Holguin & das Ende unserer Reise

Nachdem unser letzter Ausflug ans Meer doch nicht so erfolgreich war, wie wir uns das vorgestellt haben, entscheiden wir uns dazu, die letzte Station unserer Reise – die Stadt Holguin – doch schon einen Tag früher als geplant anzusteuern. Unsere Motivation noch umfangreiches Sightseeing zu betreiben, ist leider aufgrund der extrem drückenden Hitze ziemlich eingeschränkt, so dass wir uns von unserem Taxifahrer, der uns in Gibara abgeholt hat unmittelbar in eine casa particulares bringen lassen, die über einen Swimmingpool verfügt. So kommt es auch, dass es über unsere letzten drei Tage in Kuba nicht sonderlich viel zu berichten gibt. Wir haben zum Abschluss noch einige Stunden mit Sonnen am Pool und Lesen verbracht, immerhin wollen wir von knapp 8 Monaten auf Achse auch ein bisschen erholt und gebräunt zurück kommen. Einzig zum Essen haben wir uns dann von den überall umherfahrenden Bici-Taxis ins Zentrum der Stadt fahren lassen.

Eins haben wir uns aber nicht nehmen lassen: den letzten Abend unserer Reise haben wir genau so ausklingen lassen, wie der erste begonnen hat: bei ‘einem’ leckeren Mojito. Kaum zu glauben, aber in Kuba, das Land dessen Nationalgetränk Rum ist, ist es gar nicht so einfach einen Mojito zu bekommen. Der Grund dafür ist einfach: Rum wird nicht zu Mischgetränken verarbeitet, sondern pur getrunken! :-)

Glücklicherweise sind wir aber dennoch fündig geworden und können den letzten Abend nochmal richtig genießen. Mit ein bisschen Schlagseite geht es dann mittels Bicitaxi wieder zurück zu unserer Unterkunft und die letzte Nacht im nichteigenen Bett bricht an.

Wir treten unsere Heimreise am nächsten Tag gegen Mittag dann mit etwas gemischten Gefühlen an: einerseits freuen wir uns natürlich total auf das Wiedersehen mit unseren Familien und Freunden, das eigene Bett, die abwechslungsreiche Küche daheim und einen geregelten Tagesablauf. Auf der anderen Seite ist die grenzenlose Freiheit natürlich unbeschreiblich schön und wir sind uns sicher, dass sie uns bald wieder fehlen wird.

Nichtsdestotrotz überwiegt natürlich an diesem Tag die Freude auf daheim, so dass wir überpünktlich bereits am Flughafen ankommen. Dort werden wir dann gleich mal von dem überaus ‘freundlichen’ Herren am Schalter der Condor zurecht gewiesen, denn unsere beiden großen Rucksäcke und die beiden kleinen Rucksäcke haben insgesamt 4 Kilogramm zu viel Gewicht. Wir sollen diverse Dinge ausladen und wegschmeißen. Wir sind fassungslos. Auf keinem anderen Flug, bei keiner anderen Airline haben wir jemals Probleme mit den Gepäckstücken bekommen. Kurzerhand denken wir uns “Hey Alter – Du kannst uns mal”. Zack, Winterjacken und dicke Pullover ausgepackt, angezogen und neu am Schalter angestellt. Er schaut uns zwar ein wenig komisch an, nachdem wir bei 35 Grad mit unseren dicken bolivianischen Survivaloutfit da stehen, aber dennoch lässt er uns damit einchecken.

Das nächste Problem lässt allerdings nicht lange auf sich warten. Der Flughafen in Holguin verlangt von allen Passagieren eine Servicecharge von 50 konvertible Pesos pro Person, was uns natürlich niemand gesagt hat und die wir natürlich auch nicht mehr übrig haben. Eine Zahlung mittels Kreditkarte ist in Kuba ja grundsätzlich ein Problem, so dass es auch hier nicht funktioniert. Man kann sich aber für teuer Geld in der gegenüberliegenden Wechselstube Bargeld auszahlen lassen. Na toll, wieder mal abgezockt, aber offensichtlich kommen wir anders nicht aus diesem Land raus.

Im Sicherheitsbereich nutzen wir erstmals das Dutyfree-shopping und decken uns mit reichlich Rum und Zigarren ein, ehe wir auf der Anzeigetafel lesen, dass wir nicht direkt nach Frankfurt fliegen, sondern erst einmal einen Zwischenstopp in Montego Bay – wo auch immer das ist – machen werden. Aha! Mit einiger Verspätung sitzen wir dann endlich im Flieger – ein reiner Ferienflieger mit einer Janosch-Lakierung, in dem die Passagiere bei erfolgter Landung klatschen!!! – und erfahren dann über die Durchsage, dass wir in Jamaika landen. Damit ist die Frage auch geklärt, wo Montego Bay liegt. Das wenn wir mal früher gewusst hätten… Eine Woche auf Jamaika wäre sicherlich auch nicht schlecht gewesen!

Naja, der Flug an sich ist ziemlich umspektakulär, nur dass wir nie wieder Condor fliegen werden, da es nicht mal ein Entertainment-Programm gibt, bzw. Halt, das ist nicht richtig. Es gibt ein Entertainmentprogramm, das kostet aber 7 EUR pro Person und Kopfhörer (natürlich mit speziellem Anschluss) kosten nochmal 3,50 EUR extra.

So verbringen wir den Flug lesend, schlafend und nörgelnd bis wir endlich in Frankfurt ankommen und uns richtig beeilen müssen, damit wir unseren Anschlussflug nach München bekommen. Gott sei Dank erreichen wir das Gate rechtzeitig und dort steht auch der “Siegerflieger” der deutschen Nationalmannschaft. Leider nicht für uns! :-)

Pünktlich um 14 Uhr erreichen wir dann den Franz-Josef-Strauß Flughafen, wo wir von meiner Familie gleich herzlich in Empfang genommen werden. In Landshut angekommen wartet dann auch die ganze Verwandtschaft von uns und wir werden mit köstlichem Weißbier und frischem Leberkäs mit Brezen würdig empfangen!


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