizielles Auto zu steigen. Hank ist ein wenig enttäuscht, aber glücklicherweise fügt er sich meinem Wunsch und wir lassen uns ein Taxi rufen.

Gegen 10 Uhr brechen wir endlich auf und freuen uns schon sehr, auf unsere letzten Stunden am Strand. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und am Zielort verschlägt es uns erstmal die Sprache. Aber nicht, weil der Strand so schön ist, wie man jetzt vielleicht meinen könnte. Nein, es verschlägt uns die Sprache, weil der Strand offensichtlich im Lonely Planet völlig überbewertet ist. Er ist ziemlich klein, die Umgebung ist nichts Besonderes und er hat auch nicht wirklich Flair. Nichtsdestotrotz vereinbaren wir mit dem Taxifahrer, dass wir gegen 16 Uhr wieder zurückfahren wollen. Er erklärt uns, dass er in der Gegend bleiben wird, sollten wir doch früher fahren wollen, wäre er auf jeden Fall vor Ort.

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Wir suchen uns erstmal ein schattiges Plätzchen und springen nacheinander in die Fluten. Das Meer ist ein bisschen kühler als auf der Südseite der Insel, aber dafür sehr erfrischend. Das einzig schöne an diesem Strand ist der Sand. Der ist wirklich richtig weiß, aber ansonsten nicht vergleichen mit dem in Trinidad. Dort war es zwar wesentlich touristischer, aber es war noch im Rahmen. Und man hat Liegen haben können und die vermisse ich gerade eben sehr. Man kann hier am Strand auch nicht lesen, weil ein unglaublicher Wind weht. Der Wind ist auch dafür verantwortlich, dass wir uns hier sehr unwohl fühlen. Insgesamt halten wir es etwa 2 Stunden aus bis es uns dann doch zu viel wird. Wir sind unendlich froh, dass der Taxifahrer nicht weit weg ist und er uns unverzüglich zurück in den Ort bringt. Insgesamt war dieser Ausflug eher nicht lohnenswert, aber wir machen das Beste draus und kehren erneut bei dem Seafood-Restaurant ein. Gibara ist anscheinend auch bekannt für seine Garnelen, die hier ganz frisch aus dem Meer gezogen werden und dann gleich auf den Grill kommen. Wenigstens essenstechnisch lohnt es sich hierher zu kommen. Die Preisleistung ist für das Land unschlagbar!

Für den nächsten Tag haben wir uns eigentlich überlegt nach Guardalavaca zu fahren. Das ist zwar eine Touristenhochburg, aber vielleicht gibt es hier nochmal einen schöneren Strand. Nach unserem heutigen Ausflug zum Strand lassen wir diesen Plan aber wieder fallen, weil davon auszugehen ist, dass dort der Wind ebenso stark weht.

Unabhängig davon, was wir morgen machen, brauchen wir aber unbedingt Bargeld. Dummerweise gibt es in dieser Stadt keinen Geldautomaten, aber ganz in der Nähe befindet sich eine Bank, in der man angeblich auch als Tourist Geld abheben kann. Wir betreten daher erstmals eine kubanische Bank und sind erstmal verwirrt, wie das hier läuft. Es sitzen schon einige Kubaner wartend auf ihren Stühlen und wir sitzen uns einfach mal dazu. Eine Nummer muss man offensichtlich nicht ziehen, also wird es schon passen. Die Leute tuscheln und auch wir tuscheln vor uns hin und kichern über die hiesigen Verhältnisse. Hier geht wirklich gar nichts voran. Es dauert etwa 20 Minuten bis ein Kunde abgearbeitet ist. Wir können nicht anders und machen uns doch ein wenig lustig. Ich befürchte, die Bankangestellten können unsere Gedanken lesen, denn sie schauen schon immer ein wenig angespannt. Doch dann plötzlich passiert es: draußen fährt ein Feuerwehrauto vorbei und auf diesem steht die Telefonnummer 112 geschrieben. Verwirrt frage ich Hank, ob sich der Feuerwehrmann verfahren hat, das ist doch die deutsche Notrufnummer. Hank sagt dann in einer überaus trockenen Art „das ist der Cambio Bombero“ (zu deutsch: der Austauschfeuerwehrmann) und ich kann mich nicht mehr beherrschen. Ich habe einen richtigen Lachanfall und wer mich kennt weiß, dass der 500 Meter weiter immer noch zu hören ist. Jedenfalls fühlen sich die Bankmitarbeiter ziemlich veräppelt und der erste mahnt uns noch, der zweite hingegen bittet uns freundlich, die Bank zu verlassen und es bei der anderen zu versuchen. Na Bravo, sind wir doch tatsächlich aus der kubanischen Bank rausgeschmissen worden! Zur Beruhigung trägt das nicht sonderlich bei, im Gegenteil, ich muss noch viel mehr lachen. In der anderen Bank können wir uns glücklicherweise soweit beherrschen, dass man uns Bargeld auszahlt. Hier geht es auch erheblich schneller, so dass wir nach wenigen Minuten wieder draußen und liquide sind.

