Machu Picchu

Unser Angriff auf Machu Picchu startet gegen 4 Uhr. Im Hostel kriegen wir freundlicherweise auch schon um die Zeit ein Frühstück. Danach müssen wir zum Eingang des Berges marschieren und uns in die Warteschlage einreihen. Punkt 5 kommt dann Bewegung in die Schlange, die Pforten werden geöffnet. Nach 15 Minuten sind wir dann endlich drin und können mit unserem Aufstieg beginnen. Wir wollten zwar mit dem Bus hochfahren, aber das klappt nicht weil im Moment Hochsaison ist und die Busse schon voll gebucht sind. Also müssen wir etwa 400 Höhenmeter über steile Stufen bewältigen. Pauly legt ein gutes Tempo vor, er will bei den ersten sein die um 6 Uhr das Gelände betreten können. Carina kann das Tempo leider nicht mithalten und so fallen wir weiter zurück. Sie schleppt sich nach oben und flucht vor sich hin. Ich bin ja bloß froh, dass sie schon einen Kaffee bekommen hat, sonst wäre jetzt Weltuntergang angesagt. Nach einiger Zeit treffen wir Pauly an der auf uns wartet, der Rest der Truppe ist schon weitergegangen. Carina möchte zwar, dass er uns zurücklässt und oben schon mit der Tour startet, aber Pauly bleibt bei uns und feuert Carina an. Irgendwann erreichen wir dann doch unser Ziel und kommen am Eingang zu den Ruinen an. Der Rest hat sich schon in die Warteschlange eingereiht und ist schon recht weit vorne. So hat es sich also gar nicht negativ ausgewirkt, dass wir langsamer waren als der Rest.

Dann ist es endlich soweit, wir dürfen Machu Picchu betreten. Paulys Hoffnung, dass wir noch Fotos ohne die Menschenmassen machen können zerschlagen sich zwar schnell, aber es ist trotzdem unglaublich toll hier zu sein. Wir versammeln uns auf einer der vielen von den Inka angelegten Terrassen und Pauly erklärt uns was wir um uns herum alles sehen. Bzw. sehen könnten, wenn nicht alles im Nebel hängen würde. Momentan sieht man nicht besonders weit und die Ruinen hängen in den Nebelschwaden. Aber das macht den Anblick auch irgendwie aus, sehr mystisch. Und als dann nach etwa einer halben Stunde der Nebel aufzureißen beginnt ist das Glücksgefühl umso größer, ein magischer Moment. Einfach unglaublich nach den Strapazen der letzten Tage jetzt hier zu stehen!

Machu Picchu schält sich aus dem Nebel
Machu Picchu schält sich aus dem Nebel

Danach drehen wir mit Pauly eine etwa zweistündige Runde durch die Anlage und er erklärt uns immer wieder was es mit den einzelnen Gebäuden oder Felsen auf sich hat. Alle gelieferten Informationen können wir uns zwar nicht merken, aber das ein oder andere bleibt dann doch hängen. Nachdem Pauly fertig ist mit seiner Führung heißt es dann Abschied von ihm nehmen. Er muss den Rückweg nach Cusco schon jetzt antreten, da in der Hochsaison kein Platz für die Guides im Zug ist. Also muss er zurück nach Hidroelectrica gehen und von dort aus mit dem Bus fahren. Noch schnell ein Gruppenfoto gemacht und E-Mail-Adresse getauscht und auf einmal stehen wir ohne unseren tollen Guide da. Na gut, dann heißt es jetzt also auf eigene Faust die Ruinen erforschen.

Da wir zusätzlich zum normalen Ticket auch noch den Eintritt zum Machu Picchu Mountain gebucht haben beschließen wir diesen gleich in Angriff zu nehmen. Aus unserer Gruppe hat nur Team Frankreich ebenfalls ein Ticket für dieses Extra. So machen wir uns nach einer kurzen Pause auf den Weg Richtung Gipfel. Sehr zu Carinas Leidwesen müssen wir feststellen, dass der Weg auf den Machu Picchu Mountain wieder fast ausschließlich aus Stufen besteht. Aber hilft ja nix, das Ticket ist bezahlt, also gehen wir auch hoch ;-) Schon unterwegs legen wir immer wieder Pausen ein. Einerseits weil es echt anstrengend ist, andererseits weil der Ausblick echt super ist. So verbringen wir die nächsten eineinhalb Stunden mit dem langsamen Aufstieg auf 3080 Meter. Gestartet sind wir heute Morgen bei 2000 Metern, wir hätten also auch auf das höchste Gebäude der Welt steigen können.

