Salkantay Trek

Der Wecker klingelt am nächsten Tag mal wieder viel zu Früh und wir quälen uns aus dem Bett. Also wir dann aber in den Tourbus einsteigen ist das Hallo groß: Francois und Juliette aus Frankreich, mit denen wir auch schon im Colca Canyon waren sitzen schon drin. Trotz der frühen Stunde werden sogleich die letzten Reise-Neuigkeiten ausgetauscht. Als der Bus dann voll ist und wir die Stadt verlassen übermannt uns dann aber doch noch mal der Schlaf. Nachdem wir unterwegs dann noch ein Frühstück bekommen, erreichen wir gegen 9 Uhr den Startpunkt unserer Wanderung. Insgesamt besteht unsere Gruppe aus 11 Leuten: Jakob & Kelly, Sandy & Kelly, Erica & Serena – allesamt aus den USA – den beiden Franzosen, uns beiden und nicht zuletzt Hipolito oder Pauly, unserem Guide.

So starten wir unsere Wanderung und machen uns auf den Weg. Der führt uns erst mal stetig bergauf und wir kommen gut ins Schwitzen. Aber nachdem diese erste Hürde überwunden ist geht es eigentlich recht gemütlich dahin und wir haben genug Luft übrig, um uns neben dem gehen auch noch zu unterhalten. So wandern wir die nächsten drei Stunden durch eine tolle Berglandschaft, ehe wir schon in unserem Camp ankommen. Die Zelte wurden schon aufgebaut und wir bekommen in einen etwas größeren Zelt unser Mittagessen serviert. Das ist wirklich reichlich und wir können gar nicht alles aufessen. Nachdem wir alle gut satt sind ist erst einmal Siesta angesagt. Wir ziehen uns alle in unsere Zelte zurück und legen und hin. Da wir schon recht früh aufgestanden sind dösen wir auch bald ein.

Nach etwa einer Stunde reißt uns Pauly aber wieder aus unseren Träumen, wir haben noch ein Nachmittagsprogramm zu absolvieren. Vom Camp aus geht es etwa eineinhalb Stunden bergauf zum Humantay Lake, einen kleinen Bergsee, gespeist vom Gletscherwasser. Da wir inzwischen auf etwa 3700 Metern sind, ist der Aufstieg nicht ganz einfach, die Luft ist etwas dünner und man ist schnell außer Atem. Trotzdem lassen wir uns davon nicht abhalten und Carina und ich sind bei den ersten „Bergsteigern“ dabei. Außer unserer Gruppe sind noch zwei andere, jedoch kleinere Gruppen auf dem Weg nach oben. Pauly bleibt mit den Langsameren etwas zurück und so stehe ich bald allein da und muss mir den Weg suchen. Ist nicht ganz einfach und ich glaube schon irgendwo falsch abgebogen zu sein, als ich zusammen mit einem Holländer aus einer anderen Gruppe den See erreiche. Der Anblick ist echt toll und der anstrengende Aufstieg hat sich gelohnt. Hinter dem See erheben sich schneebedeckte Berge und spiegeln sich im Wasser. Bald ist dann die komplette Gruppe da und wir machen fleißig Fotos oder bauen kleine Steintürme. Team Frankreich ist von meinem begeistert und meint er sieht aus wie der Eifelturm. Hmpf, das ist doch kein Eifelturm! Naja, vielleicht ein wenig, aber doch anders. Same same, but different!

Gruppenfoto am Humantay Lake
Gruppenfoto am Humantay Lake

Nach etwas über einer halben Stunde machen wir uns wieder an den Abstieg, der wesentlich leichter ist als der Aufstieg. Im Basecamp angekommen wartet auch schon ein kleiner Imbiss auf uns. Und fast direkt nach dem Imbiss folgt auch schon das Abendessen. Wir werden echt gut gefüttert und alle sind richtig satt. Da es hier sehr windig, kalt und ungemütlich ist und wir außerdem noch müde vom frühen Aufstehen sind, geht es dann auch bald ins Zelt. Auf dem Weg dorthin fängt uns Pauly aber noch mal ab und zeigt uns einige der Sternbilder die zu sehen sind. Neben dem Kreuz des Südens bekommen wir Lama und Baby-Lama zu sehen, sowie die Schlange die zum Skorpion wird (glaube so hieß es). Da es hier sehr dunkel ist sehen wir die Sterne wirklich sehr gut und Carina versucht sich auch sogleich darin Fotos vom Sternenhimmel zu machen. Da es inzwischen aber wirklich kalt ist (nachts dann sogar etwa -5 Grad), gibt sie bald wieder auf und wir mummeln uns jeder in unsere zwei Schlafsäcke ein.

