Blue Mountains

Heute steht die Fahrt in die Blue Mountains auf dem Programm. Dazu müssen wir erst einmal den Campervan abholen, den Carinas Eltern gemietet haben. Es stellt sich heraus, dass sie statt einem 4-Mann Camper einen 6-Mann Gefährt zugeteilt bekommen haben. Das Ding ist riesig und wir haben ausreichend Platz darin. Nachdem wir uns durch Sydney gekämpft haben geht es ab auf den Western Highway Richtung Katoomba. Die Fahrt dorthin dauert insgesamt ca. 2 Stunden. Es gäbe zwar unterwegs schon einige lohnende Stopps nur leider haben wir ein Problem: es regnet inzwischen ziemlich heftig. Von den Bergen sieht man daher auch nicht viel, sie verstecken sich in den tief hängenden Wolken. Tja, mit den Blue Mountains haben wir wohl kein Glück, da war das Wetter ja schon vor 5 Jahren zu schlecht um hinzufahren. Aber jetzt sind wir schon mal unterwegs und wüssten auch nicht wo wir sonst hinfahren sollen, vielleicht klart es ja noch auf. In Katoomba angekommen fahren wir nach einer Aldi-Session auch gleich mal zum Lookout auf die „3 Sisters“, einer Felsformation die eben aus 3 Teilen besteht. Aber außer weiß ist nichts zu sehen. Etwas enttäuscht suchen wir den nächsten Campingplatz auf. Zur Aufmunterung wird ein besonderes Essen zubereitet: Spätzle! Während Carina und ihre Mum sich also in der kleinen Küche im Van austoben, gehe ich mit ihrem Dad noch mal in die City, da wir beim Einkaufen was vergessen haben. Es ist immer noch sehr neblig und wir sehen nicht besonders weit. Heute wird das sicher nix mehr mit Sightseeing. So verbringen wir den Abend nach einem sehr guten Essen im Van mit Lesen und ein paar Partien Kniffel.

Nebel in den Blue Mountains

Nebel in den Blue Mountains

Der nächste Morgen sieht leider genauso aus wie gestern: grau in grau. Wir überlegen schon was wir machen sollen, da taucht plötzlich eine blaue Stelle am Himmel auf. Und da noch eine. Und noch eine! Es scheint doch tatsächlich aufzureißen! Schnell machen wir unser Gefährt startklar und schon geht es wieder zu dem Lookout von gestern. Erstmal will unser riesiges Schiff aber irgendwo geparkt werden, was gar nicht so einfach ist, da es auf dem Parkplatz entweder Plätze nur für Reisebusse oder für Autos gibt. Also müssen wir wieder zurück fahren und einen geeigneten Stellplatz finden. In einer kleinen Seitenstraße können wir dann schließlich parken. Aber natürlich nicht ganz umsonst, die erste Stunde kostet 3,80 Dollar, jede weitere 4,40 (oder war es anders herum?). Da wir uns nicht sicher sind wie es im Tal unter dem Lookout aussieht nehmen wir erst mal nur eine Stunde und marschieren los.

Und wir werden nicht enttäuscht, die Aussicht ist wunderbar. Es hängen zwar noch ein paar Wolken am Himmel, aber über die wollen wir uns sicher nicht beschweren. So können wir also endlich die „3 Sisters“ bewundern. Carina und ihr Dad lassen die Auslöser ihre Kameras glühen. Neben den 3 Felsen ist natürlich auch der Ausblick in das Tal hier und auf die umliegenden Berge super. Nachdem wir ihn ausgekostet haben gehen wir einen kurzen Weg, der direkt zu den „3 Sisters“ führt. Zu dem ersten Felsen führt eine kleine Brücke rüber und man kann ihn betatschen. Nachdem das erledigt ist müssen wir zurück zum Camper.

3 Sisters

3 Sisters

Da das Wetter inzwischen ziemlich gut ist entscheiden wir uns eine längere Wanderung zu machen, zuerst hinunter ins Tal, um die Sisters herum und danach noch weiter in den Nachbarort Leura. Also checken wir wieder am Campingplatz ein und parken den Van. Von dort aus müssen wir nur die Straße überqueren und stehen auch schon auf einem der vielen Wanderwege hier. Wir folgen ihm vorbei an den Katoomba Falls hinab ins Tal bzw. soweit man eben hinunterkommt. Teilweise führt die Strecke über steile Leitern, meistens gehen wir auf kleinen Serpentinenwegen abwärts. Unten angekommen führt der Weg am Fuß der „3 Sisters“ vorbei durch den Dschungel. Nach ca. 2 Stunden wandern müssen wir uns entscheiden: entweder hier im Tal weiter nach Leura oder wir überwinden die „Giant Stairway“ und kommen oben wieder bei dem Punkt heraus wo wir heute früh schon waren. Da wir hier unten eigentlich nur Bäume sehen entscheiden wir uns für die Leitern, da wir uns oben eine bessere Aussicht erhoffen. Also beginnt die Kletterpartie. Wir müssen feststellen, dass die „Giant Stairway“ ihren Namen völlig zurecht trägt. Es geht steil bergauf. Und bergauf. Und bergauf. Mit einigen kleinen Verschnaufpausen dauert der Aufstieg etwa eine halbe Stunde. Oben angekommen genehmigen wir uns dann eine wohlverdiente Brotzeit.

Nach der Stärkung geht es an der Klippe oben weiter Richtung Leura. Es gibt immer wieder Viewpoints von denen aus man den Ausblick über das Tal genießen kann. Eigentlich wollen wir zu den Leura Cascades wandern, aber der Weg ist etwas schlecht ausgeschildert. So sind wir nicht sicher wo es lang geht, aber es macht den Anschein, dass wir zu den Cascades wieder hinab ins Tal müssen und darauf haben wir nicht wirklich Lust. Also kehren wir zurück nach Katoomba und kehren in einem kleinen Café ein. Auf dem Rückweg zum Campingplatz drängen sich dann einige Papageien auf, um fotografiert zu werden und den Gefallen tun wir ihnen gerne. Nach etwa 6 Stunden kommen wir dann etwas erschöpft wieder zurück zu unserem Van und faulenzen erst einmal ein wenig in den Campingstühlen. Danach gibt es dann noch Spaghetti Bolognese und wieder ein paar Partien Kniffel und so geht ein toller Tag zu Ende.

Am nächsten Morgen sehen wir mal wieder nicht viel außer grau. Die Hoffnung, dass es wie gestern wieder aufreißt ist leider umsonst, es nieselt so vor sich hin. Somit beschließen wir die Blue Mountains wieder zu verlassen. Leider wieder nur zu zweit, Carinas Eltern fahren Richtung Melbourne nach Westen, wir hingegen fahren wir zurück nach Sydney. So springen wir nach der Verabschiedung in den Zug und machen uns auf der Fahrt Gedanken über unsere restliche Zeit in Australien.