Krong Koh Kong – Hello Cambodia!

Jetzt ist es soweit, wir können uns dazu durchringen, die wunderschöne Insel Koh Chang zu verlassen und weiter nach Kambodscha zu gehen. Wir sind schon sehr gespannt, was uns dort erwarten wird, denn die Begeisterung anderer Reisender zu Kambodscha waren eher etwas zurückhaltend. Naja, wir werden uns eine eigene Meinung bilden. Erstmal müssen wir aber auf Koh Chang wieder zur Fähre kommen ohne die horrenden Preise der Taxigangster bezahlen zu müssen. Glücklicherweise fährt uns der Inhaber unserer Unterkunft for free in den Norden. Trinkgeld will er nicht, also kommen wir tatsächlich umsonst zur Fähre, die auch nach wenigen Minuten ablegt. Am Fährhafen von Trat werden wir gleich mit Preisangeboten für die Fahrt nach Hat Lek (Grenzübergang nach Kambodscha) überflutet. „Best price for you my friend, only 2400 Baht“ – wie sich am Busbahnhof herausstellt, kostet die Fahrt 120 Baht pro Person. Wahnsinn, wie einen die hier abzocken wollen. An der Grenze erleben wir dann die nächsten Versuche die touristische Gutgläubigkeit auszunutzen.

01917_-_0130_-_IMG_0722

Das Visum kostet an allen Grenzübergängen 20 US-Dollar, nur in Hat Lek wollen sie 1200 Baht pro Person. (das entspricht ungefähr 28 EUR. Am Ende zahlen wir dann 25 US-Dollar und kommen damit noch relativ gut weg. Allerdings muss Hank, der sich seit Jahren erfolgreich gegen die amerikanischen Einreisebestimmungen weigert und noch nie seinen Fingerabdruck abgeben musste, diesmal auch seine Hände auf den Scanner halten. Das gefällt ihm gar nicht. Ausgerechnet in Kambodscha, denkt er sich, aber nach kurzem Zögern ist er dann doch bereit.

In die nächste Stadt Krong Koh Kong kommt man anscheinend nur mit Taxi und hier geht die Abzocke gleich weiter. Wir schließen uns mit einem Amerikaner zusammen und fahren gemeinsam die paar Kilometer ehe wir mal die ersten Schritte auf kambodschanischen Boden wagen. Wir suchen uns eine Unterkunft und marschieren einfach mal los – was zu Essen wäre nicht schlecht. Anscheinend gar nicht so einfach heute – denn es Chinese New Year – und sämtliche Lokale sind geschlossen. Straßenstände gibt es leider auch keine und die an den Straßenrändern befindlichen üppigen Gerichte sind ausschließlich für die Einheimischen. Hmmm, fast schon verzweifelt finden wir dann doch noch was zu essen, allerdings sind wir vom Geschmack ein wenig enttäuscht – wir sind hald die Geschmäcker in Thailand gewöhnt…

Wir planen am zweiten Tag Jungle Trekking zu machen, also schlendern wir zu dem vom Lonely Planet empfohlenen Anbieter. Ein Hostel, das eindeutig mehr Flair hat als unser Guesthouse, so dass wir auf jeden Fall umziehen wollen. Leider gibt es wegen Chinese New Year erst übermorgen wieder einen Trip, so dass wir ein bisschen ratlos sind, was wir jetzt machen sollen. Wir sind ziemlich froh, dass wir eine Deutsche treffen, die uns begeistert von Kambodscha erzählt, so dass wir unsere Pläne ein bisschen ändern…

Am zweiten Tag geht’s nach dem Aufstehen erstmal in eine andere Unterkunft. Wir leihen uns bei Paddy (der Hostelbetreiber, der auch die Ausflüge organisiert) zwei Radl aus, transportieren unsere großen Rucksäcke damit und schließen uns dann mit Pablo, ein Amerikaner aus dem Hostel, an und fahren ca. 6 Kilometer bis zu einem großen Mangrovenwald. Leider ist es unglaublich heiß, so dass die Fahrt ein wenig anstrengend ist, aber dort angekommen springen wir dann in ein Boot und schippern durch die Wälder. Wirklich sehr schön. Wir fahren bis zu einem verlassenen Strand, an dem wir eine einstündige Pause machen und ein bisschen umher watscheln. Die Landschaft ist wirklich unglaublich schön. Unter Wasser entdeckt Hank dann plötzlich zwei Pfeilschwanzkrebse. Neugierig verfolgen wir allesamt das Geschehen. Faszinierend!