Leider wird es wieder nichts mit Ausschlafen, am zweiten Tag der Wanderung steht der härteste und längste Teil an und so werden wir um 5 Uhr geweckt. Zum Aufwachen bekommen wir ins Zelt eine heiße Tasse Coca-Tee serviert. Das macht es dann nicht mehr ganz so schlimm, was nicht bedeutet, dass wir gern aufstehen. Dick eingepackt begeben wir uns zum Frühstück, das natürlich wieder reichlich ist. Nachdem wir dann unsere Taschen und Rucksäcke gepackt haben geht die Wanderung auch schon los. Heute haben wir den Salkantay Pass in etwa 4.630 Metern Höhe zu bewältigen sowie insgesamt 22 Kilometer zu gehen.

Der erste Teil der Strecke führt zwar auch schon stetig bergauf, es ist aber noch nicht so anstrengend. So kommen wir dann nach etwa einer Stunde an der Salkantay Pampa an, Pauly nennt sie einfach Plattform 1. Das ist ein flaches Teilstück der Strecke. Danach geht es aber steil bergauf, von hier sind noch etwa 500 Höhenmeter zu überwinden. Um das Ganze noch ein wenig interessanter zu gestalten setzt erst leichter Nieselregen ein, der etwas höher in Schnee übergeht. Pauly legt immer wieder Pausen ein, um die Gruppe zusammenzuhalten und Zeit zum Durchatmen zu geben. Schließlich kommen wir am steilsten Teil der Strecke an, wo es über zwölf Serpentinen-Kurven nach oben geht. Der Weg ist recht eng und wir müssen immer wieder anhalten und Gruppen von Lastentieren vorbei lassen. Schließlich lassen wir diesen Zick Zack Kurs aber hinter uns und sind froh als wir oben ankommen. Das ist zwar noch nicht der höchsten Punkt, aber der schlimmste Teil ist überstanden.

Aufstieg zum Salkantay Pass
Aufstieg zum Salkantay Pass

Bis zum höchsten Punkt steigt der Weg noch weitere eineinhalb Stunden an. Zwischendurch legen wir noch die eine oder andere Rast ein. Inzwischen ist der Boden von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. So kann ich in einer der Pausen einen kleinen Schneemann bauen, hab ja sonst nichts zu tun ;-) Noch bevor wir oben ankommen bekommt Sandy ziemliche Probleme, sie kann nicht mehr richtig atmen und kommt nur noch sehr langsam voran. Zum Glück hat Pauly Sauerstoffflaschen dabei und kann ihr damit helfen. So schleppt sie sich tapfer weiter nach oben. Da sie eine Kämpfernatur ist will sie mir auch nicht zur Erleichterung ihren Rucksack überlassen. Na hoffentlich geht das gut. Aber sie schafft es dann auch ohne meine Hilfe bis ganz nach oben und ist umso glücklicher es geschafft zu haben. Da hier ein recht unangenehmer Wind weht machen wir nur schnell ein Gruppenfoto und sehen dann zu wieder in gemütlichere Gefilde zu kommen.

geschafft: oben am Salkantay Pass
geschafft: oben am Salkantay Pass

Also geht es nach der Plackerei des Aufstiegs wieder bergab. Pauly meint wir könnten ab hier unser eigenes Tempo gehen und sollen nach etwa zwei Stunden bei einem blauen Zelt warten. Ohne es zu wollen setzen wir uns zusammen mit Team Frankreich bald vom Rest der Gruppe ab und erreichen nach etwa eineinhalb Stunden ein schönes Plateau. Naja, wahrscheinlich unterscheidet es sich nicht von der anderen Landschaft die hinter uns liegt, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: es schneit nicht mehr und die Wolkendecken reißt sogar auf und lässt die Sonne durch. Diese Gelegenheit ergreifen wir beim Schopf, legen uns in die Wiese und tanken ein wenig Wärme. Außerdem müssen wir ja eh auf den Rest der Gruppe warten. Als diese nach etwa 15 bis 20 Minuten aber immer noch nicht da ist und die Wolken wieder zumachen gehen wir dann aber doch wieder weiter. Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir ein blaues Zelt und suchen uns einen Platz zum Warten. Ich vertreibe mir die Zeit mit dem Bau eines weiteren Steinturmes. Nachdem die Gruppe dann wieder komplett versammelt ist legen wir die letzten Meter zum Mittagsstopp zurück. Wie immer gibt es reichlich gutes Essen.

