Arequipa

Mit den peruanischen Touristenbussen erleben wir eine sehr angenehme Überraschung! Nach eingehender Internetrecherche und Empfehlung einer Travelagency in Puno, buchen wir unsere Weiterfahrt nach Arequipa mit einem Touristenbus, der untertags fährt. Die etwa 6 stündige Fahrt ist wohl nachts nicht zu empfehlen, da es da häufiger zu Unfällen kommt wegen übermüdeten und unkonzentrierten Fahrern.

So kommt es, dass wir um halb 10 in einem Doppeldeckerbus mit Semi-Cama sitzen und eine ziemlich entspannte Busfahrt genießen können. Die Strecke windet sich kurvenreich durch die Anden und nicht selten geht es neben uns den Abhang hinab. Glücklicherweise erreichen wir die zweitgrößte Stadt Perus ohne Zwischenfälle gegen 16 Uhr. Hier gilt es, ein sicheres Taxi zu finden, da wir vorab bereits in Erfahrung gebracht haben, dass es in Arequipa wohl Taxis gibt, die wie alle anderen aussehen, aber die auf Touristen abzielen und sie in entlegene Viertel bringen, um sie dort auszurauben.

so sehen die dubiosen Taxis aus
so sehen die dubiosen Taxis aus

Nach unseren Erlebnissen in Sucre bin ich ein wenig verunsichert und checke zweimal, ob der von uns ausgesuchte Taxifahrer auch wirklich ein Offizieller ist. Unser Bauchgefühl hat uns nicht getrügt und wir werden sicher am Plaza de Armas (der zentrale Platz) abgeliefert und können zu Fuß die letzten Meter zu unserem vorgebuchten Hostel zurücklegen. Hier kommt gleich wieder ein Asia-Feeling auf, denn wir werden von allen Seiten angesprochen und man will uns von Touren, über Late-Lunches bis hin zu Nippes quasi alles andrehen. Da kommt Freude auf!

Wir schauen, dass wir uns schnell vom Acker machen können und beziehen unser Zimmer, eines der bislang Besten auf unserer Reise, ehe wir uns endlich was Essbares suchen können. Hier gibt es wirklich alles Mögliche und die Preise sind typisch für eine touristischere Gegend. Nachdem Hank immer noch ein bisschen angeschlagen ist, gehen wir es heute auch noch ein bisschen ruhiger an und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen nutzen wir erstmals auf unserer Tour das Angebot einer Free-Walking-Tour und suchen dementsprechend um 10 Uhr die offizielle Tourist-Information auf, wo wir uns in die Teilnehmerliste eintragen. Offensichtlich sind noch mehrere Leute auf die gleiche Idee gekommen, denn die Tour ist wirklich sehr begehrt. Erfreulicherweise strahlt die Sonne und es wird wirklich erstmals seit langem wieder heiß und ich freue mich, im Spagetti-Shirt rumlaufen zu können. Hank hingegen, immer noch geplant von seiner Erkältung, packt sich trotz der angenehmen Temperaturen dick ein.

Die Touren werden von Studenten gehalten, die das auf freiwilliger Basis machen. Unsere Guidin ist Beatrice, die uns mit einem wirklich gut verständlichen Englisch einen interessanten Einblick in die Stadt geben kann. Highlight von Arequipa ist der Blick auf die umliegenden Berge: Pichu Pichu (5571 m), Chachani (6075 m) und der aktive Vulkan El Misti (5822 m), der der Millionenstadt im Falle eines Ausbruchs exakt 20 Sekunden Zeit zur Evakuierung überlassen würde.

Blick auf den El Misti von unserem Zimmer aus
Blick auf den El Misti von unserem Zimmer aus

Von einer Brücke haben wir einen wirklich herrlichen Blick auf diese mystische Landschaft. Leider ist das Licht nicht ganz optimal, da Arequipa ein wenig smogbelastet ist. Dennoch gefällt es uns sehr gut. Auf unserer Tour besichtigen wir nicht nur versteckte Kirchen, sondern erfahren auch von der Geschichte der gefrorenen Inkajungfrau Juanita, die vor über 500 Jahren auf dem Gipfel des Ampato geopfert wurde. Außerdem bekommen wir einen Einblick in die lokale Küche von Arequipa. Wir dürfen eine Dessert-Spezialität namens Queso Helado (zu deutsch Käseeis) probieren. Klingt ekelhaft, hat aber in Wirklichkeit mit Käse überhaupt nichts zu tun.

Carina probiert Queso Helado
Carina probiert Queso Helado

Darüber hinaus besuchen wir eine lokale Schokoladenfabrik, in der wir die süßen Köstlichkeiten auch testen dürfen. Zum Abschluss der Tour besuchen wir ein lokales Restaurant und erfahren mehr, über die typischen Gerichte in der Stadt. Ein Klassiker ist gekochtes Meerschweinchen. Ich habe mir zwar vorgenommen, dass ich das auf der Peru-Reise unbedingt probieren möchte, ganz dazu durchringen kann ich mich heute allerdings noch nicht.

Insgesamt dauert die Free-Tour ca. 3 Stunden und dadurch, dass sie kostenlos ist, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis natürlich unschlagbar. Eine angenehme Abwechslung eine Stadt zu erkunden, wenn man nicht weiß, wo man zuerst hingehen soll.

Anschließend kehren wir zum Mittagessen in ein Roof-Top-Restaurant ein und genießen die herrliche Aussicht auf den zentralen Plaza und die umliegende Berglandschaft. Wie bereits erwähnt, kann ich mich noch nicht zur Delikatesse durchringen, sondern lasse mir lieber ein Tenderloin-Steak Medium Style bringen. Das kann man zur Not auch mal essen! :-)

Gut genährt informieren wir uns mal über die möglichen Tourangebote zum Colca Canyon, den weltweit zweittiefsten Canyon. Wie wir feststellen, bieten die unterschiedlichen Agenturen jeweils alle die gleichen Touren an. Es empfiehlt sich daher, in erster Linie den Preis entscheiden zu lassen. Unser einziges Problem ist, ob wir die Tour in zwei Tagen oder in drei Tagen machen sollen. Da Hank aber noch immer angeschlagen ist, entscheiden wir uns schließlich für die gemütlichere Variante und buchen eine dreitägige Tour. Das bedeutet allerdings für uns, dass wir am nächsten Tag besonders früh aufstehen müssen, so dass wir auch besonders früh schlafen gehen…

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