02052_-_0131_-_IMG_9640

Nach dem Strand fahren wir in ein Village im Wasser. Dort werden wir gleich herzlich Willkommen geheißen. Wir marschieren über die doch schon etwas morschen Holzbalken ehe wir inmitten einer Chinese New Year-Party landen. Die Leute sind so freundlich und kontaktfreudig, dass sie uns gleich ein Bier anbieten, das wir dankend ablehnen und sie uns zum Tanzen auffordern. So stehen wir am hellichten Tag mit einer Gruppe Kambodschaner in deren Holzhütten und tanzen zu den Klängen von Gangnam Style. Welch eine absurde Vorstellung J

Wir haben schließlich Mühe uns wieder loszureißen, aber unser Bootsfahrer erwartet uns schon. Wir fahren sodann wieder zurück zur Bootsanlegestelle, wo wir mit unseren Rädern den Rückweg antreten müssen. Es ist so heiß, dass wir nur sehr langsam vorankommen. Dementsprechend froh sind wir, als wir endlich wieder zurück sind und wir endlich unser Khmer Curry probieren können. Echt lecker, zwar nicht so würzig, wie die Thai-Currys, aber durchaus eine nette Abwechslung. Wir verweilen noch einige Zeit bei Paddy’s Hostel, ehe wir erschöpft in unsere Unterkunft zurückkehren,

Der Wecker klingelt am nächsten Morgen bereits um 7:00 Uhr, da wir eine Trekkingtour gebucht haben. Pünktlich um 8:30 Uhr werden wir mit dem TukTuk zur Bootsanlegestelle gebracht. Mit uns an Bord ein Engländer, eine Kanadierin, die in Vietnam Französischlehrerin ist  und zwei Italiener. Zunächst fahren wir rund eine Stunde mit dem Boot, bis wir schließlich unsere Trekkingtour beginnen. Ich bereue bereits nach wenigen Schritten die Entscheidung eine kurze Hose angezogen zu haben, denn wir schlagen uns durch den Dschungel und der Weg ist sehr schmal. Sämtliches Gestrüpp tuschiert meine Beine von allen Seiten. Bin ja mal gespannt, wie ich am Schluss ausschauen werde…

Der Aufstieg ist ganz interessant. Wir müssen immer wieder kraxeln und uns über Wurzeln und Bäume kämpfen. Leider ist der Weg nicht wirklich lang, so dass wir nach weniger als einer Stunde bereits an unserem Ziel ankommen. Der Ausblick ist aber gigantisch. Wir bleiben hier bestimmt zwei Stunden. Unsere beiden jungen Guides bereiten uns ein leckeres Mittagsmahl zu, während wir in der Sonne relaxen und am Wasserfall, der leider aufgrund der Trockenzeit kaum Wasser hat, umhertollen.

02132_-_0201_-_IMG_9693

Nach der ausgiebigen Stärkung geht es wieder weiter. Es geht über einen anderen Weg wieder zurück. Der Weg geht ganz schön steil bergab, so dass wir uns wirklich konzentrieren müssen, um nicht einfach hinunter zu purzeln. Glücklicherweise  kommen wir alle heil und sicher unten am Boot wieder an. Mit diesem schippern wir gemütlich dahin. Bevor wir zurück in die Stadt fahren, machen wir noch einen Halt in einem weiteren Village. Auch hier werden wir von den Leuten herzlich empfangen. Jeder ruft uns ein fröhliches „Hallo“ zu, das ist wirklich sehr schön. Die Kinder sind so süß, die freuen sich richtig uns begrüßen zu dürfen. Ich bin echt beeindruckt von dieser Herzlichkeit!

Als wir dann letztendlich doch zurückfahren, erzählt mir die Kanadierin vom  Cafè Laurent in der Stadt am Hafen, in dem man leckeren Kaffee und französische Süßspeisen bekommen kann. Hank schaut schon ein wenig grimmg, weil er weiß worauf das hinausläuft. Poolsession kann er vergessen, weil Carina bildet sich das jetzt ein J Wenig später sitze ich mit einem Kaffee Latte und einer Creme Brulee beim Sonnenuntergang am Hafen und bin absolut glücklich. Die bestinvestierten 4 US-Dollar, die ich mir in diesem Moment vorstellen könnte! Einfach köstlich!!!

02198_-_0201_-_IMG_0886

Anschließend lassen wir den Abend gemütlich bei Paddy ausklingen, buchen unsere Weiterfahrt und fallen schließlich ziemlich fertig ins Bettchen…