Phnom Penh

Nach nur zwei Tagen verlassen wird Koh Rong wieder. Nicht weil es uns hier nicht gefällt (ganz im Gegenteil), sondern weil es uns beide bei unserem Nickerchen am Strand doch etwas verbrannt hat (wir waren zwar beide gut eingeschmiert, vermuten aber, dass die hier gekaufte Sonnencreme entweder nicht wasserfest oder ein Fake war). Und mit Sonnenbrand an den Strand legen ist auch nicht so prickelnd. Nach der gut zweistündigen Überfahrt geht es zum Busbahnhof. Die Busfahrt dauert laut Fahrer 4 ½ Sunden. Nach über 6 Stunden kommen wir dann in der Landeshauptstadt Phnom Penh an und fahren mit dem Tuk Tuk zu der ausgewählten Unterkunft, dem Lazy Gecko. Nachdem wir dort angekommen sind und eingecheckt haben, gibt es nur noch ein gutes Abendessen. Danach hocken wir noch ein wenig im Empfangsbereich des Guesthouses rum und gehen dann bald ins Bett.

6.2., juhu, Geburtstag, das heißt ich darf den Tag nach meinen Vorstellungen gestalten. Sehr gut. Also plane ich erst mal einen Besuch im Nationalmuseum, danach soll es in den Königspalast gehen und später noch auf den Central Market oder so. Das Museum ist zwar nicht weit weg, aber da wir heute wahrscheinlich noch viel zu Fuß unterwegs sein werden gönnen wir uns ein Tuk Tuk. Bevor wir losfahren versucht uns der Fahrer noch davon zu überzeugen mit ihm eine längere Tour zu machen. Hm, ok, da er sehr sympathisch ist lassen wir uns davon überzeugen erst noch das S21 und die Killing Fields zu besuchen. Das ist zwar vielleicht nicht der richtige Stoff für einen Geburtstag, aber naja, da muss ich jetzt durch. So tuckeln wir los und genießen die gemütliche Fahrt.

Wenig später kommen wir am S21 an. Nachdem wir die 4 Gebäude besichtige haben geht es weiter zu den Killing Fields. Über die beiden Orte haben wir hier einen eigenen Bericht.

Nachdem wir dann doch sehr lange bei den beiden vorigen Stationen waren und viele Eindrücke bekommen haben die erst mal verarbeitet werden wollen, entschließen wir uns den restlichen Tag nicht mit noch mehr Sightseeing zu verbringen. So gehen wir nur noch eine kleine Runde an der Riverfront spazieren, bevor wir ins Lazy Gecko zurückkehren, um uns für den Abend fertig zu machen. Zur Feier des Tages wollen wir gut Essen gehen. Um die Ecke soll es einen Japaner geben, der Kobe Rind auf der Speisekarte hat. Das wollen wir doch mal ausprobieren. Und wir werden nicht enttäuscht. Allerdings sind die Preise doch etwas saftiger, als unser Tipp-Geber meinte. Naja, jetzt sind wir schon mal da und wann hat man schon mal die Chance Kobe Rind zu essen.  Wir bestellen uns also 100 Gramm von dem handmassierten Fleisch und zum satt werden dann noch etwas „normales“ Steak. Das Fleisch wird roh an den Tisch geliefert und auf einem im Tisch integrierten Grill zubereitet. Das Kobe schmeckt dann auch ganz gut, allerdings nicht so gut, dass der hohe Preis gerechtfertigt wäre. Nächstes mal dann wieder ein ganz normales Steak…

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Am nächsten Tag wollen wir dann das gestern aufgeschobene Programm nachholen. Also marschieren wir los Richtung Königspalast. Carina hat ein Spagetti-Träger-Shirt an, für den Palast und den Tempel nebenan aber ein Tuch dabei, um die Schultern zu bedecken. An der Kasse wird uns dann aber deutlich gemacht, dass das nicht ausreichend ist, es wird nur ein echtes T-Shirt akzeptiert. Ob das damit zusammenhängt, dass hier auch Souvenir-Shirts verkauft werden? Aber wir tricksen die Verkäufer aus, indem Carina sich so in ihr Tuch einwickelt, dass es von vorne wie ein Kleid aussieht. Hehe, so einfach lassen wir uns auch wieder nicht abzocken ;-)