Wir nutzen noch ein wenig die Zeit um das Örtchen zu erkunden und schlendern durch die Gässchen und Plätze, sind aber insgesamt nicht ganz so angetan von Gibara. Am Ende läuft es dann doch darauf hinaus, dass wir den Tag wieder eher entspannt verbringen, aber zum Abschluss der Reise bin ich darüber nicht unglücklich.

Santa Clara

Am Busbahnhof von Santa Clara werden wir wieder einmal von einem Taxifahrer mit einem Schild mit unseren Namen erwartet. So kommen wird bald darauf in unserer neuen Unterkunft an. Von dort sind es nur wenige Blocks zum zentralen Platz, dem Parque Vidal und wir machen uns noch auf den Weg dorthin. Hier bietet sich ein ungewohnter Anblick: waren die Plätze bisher immer von alten Gebäuden umgeben, steht hier ein 10 Stockwerke hohes hässliches grünes Hotel. Naja, zumindest kann man an dessen Fassade noch immer Einschusslöcher aus Revolutionszeiten sehen. Ein weiteres Highlight hier am Platz: man kann Ziegenkutsche fahren. Naja, das ist eher für kleine Kinder gedacht, aber ich bin schon kurz versucht Carina in eines der Gefährte zu bugsieren ;-)

Ziegenkutsche am Parque Vidal

Ziegenkutsche am Parque Vidal

Wir setzen uns dann auf eine der zahlreichen Parkbänke und genießen den herrlichen Abend. Auf dem Platz treibt sich allerlei buntes Volkherum und so wird uns nicht langweilig. Auf dem Rückweg kaufe ich mir dann bei einem Obsthändler ein kleines Eimerchen kleiner grüner Früchte die ich schon seit einiger Zeit mal probieren wollte. Soll irgendeine Lychee-Art sein. Daheim angekommen will ich mich über das Obst hermachen und muss zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich einen Fehlkauf gemacht habe: das sind ja gar nicht diese Lychee-Dinger sondern kleine Limetten! Mist! Da wir auch gerade keine Flasche Rum zur Hand haben, um die Limetten zu verarbeiten, schenke ich die Dinger unserem Vermieter, der kann sie sicher verwerten.

Am nächsten Morgen geht’s mir mal wieder nicht so toll, mein Verdauungstrakt spielt verrückt. Da bin ich in letzter Zeit ganz schön anfällig geworden… Aber dank Immodium Akut können wir im Laufe des Vormittags aufbrechen, um das Wahrzeichen Santa Claras zu besuchen: eine riesige Che Guevara Statue und das Mausoleum des Revolutionärs. Da es aber schon wieder unerträglich heiß ist und ich ja auch nicht so fit bin gönnen wir uns ein Motorradtaxi dorthin. Nachdem wir die Statue und die daneben liegenden Felsblöcke mit Reliefs sowie die umliegende Plaza de la Revolution einige Zeit bestaunt haben besuchen wir auch gleich noch das Museum der Anlage. Es sind allerlei Gegenstände aus Che’s Leben ausgestellt, von Kinderbildern über einen Arztkittel bis hin zu Uniform und Sturmgewehr ist alles dabei. Die Wände sind mit zahlreichen Fotografien bestückt. Das Museum ist nicht besonders groß, macht aber Eindruck.

