Sihanoukville – nein danke

Kurz nach dem Frühstück werden wir mit zwei anderen bei Paddy von einem etwas hektischen TukTuk-Fahrer aufgesammelt. Nach einer nicht allzu langen Fahrt halten wir an einer Kreuzung und werden gebeten auszusteigen mit dem Satz „wait here bus“. Aha, OK. Das TukTuk braust auch schon wieder davon, der is wohl etwas im Stress. So sitzen wir gute 15 Minuten am Straßenrand und fragen uns schon ob wir hier richtig sind und v.a. warum wir uns so beeilen mussten (einer der anderen hatte nicht mal Zeit sein Frühstück aufzuessen). Aber es hält dann doch noch ein Bus an der uns mitnimmt. So zieht die für nächsten 4 Stunden erst kambodschanischer Dschungel und Ackerland an unserem Fenster vorbei, später dann immer mehr Siedlungen.

Schließlich kommen wir am Busbahnhof von Sihanoukville an und werden gleich mal von einer riesigen Horde TukTuk Fahrer überfallen. Nachdem wir uns erst noch mit unseren Mitreisenden beraten heuern wir auch einen von ihnen an. Er bringt uns nach einigen Umwegen zum Hostel das Ben, ein Engländer, vorgebucht hat. Wir haben gleich in der Nähe was und wollen den Rest zu Fuß gehen. Da es hier nirgends Schilder mit Straßennamen gibt fragen wir in einem Hotel nach dem Weg. Der Angestellte starrt lange auf den Namen unserer Unterkunft und meint dann den noch nie gehört zu haben. Das verunsichert uns dann doch etwas. Liegen wir etwa falsch und müssen doch weiter weg? Wir fragen den nächsten TukTuk-Fahrer. Der kennt das Hotel, will uns aber den Weg natürlich nicht verraten. So sitzen wir kurz darauf in seinem Gefährt. Die Fahrt dauert keine 2 Minuten. Waren wir also doch ganz in der Nähe und der andere Kerl hatte bloß keinen Plan.

An der Rezeption wird uns erst mal ein rüdes „full“ entgegengeschleudert. Ich erwidere, dass wir eine Buchung haben und werde angeblafft „show me booking“. Das mache ich, worauf die Besitzerin zu einer Mitarbeiterin schlecht gelaunt sagt „they have booking“. Hört sich an wie „Oh Mist, die haben ja wirklich ne Buchung“. Wir kommen uns vor wie unbefugte Eindringlinge. Das Zimmer ist dann auch eher nur so lala. Sauber ist auf jeden Fall was anderes. Carina bemerkt zum Glück das riesige Spinnennetz samt Bewohnerin im Klo nicht *g*

Am frühen Abend schauen wir dann zum nahen Victory Beach. Ganz netter Strand aber sicher kein Highlight. Wir schauen uns noch den Sonnenuntergang an und kehren dann in unsere Unterkunft zurück. Da wir morgen auf die Insel Koh Rong wollen buchen wir noch eine Überfahrt für morgen. Wir sollen um 7:45 aufgesammelt werden. Wieder mal nichts mit ausschlafen…

So stehen wir dann um 7 im Restaurant unserer Bleibe und wollen frühstücken. Frühstück ist laut Buchung inbegriffen. Wir ordern also das „inclusive breakfast“. Die Besitzerin schaut uns verständnislos an und meint das ist bei unserem Zimmer nicht inbegriffen. Wir zeigen es ihr schwarz auf weiß, dass unsere Buchung Frühstück dabei hat, aber das interessiert sie nicht die Bohne. Also irgendwie hat die Frau ihren Beruf verfehlt. Sowas unfreundliches ist uns noch nie untergekommen. Zum Glück haben wir das Zimmer noch nicht bezahlt und wir geben ihr dann auch 5 Dollar weniger als in der Buchung steht. Eigentlich hätte sie gar nichts verdient gehabt. Also hier die ganz klare Warnung für alle: haltet euch fern vom „Chez Mari-Yan Guesthouse“ in Sihanoukville!

Eine Stunde später kommen wir am Hafen an und gehen an Bord. Hm, komischerweise sind wir die einzigen an Bord. Ein paar Meter weiter vorne am Pier wimmelt es aber nur so von Backpackern. Ich frage mal bei einem Besatzungsmitglied nach und erfahre, dass wir nicht auf der Fähre sind, sondern auf einem Schnorchelboot, das einen Ausflug zu der Insel macht und uns da dann absetzt. Vorher machen wir aber noch ein paar Stopps. Äh, wie bitte? Wir wollen so schnell wie möglich auf die Insel, da wir keine Buchung haben und es dort im Moment wegen dem chinesischen neuen Jahr ziemlich zugehen soll. Das habe ich dem Kerl gestern von dem wir das Ticket bekommen haben auch gesagt. Unser Problem interessiert hier aber keinen so richtig. Das muss ich mit dem Verkäufer klären. Nur das der Kilometer weit weg sitzt. Ein Crewmitglied ruft dann noch irgendeinen Vorgesetzen von ihm an und ich erkläre auch ihm dass ich keinen Schnorchelausflug gebucht habe sondern die Fähre. Interessiert ihn aber auch nicht und er legt dann einfach auf. Wir sind etwas gestresst. Nebenan füllt sich die Fähre so langsam. Naja, da wir nicht riskieren wollen ohne Unterkunft auf der Insel zu stehen und abends wieder ans Festland zurück zu müssen verlassen wir dieses Boot und zahlen an der Fähre noch mal für die Überfahrt. 20 Dollar für nichts ausgegeben.

Insgesamt waren wir nicht lang in Sihanoukville, haben aber eigentlich nur schlechte Erfahrungen dort gemacht. Deswegen wollen wir da auf keinen Fall mehr hin!

Nachtrag: Wir müssen zwangsläufig noch mal nach Sihanoukville (oder Shitville wie wir inzwischen sagen), da die Fähre nirgends anders hinfährt. Also kommen wir zwei Tage später wieder hier an und fahren zum Busbahnhof. Natürlich werden wir beim Fahrpreis total übern Tisch gezogen. Viel übler finde ich aber, dass einem anderen Reisenden, der nach Bangkok will, gesagt wird es gibt keinen Bus nach Bangkok und ihm ein Ticket nach Pnom Penh verkauft wird. Zufällig erfährt er dann aber doch von einem Bus nach Bangkok. Als er der Verkäufer drauf anspricht kann sich der natürlich an nichts mehr erinnern und will auch kein Geld rausrücken. Heftig. Ich mein ein wenig beim Fahrpreis draufzahlen gehört wohl dazu, aber dass sie einem ins Gesicht lügen, um einem was anderes anzudrehen geht halt einfach gar nicht. Unser Eindruck von Shitville hat sich somit noch einmal verfestigt!