Während wir in unserem Essenszelt sitzen öffnen draußen die Wolken ihre Schleusen und es fängt heftig zu regnen an. Na toll, das sind ja schöne Aussichten, wir sind noch lange nicht am Tagesziel angekommen. Zum Glück lässt der Regen dann wieder nach bis wir aufbrechen. Angenehm ist es zwar immer noch nicht, aber mit unseren Regenjacken sind wir zumindest etwas vor dem Wasser geschützt. So geht es weiter abwärts und mit der Zeit ändert sich unsere Umgebung deutlich: von der schroffen felsigen schneebedeckten Bergwelt geht es über in Dschungel. Das ist schon merkwürdig, vormittags läufst Du noch an einem Gletscher vorbei durchs Schneegestöber und ein paar Stunden später ist alles um Dich herum grün und voll Pflanzen. Der Regen hat mittlerweile auch ganz aufgehört und so ist die Wanderung nun richtig angenehm.

Es gibt hier immer wieder bunte Blumen zu sehen, auch einige Orchideen-Arten. Außerdem schwirren zwischen den Blüten in den Büschen und Bäumen immer wieder Kolibris herum. Laut Pauly gibt es 17 hier verschiedene Arten dieses Vogels, unter anderem auch den größten Kolibri. Ich versuche ein Foto von einem Kolibri zu schießen, aber die kleinen Vögel sind sehr hyperaktiv und halten sich kaum mal still. Nach X Versuchen gelingt es mir aber dann doch ein sitzendes Exemplar zu knipsen. Wunderbar. Um kurz vor 6 kommen wir dann endlich im heutigen Nachtlager an. Wir werden wieder bestens mit Essen versorgt und spielen vorm Abendessen auch noch eine Runde Karten mit Juliette, Francois und Pauly. Nach dem Essen fordert der harte Tag dann aber schnell seinen Tribut und wir verkriechen uns wieder in unsere Zelte.

Kolibri
Kolibri

Am nächsten Morgen werden wir wieder recht früh geweckt, wobei wir heute wenigstens bis 6 schlafen dürfen. Wieder wird Tee direkt ins Zelt geliefert. Etwa eineinhalb Stunden später schultern wir unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Unsere heutige Strecke ist nicht so lang und wir müssen nur 6 Stunden wandern. Der Weg führt wieder durch grünen Dschungel und geht fast ständig leicht abwärts. Wir sehen wieder allerlei bunte Blumen und kommen auch einmal an einem tollen dreistufigen Wasserfall vorbei. Unterwegs haben wir auch die Gelegenheit frische Früchte bei den Einheimischen zu kaufen. Diese tolle Erfrischung lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Als wir nur noch ein bis zwei Stunden vom Ziel entfernt sind gibt Pauly grünes Licht, dass bis zum nächsten Dorf jeder sein eigenes Tempo gehen kann. Schnell setzen sich Team Frankreich und Team Deutschland wieder vom US-Verfolgerfeld ab ;-)

Im besagten Dorf angekommen warten wir dann wieder auf den Rest der Gruppe und setzen uns in die Sonne. Nach und nach trudeln auch alle ein, nur Sandy und Kelly tauchen nicht auf. Pauly will gerade zurückgehen, um nach den beiden zu sehen, da kommen sie um die nächste Kurve. Sandy scheint es wohl wieder schlecht zu gehen, aber sie kämpft sich tapfer weiter. Dann sitzen wir auch schon wieder beim sehr guten Mittagessen. Nachdem das abgeschlossen ist müssen wir heute nicht weitergehen, sondern fahren mit dem Minivan in das Dorf mit unserem Nachtlager.