Che Guevara - Hasta la victoria siempre!

Che Guevara – Hasta la victoria siempre!

Neben dem Museum liegt dann auch noch das Mausoleum, in dem die Gebeine von Che und 38 seiner Mitstreiter liegen. 1997 wurden die Gebeine aus dem anonymen Massengrab im bolivianischen Dschungel, in dem Che verscharrt wurde, hierher gebracht. Fidel Castro höchstpersönlich hat die Gedenkstätte eingeweiht und eine ewige Flamme entzündet. Hinter dem Museum und Mausoleum ist noch eine zweite Anlage die als Mausoleum bezeichnet wird, allerdings unter freiem Himmel. Wir können aber nicht feststellen ob dieses Mausoleum auch Che gewidmet ist oder jemand anderem.

So verlassen wir die Anlage wieder und springen in ein Bici Taxi ins Zentrum. Aber zum Sightseeing ist es einfach viel zu heiß. Da gehen wir doch lieber Essen. Wobei ich zwar schon Hunger habe, mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann, eines der Gerichte auf der Karte zu essen. Da wird mir schon beim bloßen Gedanken daran schlecht. Naja, wenigstens schmeckts Carina. Das perfekte Essen für mich und meinen angeschlagenen Magen wären jetzt Pommes. Also ziehen wir von Restaurant zu Restaurant und fragen überall nach, ob sie denn welche hätten. Leider Fehlanzeige. Auch Kartoffeln gibt es nirgends. Schon unfassbar, vor zwei Wochen waren wir mit Peru noch in einem Land, in dem es über 4.000 verschiedene Sorten Kartoffeln gibt und hier in Kuba gibt’s scheinbar keine einzige! Naja, wenigstens finde ich auf dem Heimweg dann noch einen anderen Obstverkäufer und kann dieses Mal wirklich Lychees erstehen. Und sie schmecken mir auch sehr gut.

In der Unterkunft relaxen wir erst einmal ein wenig, bevor wir noch einmal aufbrechen. Am frühen Abend ist es draußen deutlich angenehmer und wir gehen zum Monumento al Tren Blindado. Hier hat Che Guevara mit ganzen 18 Kämpfern am 29.12.1958 einen entscheidenden Sieg für die Revolution errungen: unter Verwendung eines Bulldozers und selbst gebauter Molotow-Cocktails haben sie einen gepanzerten Zug der Armee erst zum Entgleisen und die über 350 Soldaten darin dann zum Aufgeben gebracht. Heute stehen am originalen Schauplatz 6 originale Waggons herum, sowie der eingesetzte Bulldozer. In den Waggons soll es auch noch ein paar Ausstellungsstücke geben, aber die kann man sonntags nicht besichtigen (wieder einmal das Problem mit diesen Wochentagen). Danach gehen wir noch weiter zu einer kleineren und weniger bekannten Statue von Che. Sie ist nur ein wenig größer als wir und der Revolutionär trägt ein kleines Kind auf den Schultern, wohl als Zeichen der Zukunft Kubas. Außerdem sind einige Szenen aus seinem Leben in die Statue eingearbeitet, die sich aber nur sehr schwer erkennen lassen. Nach dieser kleinen Runde kehren wir wieder zum Parque Vidal zurück und beobachten wieder die Ziegen-Kutschen und sonstiges Treiben auf dem Platz, bevor wir dann für heute endgültig in unsere Casa zurückkehren.

