Angkor – Teil 3

Heute heißt es also nochmal 4:30 Uhr aufstehen und dann holt uns auch schon Vichet, unser Tuktuk-Fahrer, den wir am Vortag noch engagiert haben, am Guesthouse ab. Er flitzt wie der Wind und zischt an sämtlichen anderen Tuktuks vorbei, so dass wir um 5 Uhr am Tempel sind. Diesmal erhaschen wir den besten Platz unter den unzähligen anderen Frühaufstehern und warten gespannt, was passiert. Die Hoffnung ist groß, nachdem sich der Himmel rötlich verfärbt und die Silhouette der Tempel majestätisch präsentiert:

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Aallerdings zeigt sich aber bald, dass es wohl keine aufgehende Sonne geben wird, da mal wieder eine ganz böse Wolke das Spektakel verdirbt. Das darf doch gar nicht wahr sein. Hey Sun – EAT MY SHORTS!! Das war das letzte Mal, dass ich für Dich mitten in der Nacht aufgestanden bin!!!

Naja – dafür sind wir vor den großen Menschenmassen am Schauplatz und können in relativer Ruhe die Tempelanlage erkunden.

Insgesamt verbringen wir mit dem „Sonnenaufgang“ gute 5 Stunden nur am Angkor Wat. Die Tempelanlage ist gigantisch. Die Reliefs, die sich in allen Gängen wiederfinden sind so detailliert, man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Feinarbeit dahinter steckt. Der Tempel wurde in nur 40 Jahren im hinduistischen Stil errichtet und der Gottheit Vishnu geweiht. Er ist das weltweit größte religiöse Gebäude und Kambodschas Wahrzeichen. Die Konturen findet man nicht nur in der Landesfahne wieder, sondern sie stehen auch symbolisch für viele landeseigenen Produkte. Wir sind schwer begeistert von diesem eindrucksvollen Komplex und kehren irgendwann ziemlich kaputt zu unserem Tuktuk zurück.

Nach einer kurzen Sandwichpause geht es weiter zum Bayon in Angkor Thom. Er ist die geografische Mitte der Stadt und während seiner Bauzeit wurden die Thematik und das Konzept mehrmals geändert. Der Hinduismus hatte zu diesem Zeitpunkt bereits an Bedeutung verloren und der Bau des Bayons sollte die Macht des Königs neu begründen. Das Besondere an diesem ebenfalls riesigen Tempelwerk sind die Gesichtstürme. Von ursprünglich 54 sind noch 37 erhalten. Jeder Turm wird von 4 Gesichtern geziert, die in die verschiedenen Himmelsrichtungen blicken, davon gleicht jedoch keines dem anderen, obwohl es immer das gleiche Gesicht ist. Wie man hier in Südostasien so ziemlich zu allem regelmäßig zu sagen pflegt: „same same – but different!“

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Auch hier verweilen wir rund 2 Stunden ohne es zu merken, bis langsam die Erschöpfung einsetzt, so dass wir unsere Angkorerkundungen demnächst abschließen möchten. Einzig den Tempel on the hill wollen wir noch erklimmen, da man von dort aus einen perfekten Blick auf den Angkor Wat hat. Der Hügel ist insgesamt 65 Meter hoch und man erreicht den Tempel über einen Weg, der sich um den Hügel schlängelt, so dass man die Höhenmeter relativ langsam überwindet. Das ist uns jetzt ein bisschen zu blöd, so dass wir durch das Gestrüpp kraxeln und ein wenig cheaten. Die Aussicht oben ist leider aufgrund der nicht optimalen Lichtverhältnisse nicht so spektakulär. Naja, dann kehren wir wieder zurück nach Siem Reap.