Am Nachmittag steht dann relaxen auf dem Programm, in der Nähe unseres Camps gibt es heiße Quellen. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten und tummeln uns bald im angenehm warmen Wasser. Das tut richtig gut und unsere geschundenen Muskeln können sich ein wenig erholen. Wir verbringen fast zwei Stunden mit Baden, ehe es wieder ins Camp zurückgeht. Dort steht natürlich auch schon wieder ein kleiner Snack bereit.

Danach überrascht uns Sandy nicht schlecht, als sie mit einer Flasche Pisco (das ist der hiesige Schnaps) auftaucht. Ja genau, die Sandy, die heute und gestern fast nicht am Ziel angekommen wäre will heute Party machen. So hole ich meine Würfel aus dem Rucksack und wir starten eine lustige Runde Meiern, die erst vom Abendessen beendet wird. Danach wird am Campingplatz ein Lagerfeuer angezündet und die Musik laut gedreht. Wir sind schon vorher gewarnt worden, dass das hier ein Party-Camp ist, aber das kommt uns jetzt natürlich gelegen. So starten Team Frankreich, Team Deutschland und Team Hawaii (Sandy & Kelly) die Party und es wird eine feuchtfröhliche Nacht. Später gesellt sich auch noch Pauly zu uns und wir leeren zusammen das ein oder andere Bier, 2 Flaschen chilenischen Wein (Francois is not amused, als Pauly die Behauptung aufstellt der beste Wein der Welt kommt aus Chile *g*) und die Flasche Pisco. So ist es nicht verwunderlich, dass wir irgendwann alle zusammen auf einem größeren Felsblock tanzen und uns bei YMCA unseren Gruppennamen verdienen: die Village People *lol* Nachdem Peru und Frankreich die Party verlassen haben, einigen wir uns mit Team Hawaii auf ein Party-Unentschieden und gehen schlafen.

Village People on fire!
Village People on fire!

Der nächste Morgen startet gar nicht gut. Nicht dass es uns nicht gut gehen würde wegen der Party gestern, es schüttet wie aus Eimern und wir wollen gar nicht erst aus unserem Zelt heraus. Pauly meint dann auch wir warten erst einmal eine halbe Stunde ab und hoffen auf Besserung. Es hört dann auch tatsächlich bis auf ein paar Tropfen auf zu regnen und wir kommen trocken aus den Zelten. Wir haben dann die Wahl gleich weiterzuwandern oder den Vormittag mit Zip-Linen zu verbringen und das nicht gewanderte Teilstück zu fahren. Da der Weg hier eh nicht so toll sein soll entscheiden wir uns fürs Zip-Linen.

So stehen wir kurz darauf beim Zip-Line-Office in der Schlange, tragen uns in die Liste ein und bekommen unsere Ausrüstung. Nachdem alle ausgestattet sind müssen wir nur noch zum Startpunkt gehen, dann kann es losgehen. Natürlich müssen wir steil bergauf, um zu den Kabeln zu kommen. Hawaii is not amused ;-) Und als wir nach der Kletterpartie oben ankommen stehen vor uns etwa 40 – 50 Leute an. Na super, und unten im Office haben sie uns gehetzt als hätten wir es eilig. So sitzen wir als eine halbe Stunde herum und warten bis wir endlich dran sind. Als es so weit ist wird es dem ein oder anderen der Gruppe etwas mulmig, aber wir versichern allen, dass es ein Riesenspaß ist und gar nicht schlimm. Während dann die ersten starten bin ich mir nicht mehr so sicher ob es eine gute Idee war das Zip-Lining hier zu buchen: die Sicherheitsvorkehrungen sind doch eher mangelhaft. Eine richtige Einweisung bekommen wir nicht. Und der verantwortliche Guide hier oben ist höchstens 14 Jahre alt und spricht natürlich kein Wort Englisch. So stellts mir die Haare auf, als er einen von uns einhakt und vergisst den Karabiner richtig zu schließen! Zum Glück haben wir alle mit aufgepasst und können ihn darauf hinweisen. Uiuiui…