Estatua Che y Nino

Estatua Che y Nino

Da wir beschlossen haben nicht noch eine Stadt anzuschauen, sondern lieber wieder ans Meer wollen steht heute die achtstündige Fahrt nach Holguin auf dem Programm. Dort bleiben wir eine Nacht und fahren am nächsten Tag weiter. Also nehmen wir am späten Vormittag ein Taxi zum Busbahnhof und warten vorm Ticketschalter. Da wir uns schon vor zwei Tagen auf die Warteliste setzen lassen haben sollte es kein Problem sein eine Fahrkarte zu bekommen. Wird aber dann doch zum Problem, da sie etwas teurer ist als wir dachten und wir nicht mehr genug Bargeld dabei haben. Ich wollte zwar in der Früh noch Geld abheben, aber der Automat war kaputt. Tja, aber so kommen wir jetzt nicht weiter. Also setzt sich Carina mit unserem Gepäck in den Wartebereich und ich schnappe mir schnell ein Motorradtaxi und lasse mich zum nächsten Geldautomaten bringen. Der funktioniert glücklicherweise und so bin ich wenig später wieder zurück am Busbahnhof und kann unser Ticket zahlen.

Die Busfahrt verläuft ohne Zwischenfälle und so kommen wir 8 Stunden später in Holguin an, wo wir natürlich auch schon wieder erwartet werden. Nach einer etwas verwirrenden Zick-Zack-Taxifahrt kommen wir in der Villa Willy an und beziehen unser Nachtlager. Diesmal haben wir sogar ein eigenes Häuschen mit Terrasse und nicht nur ein Zimmer. Und es kostet auch nicht mehr als die anderen Unterkünfte, da kann man echt nicht meckern.

Trinidad

Am darauffolgenden Tag wollen wir um 1 den Bus nach Trinidad nehmen und laut unserem Herbergsvater müssen wir nur zur Viazul-Bushaltestelle gehen und können dort ein Ticket kaufen. Er hat bereits für uns eine neue Bleibe organisiert und wir werden dann am Busbahnhof mit einem Schild mit unseren Namen erwartet. Na gut, das klingt ja einfach. Wir machen uns sodann vollbepackt mit unseren Rucksäcken, die inzwischen beide die 20-Kilo-Marke gut überschritten haben auf den Weg die geschätzten 500 Meter bei 35 Grad zu bewerkstelligen.

Völlig verschwitzt erreichen wir endlich die Bushaltestelle und erfragen, wo wir die Tickets für den Bus kaufen können. So richtig verbindlich kann uns niemand Auskunft erteilen, aber wir finden dennoch eine Tür auf der steht, dass hier das Viazul-Büro ist. Auf einem Schild steht „abierto“ (also geöffnet), aber leider ist niemand da. Man bedeutet uns, hier zu warten, so dass wir uns unmittelbar vor der Tür platzieren und sich nach uns schön langsam eine lange Schlange bildet. Wir warten und warten und warten, aber nichts passiert. Irgendwann kommt ein Angestellter und gibt uns zu verstehen, dass die Tickets nach Trinidad demnächst verkauft werden. Gut, da wir an erster Stelle stehen, sollten wir hoffentlich problemlos Tickets bekommen.

Eine weitere halbe Stunde vergeht und plötzlich kommt Bewegung in die Menschenmenge rein. Allerdings nicht auf unserer Seite, wie wir erwartet haben, sondern im anderen Eck (also weitest möglich von uns weg). Wir kennen uns gar nicht mehr aus. Wenigstens hat keiner Tickets, also wird schon alles passen und es sind zwei Busse, das wird schon hinhauen. Wir teilen uns schließlich auf. Hank verharrt an Ort und Stelle und ich versuche es unter der drückenden Menge. Ich bin ein wenig verdutzt, als der Ticketverkäufer nach und nach die Namen der Passagiere aufruft. Wie jetzt? Wo hat er die denn her? Wir stehen da aber nicht drauf? Schön langsam sind wir ein wenig beunruhigt. Ein anderer Tourist erklärt uns, dass er gestern gekommen ist und sich in die Liste eingetragen hat, damit er heute fahren kann. Aha – gut zu wissen!