So beginnen wir unseren Marsch durch die riesige Anlage. Es sind zwar einige Gebäude für Besucher gesperrt, aber es gibt genug zu sehen. Echt ein schöner Palast mit großzügiger Grünanlage. Sogar ein paar Affen gibt es hier und sie kraxeln ungeniert auf dem Palast herum. Des Königs Affenbande…

Gleich nebenan ist eine Tempelanlage mit der Silberpagode, die mit 5000 1kg Silberplatten gefliest ist. Außerdem steht hier noch ein lebensgroßer mit 9584 Diamanten besetzter 90 kg Buddha rum. Wer ko der ko… Auch sonst stehen in dieser Pagode noch allerlei golden glänzende Buddhas rum. Echt beeindruckend. Nach ca. 2 Stunden verlassen wir die Anlage dann wieder. Weiter geht’s Richtung Museum. Dort ist allerdings nicht viel los und der nächste Tuk Tuk Fahrer erklärt uns, dass Mittags geschlossen ist. Na toll, das wars dann mit unserem tollen Plan, was nun?

Nach einigem Hin und Her entschließen wir uns weiter zum Central Market zu wandern. So schlagen wir uns durch einige Gässchen und beobachten das rege Treiben auf den Straßen und Gehsteigen. Wenig später tauchen wir dann in das bunte Treiben im Markt ein. Hier gibt es wirklich alles: von Goldschmuck und Edelsteinen, über Töpfe und Pfannen bis hin zu den typischen Touristen Souvenirständen und auch einen riesigen Essensbereich (fertige gekochte Gericht oder noch lebende Hühner). Wir finden dann auch einen Näher, der sich bereit erklärt meine Short zu nähen (ja, die war schon wieder gerissen, diesmal die andere Seite). Kurze Zeit später ist er fertig und ich habe wieder was zum Anziehen ;-) Carina findet dann auch noch eine Tasche die sie schon länger wollte und schafft es sogar selber den richtigen Preis auszuhandeln (4 statt 10 Dollar).

Weiter geht es Richtung Wat Phnom. Der wurde auf dem mit 27 Metern höchsten „Berg“ der Stadt errichtet. Den Tempel hat der Legende nach eine gewisse Frau Penh errichten lassen, nachdem sie 4 Buddha-Statuen am Rande des Mekong gefunden hat. Anschließend wuchs die Stadt außen herum. Oben angekommen beobachten wir verwundert ein neues Ritual: es gibt drei steinerne Löwenstatuen denen von den Gläubigen in einer Zeremonie rohes Fleisch ins Maul gelegt wird und Eier an ihnen aufgeschlagen werden. Wir haben leider wieder mal keinen blassen Schimmer was es damit auf sich hat.

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Auf dem Weg vom Tempel zum nahen Tonle Sap Fluss kommen wir an einem fahrenden Händler vorbei, das aus Zuckerrohr frischen Saft presst. Das probieren wir gleich mal und sind schwer begeistert. Schmeckt echt super. Aber wir sind uns beide sicher den Geschmack 1:1 von daheim zu kennen. Nur wir kommen nicht drauf woher. Carina meint schließlich, dass es das gelbe Nimm2 ist. Da mir nichts Besseres einfällt belassen wir es dabei.

Am Fluss buchen wir eine einstündige Rivercruise. Zeitlich sollte das genau passen mit dem Sonnenuntergang. Und so ist es dann auch. Wir haben vom Boot aus einen herrlichen Ausblick ans Ufer und auf die untergehende Sonne. Fasziniert beobachten wir unterwegs auch noch das Beladen von Lastkähnen an einer Baustelle. Die Dinger werden wirklich so lange mit Erde vollgeladen bis gar nichts mehr geht. Also wirklich nichts mehr. Ich glaube wenn da dann ein paar Möwen drauf landen gehen die Dinger unter. Nach europäischen Verhältnissen totaler Wahnsinn. Hier ganz normal. Nachdem wir wieder an Land gegangen sind drehen wir noch eine kurze Runde über den Nightmarket. Ich probiere mal wieder das Essen hier, Carina mag nichts und genehmigt sich lieber nur einen kleinen Snack: frittiertes Eis. Scheint ihr auch ganz gut zu schmecken.