Die ersten beiden Lines sind eher langsam und zum eingewöhnen, die dritte ist dann die längste und schon deutlich schneller. Vom Ziel der dritten müssen wir dann einige Steigeisen nach oben klettern. Am Startpunkt zu Nummer 4 staut sich dann wieder alles, es sind wohl nicht genügend Betreuer anwesend, um den Ansturm zu bewältigen. Also sitzen wir wieder eine halbe Stunde herum ehe wir an der Reihe sind. Als wir eingehakt werden fragt uns der Guide dann, ob wir kopfüber fahren wollen oder normal. Einzig mögliche Antwort: kopfüber! Als ich mich also gerade nach unten drehe werde ich auch schon losgeschickt. Das kam überraschend, alle anderen hatten noch die Gelegenheit die Aufwärtsdrehung einmal zu üben. So gleite ich etwas desorientiert über den 200 Meter tiefen Canyon. Sehr lustig, aber man halt auch echt gar keine Ahnung wo man gerade ist. Das Zurückdrehen unterwegs klappt dann problemlos und schon bin ich wieder auf der anderen Seite.

An der nächsten Line wartet dann wieder der 14-jährige, also checken wir alle zweimal ob wir auch wirklich eingeklinkt sind. Ich komme gut an der anderen Seite an, Der Guide dort fragt mich, ob ich bereit bin gleich mit der nächsten Line weiterzumachen und ich sage etwas überrascht ja, stehen doch noch drei andere auf der Plattform und warten. Die nächste Frage lautet: „Superman?“, was ich wieder bejahe. Also werde ich diesmal hinten eingeklinkt und im nächsten Moment auch schon von der Plattform geworfen. Wow, als das ist ein richtiger Schock, mir rutscht das Herz in die Hose. So direkt in den Abgrund zu blicken ist doch noch mal etwas anderes als sich am Seil oben einhalten zu können. Aber der Schreck ist schnell überwunden und so fliege ich in Superman-Pose (naja, fast) über den Canyon. Das ist echt ein riesen Spaß! Und leider viel zu schnell vorbei. Die ganze Gruppe ist hellauf begeistert von dem Superman-Flug. Sogar Sandy, die erst sehr zögerlich war ist aus dem Häuschen. Bis auf den Sicherheitsaspekt war das Zip-Linen also wieder ein voller Erfolg.

Danach fahren wir mit dem Van weiter in den Mini-Ort Hidroelectrica, der eigentlich nur aus einem Wasserkraftwerk und einigen Touristenrestaurants besteht. Hier ist die Straße Richtung Machu Picchu zu Ende und man kommt nur zu Fuß weiter. Oder mit dem Zug, aber das ist erstens sehr teuer und zweitens sind wir ja zum Wandern hier. So gehen wir die nächsten Stunden an den Bahngleisen entlang durch den Dschungel. Unterwegs können wir dann auch den ersten Blick auf die Ruinen von Machu Picchu erhaschen, auf dem Berg oben sieht man die Umrisse einiger Gebäude. Das steigert die Vorfreude auf den Besuch morgen noch ein wenig.

Unterwegs an der Strecke entdecke ich in den Bäumen dann auch – nach Paulys Beschreibung – einen Andenklippenvogel, den Nationalvogel Perus. Der ist knallrot und auch nur deswegen zu sehen, weil er doch etwas versteckt im Baum sitzt. So richtig sehen wir ihn dann also doch nicht. Schade. Aber es gibt auch sonst viel Schönes zu sehen. Irgendwann legt Pauly dann mal wieder einen Stopp ein und meint wir sollen Schuhe und Socke ausziehen und unsere Füße in den Bach hier halten. Gesagt getan. Das Wasser ist eiskalt und tut nach einigen Sekunden richtig weh. Aber danach fühlen die Füße sich wieder richtig gut an und das Gehen fällt uns wieder leichter. Leider hält diese Erfrischung nicht allzu lange an und wir kommen schließlich ziemlich erschöpft in dem Örtchen Aguas Calientes an, wo wir die Nacht verbringen werden.

Bevor wir unsere Unterkunft beziehen, gibt es noch einen kleinen geschafft-Pisco-Sour für die Gruppe. Das sitzen tut gut aber danach fällt es uns um so schwerer Richtung Unterkunft zu gehen. Wir befürchten schon ein Zimmer in einer ziemlichen Absteige zu bekommen, werden aber positiv überrascht da wir in einem sehr guten Hostel untergebracht werden. So ein gutes Zimmer hatten wir schon lange nicht mehr und wir nutzen die heiße Dusche ausgiebig. Danach gibts noch das Abschiedsdinner, wieder mit einem Pisco Sour, und das Briefing für den morgigen Tag auf Machu Picchu.

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