Wir hoffen, dass nachdem alle offiziellen Fahrgäste aufgerufen wurden noch Platz im Bus ist und wir somit einfach noch Tickets kaufen können. Als wir dann endlich an der Reihe sind heißt es „no hay mas espacio“ (es gibt keinen Platz mehr) – na wie jetzt? Das ist doch jetzt ein schlechter Scherz oder? Ich bin stocksauer und fluche vor mich hin. Als der Ticketverkäufer dann noch sagt, dass wir auch online hätten buchen können, flippe ich komplett aus. So ein Witzbold, welches Internet bitte? Hank hält mir schon fast den Mund zu, weil ich mich richtig in Rage rede. Zu allem Überfluss quatscht mich dann auch noch so ein Taxi-Gangster von der Seite an und will uns mit dem Taxi fahren. Der hat mir gerade noch gefehlt. Hank hingegen ist zwar auch not amused, kann sein Temperament allerdings in Zaum halten und verhandelt mit dem Taxler, so dass wir wenig später mit noch einem weiteren Touristen, der das gleiche Problem hat in einem Taxi sitzen und damit die 1 ½-stündige Fahrt antreten.

Als ich allerdings das Taxi sehe bleibt mir der Atem weg. So eine Schrottkarre habe ich echt noch nicht erlebt. Die würde bei uns ja noch nicht mal mehr als Stock-Car durchgehen. Die Innenverkleidung ist quasi nicht vorhanden, Möglichkeiten zum Festhalten gibt es auch nicht und von einem Gurt will ich ja noch nicht mal träumen. Ich schwitze ja eh schon, weil es so heiß ist, aber der Fahrstil des Taxifahrers tut sein Übriges, um mir richtig dicke Schweißperlen auf die Stirn zu bringen. Nicht nur, dass er viel zu schnell fährt – nein, er fährt regelmäßig auf der falschen Straßenseite auf eine uneinsichtige Kuppe zu. Gerade, dass mein Leben nicht an mir vorbeizieht, aber ich habe wirklich richtig Angst und nachdem was wir alles erlebt haben, heißt das wirklich was! Als der Taxifahrer dann auch noch an einer Tankstelle anhält und einem Typen ein paar Pesos zusteckt, befürchte ich schon das Schlimmste – nämlich dass er eine Falsche Rum kaufen will, aber diese Vermutung bestätigt sich dann Gott sei Dank doch nicht! Ich bin auf jeden Fall heilfroh, als wir endlich wohlbehalten in Trinidad ankommen!

In Trinidad lassen wir uns vom Taxifahrer gleich zu der Unterkunft bringen, in der wir bereits erwartet werden. So dachten wir uns das zumindest. Der Hausherr schaut auf jeden Fall sehr überrascht, wie er uns da so mit all unserm Gepäck vor der Haustür findet. Seine Frau ist nämlich zum Busbahnhof aufgebrochen, um uns abzuholen. Wie sich sodann herausstellt, hat die Hausherrin am Busbahnhof, nachdem sie vergebens mit ihrem Schild auf uns gewartet hat, kurzerhand zwei andere Touristen aufgegabelt, die jetzt unser Zimmer bekommen sollen. Aha, und was ist jetzt mit uns? Erst dieses heillose Durcheinander in Cienfuegos am Busbahnhof, die Kamikaze-Taxifahrt und jetzt haben wir keine Bleibe?

Doch soweit soll es dann doch nicht kommen, denn irgendwie stecken die doch alle unter einer Decke und wir werden weitervermittelt an eine andere Casa Particulares. Wenig später erscheint Lisy, unsere neue Host, die sich als sehr nett herausstellt. Sie zeigt uns das neue Zimmer und bereitet für uns erstmal Willkommens-Sandwiches und Getränke vor. Sehr nett, wir fühlen uns bei ihr auf Anhieb wohl. Wenigstens ein Lichtblick am heutigen Tag.

Im Anschluss wollen wir aber gleich noch richtig essen und suchen ein nettes Lokal auf. Unglücklicherweise ist die Küche hier wenig abwechslungsreich und erinnert stark an die Optionen in Südamerika. Fleisch oder Fisch dazu trockener Reis. Ganz ehrlich, mir hängt das mittlerweile zu den Ohren raus und ich sehne mich schon nach Mamas leckerer Kochkunst.

Naja, wenigstens erfüllt das Essen seinen Zweck – wir haben keinen Hunger mehr und können uns ein wenig in dem Städtchen umsehen. Wie überall, gibt es auch hier einen zentralen Platz, außerdem viele kolonialen Gebäude und einen Kirchturm, auf den man hochmarschieren kann, was wir auch gleich machen.

