Cienfuegos

Die Fahrt von Havanna nach Cienfuegos dauert etwa 4 Stunden und beinhaltet eine längere Pause, die es im Grunde nicht wirklich brauchen würde, weil die Busse gut klimatisiert sind und es sich gut darin aushalten lässt. Gegen 15 Uhr erreichen wir schließlich unser Ziel und werden unmittelbar von einem Radtaxi-Fahrer mit einem Schild mit unseren Namen in Empfang genommen. Er strampelt uns mitsamt unseren Rucksäcken zu unserer nächsten Unterkunft. Offensichtlich ist das mit den Casas Particulares ein riesiges Netzwerk, das die Touristen jeweils weitervermittelt und somit eigentlich das ganze Backpacking in ein Kinderspiel verwandelt. Die Unterkünfte sind aber wirklich gut und die „Vermieter“ kümmern sich gut um die Gäste. Vom Standard her können hier es können es alle Unterkünfte problemlos mit den Hostels aufnehmen, in denen wir bislang genächtigt haben.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machen wir uns dann erstmal auf den Weg um Nahrung zu finden und das Örtchen auszukundschaften. Unglücklicherweise wirkt Cienfuegos heute und um diese Uhrzeit ein wenig ausgestorben und wir entdecken genau ein einziges Restaurant, das ziemlich gesalzene Preise hat und uns vom Essen her alles andere als umhaut, aber zumindest dem Hungertod sind wir entkommen. Dem Wettergott hingegen können wir nicht entkommen. Es fängt nämlich zu regnen an. Wir schauen daher, dass wir schnellstmöglich zu unserer Casa zurückkommen und hoffen auf bessere Zeiten.

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Die winken schließlich dann doch noch. Gegen Abend rum schaut es freundlich aus und es kündigt sich auch ein schöner Sonnenuntergang an. Zudem ist hier heute Karneval, dem wir uns mal wieder untermischen wollen. Von einem deutschen Familienvater aus unserer Unterkunft werden wir im Vorbeigehen gefragt „Gehtsch aufsch Fescht?“ – äh ja, „sischa geh ma aufsch Fescht!“ und so machen wir uns auf den Weg. Zunächst steuern wir noch zum Parque José Marti und dem Arco de Triunfo, ehe wir uns Richtung Meer begeben und das Farbspiel betrachten, dass sich über die Stadt legt.

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Am Malecon (Meerpromenade) wimmelt es dann von Menschen. Hier ist offensichtlich das „Fescht“. So richtig Stimmung herrscht hier aber dennoch nicht. Schließlich entscheiden wir uns doch für eine Terrassenbar und den ein oder anderen Mojito. Die werden einem hier in Kuba ja quasi aufgedrängt.

Am nächsten Morgen sitzen wir beim Frühstück mit der „Fescht“-Familie und bekommen von der Gastfamilie reichlich Obst, Rühreier und Weggle (wie sie der Feschtmann nennt). Also ich muss gestehen, der Service in den Casas Particulares ist um einiges besser als in den meisten Hostels, die wir auf unserer Reise bewohnt haben. Und für kubanische Preise ist es auch wirklich in Ordnung, auf jeden Fall empfehlenswert. Einzig, wir müssen heute umziehen, weil unser Zimmer schon vorreserviert ist. Das Gute ist allerdings, dass man sich da nicht selbst drum kümmern muss, weil man unmittelbar an den nächsten Herbergsvater vermittelt wird. So werden wir wenig später abgeholt und in unsere neue Bleibe gebracht.

Anschließend wollen wir unseren ersten Ausflug an den kubanischen Strand machen. Leider liegt der Strand von Cienfuegos leider ca. 18 km außerhalb und ist nur mit einem Taxi erreichbar. Für 25 CUC (ca. 25 US-Dollar) werden wir hingebracht und zur gewünschten Zeit wieder abgeholt. Wir sitzen schließlich in einem alten Taxi ohne Anschnallmöglichkeit und der Taxifahrer gibt Gas, richtig Gas. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich ein wenig unbehaglich fühle und unendlich froh bin, als wir unbeschadet am Strand ankommen.

Der Strand selbst ist jetzt kein besonders herausragender Strand, aber durchaus geeignet, um einen Tag zu verweilen. In erster Linie treiben sich hier Einheimische rum, die wild in den Fluten toben und am helllichten Tag Rum aus der Flasche konsumieren. Krass, bei 35 Grad würde es uns wohl nach 3 Schluck aus den Latschen haun, aber nicht so die Kubaner. Wie es scheint, ist das hier völlig normal. Auch ein Baby auf dem Arm hindert die durchschnittliche Kubanerin nicht daran, das Nationalgetränk unmittelbar aus der Pulle zu trinken. Schade ist nur, dass der Müll unmittelbar an Ort und Stelle entsorgt wird. Umweltbewusstsein ist hier offensichtlich nicht vorhanden.

Nichtsdestotrotz genießen wir unseren Aufenthalt und vor allem das angenehm temperierte karibische Meer. Herrlich! Leider ziehen irgendwann ziemlich dicke Wolken auf, so dass wir es uns im anliegenden Restaurant bei einer gigantischen Portion Fisch gemütlich machen.

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Bevor wir abgeholt werden bekommen wir aber nochmal die Gelegenheit an den Strand zu gehen und ein bisschen zu relaxen. Die Rückfahrt mit dem Taxi ist nur unwesentlich besser als die Hinfahrt, aber glücklicherweise kommen wir auch diesmal wieder heil und sicher an unserem Ziel an.


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