Puno

Von der Isla del Sol schippern wir wieder mit dem Boot 2 Stunden an Land. In Copacabana angekommen müssen wir erstmal unsere vielen Bolivian loswerden. Wir hatten schon das ganze Geld für unseren Dschungelausflug abgehoben und tragen das jetzt noch rum. Es gibt hier aber an jeder Ecke Wechselstuben und nach kurzem Vergleichen der Kurse (das Vergleichen lohnt auf jeden Fall) werden wir alle Bolivian los. Zwar nicht ganz verlustfrei, aber hilft ja nix. Immer noch besser als ein Bündel Bolivian als Souvenir mitzunehmen ;-)

Danach buchen wir auch gleich ein Busticket zur Weiterfahrt nach Puno in Peru. Das liegt ebenfalls am Titicacasee und es gibt in der Nähe einige Inselchen zu besichtigen. Vor der Abfahrt kehren wir dann noch kurz in ein Restaurant ein, um einen Happen zu uns zu nehmen. Mir geht’s zwar gar nicht gut und ich fühl mich nicht wirklich wohl, aber vielleicht hilft eine Pizza. Hilft leider nicht. Der Restaurantbesitzer orakelt, dass es bestimmt am Vollmond liegt, dass ich mich so schlecht fühle. Da bin ich mir nicht ganz so sicher wie er. Naja, bald darauf fährt unser Bus und wir gelangen problemlos über die Grenze und nach Puno. Im Bus wird uns ein Flyer vom Hostel Lobos Place in die Hand gedrückt und so fahren wir da eben mal hin. Auf große Hostel-Suche habe ich im Moment nicht wirklich Lust. Das Zimmer ist ganz OK und so checken wir auch gleich ein. Es ist zwar erst früher Nachmittag, aber mir geht’s eher schlechter als besser und so verbringe ich den restlichen Tag im Bett. Carina hat auch keine Lust allein loszutigern und beschäftigt sich mit dem Internet, Lesen, etc.

Nachts stellt sich heraus, dass unsere Hostel-Wahl eine ziemlich schlechte war: gleich nebenan scheint eine Disko zu sein und so werden wir bis halb 6 morgens mit Party-Musik beschallt. Na wunderbar, genau das was ich jetzt brauche. So suchen wir uns also erst mal eine neue Bleibe und landen im Pacha Hostel. Nachdem wir umgezogen sind und noch etwas entspannt haben geht es dann auch schon zum Mittagessen und anschließendem WM-Schauen. Finale! So richtig fit bin ich zwar noch nicht, aber das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen. So schauen wir inmitten von Argentinien-Fans den deutschen WM-Triumph und genießen den Sieg. Nach dem Schlusspfiff sitzen wir dann auch schnell allein vorm Fernseher und schauen Schweini & Co beim Feiern zu. Jetzt wären wir schon gerne daheim beim Feiern. Naja, in 4 Jahren dann halt ;-)

Danach geht’s auch gleich wieder zurück ins Hostel, relaxen und versuchen gesund zu werden.

Auch den nächsten Tag hänge ich noch etwas in den Seilen und unser Aktionsradius hält sich sehr in Grenzen. Hoffentlich wird das bald wieder besser.

Heute fühle ich mich schon wieder etwas fitter und so buchen wir in der Früh schnell noch einen Ausflug auf die schwimmenden Uros-Inseln. Diese bestehen nur aus Schilf und das Volk der Uro lebt in kleinen Schilfhütten darauf. Das ist zwar laut Internet ein sehr touristischer Ausflug und viele Leute waren enttäuscht davon, aber da wir wissen auf was wir uns einlassen wird’s schon nicht so schlimm werden. Also werden wir gegen 9 von einem Minivan aufgesammelt und zusammen mit etwa 12 anderen Touris zum Hafen gebracht. Dort steigen wir um in ein kleines Boot und fahren im sehr gemütlichen Tempo in Richtung der Inseln.

schwimmende Uro Schilf Insel

schwimmende Uro Schilf Insel

Nach etwa einer halben Stunde Fahrt durch einen Schilf-bewachsenen Teil des Sees kommen wir bei den schwimmenden Inseln an. Es gibt um die 80 davon und auf jeder leben 2 oder 3 Familien. Sieht schon etwas unwirklich aus. Nachdem wir eine kleine Runde gedreht haben legen wir an einer der Inseln an.  Dort begrüßt uns der Vorstand dieser Insel und erklärt uns wie so eine Insel aufgebaut ist: die unteren Schilfschichten verrotten langsam und oben werden regelmäßig neue Schichten aufgetragen. So wird die Insel am Leben gehalten. Der Untergrund ist natürlich nicht ganz stabil und man sinkt mit jedem Schritt ein kleines Stückchen ein. Ist schon witzig hier herumzulaufen. Nachdem der Chef mit seinen Ausführungen fertig ist beginnt die Verkaufsveranstaltung: man kann den üblichen Touristen Krims Krams erstehen, angeblich von den Insel-Bewohnern gefertigt. Das kann ich mir bei einigen der Sachen zwar nicht vorstellen, aber OK. Wir erstehen dann auch zwei Armbändchen. Die uns zugewiesene Verkäuferin kleidet und dann kurzerhand auch noch in Uro-Klamotten ein.

Carina & Hank im Uro Outfit

Carina & Hank im Uro Outfit

Danach kann sich mit einem Schilfboot eine kleine Runde fahren lassen, aber da lehnen wir dann doch ab. Der Spaß soll 15 Soles pro Person kosten. Uns und zwei anderen jungen Pärchen die nicht mitfahren wollen wird zwar dann noch der Spezialpreis von 10 Soles zu zweit angeboten, aber auch das lehnen wir ab. Also haben wir etwas Zeit, uns noch besser auf der Insel umzusehen und zu sonnen, während die anderen Tourteilnehmer über den See schippern. Zwischen den Hütten entdecken wir dann einen Schilf-Puma-Kopf mit dem sich ein paar gute Fotos machen lassen ;-)

Hank der Puma

Hank der Puma

Nachdem das Schilfboot mit dem Rest wieder zurückgekehrt ist besteigen wir wieder unser normales Boot. Mit dem fahren wir dann zur Hauptinsel der Uros. Hier kann man sich einen Stempel in den Pass machen lassen, etwas essen oder – Überraschung! – Souvenirs kaufen. Wir schauen uns nur ein wenig um und kehren bald darauf in unser Boot zurück, das wenig später auch wieder ablegt, um zum Festland zurückzukehren. Dort angekommen werden wir dann wieder zu unserem Hostel zurückgebracht. Unterm Strich muss man sagen, ja, der Ausflug ist sehr touristisch. Aber wir fanden in trotzdem ganz schön. Diese Inseln zu sehen und auf ihnen herumzulaufen ist auf jeden Fall interessant. Und die Verkaufsaktionen waren jetzt auch nicht sonderlich aufdringlich, von daher voll OK.

Nach dem Ausflug laufen wir noch ein wenig in der Innenstadt von Puno herum, aber recht viel gibt es da leider nicht zu sehen (oder wir finden die Attraktionen nicht). Carina nutzt die Gelegenheit, um sich in einem der vielen Souvenir-Shops einen Alpacca-Pulli zu kaufen. Anschließend buchen wir noch unsere morgige Weiterfahrt nach Arequipa, das wars dann aber auch schon.


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