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Von oben hat man einen herrlichen Blick auf die kleine Stadt und das umliegende Meer. Einzig die drückende Hitze macht Sightseeing zu einer Tortur.

Das größte Problem in dieser Stadt ist die Beschaffung von Trinkwasser. Die Supermärkte bieten allerlei Schnaps, jedoch keine einzige Flasche Wasser. Frustrierend! Bei 35 Grad, wer braucht denn da schon Wasser? Völlig überbewertet! Offensichtlich sehen die Einheimischen wirklich so, denn man sieht nur verzweifelte Touristen, die das gleiche Problem haben wie wir.

Am nächsten Morgen versuchen wir erneut unser Glück und klappern sämtliche Läden ab, aber leider gibt es auch heute keine Wasserflasche.

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Man schickt uns in sämtliche Läden, aber nirgends scheint es auch nur einen halben Liter zu geben. Zufälligerweise entdecken wir irgendwann eine Bäckerei, die wohl die einzigen Wasserflaschen in der ganzen Stadt hat und sie natürlich zum Wucherpreis an die Touristen verkauft. Aber es hilft alles nichts, aus Mangel an Optionen legen wir hald den überteuerten Preis auf den Tisch.

Damit sind wir ausgestattet für einen Strandtag. Zu unserer Freude gibt es einen öffentlichen Bus, der für 2 CUC pro Person (2 US-Dollar) die 14 km lange Strecke hin und zurück fährt. So stehen wir um 11 Uhr in dem bereits überfüllten Bus und fahren die halbe Stunde, bis wir endlich das Meer genießen können. Es ist hier zwar schon sehr touristisch, aber glücklicherweise noch auszuhalten. Es gibt nur ein wirklich sehr großes Hotel und nicht fünfzig. Wir suchen uns zwei Liegen, die natürlich nicht umsonst sind, aber es ist uns egal. Wir wollen einfach ein bisschen zur Ruhe kommen, nach unserer anstrengenden Reise. Das Wasser ist einfach traumhaft. Wunderschön warm, aber dennoch erfrischend und türkisblau. Wir verweilen hier bis der letzte Bus um 18 Uhr zurück in die Stadt fährt.

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Da wir bereits vermuten, dass noch mehr Leute auf die gleiche Idee kommen, warten wir bereits als erstes auf den Bus. Nach und nach kommen immer mehr Menschen und wir fragen uns schon, wie die alle in den Bus passen sollen. Als der Bus dann schließlich kommt, interessiert natürlich niemanden, wer zuerst an der Bushaltestelle gestanden hat und wir müssen uns ein wenig drängeln, um einen Sitzplatz zu ergattern. Hank kann für uns eine Bank klar machen und das war wirklich wichtig. Der Bus gleicht einem Viehtransport. Wahrscheinlich ist der Bus für 25 Leute zugelassen, aber bestimmt 60 sind drin. Wir sind wirklich froh, dass wir entspannt zurückfahren können. Um die Klimaanlage sind wohl alle froh…

Aus unserem Fehler haben wir gelernt, denn wir planen für den nächsten Tag, gleich in der Früh mit dem ersten Bus um 9 Uhr zum Strand zu fahren und dafür den Nachmittagsbus um 15:30 Uhr wieder zurück zu nehmen. Das erweist sich als eindeutig die bessere Alternative, denn sowohl am Morgen, als auch am Nachmittag ist der Bus viel leerer als am Vortag. Am Strand ist auch noch nicht viel los und wir können uns Liegen in erster Reihe ergattern. Hank würde gerne einen Schnorchelausflug machen, aber anscheinend wird das heute nix. Ich hingegen, will einfach nur ein bisschen in der Sonne bruzeln und gelegentlich ins Wasser gehen. Herrlich!