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Am nächsten Morgen starten wir den dritten Versuch ins Nationalmuseum zu kommen. Endlich mit Erfolg. Leider werden wir etwas enttäuscht. Beim Namen Nationalmuseum habe ich im ersten Moment ans Deutsche Museum gedacht. Die Dimensionen unterscheiden sich dann aber doch gewaltig, das Museum hier besteht aus einem ca. 100×100 Meter großen Gebäude mit einem Innenhof. Wir haben den breiten Gang außen in etwa einer halben Stunde abgelaufen und entspannen dann noch im Innenhof. Es sind zwar schon ein paar ganz schöne Skulpturen zu sehen, aber also must-have-seen würden wir das Museum sicher nicht bezeichnen. Naja, vielleicht sind wir aber auch einfach nur ein Paar Banausen, das keine Ahnung hat.

So ziehen wir weiter und wollen uns als nächstes das Unabhängigkeitsdenkmal ansehen. Der Weg dahin hat wenig zu bieten, lediglich ein paar Skulpturenhändler erregen meine Aufmerksamkeit. Die riesigen Steinstatuen sehen schon super aus und ich hätte schon gern eine davon fürn Garten daheim (Löwe, Elefant, Buddha, egal…), aber das ist wohl nicht ganz in unserem Budget. Als wir schließlich am Denkmal ankommen, sind wir schon etwas erschöpft, da es inzwischen gut heiß ist und wir gestern auch schon den ganzen Tag gewandert sind. Da es in der Mitte eines stark befahrenen Kreisverkehrs ist zu der man gar nicht rüber darf schießen wir nur ein paar Fotos und gehen dann weiter Richtung kambodschanischen vietnamesischen Freundschaftsdenkmal. Die Vietnamesen haben ja scheinbar entscheidend bei der Befreiung von den roten Khmer mitgeholfen. Ein Tuk Tuk Fahrer erzählt uns aber, dass die meisten Kambodschaner Vietnam nicht mögen, da die nach der Befreiung auch noch 10 Jahre im Land geblieben sind. Wurde da der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben? Müssen wir bei Gelegenheit mal recherchieren.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Unterkunft machen wir uns wieder auf den Weg. Ohne rechtes Ziel laufen wir umher und stolpern dabei unverhofft in einen Tempel, dem Wat Ounalom. Der ist eigentlich gar nicht spektakulär, aber wie wir im Reiseführer lesen ist es der wichtigste buddhistische Tempel des Landes. Da hier aber gerade ein Gottesdienst oder besser Buddhadienst läuft wollen wir nicht stören und gehen weiter. Den Nachmittag sitzen wir in einem gemütlichen Café herum und erholen uns von den Sightseeing-Strapazen. Als wir dann wieder Richtung Unterkunft aufbrechen bilde ich mir noch mal einen Zuckerrohrsaft ein. So steuern wir den nächsten Markt an. Leider finden wir da genau einen Zuckerrohr-Händler, der hat jedoch schon alles verkauft. Mist. Naja, hilft ja nichts. So decken wir uns noch mit frischem Obst und Baguette fürs Frühstück ein und wandern dann an der Riverfront zurück.

Hier ist inzwischen einiges los. Nicht nur Touris sind unterwegs, sondern auch viele Einheimische. Es wird bei Musik getanzt bzw. eher Aerobic gemacht, Fußball gespielt und natürlich viel gegessen an den ganzen Ständchen. Ich bediene mich auch noch mal und bin sehr zufrieden. Wir stoßen dann noch auf ein paar Fitnessgeräte, die hier fest installiert sind und an denen die Phnom Penher rumturnen. Carina wagt sich dann auch noch ans Reck und versucht einen Felgaufschwung. Die umstehenden Fitness-Freaks beobachten das eher mitleidig. Schließlich kommt sie aber doch noch hoch. Wie viele Versuche es gebraucht hat wird aber nicht verraten ;-)

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