Wir sind überglücklich als wir am Gipfel ankommen, aber auch sehr erschöpft. Zur Belohnung gibt’s erst mal ein Snickers und ja, es hat lange gedauert sich das zu verdienen! Der Ausblick von hier oben ist echt super. Nicht nur auf die Ruinen von Machu Picchu, auch auf die umliegenden Berge und noch andere Ruinen. Nachdem wir die Umgebung etwa eine halbe Stunde genossen haben greifen wir wieder an und machen uns an den Abstieg. Der ist auch gar nicht so leicht, weil die Stufen teilweise sehr klein sind und manchmal sogar wackeln. Und da es hier auch ziemlich steil abwärts geht ist höchste Konzentration angesagt. Die lässt dann im weniger steilen Stück auch etwas nach und prompt rutscht Carina aus und setzt sich auf den Hintern. Aber keine Angst, nichts passiert.

geschafft: auf dem Gipfel des Machu Picchu Mountain
geschafft: auf dem Gipfel des Machu Picchu Mountain

Wieder unten angekommen fassen wir gleich das nächste Ziel ins Auge, das Sungate. Dort endet der berühmte Inka Trail und die Wanderer betreten Machu Picchu durch das Sonnentor. Die Wanderung dorthin dauert etwa 45 Minuten und geht wieder stetig aufwärts. Zum Glück nicht so steil wie die letzten Wege und auch nur selten über Stufen. Aber auch dieser Weg lohnt sich wegen dem anderen Blickwinkel auf die Anlage. Am Sungate angekommen setzen wir uns in die Sonne, halten ein Schwätzchen mit einem Salzburger und genießen den Anblick. Um kurz vor drei sind wir dann wieder zurück bei den Hauptruinen und treffen unverhofft auf Francois und Juliette. Wir hatten uns eh in einer halben Stunde mit den beiden treffen wollen, um gemeinsam den Bus ins Tal zu nehmen. Da sie aber inzwischen schon etwas „Machu Picchu“-müde sind und Carina ebenso keine Lust mehr hat auf Sightseeing machen wir uns gleich auf den Weg zum Ausgang.

Machu Picchu vom Sungate aus
Machu Picchu vom Sungate aus

Ich gehe aber nicht gleich mit raus, sondern drehe noch eine kleine Runde allein durch ein paar Ruinen. Ich bin zwar auch schon etwas erschöpft, aber da ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell hierher komme will ich die Zeit ausreizen. Und es gibt hier viel zu entdecken. Wenn man den Hauptweg der Touristen einmal verlässt findet man durchaus viele Winkel die man für sich allein hat. Ich könnte hier noch Stunden herumstromern, aber die Zeit rinnt mir durch die Finger. Und als es dann nach einer halben Stunde auch noch zu regnen anfängt breche ich meine Tour ab und eile auch Richtung Ausgang. Dort noch schnell den Machu Picchu Stempel in den Pass gehaun und schon liegen die Ruinen auch hinter mir.

Ich finde die anderen drei in der sehr langen Warteschlange für den Bus wieder. Insgesamt stehen sie fast eine Stunde an, ich mit ihnen dann nur noch eine halbe, hehe ;-) Die Fahrt bis nach Aguas Calientes dauert dann auch nochmal etwa eine halbe Stunde und nachdem wir angekommen sind suchen wir zielstrebig ein Lokal auf, um uns nach den heutigen Strapazen wieder etwas zu stärken. Nach dem Essen holen wir im Hostel noch schnell unsere untergestellten Taschen und machen uns auf den Weg zum Bahnhof. Dort treffen wir dann auch wieder auf den Rest der Village People und wollen schon zum Zug gehen, als wir ein Problem feststellen: das Zugticket von Erica ist nicht auf heute ausgestellt, sondern erst auf übermorgen. Ja was soll das denn bitte? Am Ticketschalter meint der Angestellte nur etwas wie „nicht mein Problem“ und wimmelt uns ab. Da uns nichts Besseres einfällt nehmen wir Erica in die Mitte und schleusen sie an der ersten Ticketkontrolle vorbei. An der zweiten wird allerdings genauer kontrolliert und sie wird wieder aus dem Zug herausgezogen. Wild reden wir auf die Schaffner ein, aber sie wollen sie nicht mitfahren lassen. Im letzten Moment stellt sich heraus, dass in einem anderen Waggon noch ein Platz frei ist und Erica den haben kann. Puh, das ist nochmal gut gegangen. Aber wir haben noch jemanden anderen mit demselben Problem gesehen, keine Ahnung ob der noch mitfahren konnte. Wenn ihr also jemals so eine Tour zum Machu Picchu macht kontrolliert alle Tickets genauestens wenn ihr sie bekommt!

Nach einer knappen Stunde im Zug (die 65 USD gekostet hat) kommen wir in dem Ort Ollantaytambo an. Dort wartet schon ein Minivan auf uns, um uns zurück nach Cusco zu bringen. Team Hawaii allerdings bleibt hier, da es hier auch noch große Ruinen zu besichtigen gibt. Also verabschieden wir uns alle herzlich von den beiden Mädels und steigen in unseren Van. Zwei Stunden später erreichen wir Cusco und verabschieden uns ebenso herzlich vom Rest der Truppe. War ein gutes Team und wir hatten jede Menge Spaß zusammen. Wir steuern zielstrebig unser Hostel an, wo wir auch schon erwartet werden. Dort angekommen fallen wir nur noch ins Bett und wollen schlafen. Heute wäre zwar Nationalfeiertag in Peru, aber den können wir leider nicht mitfeiern.

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