Die Zeit vergeht wie im Flug und ehe wir uns versehen, heißt es schon die Rückreise antreten. Wir sind auch ganz froh, dass wir dadurch die permanent angepriesene Pizza als Essensoption umgehen können. Am Vortag haben wir Strandessen zu uns genommen – es war – naja was zu Essen, das wars dann auch. In einem laut Lonely Planet guten Restaurant genehmigen wir uns dann ein Fischgericht. Es schmeckt ausnahmsweise mal ein wenig anders, aber das Personal ist ungefähr genauso sympathisch wie ein Zahnarzt, wenn er auf dem Nerv rumbohrt…

Unseren letzten Tag in Trinidad wollen wir nochmal am Strand verbringen, deshalb machen wir es genauso wie am Tag zuvor und nehmen den ersten Bus zum Strand und den Nachmittagsbus wieder zurück.

Hanky ist glücklich, weil er nochmal schnorcheln gehen kann und so sitzt er wenig später in einem Boot und fährt aufs Meer hinaus, während ich auch heute mit einem Buch bewaffnet in der Liege fläze und die Sonnenstrahlen genieße. Nach rund 1 ½ Stunden kommt Hank dann wieder zurück und ist ein wenig enttäuscht vom Riff. Er hat offensichtlich Aitutaki erwartet und da konnte das hiesige Riff leider nicht mithalten. Wenigstens war das Schnorcheln nicht teuer, so kann er es als „okay“ verbuchen.

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Auch heute vergehen die Stunden wie im Flug und ehe wir uns versehen müssen wir schon wieder aufbrechen und den Bus zurück in die Stadt nehmen. Da wir morgen weiter fahren wollen, möchten wir natürlich diesmal nicht den gleichen Fehler begehen und marschieren zum Busbahnhof, um uns am Viazul-Schalter in die besagte Liste einzutragen. Wir stehen an den Nummern 25 und 26 – es sollte diesmal klappen, auch wirklich einen Platz zu bekommen.

Wir folgen anschließend wieder einer Essensempfehlung aus dem Lonely Planet und ich bin erstmals angenehm überrascht, dass es auch mal etwas abwechslungsreich schmecken kann. Das Tropical-Chicken hat sogar eine Soße bei! Na also, geht doch!

Pünktlichst brechen wir am nächsten Tag mit unseren Rucksäcken auf, um zum Busbahnhof zu marschieren. Der Weg dorthin ist glücklicherweise nicht weit, aber dennoch werden wir 2 Blocks entfernt angequatscht, ob wir ein Bici-Taxi (Radtaxi) brauchen. Äh, nein! Die 50 Meter können wir jetzt auch noch gehen – auch wenn wir mittlerweile das Gefühl haben, dass die Rucksäcke mehr wiegen, als wir selbst.

Erfreulicherweise können wir auch gleich Tickets kaufen und sitzen wenig später im gut klimatisierten Bus nach Santa Clara.

Cienfuegos

Die Fahrt von Havanna nach Cienfuegos dauert etwa 4 Stunden und beinhaltet eine längere Pause, die es im Grunde nicht wirklich brauchen würde, weil die Busse gut klimatisiert sind und es sich gut darin aushalten lässt. Gegen 15 Uhr erreichen wir schließlich unser Ziel und werden unmittelbar von einem Radtaxi-Fahrer mit einem Schild mit unseren Namen in Empfang genommen. Er strampelt uns mitsamt unseren Rucksäcken zu unserer nächsten Unterkunft. Offensichtlich ist das mit den Casas Particulares ein riesiges Netzwerk, das die Touristen jeweils weitervermittelt und somit eigentlich das ganze Backpacking in ein Kinderspiel verwandelt. Die Unterkünfte sind aber wirklich gut und die „Vermieter“ kümmern sich gut um die Gäste. Vom Standard her können hier es können es alle Unterkünfte problemlos mit den Hostels aufnehmen, in denen wir bislang genächtigt haben.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machen wir uns dann erstmal auf den Weg um Nahrung zu finden und das Örtchen auszukundschaften. Unglücklicherweise wirkt Cienfuegos heute und um diese Uhrzeit ein wenig ausgestorben und wir entdecken genau ein einziges Restaurant, das ziemlich gesalzene Preise hat und uns vom Essen her alles andere als umhaut, aber zumindest dem Hungertod sind wir entkommen. Dem Wettergott hingegen können wir nicht entkommen. Es fängt nämlich zu regnen an. Wir schauen daher, dass wir schnellstmöglich zu unserer Casa zurückkommen und hoffen auf bessere Zeiten.

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Die winken schließlich dann doch noch. Gegen Abend rum schaut es freundlich aus und es kündigt sich auch ein schöner Sonnenuntergang an. Zudem ist hier heute Karneval, dem wir uns mal wieder untermischen wollen. Von einem deutschen Familienvater aus unserer Unterkunft werden wir im Vorbeigehen gefragt „Gehtsch aufsch Fescht?“ – äh ja, „sischa geh ma aufsch Fescht!“ und so machen wir uns auf den Weg. Zunächst steuern wir noch zum Parque José Marti und dem Arco de Triunfo, ehe wir uns Richtung Meer begeben und das Farbspiel betrachten, dass sich über die Stadt legt.

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Am Malecon (Meerpromenade) wimmelt es dann von Menschen. Hier ist offensichtlich das „Fescht“. So richtig Stimmung herrscht hier aber dennoch nicht. Schließlich entscheiden wir uns doch für eine Terrassenbar und den ein oder anderen Mojito. Die werden einem hier in Kuba ja quasi aufgedrängt.

Am nächsten Morgen sitzen wir beim Frühstück mit der „Fescht“-Familie und bekommen von der Gastfamilie reichlich Obst, Rühreier und Weggle (wie sie der Feschtmann nennt). Also ich muss gestehen, der Service in den Casas Particulares ist um einiges besser als in den meisten Hostels, die wir auf unserer Reise bewohnt haben. Und für kubanische Preise ist es auch wirklich in Ordnung, auf jeden Fall empfehlenswert. Einzig, wir müssen heute umziehen, weil unser Zimmer schon vorreserviert ist. Das Gute ist allerdings, dass man sich da nicht selbst drum kümmern muss, weil man unmittelbar an den nächsten Herbergsvater vermittelt wird. So werden wir wenig später abgeholt und in unsere neue Bleibe gebracht.

Anschließend wollen wir unseren ersten Ausflug an den kubanischen Strand machen. Leider liegt der Strand von Cienfuegos leider ca. 18 km außerhalb und ist nur mit einem Taxi erreichbar. Für 25 CUC (ca. 25 US-Dollar) werden wir hingebracht und zur gewünschten Zeit wieder abgeholt. Wir sitzen schließlich in einem alten Taxi ohne Anschnallmöglichkeit und der Taxifahrer gibt Gas, richtig Gas. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich ein wenig unbehaglich fühle und unendlich froh bin, als wir unbeschadet am Strand ankommen.

Der Strand selbst ist jetzt kein besonders herausragender Strand, aber durchaus geeignet, um einen Tag zu verweilen. In erster Linie treiben sich hier Einheimische rum, die wild in den Fluten toben und am helllichten Tag Rum aus der Flasche konsumieren. Krass, bei 35 Grad würde es uns wohl nach 3 Schluck aus den Latschen haun, aber nicht so die Kubaner. Wie es scheint, ist das hier völlig normal. Auch ein Baby auf dem Arm hindert die durchschnittliche Kubanerin nicht daran, das Nationalgetränk unmittelbar aus der Pulle zu trinken. Schade ist nur, dass der Müll unmittelbar an Ort und Stelle entsorgt wird. Umweltbewusstsein ist hier offensichtlich nicht vorhanden.

Nichtsdestotrotz genießen wir unseren Aufenthalt und vor allem das angenehm temperierte karibische Meer. Herrlich! Leider ziehen irgendwann ziemlich dicke Wolken auf, so dass wir es uns im anliegenden Restaurant bei einer gigantischen Portion Fisch gemütlich machen.

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Bevor wir abgeholt werden bekommen wir aber nochmal die Gelegenheit an den Strand zu gehen und ein bisschen zu relaxen. Die Rückfahrt mit dem Taxi ist nur unwesentlich besser als die Hinfahrt, aber glücklicherweise kommen wir auch diesmal wieder heil und sicher an unserem Ziel an.